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Neue EU-Richtlinie: Webangebote müssen barrierefrei sein – was bedeutet das konkret?

Alltag

Neue EU-Richtlinie: Webangebote müssen barrierefrei sein – was bedeutet das konkret?

Öffentliche Stellen sind künftig verpflichtet, im Internet für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu sein. Dazu 4 aktuelle Fragen und Antworten.

Für Menschen mit Behinderung ist die neue EU-Richtlinie eine gute Nachricht. (Foto: Shutterstock)

Für Menschen mit Behinderung ist die neue EU-Richtlinie eine gute Nachricht. (Foto: Shutterstock)

Webseiten von öffentlichen Stellen müssen für Menschen mit Behinderungen zugänglich werden. Dafür sorgt eine neue EU-Richtlinie, die Deutschland bis zum Herbst 2018 in nationales Recht übertragen wird. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt BIK für Alle erläutert auf ROLLINGPLANET die Zusammenhänge.

1. Um was geht es?

Die EU-Richtlinie 2102 „über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen‘“ verpflichtet öffentlich-rechtliche Webanbieter von der Bundes- über die Landes- bis zur kommunalen Ebene zu Barrierefreiheit. In den kommenden Jahren werden sich also Verwaltungen und beispielsweise Gerichte, Polizeistellen, öffentliche Krankenhäuser, Universitäten oder Bibliotheken um die Barrierefreiheit ihrer Internetseiten und Apps kümmern müssen.

2. Wie ist der Zeitplan?

Die Übergangsfristen stehen: Demnach müssen neuentwickelte Webseiten bis September 2019 und bestehende bis September 2020 barrierefrei angeboten werden. Für mobile Anwendungen bleibt Zeit bis Juni 2021. Die EU-Richtlinie legt auch fest, dass öffentliche Stellen für ihre Webangebote in Zukunft eine „Erklärung zur Barrierefreiheit“ bereitstellen sollten. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines „Feedback-Mechanismus“ vorgesehen.

3. Welche konkreten Vorteile hat das?

Für Menschen mit Behinderungen sind das gute Nachrichten. Denn wird Barrierefreiheit umgesetzt, können sich zum Beispiel blinde Menschen Internetseiten von ihrer Sprachausgabe vorlesen lassen, schwerhörige Nutzer können ein Online-Video verstehen, weil es eine Untertitelung hat, und Tastaturnutzer – das sind Menschen, die etwa wegen einer Körperbehinderung nicht mit der Computer-Maus arbeiten können – erreichen alle Elemente.

Auch die Möglichkeit Feedback zu geben, schafft bessere Voraussetzungen der Teilhabe: Nutzer können so „der betreffenden öffentlichen Stelle jegliche Mängel der Website oder mobilen Anwendungen bei der Einhaltung der Barrierefreiheitsanforderungen dieser Richtlinie mitteilen und die ausgenommenen Informationen anfordern“. Für den Fall, dass die öffentliche Stelle auf das Feedback der Nutzer nicht eingeht, wird es ein „Durchsetzungsverfahren“ geben. Die EU-Richtlinie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten hierfür Beschwerde- oder Schlichtungsstellen einrichten, an die man sich wenden kann.

4. Welche Konsequenzen hat das für die Privatwirtschaft?

Nicht nur der öffentlich-rechtliche Sektor muss zukünftig Barrierefreiheit umsetzen, auch private Anbieter werden sie in den Blick nehmen müssen: Noch 2018 soll eine EU-Richtlinie in Kraft treten, die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen definiert. Neben IT-Produkten wie Hardware und Betriebssysteme, E-Book-Lesegräte oder Selbstbedienungsterminals werden dann auch webbasierte Prozesse wie sie beispielsweise beim elektronischen Handel, bei Bankendienstleistungen oder bei der Ticketbuchung im Luft-, Bus-, Schienen- und Schiffsverkehr vorkommen, barrierefrei zur Verfügung gestellt werden müssen.

Webseite: BIK für Alle

(RP/PM)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Karin Becker

    7. Mai 2018 um 19:22

    Warum nur im Internet barrierefrei? ??

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