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Neu: Bundesweit Informationen zu Aufzugsstörungen

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Neu: Bundesweit Informationen zu Aufzugsstörungen

Online-Karte Wheelmap liefert Echtzeit-Informationen zu Fahrstühlen im öffentlichen Nahverkehr.

Fahrstuhl kaputt? Wäre schön, wenn man das nicht erst am Ort selbst feststellt, sondern schon vorher weiß. (Foto: Gesellschaftsbilder.de/Andi Weiland, Sozialhelden e.V.)

Fahrstuhl kaputt? Wäre schön, wenn man das nicht erst am Ort selbst feststellt, sondern schon vorher weiß. (Foto: Gesellschaftsbilder.de/Andi Weiland, Sozialhelden e.V.)

Der Sozialhelden e.V. arbeitet bundesweit mit Verkehrsbetreibern zusammen, um Informationen zu Aufzugsstörungen zu sammeln und diese einheitlich auf Webseiten darzustellen. Neben den Berliner Verkehrsbetrieben sind auch die ÖPNV-Verbünde aus der Region Rhein-Ruhr (VRR) und Hamburg (HVV) dabei. Für ältere Aufzüge wurde ein Sensor entwickelt, der die Informationen zu Störungen überträgt.

Ob ein Aufzug im öffentlichen Nahverkehr funktioniert oder nicht wird seit Kurzem für einige deutsche Städte in Echtzeit auf Wheelmap.org, der Online-Karte für rollstuhlgerechte Orte, angezeigt. Der Berliner Sozialhelden e.V. führt damit das Projekt „Elevate“ durch, das die Mobilität im Alltag von Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder schwerem Gepäck bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verbessern soll (ROLLINGPLANET berichtete).

Was ist, wenn ein Aufzug an einer Station, Haltestelle oder einem Bahnhof des öffentlichen Personennah- und fernverkehrs ausfällt? Vor allem Menschen, die im Alltag einen Rollstuhl nutzen, sind davon betroffen, dass Informationen zu dieser Frage bisher nicht in einem einheitlichen und übersichtlichen Standard überall und flächendeckend verfügbar sind. Mit dem Projekt Elevate haben sich die Berliner Sozialhelden daher dem Ziel gewidmet, die technischen Voraussetzungen für einen bundesweiten Informationsservice für Aufzugsstörungen zu schaffen.

Betaversion gestartet

Die Karte – hier das Beispiel Frankfurt am Main, Hauptbahnhof – zeigt in Echtzeit, welche Aufzüge und Fahrtreppen im Bahnhofsbereich gerade außer Betrieb sind. (Screenshot: Wheelmap)

Die Karte – hier das Beispiel Frankfurt am Main, Hauptbahnhof – zeigt in Echtzeit, welche Aufzüge und Fahrtreppen im Bahnhofsbereich gerade außer Betrieb sind. (Screenshot: Wheelmap)

Wie die Zusammenführung der Daten praktisch aussieht, kann seit Kurzem auf der Online-Karte Wheelmap betrachtet werden. Auf www.wheelmap.org/beta wurde der Echtzeit-Status der Aufzüge in den Bahnhöfen für Berlin, Hamburg und Köln in die Kartenanwendung integriert. Zusätzlich zur Datenbasis der Deutschen Bahn werden 2.959 Aufzüge auf der Karte dargestellt. Davon sind aktuell 403 außer Betrieb (Stand: 28.06.2018).

„Bei der Entwicklung eines gemeinsamen Datenstandards stießen wir auf verschiedene Herausforderungen. Teils fehlten den Daten die genauen Geo-Koordinaten, um sie an dem exakten Standort in einem Bahnhof anzeigen zu können, andererseits waren die Formate sehr unterschiedlich und enthielten eine Fülle von Informationen, die wir entweder reduzieren oder weiter anreichern mussten, damit sie schließlich für die universelle Verwendung brauchbar und verständlich werden“,

fasst Sebastian Felix-Zappe, Software-Entwickler aus dem Projekt Elevate die Entwicklung des entstandenen Datenstandards zusammen.

Sensor für nachträgliche Digitalisierung

Neben der technischen Schnittstelle und Infrastruktur erarbeiteten die Sozialhelden im Projekt Elevate außerdem eine Lösung für die Aufzüge, die noch nicht digitalisiert sind, das heißt, deren Daten über den Betriebsstatus noch nicht automatisch erfasst werden: In Zusammenarbeit mit dem Aufzughersteller Schindler und Experten von ubirch entstand ein Sensor, mit dem Aufzüge einfach und kostengünstig nachgerüstet und damit digitalisiert werden können.

Das Ziel all dieser Entwicklungen in Projekt Elevate ist letztlich, dass Reisenden bundesweit in naher Zukunft schon im Vorfeld angezeigt werden kann, ob der Aufzug, den sie benutzen wollen, einsatzfähig ist oder nicht. Zudem können diese Informationen Einzug finden in gängige Routingdienste und Reiseauskünfte auf den Plattformen aller Verkehrsbetreiber. Dazu bietet Sozialhelden e.V. eine technische Schnittstelle (API) an. Auch Familien mit Kinderwagen, Fahrradfahrerinnen oder Fahrgäste mit schwerem Gepäck sollen von einem solchen Informationsdienst in der Reisekette des öffentlichen Nahverkehrs profitieren.

Das Projekt wird durch den mFUND des Bundesministeriums für Verkehr und Digitaler Infrastruktur (BMVI) gefördert. Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD.

(RP/PM)

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