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Niko Kappel und Andreas Toba fordern Verschiebung von Olympia und Paralympics

Sport

Niko Kappel und Andreas Toba fordern Verschiebung von Olympia und Paralympics

Die Sportstars plädieren für die Absage des Events – die Veranstalter halten am ursprünglichen Termin fest.

Die japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) halten bislang an ihren Plänen fest, trotz der weltweiten Coronavirus-Pandemie Olympia vom 24. Juli bis 9. August und die Paralympics von 25. August bis 6. September auszurichten.

Die japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC), halten bislang an ihren Plänen fest, trotz der weltweiten Coronavirus-Pandemie Olympia vom 24. Juli bis 9. August und die Paralympics von 25. August bis 6. September auszurichten. (Foto: Stanislav Kogiku/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa)

Top-Turner Andreas Toba und Para-Sportstar Niko Kappel machen sich keine Illusionen mehr. Angesichts der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie fordern die deutschen Vorzeigeathleten eine sofortige Verschiebung der Olympischen Spiele und der Paralympics in Tokio.

„Nach der für mich sehr berührenden Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ich mir viele Gedanken gemacht. Angesichts der immer deutlicheren Ansagen der Politik, Medizin und Wissenschaft ist mir in den vergangenen Tagen klar geworden: Die Olympischen Spiele müssen verschoben werden“,

sagte Toba der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher halten die japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) an ihren Plänen fest, Olympia vom 24. Juli bis 9. August und die anschließenden paralympischen Spiele von 25. August bis 6. September durchzuziehen.

„Eine Austragung der Paralympics ist nicht zu verantworten“

Toba wurde der breiten Öffentlichkeit bekannt, als er trotz eines kurz zuvor am Boden erlittenen Kreuzbandrisses im Knie bei Olympia in Rio 2016 noch seine Übung am Pauschenpferd turnte, um seinem Team das Mannschaftsfinale zu ermöglichen. Die Welt befinde sich „in einer der schwersten Krisen der Geschichte“, alle Menschen seien aufgefordert zu Hause zu bleiben, sagte Toba nun: „Wie soll ich jetzt meinen großen Olympia-Traum weiter leben? Auch wenn ich mir nichts sehnlicher als Olympia wünsche.“ Dem 29-Jährigen wäre eine möglichst rasche Entscheidung nun am liebsten:

„Ich bin fest überzeugt: Olympia kann unter den Umständen nicht im Juli und August stattfinden.“

Dabei hat Toba am Olympia-Stützpunkt in Hannover (noch) den Vorteil, dass er täglich trainieren darf. Andere Olympia-Stützpunkte und Zentren wie in Stuttgart sind längst geschlossen. Psychisch sei die Situation wegen der großen Unsicherheit sehr schwierig, berichtete Toba zwischen zwei Übungseinheiten. „Die Werte des Sports wie Fairness, Gleichberechtigung, Teamgeist, Respekt können wir in der aktuellen Krise nicht aufrecht erhalten.“ Auch international seien die Unterschiede in Sachen Trainingsmöglichkeiten viel zu groß. „Vom kompletten Verbot bis zu normalem Trainingsbetrieb, das kann nicht fair sein“, betonte Toba.

Kugelstoßer Niko Kappel bei der EM der Leichtathleten 2018.

Kugelstoßer Niko Kappel bei der EM der Leichtathleten 2018. (Foto: Jens Büttner/dpa)

Para-Leichtathlet Kappel sieht für die Paralympics dieselben Probleme. Eine vernünftige Vorbereitung sei „unmöglich geworden“, sagte der 25-Jährige aus Welzheim bei Stuttgart, der sich gerade ein eigenes Gym im Keller seines Hauses einrichtet, weil sein Trainingszentrum in der Schwaben-Metropole geschlossen ist. „Eine Austragung der Paralympics ist nicht zu verantworten. Auch das IPC sollte das jetzt erkennen“, sagte Kappel.

(RP/dpa)

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