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Kompakt: Genetischer Brustkrebs – 10 Fakten

Brustkrebs

Kompakt: Genetischer Brustkrebs – 10 Fakten

ROLLINGPLANET beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema, z.B.: Wie viele Frauen sind betroffen? Welche Vorsorge übernimmt die Krankenkasse? Was bedeutet BRC?

ROLLINGPLANET beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema, z.B.: Wie viele Frauen sind betroffen? Welche Vorsorge übernimmt die Krankenkasse? Was bedeutet BRC?

Bei Erkrankungen wird unterschieden zwischen „sporadischem Brustkrebs“ und genetischem Krebs (BRCA1, BRCA2), der vererbt werden kann. (Foto: Shutterstock)

Bei Erkrankungen wird unterschieden zwischen „sporadischem Brustkrebs“ und genetischem Krebs (BRCA1, BRCA2), der vererbt werden kann. (Foto: Shutterstock)

Bookmark-100ROLLINGPLANET KOMPAKT: Auf einen Blick – alle wichtigen Infos zu einem aktuellen Thema

1. Wie viele Frauen sind betroffen?
In Deutschland erhält rund jede achte Frau im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Jährlich erkranken rund 75.000 Frauen an ihr. Viele Fälle können bei rechtzeitiger Vorsorge früh erkannt und geheilt werden. Wird der Tumor entdeckt, wenn er kleiner als zwei Zentimeter groß ist, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 90 Prozent.
2. Welche Vorsorge übernimmt die Krankenkasse?
Frauen zwischen 30 und 49 sowie über 70 Jahren können sich einmal im Jahr vorsorglich untersuchen lassen und erhalten die Kosten ersetzt. Der Frauenarzt fragt dabei nach Beschwerden (zum Beispiel Müdigkeit, Kraftlosigkeit) oder Veränderungen (zum Beispiel harte Stellen in der Brust), tastet Brust und Lymphknoten ab. Außerdem erklärt er die Selbstuntersuchung für zu Hause. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren können zusätzlich alle zwei Jahre zur Mammografie gehen. Das ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, bei der sehr kleine, nicht tastbare Tumore entdeckt werden können.
3. Wie entsteht Krebs?
Krebs entsteht durch Veränderungen in den Genen. Bei jedem zehnten bis zwanzigsten Fall aller Brust- und Eierstockkrebsfälle werden diese genetischen Veränderungen vererbt, also an die Nachkommen weitergegeben. Meistens ist dabei das so genannte BRCA1- oder das BRCA2-Gen involviert.
Mit verändertem BRCA1-Gen erkranken durchschnittlich zwischen 60 und 80 Prozent der Betroffenen an Brustkrebs, mit verändertem BRCA2-Gen zwischen 45 und 80 Prozent.
4. Was ist sporadischer und genetischer Krebs?
Bei Erkrankungen wird unterschieden zwischen „sporadischem Brustkrebs“ – er trifft über Generationen hinweg nur eine oder wenige Betroffene in einer Familie – und genetischem Krebs (BRCA1, BRCA2), der vererbt werden kann.
Erstmals internationale Bekanntheit erlangte Angelina Jolie in ihrer Rolle als Videospielheldin Lara Croft in „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001). Vor zwei Jahren ließ sich Jolie aus Angst vor einem genetisch bedingten Krebsleiden beide Brüste amputieren.

Erstmals internationale Bekanntheit erlangte Angelina Jolie in ihrer Rolle als Videospielheldin Lara Croft in „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001). Vor zwei Jahren ließ sich Jolie aus Angst vor einem genetisch bedingten Krebsleiden beide Brüste amputieren.

Angelina Jolies Mutter starb an Krebs. Damit beginnt auch der Bericht der Schauspielerin, als sie vor zwei Jahren in der „New York Times“ ihre freiwillige Brustamputation erklärte: „Meine Mutter kämpfte fast ein Jahrzehnt gegen den Krebs. Sie starb mit 56 Jahren. Sie hielt lange genug aus, um das erste ihrer Enkelkinder zu treffen und es in ihren Armen zu halten. Aber meine anderen Kinder werden nie die Chance haben, sie kennenzulernen und zu erfahren, wie herzlich und liebenswürdig sie war.“

