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Malu Dreyer: „Man vergisst irgendwann, dass man krank ist“

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Malu Dreyer: „Man vergisst irgendwann, dass man krank ist“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin verrät ihr Rezept, wie sie sich von ihrer Behinderung Multiple Sklerose nicht vereinnahmen lässt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin verrät ihr Rezept, wie sie sich von ihrer Behinderung Multiple Sklerose nicht vereinnahmen lässt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer lebt mit MS (Foto: Boris Roessler)

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer lebt mit MS (Foto: Boris Roessler)

Malu Dreyer (55), rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsidentin, denkt nach eigener Aussage nicht dauernd an ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung. „Man vergisst irgendwann, dass man krank ist“, sagt sie in der heutigen Ausgabe der „Rhein-Zeitung“. Anlass ihrer Äußerung ist der Welt-MS-Tag am 25. Mai.

„MS bestimmt nicht mein Leben. Der Schlüssel ist: Wenn man aufhört, eine Erkrankung zu bekämpfen, wird sie ein Bestandteil des Lebens, ohne dass sie ständig ein Thema ist. Sie frisst nicht mehr die ganze Energie,“ so die Politikerin, bei der 1994 MS diagnostiziert wurde und die bei längeren Wegstrecken auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Im Frühjahr war sie deshalb von einem früheren CDU-Politiker übel beschimpft worden.

„Ich bin ich“

Auch viele Mitmenschen vergessen laut Dreyer ihre Behinderung, „weil ich bin, wie ich bin“. Das sei etwas, „das sich Menschen mit einer chronischen Erkrankung sehr wünschen“.

Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der Entzündungen im Rückenmark und Gehirn auftreten.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Lynkas

    24. Mai 2016 um 17:31

    Es gibt aber Behinderungen, bei denen die Gesellschaft nie zulassen wird, dass der Behinderte seine Behinderung vergisst. Ganz egal, ob ICH meine Behinderung akzeptiere: die Gesellschaft (ja, ein abstrakter Begriff, ich weiß) sieht mich oftmals als so dysfunktionales und defizitäres Lebewesen, dass ich immer wieder aufgefordert bin, „das“ wegmachen zu lassen, mich „richtig“ machen zu lassen, voll „funktionsfähig“ zu werden. Es gilt doch manchmal als geradezu „unanständig“, eine Behinderung zu akzeptieren. Es wird dann unterstellt: Ja du willst dich nur nicht anstrengen, du willst einen Sonderstatus, du versuchst gar nicht, „dich“ zu ändern (damit bin ich auch gleich mit der Behinderung gleichgesetzt).

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