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Mehr Herzinfarkte bei starken Temperaturschwankungen

Gesundheit & Medizin

Mehr Herzinfarkte bei starken Temperaturschwankungen

Außerdem: Am häufigsten sind Männer betroffen. Eine bisher gültige These wird in Frage gestellt.

Herzschlagfrequenz (Grafik : fotoART by Thommy Weiss /pixelio.de)

Herzschlagfrequenz (Grafik : fotoART by Thommy Weiss /pixelio.de)

Starke Temperaturschwankungen von mehr als 17,7° C innerhalb von 24 Stunden führen zu einer signifikanten Zunahme von Herzinfarkten und instabiler Angina pectoris (akutes Koronarsyndrom). Am häufigsten sind Männer betroffen, berichten Prof. Dr. Dirk von Lewinski und Dr. Klemens Ablasser (Graz, A) auf dem Europäischen Kardiologiekongress.

Entgegen der ursprünglichen Annahme des Forscherteams zeigte sich in Bezug auf die Häufigkeit von akuten Koronarsyndromen kein signifikanter Unterschied zwischen Tagen mit oder ohne Schneefall. Selbst an den Tagen nach Schneefall, an denen am ehesten von körperlicher Anstrengung beim Schneeschaufeln ausgegangen werden muss, steigt das Risiko für einen Herzinfarkt nicht. Auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt beeinflussen das Auftreten von akuten Koronarsyndromen nicht signifikant, so Dr. Ablasser.

Auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) kommen in München vom 25. bis 29. August 31.000 Spezialisten aus 150 Ländern zusammen.

Schneeschaufeln doch nicht tödlich?

Die Forscher hatten für ihre Studie im Großraum Graz über einen Zeitraum von acht Jahren 18.075 Patienten mit akutem Koronarsyndromen eingeschlossen, die zur Behandlung in ein Herzkatheter-Labor kamen. Wetterdaten wurden ausgewertet, einschließlich stündlicher Aufzeichnungen von Schneefall, Niederschlag und Temperatur. Die in die Studie eingeschlossenen Personen waren im Durchschnitt 67 Jahre alt und zu 74 Prozent Männer.

Schnee und Kälte in den Wintermonaten machen nicht nur für viele das Leben beschwerlicher, sondern können für Menschen mit Herzkreislauferkrankungen lebensbedrohlich werden. Als Auslöser für einen Herzinfarkt wurden Schneefall und niedrige Temperaturen besonders in Zusammen mit körperlicher Belastung im Freien, wie zum Beispiel Schneeschaufeln, vermutet. In der neuen Studie konnte das, mit Ausnahme von starken Temperaturschwankungen, nicht bestätigt werden.

(RP/PM)

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