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Kompakt: Was ist eine Inklusionsquote? 6 Fakten

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Kompakt: Was ist eine Inklusionsquote? 6 Fakten

Was Sie spätestens nach der neuen Bertelsmann-Studie über Inklusion, Exklusion und UN-Behindertenrechtskonvention wissen sollten.

Was Sie spätestens nach der neuen Bertelsmann-Studie über Inklusion, Exklusion und UN-Behindertenrechtskonvention wissen sollten.

Noch längst nicht in jedem Unterricht Alltag: Ein Rollifahrer in einer fünften Klasse der Waldschule in Mannheim (Baden-Württemberg). (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Noch längst nicht in jedem Unterricht Alltag: Ein Rollifahrer in einer fünften Klasse der Waldschule in Mannheim (Baden-Württemberg). (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Bookmark-100ROLLINGPLANET KOMPAKT: Auf einen Blick – alle wichtigen Infos zu einem aktuellen Thema

Die Inklusionsquote in Deutschland steigt. Das zeigte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung (ROLLINGPLANET berichtete). Allerdings werden die Hürden für ein gemeinsames Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten größer, je höher der Bildungsgrad ist. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schüler mit Förderbedarf. Das führt dazu, dass Förderschulen weiterhin Zulauf haben. ROLLINGPLANET beantwortet dazu die sechs wichtigsten Fragen.

1. Was ist eine Inklusionsquote?
Die Inklusionsquote beziffert den Prozent-Anteil der Schüler, die einen Förderbedarf haben und inklusiv, also mit Nichtbehinderten gemeinsam, an einer Regelschule unterrichtet werden.
2. Was ist eine Exklusionsquote?
Die Exklusionsquote gibt in Prozent an, wie viele Schüler mit Förderbedarf alleine – und eben isoliert von Nichtbehinderten – an Förderschulen unterrichtet werden.
3. Was bedeutet Förderbedarf?
Schüler, deren persönliche Entwicklung und Leistung in einer Regelschule nicht gefördert werden kann, haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Dafür gibt es eine Brandbreite an Gründen: Lern- und Entwicklungsstörungen, geistige Behinderung, Körperbehinderung, Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Sehschäden wie Blindheit oder auch Autismus.
4. Und warum steigt die Zahl der Schüler mit Förderbedarf?
Hierzu gibt es noch keine wissenschaftlich belegbare Antwort. Die Experten der Bertelsmann-Stiftung vermuten deshalb mehrere Ursachen. Zum einen sei die inklusive Bildung auf dem Vormarsch, Förderbedarf sei kein Stigma mehr und würde immer mehr akzeptiert. Zum anderen seien die Tests zur Erkennung des Förderbedarfs in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Schulen erhalten pro Kopf finanzielle Hilfen für Schüler mit Förderbedarf. Demnach könnte der Anstieg auch auf ein Plus an gemeldeten Schülern zurückzuführen sein.
5. Was ist die UN-Behindertenrechtskonvention?
2009 hat der Bundestag die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) ratifiziert. Sie ist damit rechtsgültig und hat die Bedeutung eines Bundesgesetzes. Damit verpflichtete sich die Bundesrepublik, für Behinderte Bedingungen zu schaffen, die die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkungen ermöglicht. Das bezieht sich besonders auf das Bildungs- und Gesundheitswesen.
6. Wo gibt es damit Probleme?
Bildung ist in Deutschland Ländersache, so dass die Umsetzung der UN-Vorgabe in jedem Bundesland anders erfolgt. Zusätzlich streiten sich die Experten über Details. So sind Übersetzungen der UN-Behindertenrechtskonvention aus der englischen Sprache ins Deutsche umstritten. Haben Behinderte jetzt ein Recht auf Bildung, auf Integration oder ein Recht auf inklusive Bildung? Und ist die jetzt individuell einklagbar? Und bedeutet die radikale Umsetzung der Inklusion im Bildungswesen das Ende der Förderschulen? Oder ganz im Gegenteil, haben Eltern Anspruch auf einen Platz in der Förderschule? Antworten auf diese Fragen sind nicht nur unter Juristen umstritten.

(dpa)

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