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„Klassische Gewissensentscheidung“

Gesellschaft & Politik

„Klassische Gewissensentscheidung“

Kauder kündigt Debatten über Organspenden und Bluttests auf Behinderungen an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat ethische Debatten im Bundestag über den Umgang mit Organspenden und Bluttests auf Behinderungen angekündigt. Mit Blick auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeregte Regelung, wonach Organe von Toten grundsätzlich entnommen werden dürfen, wenn kein Widerspruch vorliegt, sagte Kauder der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Bei diesem Thema handelt es sich um eine klassische Gewissensentscheidung.“

Er rechne mit einer Initiative von Abgeordneten quer durch die Fraktionen zur Einführung einer Widerspruchslösung. Diese würde einen gravierenden Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Spender bedeuten. Es sei wichtig zu klären, ob auf Basis der erst vor wenigen Jahren verabschiedeten und von ihm unterstützten Entscheidungslösung alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die Zahl der Organspenden zu steigern. Danach können Organe nur entnommen werden, wenn der Spender etwa einen entsprechenden Ausweis hat. Kauder kündigte ferner an, bald auch über Bluttests für Schwangere zu sprechen, mit denen etwa das Down-Syndrom beim ungeborenen Kind festgestellt werden kann. „Konkret steht die Frage an, ob diese Diagnosemöglichkeit von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden sollte.“

Weitere ähnliche Tests zur Erkennung von Erbkrankheiten seien in Vorbereitung. „Auch diese Tests werfen erhebliche ethische Fragen auf, bis hin zur Frage, wie die Gesellschaft zu Leben mit Behinderung steht. Das alles muss unbedingt durchleuchtet werden.“ Er habe noch keine abschließende Meinung dazu. „Wir müssen unter anderem intensiv darüber sprechen, wie die Information der Eltern verbessert werden kann, die sich für einen solchen Test entscheiden wollen.“

(RP/PM)

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