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Griechenland-Krise wegen abfälligen Bemerkungen über einen behinderten Politiker

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Griechenland-Krise wegen abfälligen Bemerkungen über einen behinderten Politiker

Wirbel um Rollstuhlfahrer Kympouropoulos – Premier Tsipras stellt erneut Vertrauensfrage.

Der Politiker Stelios Kympouropoulos hat seit seiner Jugend Muskelschwund und sitzt im Rollstuhl. (Foto: IWN)

Der Politiker Stelios Kympouropoulos hat seit seiner Jugend Muskelschwund und sitzt im Rollstuhl. (Foto: IWN)

Kurz vor den Europawahlen will der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras diese Woche im Parlament erneut die Vertrauensfrage stellen. Geplant ist eine dreitägige Debatte, bevor es voraussichtlich am Freitag zur Abstimmung kommt, berichteten griechische Medien heute.

Vorangegangen war ein Misstrauensantrag der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) gegen Pavlos Polakis, den amtierenden Vizegesundheitsminister der linken Regierung von Tsipras. Dieser hatte sich abfällig über einen behinderten ND-Politiker geäußert. Die Regierung hatte jedoch bereits im Vorfeld des Antrags angekündigt, man brauche nicht nur über einen Minister zu reden, man könne auch gleich die gesamte Regierung auf den Prüfstand stellen.

Politische Beobachter werten diese Reaktion als Geplänkel vor den Europawahlen – während der mehrtägigen Debatte hat die Regierungspartei Syriza umfassend Gelegenheit, Wahlkampf zu betreiben.

Tweet löst Empörung aus

Der konservative Politiker Stelios Kympouropoulos hat seit seiner Jugend Muskelschwund und sitzt im Rollstuhl. Der 34-Jährige ist einer der Kandidaten der Nea Dimokratia für die Europawahl Ende Mai und arbeitet bisher bei der griechischen Gesundheitsbehörde ESY. Vizegesundheitsminister Polakis hatte Kympouropoulos in einem Post auf Twitter unterstellt, dieser habe seine Stelle in der Gesundheitsbehörde nur auf Grund seiner Behinderung erhalten anstatt gleichberechtigt mit anderen den Weg der normalen Bewerbung zu gehen. Der Post hatte in ganz Griechenland für Entrüstung gesorgt.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (Foto: Angelos Tzortzinis/dpa)

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (Foto: Angelos Tzortzinis/dpa)

Tsipras hatte erst Anfang des Jahres die Vertrauensfrage gestellt und mit einer knappen Mehrheit im 300-köpfigen griechischen Parlament gewonnen. In Griechenland finden spätestens im Oktober Parlamentswahlen statt; die Europawahl gilt dafür als Gradmesser.

(RP/PM)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Maik Tetonka Wolff

    7. Mai 2019 um 19:17

    Wie schlimm und egoistischer diese Gesellschaft geworden ist. Merkt man bei sowas erst. Eigentlich müsste sofort jeder der nicht behindert ist mindestens für 2 Jahre ohne paton und gnade in einen Rollstuhl festgeschraubt werden, und dass das durch machen was wir durch machen müssen. Nicht nur Deutschland, in ganz Europa. Bis auf paar Ausnahmen, das sind aber sehr wenige EU Staaten. Denn die achten ihre Mitmenschen.

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