5. Was bedeutet BRCA?
Der Begriff BRCA (BReast CAncer) stammt aus dem Englischen und bedeutet Brustkrebs. Auch das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, kann über dieses Gen vererbt werden. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein.
6. Muss wirklich vorsorglich die Brust amputiert werden?
In den USA, Großbritannien oder in den Niederlanden ist eine vorbeugende Brustamputation bei Risikopatienten viel häufiger als in Deutschland. In England entscheiden sich etwa 50 Prozent der genetisch vorbelasteten Frauen für eine vorsorgliche Amputation, in Deutschland wählen nur etwa drei Prozent der Frauen, die vorbelastet aber noch nicht erkrankt sind, diese Option.
Der Nutzen der radikalen Maßnahme ist zwar weitgehend unbestritten (bei 90 Prozent der Vorbelasteten bricht danach kein Brustkrebs aus). Dennoch streiten sich Experten, ob sie wirklich nötig ist. Früherkennungs- und Behandlungsmethoden sind mittlerweile so weit entwickelt, dass man Frauen diesen körperlich und psychisch harten Eingriff ersparen könnte, argumentieren viele Onkologen (siehe Punkt 8).
7. Wird die Brust wieder aufgebaut? Welche Methoden gibt es?
In den meisten Fällen wird die Brust gleich nach der Entnahme des Brustdrüsengewebes wieder mit einem Implantat aufgebaut – in einer einzigen Operation. „Die Patientin entscheidet zuvor gemeinsam mit dem Arzt, ob die Brustwarze erhalten werden soll“, sagt Kristin Bosse vom Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Tübingen.
Für letzteres muss auch ein Teil der Brustdrüse bleiben – was das Risiko für Krebs wieder leicht erhöhen kann. Implantate sind unkompliziert einzusetzen, können im Verlauf der Jahre aber Probleme bereiten und sich schmerzhaft verkapseln. Deshalb entscheidet sich ein kleinerer Teil der Frauen dafür, die Brust mit eigenem Körpergewebe wieder aufzubauen. „Das ist etwas für die Ewigkeit“, sagt Bosse. Allerdings sind dazu mehrere Operationen nötig, auch zur Entnahme des Unterhautfettgewebes an anderen Körperstellen.
8. Welche Alternativen gibt es zur vorsorglichen Brustentfernung?
Bei einer Mutation des BRCA1-Gens sollte ein engmaschiges Screening ab dem 25. Lebensjahr oder alternativ fünf Jahre vor dem frühesten Erkrankungsalter in der Familie erfolgen. Dieses umfasst folgende Maßnahmen: regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust (monatlich); die klinische Tastuntersuchung der Brust, Ultraschalluntersuchung, Bestimmung von Tumormarkern, z.B. CA 12-5, eventuell Ultraschall der Ovarien (jeweils halbjährlich); Kernspintomographie (MRT) der Brust (jährlich), Mammographie ab dem 30. Lebensjahr (jährlich).
9. Woran erkenne ich, ob ich aus einer Hochrisikofamilie komme?
Wenn eine der folgenden Konstellationen in Ihrer Familie zutrifft, ist Ihr genetisches Krebsrisiko erhöht und Sie sollten dringend zur Vorsorge:
* mindestens zwei Frauen in der Familie sind oder waren an Brustkrebs erkrankt, davon mindestens eine vor dem 51. Lebensjahr
* drei Frauen mit Brustkrebs in der Familie (unabhängig vom Erkrankungsalter)
* eine Erkrankung in der Familie mit einseitigem Brustkrebs und einem Erkrankungsalter vor dem 31. Lebensjahr
* ein Fall von beidseitigem Brustkrebs in der Familie, wobei die erste Erkrankung im Alter von 41 Jahren oder früher aufgetreten ist
* ein Fall von Eierstockkrebs in der Familie, wenn die Erkrankung vor dem 41. Lebensjahr aufgetreten ist
* ein Fall in der Familie mit Brust- und Eierstockkrebs
* zwei oder mehr Fälle von Eierstockkrebs in der Familie.
10. Wie, wo und zu welchem Zweck wird ein Gentest durchgeführt?
Für die genetische Analyse einer Person ist eine Blutentnahme erforderlich. Das entnommene Blut wird dann molekulargenetisch (DNA-Analyse) untersucht. Derzeit zahlen die meisten gesetzlichen und privaten Krankenkassen einen Gentest auf Veränderungen in den beiden Genen BRCA1 und BRCA2.
Einen solchen Gentest führen neben den Zentren des Deutschen Konsortiums für Brust- und Eierstockkrebs auch niedergelassene Humangenetiker durch.
Aufgrund des hohen Aufwandes bei der Gendiagnostik können mehrere Monate bis zum Ergebnis vergehen.

(RP/dpa)

Angst vor Krebs: Angelina Jolie ließ sich Brüste abnehmen

 

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