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Kompakt: Oktoberfest – 10 Tipps für Menschen mit Behinderung

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Kompakt: Oktoberfest – 10 Tipps für Menschen mit Behinderung

Sich endlich mal das Leben wieder schön saufen, bis der Rollstuhl nicht mehr existiert? Vom 19. September bis 4. Oktober 2015 klappt das ganz bestimmt in der Heimatstadt von ROLLINGPLANET.

Alle Jahre wieder: Die Wiesn – dieses Mal vom 16. September bos 3. Oktober 2017.

Sich endlich mal das Leben wieder schön saufen, bis der Rollstuhl nicht mehr existiert? Vom 19. September bis 4. Oktober 2015 klappt das ganz bestimmt in der Heimatstadt von ROLLINGPLANET.

Jedes Jahr besuchen rund sechs Millionen Menschen das Münchner Oktoberfest (Foto: dpa)

Jedes Jahr besuchen rund sechs Millionen Menschen das Münchner Oktoberfest (Foto: dpa)

Bookmark-100ROLLINGPLANET KOMPAKT: Auf einen Blick – alle wichtigen Infos zu einem aktuellen Thema

Das Oktoberfest in München (mundartlich Wiesn) ist das größte Volksfest der Welt. Es findet seit 1810 auf der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt München statt. Jedes Jahr lockt das Event rund sechs Millionen Menschen an.

Natürlich kann man sich auch in jeder Kneipe schön saufen, bis der Rollstuhl nicht mehr existiert, aber in der Heimatstadt von ROLLINGPLANET klappt das besonders gut: Für das Oktoberfest brauen die Münchner Brauereien ein spezielles Bier, das eine Stammwürze von mindestens 13,5 % aufweisen muss und zirka 5,8 bis 6,4 Volumenprozent Alkohol enthält.

Erfreulich: Das Oktoberfest ist weitgehend barrierefrei – zumindest für Rollstuhlfahrer. Für blinde und sehbehinderte oder gehörlose Menschen halten weder die Stadt München noch der Behindertenbeirat gesonderte Informationen bereit. Hier sind die 10 wichtigsten Tipps für Menschen mit Behinderung.

1. Behindertenparkplätze
Behindertenparkplätze stehen auf dem Südteil der Theresienwiese zur Verfügung und werden vom Bayerischen Roten Kreuz bewacht. Die Nutzung ist nur für Inhaber eines blauen Behindertenparkausweises mit Rollstuhlfahrersymbol erlaubt und kostenfrei. Einfahrt über Hans-Fischer-Straße.
Alle Behinderten-Transportfahrzeuge von anerkannten Hilfsorganisationen wie dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) können direkt auf das Festgelände vom Oktoberfest fahren. Allerdings müssen die Fahrzeuge eine erkennbare Aufschrift haben. Über die „Anliefererstrasse West“ geht es dann direkt hinter dem Hippodrom bis hin zum Servicezentrum Theresienwiese (SZT) und zurück. Das Fahrzeug muss danach aber wieder weggefahren werden. Anhalten über einen längeren Zeitraum und Parken sind nicht erlaubt.
2. Mit U- und S-Bahn zur Wiesn
Alle U- Bahnhöfe um die Wiesn (Goetheplatz, Theresienwiese, Schwanthalerhöhe, Poccistraße, Heimeranplatz) sowie der S-Bahnhof Hackerbrücke sind mit Liften versehen und somit für Rollstuhlfahrer geeignet.
Schwerbehinderte, die infolge ihrer Behinderung in ihrer Bewegungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt sind, haben Anspruch auf Freifahrt mit den Verkehrsmitteln im MVV. Die Freifahrtberechtigung erstreckt sich auch auf eine Begleitperson, sofern die ständige Begleitung notwendig ist und dies im Ausweis eingetragen ist.
Zur Freifahrt in den Verkehrsmitteln im MVV berechtigt nur (!) der grün/orange Schwerbehindertenausweis plus Beiblatt mit gültiger Wertmarke.
3. Mit dem Rolli ins Bierzelt
Alle Bierzelte und Festbetriebe haben Zugänge von außen, die entweder ebenerdig oder mit Rampen versehen sind. Vor Wiesnbeginn kontrolliert die Festleitung, ob diese Vorgaben eingehalten werden. Für Rollstuhlfahrer sind in jedem Festzelt und Biergarten mindestens 20 behindertengerechte Plätze eingerichtet. Diese Plätze sind wochentags bis 17 Uhr und an den Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis 14 Uhr ohne Reservierung für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitperson freizuhalten.
Nach diesen Zeiten können die Plätze im Festzelt nur für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitperson reserviert werden. Es wird empfohlen, eine Reservierung bei den Festwirten vorzunehmen. Werden die reservierten Plätze nicht bis spätestens 30 Minuten nach der Reservierungszeit belegt, so werden sie wieder freigegeben!
Achtung: Wenn die Zelte wegen Überfüllung geschlossen sind, können nur noch Gäste mit Reservierungen eingelassen werden; dies gilt auch für Rollstuhlfahrer.
Ansprechpartner für Reservierungen und die Telefonnummern von den Festbüros der Wiesnzelte: www.wiesn-zelte.de oder www.wiesnservice.de
Die Bierzelte öffnen Montag bis Freitag um 10.00 Uhr und schließen um 23.30 Uhr. Letzter Bierausschank um 22.30 Uhr. An Samstagen und Sonntagen beginnt der Ausschank bereits um 9:00 Uhr. Lediglich Käfer’s Wiesnschänke und das Weinzelt haben bis 1:00 geöffnet, letzter Ausschank ist dort um 0:30 Uhr.
Die Hühnerbratereien, Wurstimbisshallen und Cafezelte sind bis 23:00 Uhr geöffnet.
4. Egal ob behindert oder nicht – genug Geld mitnehmen...
Wie jedes Jahr erhöhen die Betreiber auch dieses Mal die Preise. Zum ersten Mal kostet 2015 eine Maß Bier mindestens 10 Euro. Der Liter Wasser kostet im Schnitt über 8 Euro, Softdrinks liegen im Schnitt bei 9,10 Euro. Am 22. und 29. September (jeweils ein Dienstag) sind Familientage, an denen viele Schausteller ihre Preise reduzieren.
5. Rollis im Riesenrad
Bis zu zwei Rollstuhlfahrer in ihren Stühlen  können gleichzeitig im Riesenrad mitfahren (Foto: Kawa)

