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Nepal: Wie ein Erdbeben-Opfer mit eisernem Willen für die Paralympics kämpft

Ausland

Nepal: Wie ein Erdbeben-Opfer mit eisernem Willen für die Paralympics kämpft

Vor drei Jahren wurden bei der Naturkatastrophe in dem südasiatischen Land mehr als 8.000 Menschen getötet und 22.000 verletzt.

Ramesh, 20 Jahre, kurz vor dem täglichen Schwimmtraining. Er hat bei dem Erdbeben am 25. April 2015 beide Beine verloren. (Foto: Handicap International/Elise Cartuyvels/HI)

Ramesh, 20 Jahre, kurz vor dem täglichen Schwimmtraining. Er hat bei dem Erdbeben am 25. April 2015 beide Beine verloren. (Foto: Handicap International/Elise Cartuyvels/HI)

Der 20-jährige Ramesh war einer der Betroffenen. Er verlor beide Beine – heute ist er Spitzensportler. Ramesh wurde unter den Trümmern begraben und ertrug schlimme Schmerzen, bis er gerettet werden konnte. Ihm mussten beide Beine amputiert werden. Handicap International passte ihm Prothesen an und hilft ihm seitdem mit Reha. Heute besucht er wieder die Schule und trainiert mit eisernem Willen für die Paralympischen Spiele 2020. Ramesh stellt sich jeder Herausforderung: Krafttraining, Schwimmen, Tennis, Basketball, Tanzen und Rollstuhlrennen.

„Ich arbeitete in einem kleinen Hotel und hab gerade Feierabend gemacht, als die Erde zu beben begann und alles zusammenbrach. Zwei Leute neben mir starben. Ich war mindestens eine Stunde lang unter dem Schutt begraben, war aber bei Bewusstsein und hatte Schmerzen.“ Als Ramesh an beiden Beinen amputiert werden musste, stand er unter Schock. „Ich hatte immer geglaubt, dass ich alles tun könnte. Ich wollte etwas Gutes aus meinem Leben machen. Doch nach dem Unfall fühlte es sich so an, als wäre mein Leben vorbei.“

Inzwischen blickt Ramesh wieder optimistisch in die Zukunft: „Ich habe schon 22 Medaillen gewonnen. Meine Preisgelder gebe ich meinen Eltern und Geschwistern. Sie leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und wohnen weit von hier entfernt. Ich wollte unbedingt wieder zur Schule zu gehen, denn ich will einen Job finden und für mich selbst sorgen können.“

„Wir weinen auch zusammen“

Khendo und Nirmala (Foto: Handicap International)

Khendo und Nirmala (Foto: Handicap International)

Zu den Opfern des Erdbebens gehören auch Nirmala und Khendo. Sie lernten sich im Krankenhaus kennen. Beide waren verschüttet worden, beide hatten ein Bein verloren. Gemeinsam trainierten sie ihre Reha-Übungen mit den Physiotherapeuten und lernten wieder laufen. Heute, drei Jahre danach, sind die zwei Mädchen unzertrennlich und besuchen dieselbe Schule. „Wir schlafen im selben Zimmer, im selben Bett. Wenn Nirmala weint, dann weine ich auch. Wir machen alles zusammen“, erzählt Khendo.

Hilfe und Hilfsgüter für Tausende

„Ich habe Nirmala und Khendo kurz nach dem Erdbeben kennengelernt“, erinnert sich Sudan Rimal, Physiotherapeut für Handicap International, anlässlich des dritten Jahrestages der Katastrophe. „Ich habe ihre Beinstumpfe massiert und ihnen Übungen beigebracht, die die Beinmuskulatur stärken. Sie haben Prothesen erhalten und erneut das Laufen gelernt. Sie kommen regelmäßig vorbei, um mich zu sehen. Da sie so schnell wachsen, müssen wir ihnen alle sechs Monate eine neue Prothese anpassen. Wir haben eine gute, vertrauensvolle Beziehung zueinander aufgebaut.“

Die Hilfsorganisation Handicap International hat seit dem Erdbeben am 25. April 2015 unter anderem über 34.000 Physiotherapiestunden und Sitzungen mit psychologischer Hilfe für mehr als 15.000 Menschen durchgeführt und 6.300 Prothesen, Orthesen etc. an Verletzte gespendet.

(RP/PM)

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