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Kristina Vogels emotionale Rückkehr auf die Bahn

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Kristina Vogels emotionale Rückkehr auf die Bahn

Sie war kurz zurück in ihrer „Familie“ – ob sie je bei den Paralympics starten will, lässt sie weiter offen. Von Christoph Sicars

Kristina Vogel kommt zum Bahnrad-Weltcup, um die Ehrung „Radsportler des Jahres“ zu erhalten. (Foto: Joerg Carstensen/dpa)

Kristina Vogel kommt zum Bahnrad-Weltcup, um die Ehrung „Radsportler des Jahres“ zu erhalten. (Foto: Joerg Carstensen/dpa)

2000 Zuschauer beim Bahnrad-Weltcup im Berliner Velodrom erhoben sich und spendeten tosenden Beifall, als Kristina Vogel im Rollstuhl auf das Holzoval kam. Sie kehrte dorthin zurück, wo sie noch vor rund 13 Monaten zweimal Gold und einmal Silber bei der Heim-EM auf dem Rad geholt hatte.

Nun wurde die zweimalige Olympiasiegerin von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) dort als „Radsportlerin des Jahres“ ausgezeichnet – für alle Anwesenden ein sehr emotionaler Moment. „Es ist schön, alle wiederzusehen. Ich habe gar nicht so viel Zeit für alle. Ein Drücker, ein Knutscher – dann kommt schon der nächste», sagte Vogel.

Als eine der Ersten konnte die 28-jährige Erfurterin wenig später Joachim Eilers zu dessen Sieg im 1000-Meter-Zeitfahren gratulieren – und war nach den langen Monaten in der Reha im Berliner Unfall-Krankenhaus Marzahn wieder mittendrin im Bahnrad-Geschehen.

„Ich will leben, das ist alles.“

Seit ihrem schweren Trainingsunfall am 26. Juni, als sie auf der Bahn in Cottbus mit einem niederländischen Fahrer kollidierte und seitdem vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt ist, sitzt Vogel im Rollstuhl.

„Wie sie damit umgeht, ist schon sehr besonders“,

bekannte Straßenprofi und Lokalmatador Maximilian Schachmann, dessen Ehrung als „Radsportler des Jahres“ zur Nebensache wurde.

Ihr Schicksal hat die elffache Weltmeisterin inzwischen angenommen. „Ich will leben, das ist alles. Leben wie jede in meinem Alter“, sagte sie in einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L’Équipe“, schob aber nach: „Ich will nicht lügen: natürlich hasse ich es manchmal, was mir passiert ist. Und ich bin auf die eifersüchtig, die einfach so die Straße langlaufen können.“

Den Wettkampf und das straffe Trainingsprogramm vermisst Kristina Vogel jedoch weniger. „Es ist diese Gemeinschaft, die Leute, die mir fehlen. Ich habe sehr viele gute und schlimme Momente mit ihnen geteilt. Das ist meine Radsport-Familie“, bekannte Vogel.

Respekt vor den Paralympics

Zu dieser „Familie“ gehört auch ihre langjährige Teamsprint-Partnerin Miriam Welte, mit der sie jahrelang ein erfolgreiches Duett bildete. „Ich habe sie zweimal schon besuchen können. Es war schön, öfters mit ihr gesprochen zu haben“, sagte London-Olympiasiegerin Welte. Die 31-Jährige fuhr mit der zehn Jahren jüngeren Emma Hinze in Berlin auf Platz zwei im Weltcup-Teamsprint. Ein Ergebnis, das Hoffnung auf die WM im Frühjahr 2019 im polnischen Pruszkow macht.

„Wir sehen, dass wir vorne mit dabei sind. Die anderen sind auf alle Fälle in Reichweite. Das gibt Mut für die nächsten Monate“, erklärte Welte, die sich einen Olympiastart 2020 in Tokio noch offen hält. „Sie ist so ein bisschen eine ,Mutti‘, die viel Erfahrung hat, einem viel beibringt oder auch beruhigt. Es harmoniert und klappt“, meinte die viermalige Junioren-Weltmeisterin Hinze.

Eine mögliche Paralympics-Karriere scheint in weiter Ferne zu liegen. „Um bei den Paralympics wettbewerbsfähig zu sein, würde es Jahre dauern. Weil ich nicht Zweite werden will, ich will gewinnen“, sagte Kristina Vogel, die am Abend beim RTL-Jahresrückblick 2018 eingeladen war.

(RP/dpa)

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