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MDR engagiert sich für „Louis-Braille-Festival“ und kündigt erste vollbarrierefreie Sendung an

Für blinde und sehbehinderte Menschen

MDR engagiert sich für „Louis-Braille-Festival“ und kündigt erste vollbarrierefreie Sendung an

Barrierefreiheit hat „hohe Priorität“: Beim Thema Inklusion bleibt das Engagement der Landesrundfunkanstalt hoch.

Georg Schmolz (MDR-Leiter Barrierefreiheit), Prof. Dr. Karola Wille (MDR-Intendantin) und Prof. Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde).  (Foto: MDR Mitteldeutscher Rundfunk/MDR/Stephan Flad)

Georg Schmolz (MDR-Leiter Barrierefreiheit), Prof. Dr. Karola Wille (MDR-Intendantin) und Prof. Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde). (Foto: MDR Mitteldeutscher Rundfunk/MDR/Stephan Flad)

Auf dem 7. Spitzentreffen von MDR, Behindertenverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen am 20. November in Leipzig wurden der Dialog weiter intensiviert, neue Partnerschaften und programmbegleitende Technologien vorgestellt. Hintergrund der Veranstaltung zur Inklusion ist der gemeinsame Dialog und die Entwicklung und Etablierung neuer programmbegleitender Technologien für Menschen mit Behinderungen. Beteiligt sind Verbände und Institutionen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Deutsche Zentralbücherei für Blinde.

Knapp 90 Prozent aller Fernsehsendungen im MDR werden mittlerweile mit Untertiteln (UT) gesendet. Damit ist der MDR unter den ARD-Landesrundfunkanstalten führend. Auch die barrierefreien Technologien Audiodeskription (AD), Gebärdensprache (DGS) und Informationen in Leichter Sprache sowie die Audio-App sind weiter auf Wachstumskurs. Als erste Landesrundfunkanstalt bietet der MDR aktuell fast sechs Prozent seines Programms mit Gebärdensprache an – abrufbar im Fernsehen über HbbTV, im Livestream oder in der Mediathek. Zudem sendet der MDR täglich durchschnittlich 3,5 Stunden mit Audiodeskription. Diese Zahlen hat der Sender zum 7. Spitzentreffen von MDR, Behindertenverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen am 20. November in Leipzig vorgestellt.

Angebote auch in Leichter Sprache

„Für den MDR hat das Thema Barrierefreiheit hohe Priorität“, so die Intendantin der Dreiländeranstalt, Prof. Dr. Karola Wille, auf dem diesjährigen Spitzentreffen. „Unser gemeinsamer freier Rundfunk ist für alle Menschen in Mitteldeutschland da. Die gemeinsamen Anstrengungen der letzten Jahre beim Thema Inklusion zahlen sich – auch dank der sehr guten Zusammenarbeit mit den Behindertenverbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen, wie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) – jetzt aus. Wir sind stolz, dass wir bei den barrierefreien Angeboten deutschlandweit ganz vorn dabei sind. Wenn beispielsweise der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in der vergangenen Woche einen stärkeren Ausbau der Angebote in Leichter Sprache fordert, können wir bereits vielfältige Angebote in Leichter Sprache auf verschiedenen Ausspielwegen vorweisen.“

Neue Medienpartnerschaft zum „Louis-Braille-Festival“

Vorgestellt wurde auf dem 7. Spitzentreffen eine exklusive Medienpartnerschaft für das kommende Jahr. Anlässlich des 125jährigen Bestehens der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) im Jahr 2019 wird der MDR das „Louis-Braille-Festival“ für Blinde, das die Forschungseinrichtung zusammen mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verband vom 5. bis 7. Juli 2019 in Leipzig ausrichtet, unterstützen.

Das Festival ist europaweit das größte Treffen von sehbehinderten Menschen. Erwartet werden circa 4.000 Gäste aus ganz Europa. Die Organisatoren richten das Treffen „inklusiv“ aus. Eingeladen sind also hör- oder anderweitig eingeschränkte Menschen ebenso wie Menschen ohne Einschränkungen. Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB), „freut sich über die in den letzten Jahren ständig gewachsene Zusammenarbeit mit dem MDR. Das in der DZB konzentrierte Fachwissen zu Fragen der barrierefreien Gestaltung von Web-Seiten und Smartphone-Applikationen stößt auf großes Interesse bei den mitteldeutschen Medienexperten. Die MDR-Audio App und das hoffentlich noch weiterhin wachsende Angebot an Audiodesdkription im Fernsehen erfreut die blinden und sehbehinderten Nutzerinnen und Nutzer der DZB.“ Kahlisch freut sich in diesem Zusammenhang sehr über die geplante Medienpartnerschaft mit dem MDR für die Ausrichtung des Louis-Braille-Festivals in Leipzig.

Premiere für erste vollbarrierefreie Sendung

Im Fokus des Treffens mit den Behindertenverbänden standen zudem die neuesten Entwicklungen in Bezug auf programmbegleitende Technologien. Angekündigt wurde unter anderem die erste vollbarrierefreie Sendung im MDR-Fernsehen. So wird am 24. Dezember um 19 Uhr die Reportage „Weihnachten in St. Petersburg“ erstmals mit allen verfügbaren barrierefreien Programmzugängen – Untertitel, Gebärdensprache und Audiodeskription – angeboten.

Ab 2019 plant der Sender zudem, weitere besonders herausragende Dokumentationen vollbarrierefrei mit Untertiteln (UT), Gebärdensprache (DGS) und Audiodeskription (AD) auszustatten. Auch das Thema Leichte Sprache gewinnt beim MDR immer mehr an Bedeutung. So werden ab 2019 täglich von Montag bis Freitag Nachrichten in Leichter Sprache über verschiedene Ausspielwege publiziert. Seit dem 20. November gibt es bereits in der App „MDR Audio – Das inklusive Hörangebot“ Nachrichten in Leichter Sprache.

Informationen zur Barrierefreiheit im Scheckkartenformat

Alle Informationen rund um das Thema Barrierefreiheit beim MDR sind ab sofort in einer digitalen Broschüre erhältlich. Der USB-Datenträger im Scheckkartenformat, der alle barrierefreien Angebote für hör-, seh- oder kognitiv eingeschränkte Nutzer detailliert vorstellt, kann kostenfrei über die E-Mail-Adresse barrierefreiheit@mdr.de bestellt werden.

(RP/PM)

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