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Kompakt: Hörgeräte – 6 wichtige Fakten für Einsteiger/innen

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Kompakt: Hörgeräte – 6 wichtige Fakten für Einsteiger/innen

Laut einer aktuellen Umfrage wissen nur wenige Bundesbürger, dass die Krankenkassen seit November mehr Geld für das Hilfsmittel zahlen.

Laut einer aktuellen Umfrage wissen nur wenige Bundesbürger, dass die Krankenkassen seit November mehr Geld für das Hilfsmittel zahlen.

Eines von der schicken und teuren Sorte: Das LinX ist das erste Hörgerät „ made for IPhone“ (Foto: GN ReSound)

Eines von der schicken und teuren Sorte: Das LinX ist das erste Hörgerät „ made for IPhone“ (Foto: GN ReSound)

Bookmark-100ROLLINGPLANET KOMPAKT: Auf einen Blick – alle wichtigen Infos zu einem aktuellen Thema

1. Wie bekomme ich ein Hörgerät?
Ein Hörgerät bekommen Kassenpatienten mit Hörschwierigkeiten beim ersten Mal nur auf Rezept, nachdem ein Ohrenarzt sie untersucht hat. Nur so sei ausgeschlossen, dass das schlechte Hören auf einer Erkrankung wie einer Mittelohrentzündung beruht, erläutert Hans-Peter Bursig vom Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI). Mit der Verschreibung für ein Hörsystem geht der Patient dann zum Hörgeräteakustiker.
2. Wozu ist der Hörgeräteakustiker verpflichtet?
Der Hörgeräteakustiker muss dem Kunden mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät anbieten, „das so gut ist, dass es die Hörminderung so gut es geht ausgleicht“, sagte Bursig anlässlich des Tags des Hörens am Mittwoch (14. Mai).
3. Wie viel zahlen Krankenkassen?
Die meisten Krankenkassen zahlen für ein Hörsystem derzeit einen Festbetrag von rund 650 Euro für ihre Versicherten, der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte Ende 2013 den Festbetrag von 421 auf höchstens 785 Euro pro Ohr angehoben. Jeder Patient muss in der Regel außerdem einen Eigenanteil von etwa zehn Euro je Gerät beisteuern.
4. Welche Mindestanforderungen müssen Geräte erfüllen?
Grundsätzlich erfüllen alle Modelle, die der Akustiker zuzahlungsfrei anbietet, bestimmte technische Mindestanforderungen, die der GKV-Spitzenverband vorgegeben hat. „Sie müssen auf einer digitalen Technologie basieren, mindestens vier Kanäle und mindestens drei Hörprogramme bieten sowie über eine Störschallunterdrückung und ein Rückkoppelungsmanagement verfügen“, zählt Bursig auf.
5. Was zeichnet die teuren Hörgeräte aus?
Mit Geräten, bei denen der Patient vom Akustiker stärker zur Kasse gebeten wird, hört der Betroffene nicht messbar besser. „Audiologisch macht das keinen Unterschied“, erklärt Bursig. Es gehe vielmehr um den Komfort bei der Bedienung und damit eine verbesserte Lebensqualität.
Bei teureren Geräten sei es zum Beispiel möglich, eine drahtlose Verbindung zum Mobiltelefon oder einem digital per Funk übertragenen TV-Ton herzustellen. Bei solchen Extras müssten Patienten mit einem Eigenteil von 200 bis 300 Euro zusätzlich rechnen. Wer das technologische Non-plus-Ultra wolle, sollte rund 2000 Euro veranschlagen.
6. Wie aufgeklärt sind Betroffene?
Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des BHVI wissen nur 11 Prozent der Bundesbürger, dass es seit November 2013 eine neue Festbetragsregelung für Hörgeräte gibt. Unter den Hörbeeinträchtigten ist das zwar etwa drei Vierteln (74 Prozent) bekannt, aber trotzdem weiß nur knapp die Hälfte von ihnen (47), dass der Betrag erhöht wurde. Fast ein Drittel (29) geht davon aus, dass der Betrag gesenkt wurde.
Befragt wurden 1000 Menschen im Alter von 16 bis 80 Jahren. Darunter waren 206, die nach eigenen Angaben über kein gutes beziehungsweise eher kein gutes Hörvermögen verfügen.“

(dpa)

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3 Kommentare

3 Kommentare

  1. I. Rogalla

    13. Mai 2014 um 14:08

    Entschuldigung, aber folgende Aussage ist so uneingeschränkt nicht korrekt: „Mit Geräten, bei denen der Patient vom Akustiker stärker zur Kasse gebeten wird, hört der Betroffene nicht messbar besser. „Audiologisch macht das keinen Unterschied“, erklärt Bursig. Es gehe vielmehr um den Komfort bei der Bedienung und damit eine verbesserte Lebensqualität. “

    Ob die Kassengeräte akustisch/audiologisch ausreichen, hängt (auch) von der Art der Hörstörung ab.

    Bei Schallleitungsstörungen gilt wohl im wesentlichen, dass sie mit Kassengeräten ganz gut ausgleichbar sind.

    Bei Schallempfindungsstörungen gilt das aber eindeutig nicht. Hierzu gibt es – auch nach der Erhöhung der Festbeträge – eindeutige Urteile, die die Kassen verpflichten, auch teurere Geräte zu bezahlen, eben weil sie – gerade für Berufstätige – notwendig(!!!) sind.

    Ähnliches gilt bei gemischten Störungen und sonstigen Besonderheiten.

    Mit freundlichen Grüßen
    I. Rogalla

  2. KaputtOhr

    15. März 2016 um 19:11

    Mein Tipp an Hörgeräteträger: Regelmäßig Ohren vom HNO-Arzt professionel reinigen lassen, ihr glaubt gar nicht was da an Dreck/Ohrenschmalz heraus kommt.

  3. Mia

    6. Juli 2018 um 08:35

    Danke für die guten Tipps zu Hörgeräten. Eine Bekannte hat ein paar Anfangsprobleme damit gehabt. Nach ein bisschen Übung hat es dann aber doch ganz gut mit dem Umgang der Hörgeräte geklappt.

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