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Erstmals Blindenfußballer für „Tor des Monats“ nominiert

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Erstmals Blindenfußballer für „Tor des Monats“ nominiert

Interview mit dem St.-Pauli-Spieler Serdal Celebi: „Ich genieße die Situation.“

Sorgte für ein Novum beim „Tor des Monats“: Serdal Celebi (Foto: Bodo Marks/dpa)

Sorgte für ein Novum beim „Tor des Monats“: Serdal Celebi (Foto: Bodo Marks/dpa)

Mit seiner Nominierung für das Tor des Monats August ist Serdal Celebi vom FC St. Pauli ein Novum gelungen: Er ist der erste Blindenfußballer, dem diese Ehre zuteil wurde. Entsprechend groß ist derzeit das Medieninteresse an dem 34-Jährigen, der sich vor allem freut, seiner Sportart damit zu Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Celebi hatte im Finale der Blindenfußball-Bundesliga gegen den MTV Stuttgart (1:2) am 25. August den Ball an mehreren Gegnern vorbei in den linken Torwinkel gesetzt. Er verkürzte damit in der 38. Minute zum 1:2 Endstand gegen den MTV Stuttgart. Die Abstimmung läuft noch bis Samstag (hier mitmachen! Der Link ist bis 15.09.2018 verfügbar.) Im Interview, das Celebi für die Homepage seines Vereins gab, spricht er über den positiven Trubel, den er momentan genießt.

„Ich war zunächst traurig“

Hallo Serdal, berichte doch mal, wie Du den Rummel um Deine Nominierung für das Tor des Monats erlebt hast!

Es ist schön, dass das Tor nominiert worden ist. Ich genieße die Situation und versuche, jede Interviewanfrage wahrzunehmen, um damit auch Werbung für den Blindenfußball zu machen.

Wie wichtig ist es für Dich, Deinen Sport dadurch bekannter zu machen?

Punktuell ist für den Blindenfußball schon Aufmerksamkeit vorhanden. Jetzt wissen aber noch mehr Leute in den Medien, was Blindenfußball ist und für uns bedeutet. Ich glaube schon, dass mir dadurch eine gute Werbung für den Sport gelungen ist.

Torschütze mit der Trikotnummer 10: Serdal Celebi. (Screenshot: ARD-Sportschau)

Torschütze mit der Trikotnummer 10: Serdal Celebi. (Screenshot: ARD-Sportschau)

Und was bedeutet es Dir persönlich?

Ich war zunächst traurig, dass wir das Finale um die Deutsche Meisterschaft verloren haben. Aber ich habe mich natürlich über die Nominierung gefreut und auch darüber, dass unsere Sportart, die es seit 2006 in Deutschland gibt, dadurch Anerkennung erfährt. Es ist klasse, dass mein Treffer im Vergleich mit den Toren sehender Profis konkurrenzfähig ist.

Wie merkst Du im Spiel, dass Dir eine Aktion besonders gut gelungen ist?

Wenn ich bei einem Tor den Pfosten oder das hintere Gestänge treffe, hört sich das natürlich besser an. Aber auch sonst habe ich schon eine Vorstellung davon, wo der Ball hingegangen ist. Im Detail muss ich es mir aber hinterher noch beschreiben lassen. Dieses Tor habe ich gegen eine sehr gute Mannschaft erzielt. Ich habe dabei mehrere Gegenspieler ausgespielt, aber ich wusste in dem Moment noch nicht, dass es ein besonderes Tor ist. Zunächst ging es mir in dem Spiel auch nur darum, möglichst noch den Ausgleich zu schaffen.

Sehende Fußballer werden nach wichtigen Treffern oft gefragt, wie oft sie sich ihr Tor nach dem Spiel noch angesehen haben. Wie oft hast Du Dir Dein Tor denn noch beschreiben lassen?

Ich habe es mir von meinem Trainer Wolf Schmidt ein, zwei Mal erzählen lassen. Die Blindenreportage zu dem Spiel habe ich noch gar nicht gehört. Das werde ich nachholen, sobald ich die Zeit dafür habe.

Viel Zeit dürftest Du aktuell tatsächlich nicht haben. Am Wochenende steht das 11. Blindenfußballmasters an.

Da bin ich natürlich mit dabei. Als Ausrichter ist das für uns jedes Jahr eines der Highlights. Ich freue mich darauf, wieder viele internationale Mannschaften zu begrüßen und gegen sie zu spielen. Dieses Mal sind auch Teams dabei, die wir noch nicht kennen. Das wird eine spannende Herausforderung.

Wer an diesem Wochenende noch nichts vorhat, sollte also am Borgweg vorbeischauen!

Ich kann das nur jedem empfehlen, der Blindenfußball mal live erleben möchte. Es wird spannende Partien geben, in denen es richtig zur Sache geht. Und das Kuchen-Angebot ist ebenfalls sehr gut (lacht).

Und eventuell ist auch der frisch gekürte Torschütze des Monats August dabei…

Am Sonnabend wissen wir mehr…

Wir drücken die Daumen! Vielen Dank für Deine Zeit!

(Quelle: St. Pauli)

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