Bis zu zwei Rollstuhlfahrer in ihren Stühlen können gleichzeitig im Riesenrad mitfahren (Foto: Kawa)

Das Münchner Oktoberfest hat eine besondere Attraktion für Menschen mit Handicap. Das große Riesenrad, Wahrzeichen der Münchner Wiesn, wurde 2013 mit einer rollstuhltauglichen Rampe versehen. Rollstuhl- und Rollatorfahrer können seither mit eigener Kraft bis zu den beiden für Rollstühle geeigneten Gondeln gelangen. Das Riesenrad ist das einzige Fahrgeschäft, bei dem man in seinem Rollstuhl sitzen bleiben kann.
6. Schausteller
Die Schausteller des Oktoberfestes – so betont die Stadt München – sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne bereit, Hilfestellung zu leisten und auf Wünsche von Behinderten einzugehen. Ob es um die geeignete Haltung für einen Treffer an der Schießbude geht oder die Rampe am Fahrgeschäft das Einsteigen erleichtert – Mitmachen auf der Wiesn ist auch für Menschen mit Behinderungen möglich.
7. Behindertengerechte Toiletten
Behindertengerechte Toiletten befinden sich im Servicezentrum Theresienwiese, am U-Bahnhof Theresienwiese, am Wiesn-Eingang Esperantoplatz/Matthias-Pschorr-Straße sowie in allen Festhallen und den Mittelbetrieben „Zur Bratwurst“ (Matthias-Pschorr-Str. 61), „Wildstuben“ (Matthias-Pschorr-Str. 54); „Bodo’s Cafezelt“ (Straße 2/ Nr. 6) und neben dem „Glöckle-Wirt“ (Straße 4/West).
In Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München und dem Kreisverwaltungsreferat hat das Referat für Arbeit und Wirtschaft in den vergangenen Jahren alle Festzelttoiletten überprüft und eventuelle Mängel beseitigen lassen. Alle Behindertentoiletten in den Festzelten sind 2012 gemäß der DIN 18024 Teil 2 installiert. Insgesamt wird es 2014 auf dem Oktoberfest 32 behindertengerechte Toiletten geben.
8. Rollstuhlservice
Das Bayerische Rote Kreuz stellt kostenlos Rollstühle zur Verfügung und übernimmt an der Gepäckaufbewahrungsstelle am U-Bahnhof Theresienwiese die Ausgabe und Rücknahme der Rollstühle. Dieser Service steht Behinderten sowie jungen und alten Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen zur Verfügung.
9. Wiesn-Führungen
Es gibt individuelle Führungen für Behindertengruppen: www.wiesnführung.de
10. Tipp für das letzte Wochenende
Hat auch ein Riesenrad: Suad Sutic vom USC München (Foto: Christine Linnig)

Hat auch ein Riesenrad: Suad Sutic vom USC München (Foto: Christine Linnig)

Leckerbissen für Rollstuhlbasketballfreunde am letzten Wochenende: Sie können neben dem Oktoberfest am Samstag, 3. Oktober 2015 (Tag der Deutschen Einheit) auch den Auftakt der Rollstuhlbasketball-Bundesliga erleben – beim Spiel des Deutschen Rekordmeisters USC München gegen BSC Rollers Zwickau (Säbenerhalle, Säbenerstraße 49, 17 Uhr).

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. dasuxullebt

    19. September 2015 um 11:59

    Ich weiß ja nicht, ob ich mir einen Rollstuhl wegsaufen könnte. Aber ich als Münchner bin mir sicher, wenn ich mir dieses Pinkelrinnenfestival schöngesoffen hätte, hülfe mir auch kein Rollstuhl mehr.
    Ernsthaft, da ist jeder Hühnerstall sowohl kulturell als auch zwischenmenschlich interessanter.

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