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Gegen den Gedanken der Inklusion

Bildung & Berufsleben

Gegen den Gedanken der Inklusion

In Nordrhein-Westfalen gibt es eine Kehrtwende im Bildungssystem. Ein Gastkommentar der Rheinischen Post.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).(Foto: Magubosc, CC BY-SA 4.0)

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).(Foto: Magubosc, CC BY-SA 4.0)

Die bisherige Praxis der Inklusion in Nordrhein-Westfalen ging an den Bedürfnissen von Lehrern, Eltern und Schülern vorbei. Die Klassen waren zu groß, Sonderpädagogen zu knapp und die Folgen entsprechend. Es war eines der zentralen Wahlkampfversprechen von CDU und FDP, dies zu ändern. Es ist gut, dass FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer nun tausende neue Stellen für Lehrer und Sonderpädagogen schafft und verbindliche Qualitätsstandards setzt, die Schulen einhalten müssen, wenn sie inklusiven Unterricht anbieten wollen.

Auch dass die Gymnasien künftig frei darüber entscheiden können, ist zu begrüßen: Welchen Sinn macht es, dass Kinder, die niemals ein Abitur schaffen werden, mit hohem Aufwand am Gymnasium unterrichtet werden? Wenn die Schulministerin nun aber gleichzeitig wieder das Förderschulsystem ausbaut, leitet sie eine Kehrtwende ein, die dem Gedanken der Inklusion widerspricht. Dies gilt um so mehr für die neuen Fördergruppen, die in allgemeinen Schulen erstmals neben den Regelklassen entstehen sollen. Das Risiko, dass hierdurch behinderte Kinder stigmatisiert werden, ist hoch.

(RP/PM)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. ProblemkindSchulsystem

    16. Juli 2018 um 14:27

    So ein unkritischer Beitrag auf rollingplanet? Wieso soll der Aufwand am Gymnasium für Gemeinsames Lernen (zieldifferent) höher sein als an anderen Schulformen?Mit dem Potential an Schüler- und Lehrer-Quali eher nicht. Die reine Begrenzung auf 25 Kinder/ Klasse mit 3 Kinder mit Fö-Bedarf/ +halbe stelle Sonderpädagoge sind per se noch keine Qualitätsmerkmale.
    Wo haben denn Sonderpädagogen bisher z.B. Inklusion lernen können? In Schule z.B. schon einmal nicht. Wo lernen Pädagogen Teamarbeit? Steuert die NRW-Regierung nun die Phänomene der Umetikettierung neurotypischer Kinder und der Bevorzugung „einfacher Fälle“ nun um?
    Wenn Gymnasium heißen würde, hier lernen besonders begabte Kinder – allein die Anzahl der Gymnasien widerspricht der Theorie – reichten hier nicht trotzdem die letzten 2-3 Jahre vor dem Studium für eine intensive Vorbereitung auf selbiges?
    Behinderte Kinder, wenn sie denn einen Platz an einer Schwerpunktschule erhalten, müssen weiter von Eltern gebracht werden, ein Hindernis für Eltern,die nicht die finanziellen und zeitlichen Ressourcen dafür aufbringen.
    Das ganze ist keine „Umsteuerung“ einer vorher nicht inklusiven Richtung, sondern die Drumherum-Steuerung um „inklusive Steuerungsnotwendigkeiten“.Und eine „Bereicherung“,wie Frau Gebauer in einem Interview süffisant+ohne Erklärung, wie sie das meint,hinterherschiebt, sind im Sinne ihre „Umsteuerung“ die behinderten Kinder allenfalls weiter für die Regelschüler im Sinne von Mehrressourcen,mit denen ausschließlich die ohnehin bestehenden Finanzierungslücken gestopft werden. Die „Behinderten“ dürfen dann weiter bitte brav und dankbar sich einordnen und ja nicht den tatsächlichen Förderbedarf haben,für den die Ressourcen bereitgestellt werden.

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