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Kreative Schreibwerkstatt bei der Stiftung Liebenau

Kultur

Kreative Schreibwerkstatt bei der Stiftung Liebenau

Im Rahmen eines Workshops lernten Menschen mit geistiger Behinderung ihre Gedanken zu Papier zu bringen.

Wie beschreibt man Gefühle? Konzentriert schrieben die Teilnehmer der Schreibwerkstatt ihre Gedanken auf. Unterstützung erhielten sie von Ruth Hofmann vom pädagogischen Fachdienst (r.).

Wie beschreibt man Gefühle? Konzentriert schrieben die Teilnehmer der Schreibwerkstatt ihre Gedanken auf. Unterstützung erhielten sie von Ruth Hofmann vom pädagogischen Fachdienst (r.). (Foto: Stiftung Liebenau)

Konzentrierte Stille herrschte im Raum des Liebenauer Schlosses, wo elf Menschen mit Behinderungen an einer Schreibwerkstatt teilnahmen, die von der Stiftung Liebenau durchgeführt wurde. Geleitet wurde diese von Sabine Feldwieser, Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Die Wortfinder“, die mit unterschiedlichen Methoden Menschen mit Unterstützungsbedarf motivierte, ihren Gedanken und Gefühlen über das Schreiben Ausdruck zu verleihen.

Die Teilnehmer des Workshops finden über das kreative Schreiben eine Möglichkeit, um die Themen, die sie bewegen, ihre Ansichten, Einstellungen und Erfahrungen zu kommunizieren und dadurch Einblicke in ihre Lebenswelten zu ermöglichen. So war dann auch ein Thema, die eigenen Gefühle zu beschreiben. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Beim anschließenden Vortragen der eigenen Texte gehörten lachen und weinen ebenso dazu, wie der Stolz, seine eigenen Worte gefunden zu haben. Wer nicht selbst schreiben konnte, erhielt Schreibassistenz vom pädagogischen Fachdienst und der Referentin.

Den Menschen eine Stimme geben

Die Diplom-Psychologin Sabine Feldwieser leistete Pionierarbeit, als sie vor über 20 Jahren begann, Menschen mit geistigen Behinderungen zum Schreiben zu animieren und ihnen so eine Stimme zu verleihen. „Das ist politische Arbeit, wenn diese Menschen die Möglichkeit bekommen, gehört zu werden“, so Feldwieser. Sie gibt Anregungen, um den Gedanken freien Lauf zu lassen und diese ernst zu nehmen. Denn viele Menschen mit kognitiven Einschränkungen seien intellektuell unterfordert. Dabei stecke so viel Potenzial in jedem Einzelnen, das es zu fördern gelte.

Ziel des kreativen Schreibens ist deswegen auch, Menschen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und deutlich zu machen, dass sie mit ihren Kompetenzen wahrgenommen werden. Sie erhalten damit in der Gesellschaft Aufmerksamkeit und Beachtung. Gefördert wurde die Schreibwerkstatt durch Aktion Mensch.

Weitere Informationen und kommende Termine: https://www.diewortfinder.com/termine/

(RP/PM)

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