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Jahrelang musste Model Mario Galla seine Behinderung kaschieren

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Jahrelang musste Model Mario Galla seine Behinderung kaschieren

Beleidigungen von Designern gehören zum Geschäft, sagt der beinamputierte 32-Jährige.

Mario Galla im vergangenen Jahr beim Global Citizen Festival in Hamburg.  (Foto: Frank Schwichtenberg - Eigenes Werk, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60988736" rel="noopener" target="_blank">CC BY-SA 4.0</a>)

Mario Galla im vergangenen Jahr beim Global Citizen Festival in Hamburg. (Foto: Frank Schwichtenberg – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0)

Mario Galla, beinamputiertes Model und ein früher Unterstützer von ROLLINGPLANET, ist froh darüber, dass der Designer Michael Michalsky ihn 2010 bei der Berliner Fashionshow in kurzen Hosen über den Laufsteg gehen ließ. Dabei zeigte er der Modewelt erstmals seine Beinprothese. „Zu dem Zeitpunkt habe ich schon vier Jahre im Modegeschäft gearbeitet und alle Kunden haben meine Behinderung immer kaschiert“, sagte Galla der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Dass der 32-Jährige oft auf das „Model mit der Prothese“ reduziert wird, nerve ihn nicht. „Es ist das, warum man guckt: weil es auf den ersten Blick ein so großer Kontrast ist. Ich habe kein Problem damit.“ Dieses Alleinstehungsmerkmal habe ihm Chancen im Leben eröffnet.

Allerdings habe er sich auch schon häufige Beleidigungen von Designern anhören müssen. „Mir haben auch schon Designer Sachen an den Kopf geworfen wie ,Du Krüppel‘. In Deutschland passiert das weniger, aber im Ausland gab es schon extreme Situationen. Das muss man dann einfach wegstecken und sagen, man geht da nicht mehr hin“, sagte der Hamburger. Er sei stolz darauf, dass er inzwischen sogar wegen seiner Prothese gebucht werde.

„Eine der luxuriösesten Behinderungen“

 Mario Galla  beteiligte sich 2011 bei der weltweiten Aktion „Lend Your Leg – Zeig Dein Bein für Minenopfer“

Mario Galla beteiligte sich 2011 bei der weltweiten Aktion „Lend Your Leg – Zeig Dein Bein für Minenopfer“ (Foto: Frederik Röh/Handicap International)

Galla ist auch sein Engagement als Botschafter für Handicap International wichtig. „Ich weiß, wie es ist, wenn man keine (Prothese) hat. Ich wäre dann wirklich eingeschränkt und könnte nicht mit meiner Umwelt interagieren. Wenn Menschen in Entwicklungsländern keine Prothese bekommen, können sie ihrer Arbeit nicht nachgehen und verhungern teilweise, weil sie kein Geld verdienen oder keinen Reis anbauen können. Dann wird die Situation dramatisch.“

Momente, in denen Galla sich ein zweites Bein wünscht, gebe es anders als früher heute nicht mehr. Er habe für sich eine gute Situation daraus geschaffen. „Ich komme super damit klar und ich glaube, ich habe eine der luxuriösesten Behinderungen, die es auf dem Planeten gibt, weil ich damit alles machen kann.“

(RP/PM)

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2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Frank Böttcher-Sommerfeld

    6. Mai 2018 um 17:37

    Das Problem ist auch die Gesellschaft…

    Es muss alles der Norm entsprechen und bloß keine Menschen mit einer Behinderung zeigen.

    Oder, es wird sich über Inkontinente Menschen lustig gemacht, weil diese auf Hilfsmittel, Inkontinenz-Slips (Windeln) angewiesen sind.

    Man ist ja nicht selbst betroffen, dann sollte es bloß auch fern bleiben. Es könnte ja ansteckend sein.

    Allein in Deutschland gibt es 6 bis 8 Millionen (Dunkel Ziffer wohl noch höher) Inkontinente Menschen

    Kein Mensch sollte sich wegen einer Behinderung schämen müssen, doch schämen sollten sich die Menschen die sich über eine Behinderung lustig machen.

    Ja, ich habe eine Behinderung und ich muss damit leben und bin trotzdem ein Lebensfroher Mensch.

    Lebe Dein Leben und lebe nicht das Leben der Anderen.

  2. Frank Böttcher-Sommerfeld

    6. Mai 2018 um 17:38

    Ach ja, schon das tragen einer Brille ist eine Behinderung…
    Nur mal so nebenbei erwähnt.

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