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Kompakt: Küssen

Gesundheit, behinderte Menschen, Evolution: 8 Fragen und Antworten zur zweitschönsten Nebensache der Welt.

Gesundheit, behinderte Menschen, Evolution: 8 Fragen und Antworten zur zweitschönsten Nebensache der Welt.

(Foto: Shutterstock)

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Bookmark-100ROLLINGPLANET KOMPAKT: Auf einen Blick – alle wichtigen Infos zu einem aktuellen Thema

„Küssen verboten“, singen Die Prinzen 1992. Daran halten tut sich so gut wie niemand. Es wird gebusselt, gezüngelt und geknutscht. Den ersten Kuss vergisst wohl niemand. Auch wenn es vermutlich nicht der Beste war. Küssen gehört dazu – für Liebende und mitunter auch für Fremde. Für manche, die Menschen mit Behinderung begegnen, allerdings nicht immer. Schnelle Fakten zum Mitreden.

1. Wann sollte ich auf jeden Fall küssen?
Am 6. Juli. Da ist nämlich der Tag des Kusses.
2. Was Menschen mit Behinderung beim Küssen manchmal erleben
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Die Behindertenaktivistin und Rollstuhlfahrerin Anastasia Umrik (Foto: privat) erzählt auf ihrem Blog:

„Hihihi du bist ja pummelig! Und Pickel hast du auch! Hihihi!“

Solche Sätze habe ich bis zu meinem sechzehnten Lebensjahr öfter gehört. („Arschlöcher ihr!“)
In der Zeit der großen Unsicherheiten, (auch Pubertät genannt), heulte ich fast jeden Abend – weil ich mich so hässlich fühlte. Nein, weil andere mich häßlich fanden! Neben meines Übergewichts, war ich zudem auch noch „die Behinderte“. Es war uncool mit mir „abzuhängen“.
Besonders ein Erlebnis prägte mich: Ein paar Leute spielten „Tat, Wahrheit oder Pflicht“. Der coolste Typ (fand‘ ich damals) aus der Clique entschied sich für „Pflicht“ und musste als Aufgabe mich küssen. Er lachte laut und sagte:
„Leute, eins steht fest: Ich küsse keine Kinder und keine Behinderte.“
Es folgten schlaflose, tränenreiche Tage und Nächte, Depression und eine Therapie…

3. Warum küssen sich Menschen überhaupt?
Das ist unter Wissenschaftlern durchaus umstritten. Viele haben eine eher unromantische Theorie: Das Küssen komme von der Brutpflege und habe sich aus dem Fütterungsritual entwickelt, bei dem vorgekaute Nahrung an die Kinder weitergegeben wird. Andere Experten gehen davon aus, dass die Wurzel des Kusses eher sexueller Natur ist: Bei Begegnungen zwischen Vierbeinern sei es nicht unüblich, sich am Hinterteil zu beschnüffeln und zu belecken. Diese Geste habe sich dann beim Aufrichten des Menschen von unten nach oben verlagert.
4. Wer stellt schlaue Kuss-Thesen auf?
Unter anderem Philematologen: Kussforscher. Sie haben zum Beispiel herausgefunden, dass zwei Drittel der Menschen den Kopf beim Küssen nach rechts neigen. Von ihnen stammt auch die Erkenntnis, dass ein Mensch in 70 Lebensjahren im Schnitt mehr als 76 Tage mit Küssen verbringt.
5. Gehört Knutschen zum Menschen automatisch dazu?
Nicht unbedingt. US-Forscher haben herausgefunden, dass es nur in 46 Prozent der verschiedenen Kulturen „romantisch-sexuelles Küssen“ gibt. Über die Chinesen schrieb 1897 ein französischer Ethnologe, sie empfänden den Kuss der Europäer als eine ekelhafte Spielart von Kannibalismus.
6. Küssen Tiere auch?
Manche schon. Besonders tun sich die Bonobos – eine Schimpansenart – hervor. Die Primaten sollen, so heißt es, sogar Zungenküsse austauschen – auch außerhalb der fruchtbaren Zeit des Weibchens.
7. Warum ist Küssen gesund?
Wissenschaftlern zufolge kann Küssen das Immunsystem stärken und Stress abbauen. Nach Erkenntnissen von US-Forschern produziert der Körper beim Küssen chemische Substanzen (Neuropeptide), die die sogenannten Killerzellen aktivieren. Sie stürzen sich auf schädliche Bakterien oder Viren und vernichten sie. Zudem trainiert man beim Küssen alle 34 Gesichtsmuskeln. Gleichzeitig warnen manche Mediziner davor, dass beim Küssen gefährliche Viren übertragen werden können. Allerdings kann gerade das das Immunsystem stärken.
8. Für unsere Teenies: Wie entstehen Knutschflecken?
Ein Knutschfleck ist ein Bluterguss, der durch Unterdruck entsteht. Bei impulsiven, saugenden Küssen kann es zu Gefäßschäden kommen. Kleinere Blutgefäße platzen dabei, ein kleiner blauer Fleck entsteht. Soll der Knutschfleck nicht riesengroß werden, kann man ihn kühlen.

(RP/Valentin Frimmer/dpa)

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