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Krauthausen warnt vor Förderschulen

Bildung & Berufsleben

Krauthausen warnt vor Förderschulen

Angebliche „Schonräume“: Der Behindertenrechtsaktivist spricht sich gegen Selektion aus.

Raul Krauthausen (Foto: Christian Lewandrowski)

Raul Krauthausen (Foto: Christian Lewandrowski)

Der Behindertenrechtsaktivist Raul Krauthausen warnt gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ vor Anhängern des Förderschulsystems. Zuletzt würden immer mehr Inklusionsgegner damit argumentieren, dass behinderte Kinder in solchen Einrichtungen besser aufgehoben seien, weil es sich bei diesen Schulen um „Schonräume“ handele.

Doch in der Realität zeige sich, dass der Besuch von Förderschulen „frappierende negative Auswirkungen auf das gesamte Berufsleben von Menschen mit Behinderung“ hat, so Krauthausen. „Tatsächlich beenden drei Viertel der Förderschüler*innen die Schule ohne Abschluss – eine erschreckend hohe Zahl“, schreibt Krauthausen in einem Gastbeitrag für „nd“.

Die Idee von Schonräumen begrüßt der Behindertenrechtsaktivist zwar, aber nur „solange diese von allen Schüler*innen genutzt werden dürfen, behinderten wie nichtbehinderten. Und solange diese nicht als Argument für eine Selektion herhalten müssen. Denn die bevormundet und stigmatisiert vor allem behinderte Menschen – und bringt ihnen hauptsächlich Nachteile.“

(RP/PM)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Kunstpädagogin

    2. August 2018 um 16:56

    Lieber Herr Krauthausen,

    es ist nicht lange her, da fragte “ Aktion Mensch“ : „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ Wollen Sie meine Antwort wissen? Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der jedes Kind das bekommt, was es braucht- ausgehend von seinen Bedürfnissen. Ein Kind mit einer körperlichen Beeinträchtigung und einer losen Lodderschnauze mit genügend IQ bedarf räumlicher Zugänge zur Allgemeinbildung und Menschen, die hier und da unterstützen und vielleicht ein Gymnasium. Mit der Lodderschnauze und genügend Selbstbewusstsein wird es dort den rauhen Wind der zunehmend asozialen Gesellschaft aushalten und der Lernbulimie fröhnen, um in sich einen Platz im Leistungswahn zu erkämpfen. Das darf es, wenn es es will und braucht.
    Da sind aber auch diejenigen, die diese Schonräume brauchen, weil das Leben sie nicht schont. Die, die später zu Tätern werden, weil sie jetzt Opfer sind. Kinder, die bevor sie zur Schule gehen, in Sozialstationen vorbeigehen, die Wäsche, die sie auf dem Leib haben, entsorgen, dort neue bekommen. Da sind Kinder, die nicht wissen, was ein Brokkoli ist, weil es nicht zu ihrer Erfahrungswelt gehört. Da sind KInder, die erst einmal schlafen, wenn sie in den Schonraum Förderschule kommen, weil sie eine Matratze mit drei Geschwistern teilen.Da sind Kinder, die sagen, ich wäre gern ein Vogel- da könnte ich weg fliegen. Ich rede hier von 10 Jährigen !!!! Diese brauchen einen Schonraum, ein Schlupfwinkel, Erwachsene als Vertrauenspersonen, weil sie nicht bereit sein können für die Welt da draußen und dem rauhen Wind in ihr. Oft sind es die LehrerInnen, die diese Personen sind.
    Und dann sind da noch die vielen anderen…
    Orte für Kinder und ihre Bedürfnisse- das ist das was wir brauchen!!!!! unabhängig vom Namen solch eines Ortes ( und mal unter uns: ich bezweifle, das die Schulen von heute, Orte sind, die die Bedürfnisse von Kindern im Allgemeinen erfüllen)
    Mit herzlichen Grüßen

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