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Eine Rollstuhlfahrerin wird Argentiniens neue Vizepräsidentin

Ausland

Eine Rollstuhlfahrerin wird Argentiniens neue Vizepräsidentin

In Deutschland kennt fast noch niemand Gabriela Michetti, eine der wichtigsten Politikerinnen Südamerikas.

In Deutschland kennt fast noch niemand Gabriela Michetti, eine der wichtigsten Politikerinnen Südamerikas.

Gabriela Michetti und Mauricio Macri im Theater (Archivfoto von 2010: Goverment of Buenos Aires city, Creative Commons Attribution 2.0 License)

Gabriela Michetti und Mauricio Macri im Theater (Archivfoto von 2010: Goverment of Buenos Aires city, Creative Commons Attribution 2.0 License)

Argentinien hat einen neuen Präsidenten gewählt: Am 22. November setzte sich der Unternehmer und konservative Politiker Mauricio Macri (56) in einer Stichwahl gegen Daniel Scioli durch. Die Republik ist mit einer Fläche von knapp 2,8 Millionen Quadratkilometern fast acht Mal größer als Deutschland und das größte spanischsprachige Land der Welt. Wenn Macri am 10. Dezember seine Minister für die 43 Millionen Einwohner vorstellt, wird er eine Rollstuhlfahrerin als seine Stellvertreterin präsentieren: Gabriela Michetti. Beide sind seit Jahren ein eingespieltes Duo.

Michetti stammt aus dem kleinen Ort Laprida und studierte Politik und Betriebswirtschaft. Seit einem Autounfall vor elf Jahren ist sie querschnittgelähmt. Der Wagen, den ihr damaliger Mann fuhr, kam von der Straße ab und überschlug sich mehrfach. Ein Jahr zuvor war sie in die Politik eingestiegen: 2003 war sie als Abgeordnete ins Stadtparlament von Buenos Aires gewählt worden.

Wenige Jahre später gehörte sie neben Macri zu den treibenden Kräften der neuen Partei PRO (Propuesta Republicana). Als Macri 2007 Oberbürgermeister der Hauptstadt wurde, berief er Michetti zu seiner Stellvertreterin. Wegen ihrer Popularität und Fähigkeit, den Alltag der Menschen zu verstehen, gilt die 50-Jährige als das soziale Gewissen von PRO – eine Rolle, die sie auch in der künftigen Regierung übernehmen soll, die sich ein hartes Reformprogramm vorgenommen hat.

(RP)

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2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Thomas Reitemann

    25. November 2015 um 11:14

    Toll, aber Deutschland kennt ja auch Schäuble, obgleich in einem anderen und untergeordneten Amt. Es wäre aber einmal interessant zu erfahren, welche und wie viele Behinderte in welchen anderen Staaten weltweit auch politische Ämter bekleiden……

  2. Marianne Kunert

    25. November 2015 um 15:10

    Eine sehr attraktive Frau. Sie wird hoffentlich einiges bewirken, nicht nur für behinderte Menschen. Wenn jede Regierung mindestens einen/e Betroffenen/e im Kabinett hätte, wäre vieles mit Sicherheit einfacher für uns. Angefangen vom barrierefreien Wohnen bis zu amtlichen Behördengängen usw. Aber vielleicht wird es irgendwann mal zur Pflicht, dass wir „mitregieren“.

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