Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Molnárs „Liliom“ mit Hamburger Schauspielern in Salzburg gefeiert

Kultur

Molnárs „Liliom“ mit Hamburger Schauspielern in Salzburg gefeiert

Auch Paula Karolina Stolze, Schauspielerin mit Down-Syndrom, war das erste Mal bei den Festspielen zu Gast.

Jörg Pohl (Liliom) und der Chor der Engel in Franz Molnars "Liliom" im Rahmen der Salzburger Festspiele in der alten Salzsiedehalle der Perner-Insel.

Jörg Pohl (Liliom) und der Chor der Engel in Franz Molnars „Liliom“ im Rahmen der Salzburger Festspiele in der alten Salzsiedehalle der Perner-Insel. (Foto: Barbara Gindl/APA/dpa)

Mit einer sozial engagierten und technisch aufwendigen Neuinszenierung von Ferenc Molnárs dramatischer Milieustudie „Liliom“ hat der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó am Samstagabend bei den Salzburger Festspielen sein gefeiertes Debüt gegeben. In der Titelrolle des Frauenhelden Liliom, eines windigen Rummelplatzgehilfen, war Jörg Pohl zu erleben, Mitglied des Ensembles des Hamburger Thalia-Theaters, mit dem das Stück koproduziert wurde. An seiner Seite spielte Maja Schöne, ebenfalls fest am Thalia-Theater engagiert, Lilioms Geliebte Julie. 

In der alten Salzsiedehalle der Perner-Insel in Hallein, der Off-Spielstätte der Festspiele, agierten alle Schauspieler mit vollem Körper- und Stimmeinsatz und wurden ebenso heftig beklatscht wie zwei Industrieroboter, die die Bühnenszenerie unter leisem Surren vor den Augen der Zuschauer mit diversen Requisiten komplettierten.

Neuinszenierung als Rückblick

Mundruczó schildert das Stück aus der Rückschau: Liliom hat sich das Leben genommen und muss vor dem Jüngsten Gericht, einer Abordnung gesellschaftlicher Außenseiter, Rede und Antwort stehen. Alle Versuche, den prügelnden Draufgänger zu Reue und Umkehr zu bewegen, scheitern jedoch. Als hoffnungsloser Fall darf Liliom nach 16 Jahren auf die Erde zurückkehren, wo er erstmals seine Tochter Luise trifft, gespielt von der vom Down-Syndrom betroffenen Schauspielerin Paula Karolina Stolze. Erst der Kontakt mit dem jungen Mädchen macht ihn zu einem besseren Menschen.  

Das Drama des ungarischen Schriftstellers und Journalisten Ferenc Molnár kam 1909 in Budapest heraus und fiel zunächst durch. Erst in der Bearbeitung des österreichischen Kaffeehausliteraten Alfred Polgar, der die Handlung in den Wiener Prater verlegte, wurde „Liliom“ zu einem Bühnenklassiker.

(RP/dpa)

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

Diesen Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Kultur

Wir machen ROLLINGPLANET:

Neueste Beiträge

Top-Themen

Das Aufreger-Thema

Eine(r) von uns

Kristina Vogel bei der Verleihung der "Sport Bild"-Awards in Hamburg.

Eine(r) von uns

„Geht raus, traut euch!“

Von 21. August 2019

Gesellschaft & Politik

Gebärdensprache (Illustration: Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.)

Für gehörlose und schwerhörige Menschen

Gebärdensprache ist mehr als nur eine „Kommunikationshilfe“!

Von 20. September 2019

Am häufigsten gelesen

Neueste Kommentare

Aufzug