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Kristina Vogel: „Rollstuhl heißt nicht, man kann nichts mehr machen“

Berlin

Kristina Vogel: „Rollstuhl heißt nicht, man kann nichts mehr machen“

Die querschnittsgelähmte Doppel-Olympiasiegerin erhält Preis „Die Beste 2018“ – was jetzt ihr großes Ziel ist.

Kristina Vogel macht derzeit eine Reha im Berliner Unfall-Krankenhaus Marzahn. (Foto: Annegret Hilse/dpa)

Kristina Vogel macht derzeit eine Reha im Berliner Unfall-Krankenhaus Marzahn. (Foto: Annegret Hilse/dpa)

Das Ende ihrer Reha-Behandlung im Berliner Unfall-Krankenhaus Marzahn im Dezember – das ist das nächste ehrgeizige Ziel der querschnittsgelähmten Doppel-Olympiasiegerin Kristina Vogel. Normal seien bei dieser Verletzung sechs bis 12 Monate, „aber ich will ja sportlich sein“, sagte die 27-Jährige, die am 26. Juni beim Bahnrad-Training auf der Betonpiste in Cottbus im Training schwer verunglückt war. Jetzt freue sie sich auf eine Kajak-Fahrt im Krankenhaus-Schwimmbad, sagte sie in einem Interview der Deutschen Sporthilfe.

Am Samstag hatten die deutschen Spitzensportler Kristina Vogel mit dem Preis „Die Beste 2018“ ausgezeichnet. Wie die Deutsche Sporthilfe mitteilte, setzte sich die Rekordweltmeisterin bei der Abstimmung unter den 4000 geförderten Sportlern gegen zwölf weitere nominierte Athleten durch. „Das ist der ehrlichste Preis des Sports“, sagte Vogel, die vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Die Preisverleihung habe sie „extra stolz“, aber auch traurig gemacht.

Noch keine konkrete Zukunftsplanung

Im Rückblick auf die Zeit vor ihrem Unfall sagte sie: „Ich habe alles erreicht, war Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Weltrekordler und habe mit 27 jeden Kontinent in meinem Pass.“ Sie habe ein „superschönes Leben“ gehabt. Leider sei der schwere Unfall nötig gewesen, um das alles zu realisieren. Sie resigniert aber nicht und ist weiter voller Tatendrang: „Rollstuhl heißt nicht, man kann nichts mehr machen.“

Wie es für sie beruflich oder sportlich weitergehen soll, habe sie noch nicht entschieden. Gefühlt habe sie „so ziemlich jede Talkshow der Welt“ angefragt, erzählte die in Kirgistan geborene Thüringerin. Auf dem Kongress des Internationalen Radsport-Verbandes UCI bei der Straßen-WM in Innsbruck zierten riesige Konterfeis der verunglückten Sportlerin den Sitzungssaal im Kongresszentrum der Tiroler Landeshauptstadt.

Bei einer Gala im Rahmen des Sporthilfe-Clubs der Besten in einem Urlaubsclub in Andalusien war Vogel per Video am Wochenende zugeschaltet. Sie versprach, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein: „So schnell werdet ihr mich nicht los.“

Vogels Konkurrenten bei der Abstimmung waren die Biathletin Laura Dahlmeier, Kombinierer Eric Frenzel und Bob-Pilot Francesco Friedrich drei Doppel-Olympiasieger der Winterspiele von Pyeongchang sowie die Leichtathletik-Europameister Arthur Abele und Gesa Felicitas Krause.

(dpa)

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3 Kommentare

3 Kommentare

  1. Kai Konrad

    30. September 2018 um 16:16

    Große Worte

  2. Ina Lambrecht

    30. September 2018 um 16:33

    Genau so ist es!

  3. Antje Lißner

    30. September 2018 um 21:33

    Man könnte manchmal noch mehr wenn jeder die Unterstützung bekäme die er braucht.

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