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In welchen Bundesländern die Inklusion vorankommt – und in welchen nicht

Gesellschaft & Politik

In welchen Bundesländern die Inklusion vorankommt – und in welchen nicht

Neue Studie der Bertelsmann Stiftung über das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Schülern und die „Unmut“ der Lehrer erschienen.

In Bremen besuchen die meisten Kinder mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule. (Foto: Wikipedia/Schulzff, CC BY 3.0)

In Bremen besuchen die meisten Kinder mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule. (Foto: Wikipedia/Schulzff, CC BY 3.0)

Die Studie von Professor Klaus Klemm „Unterwegs zur inklusiven Schule: Lagebericht 2018 aus bildungsstatistischer Perspektive“ analysiert im Auftrag der Bertelsmann Stiftung die Entwicklung des inklusiven Schulsystems in Deutschland zwischen dem Schuljahr 2008/09, in dem die UN-Konvention in Kraft trat, und dem Schuljahr 2016/17, für das die bislang aktuellsten Zahlen aus den Bundesländern von der Kultusministerkonferenz veröffentlicht wurden.

Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung an Regelschulen – die Inklusion – kommt der Studie zufolge voran: Der Anteil der Schüler, die noch an Förderschulen lernen, nahm von 4,9 Prozent im Jahr 2008 auf 4,3 Prozent 2017 ab, wie die Bertelsmann Stiftung am Montag in Gütersloh mitteilte.

Bremen am besten

Allerdings gebe es regionale Unterschiede, auch wenn sich der Abstände unter den Bundesländern tendenziell verringerten. In Bremen besuchen die meisten Kinder mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule, in Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Anteil am geringsten im Bundesländer-Vergleich.

Bei speziellem Förderbedarf wird unterschieden etwa nach Schülern mit Lernschwierigkeiten, mit geistigen oder körperlichen Handicaps oder auch Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung. Vor allem beim Förderbedarf Lernen sei ein Rückgang zu verzeichnen, ergab die Analyse des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Stiftung.

Hier ist Inklusion rückläufig

Mit Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt sich: In Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gehen sogar wieder mehr Kinder auf eine Förderschule. In Ostdeutschland hingegen sank der Anteil der Kinder an Förderschulen erheblich. In Nordrhein-Westfalen und Hessen fielen die Rückgänge moderat aus. Insgesamt seien die Klassenzimmer in Deutschland heterogener geworden, betonte Stiftungsvorstand Jörg Dräger.

Allerdings werde das „Unbehagen“ vieler Lehrer angesichts dieser wachsenden Vielfalt nicht ernst genug genommen. Nötig sei vor allem mehr sonderpädagogische Kompetenz in den Kollegien. Deutschland hat sich mit Ratifizierung der 2009 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention zur Inklusion verpflichtet.

(RP/dpa)

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