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Größte Hilfsmittelmesse der Welt für Sehbehinderte und Blinde eröffnet wieder in Frankfurt

Frankfurt a.M.

Größte Hilfsmittelmesse der Welt für Sehbehinderte und Blinde eröffnet wieder in Frankfurt

Vom 8. bis 10. Mai zeigt die SightCity Hilfsmitteltrends aus über 20 Ländern.

Eine Besucherin informiert sich über Langstöcke. (Foto: Kerstin Philipp/SightCity)

Eine Besucherin informiert sich über Langstöcke. (Foto: Kerstin Philipp/SightCity)

Die SightCity findet bereits zum 17. Mal statt. An drei Messetagen können die Besucher auf 4.500 Quadratmetern verschiedene Hilfsmittel testen und Beratungsangebote kennenlernen. Auch viele Verbände, Ausbildungsanbieter und Reiseunternehmen sind unter den Ausstellern. Mehr als 130 Aussteller und ein Vortragsprogramm informieren auf der weltweit größten Fachmesse ihrer Art über neue Technik, Hilfsangebote und medizinische Fortschritte. Veranstaltungsort ist das Sheraton-Hotel am Flughafen Frankfurt, Hugo-Eckener-Ring 15, Terminal 1, 60549 Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei.

Mobil sein, selbstständig Dinge erledigen, mit anderen Menschen kommunizieren – moderne Technik unterstützt Sehbehinderte und Blinde in zahlreichen Situationen. Und immer wieder entstehen neue Ideen, die den Alltag barrierefreier machen. So bringt zum Beispiel eine neue App („Facing Emotions“) jetzt sogar Emotionen der Mitmenschen direkt auf das Smartphone. Über die Kamera werden Gesichtsausdrücke erkannt und in Töne umgewandelt.

„Mit einer Vielzahl solcher praktischer Funktionen haben Smartphones und Tablets die Hilfsmittelbranche in den letzten Jahren wirklich bereichert und spielen auch auf der SightCity eine große Rolle“, erklärt Ingrid Merkl, Geschäftsführerin der SightCity GmbH und Leiterin des Messe-Organisationsteams. „Außerdem zeigen Aussteller aus ganz Europa, den USA und Asien ihre Innovationen und bewährten Hilfsmittel für Alltag, Schule und Beruf – vom Langstock bis zu sprechenden Küchengeräten.“

Auf 4.500 Quadratmetern können die Besucher viele neue Hilfsmittel direkt ausprobieren. (Foto: Kerstin Philipp/SightCity)

Auf 4.500 Quadratmetern können die Besucher viele neue Hilfsmittel direkt ausprobieren. (Foto: Kerstin Philipp/SightCity)

Vorträge zu Medizin, Reha und Teilhabe

Täglich bietet das SightCity Forum mit einem umfassenden Vortrags- und Weiterbildungsprogramm Einblicke in den Stand von Medizin und Rehabilitation. Wie können diese Bereiche Betroffene am besten unterstützen und optimal zusammenarbeiten? Unter dem diesjährigen Schwerpunkt „Medizin, Rehabilitation, Teilhabe“ gehen Mediziner und Spezialisten aus dem Bereich Low Vision diesen Fragen nach. Neben Patientensymposien zu Erkrankungen wie Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) und Glaukom informieren Vorträge unter anderem über genetische Erkrankungen und Schlafstörungen von blinden und sehbehinderten Menschen. Im Patienten-Talk berichten Nutzer über ihre Erfahrungen mit der Netzhautprothese Argus II. Bei einer Plenumsdiskussion und Vorträgen des Netzwerks „Berufliche Teilhabe“ der Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke können Besucher mit Vertretern aus Reha, Medizin, Selbsthilfe und weiteren Bereichen über aktuelle Themen der Aus- und Weiterbildung sprechen.

Im Sommer 2018 ging die erste „Medizinisch Berufliche Orientierte Rehabilitation für sehbehinderte/blinde Menschen“ (MBOR) mit einer Pilotphase an den Start. Sie bietet erstmals für Menschen, die mitten im Beruf stehen und erblinden, eine sechswöchige Reha. Die drei in Deutschland tätigen Rehabilitationseinrichtungen in Masserberg, Höchenschwand und Hürth stellen im SightCity Forum ihre Arbeit vor. Weitere Themen sind unter anderem Hör-Sehbehinderung und Taubblindheit, Hilfen für ein barrierefreies Zuhause und der Umgang mit Touchscreens und PC. Die Teilhabe an Sportarten steht ebenfalls im Mittelpunkt, zum Beispiel im Luftgewehr-Schießsport für Blinde oder beim Besuch eines Fußballspiels mit Blindenreportage durch Stadionkommentatoren.

Das SightCity Forum wird gefördert durch die „Marga und Walter Boll-Stiftung“. Für die inhaltliche Gestaltung sind neben dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO) e. V. die PRO RETINA Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) e. V. und die Berufsförderungs- und Berufsbildungswerke verantwortlich. Die Selbsthilfevereinigung PRO RETINA unterstützt über die Techniker Krankenkasse als Zuschussgeber dieses Jahr auch finanziell die Ausrichtung des SightCity Forums.

Kunst fühlen

Neben der Fachausstellung macht die SightCity auch Kunst barrierefrei erlebbar. Eine „Kunstmeile“ präsentiert Tiermodelle aus Cernit der blinden Künstlerin Monika Häusler sowie Projekte von hörsehbehinderten und taubblinden Jugendlichen aus der Lehrwerkstatt des Deutschen Taubblindenwerkes in Hannover.

Telefon-Hotline

Die SightCity bietet außerdem eine Telefon-Hotline für medizinische Fragen zum Thema Auge an. Die Hotline ist unter der Rufnummer 01805 870018 (14 ct/Min.) vom 6. bis 10. Mai sowie vom 13. bis 14. Mai, jeweils von 10 bis 16 Uhr erreichbar.

Wegweiser auf der Messe

Bei der Orientierung auf der Messe hilft das Wegeleitsystem der Firma inclusion, gesponsert von der Bayer Vital GmbH. Infos unter: www.inclusion-barrierefrei.de

Ein halbstündlicher, kostenfreier Abholservice durch „SightCity-Messeguides“ (gelbe T-Shirts) bringt die Besucher außerdem sicher zur Messe. Für den kostenpflichtigen, persönlichen Begleitservice „Rent-a-Guide“ empfiehlt sich eine Vorreservierung auf www.sightcity.net. Direktbuchungen auf der Messe können nur begrenzt angenommen werden.

(RP/PM)

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