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Menschen mit Behinderungen haben kaum Zugang zu Psychotherapie

Gesellschaft & Politik

Menschen mit Behinderungen haben kaum Zugang zu Psychotherapie

Eine schriftliche Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung offenbart große Versorgungslücken.

Die Sprecherin für Behindertenpolitik Corinna Rüffer

Die Sprecherin für Behindertenpolitik Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) (Foto: Marco Piecuch)

Der Behandlungsbedarf aufgrund psychischer Erkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Für Menschen mit kognitiven oder Hörbeeinträchtigungen ist es besonders schwierig psychotherapeutische Angebote zu finden, die sie nutzen können. Dies zeigt auch die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Sprecherin für Behindertenpolitik Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) dazu:

Konkrete Zahlen über Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die die Therapien für Menschen kognitiven Beeinträchtigungen oder Therapien in Gebärdensprache anbieten, liegen der Bundesregierung nicht einmal vor. Lediglich 39 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gaben laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung an, dass sie über Kenntnisse der Gebärdensprache verfügen. Eine bedarfsgerechte Versorgung gehörloser Personen ist so nicht gewährleistet.

Das vorhandene Angebot reicht nicht aus

Immerhin wurde vergangenen Oktober die Psychotherapie-Richtlinie angepasst, so dass kognitiv beeinträchtigte Menschen mehr Zeiteinheiten erhalten und auf Wunsch Bezugspersonen einbeziehen können. Zu begrüßen ist auch, dass Kassenärztlichen Vereinigungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz nun verpflichtet sind, behinderte Menschen über Zugangsmöglichkeiten zur Versorgung zu informieren.

Dennoch reicht das vorhandene Angebot bei weitem nicht aus, um behinderten Menschen den Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung in ausreichendem Umfang zu ermöglichen. Bereits in der Psychotherapie-Ausbildung sollten die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen vermittelt werden. Wünschenswert wäre außerdem ein verbessertes Angebot für Therapeutinnen und Therapeuten zum Erlernen der Deutschen Gebärdensprache.

(RP/PM)

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