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Para-Sportler des Jahres: Andrea Eskau feiert Doppelsieg – Ehrenpreis für Heinrich Popow

Sport

Para-Sportler des Jahres: Andrea Eskau feiert Doppelsieg – Ehrenpreis für Heinrich Popow

Im Jahr der Paralympics dominieren bei der Wahl die Wintersportler. Und ab sofort gibt es auch einen offiziellen Botschafter und Kümmerer.

Andrea Eskau (hier im südkoreanischen Pyeongchang bei den Paralympics,16.03.2018) siegt bei den Frauen und mit dem Team. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Andrea Eskau (hier im südkoreanischen Pyeongchang bei den Paralympics,16.03.2018) siegt bei den Frauen und mit dem Team. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

„Mit einer Behinderung im Alltag umzugehen, ist quasi schon olympischer Sport.“
(Der zweimalige Paralympicssieger Heinrich Popow bei seiner Auszeichnung mit dem Ehrenpreis des Deutschen Behindertensportverbandes)

Fahnenträgerin Andrea Eskau hat nach ihren sechs Medaillen bei den Paralympics in Pyeongchang einen Doppelsieg bei der Ehrung der Behindertensportler des Jahres gefeiert. Die 47-Jährige vom USC Magdeburg gewann in der Konkurrenz der Frauen und setzte sich mit der nordischen Staffel zusammen mit Alexander Ehler (Kirchzarten) und Steffen Lehmker (Clausthal-Zellerfeld) auch in der Teamwertung durch. Auch bei den Herren siegte in dem Freiburger Martin Fleig ein nordischer Goldmedaillen-Gewinner der Winterspiele von Südkorea.

Die Rostocker Schwimmerin Denise Grahl wurde nach drei EM-Titeln zur Nachwuchssportlerin des Jahres gewählt. Der zweimalige Paralympics-Sieger Heinrich Popow (Leverkusen) erhielt drei Monate nach seinem Karriere-Ende den Ehrenpreis des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Die Diplompsychologin Eskau, die seit einem Fahrradunfall 1998 querschnittgelähmt ist, hatte auch bei Sommerspielen mit dem Handbike schon viermal Gold gewonnen. Sie wurde am Samstag in Düsseldorf aber erstmals als DBS-Sportlerin des Jahres geehrt. Nach ihren sechs Medaillen bei sieben Starts im Biathlon und Langlauf – zweimal Gold, dreimal Silber und Bronze mit der Staffel – gewann sie diesmal vor der fünfmaligen Siegerin Anna Schaffelhuber (Ski alpin/Bayerbach) und der Radsportlerin Denise Schindler (Cottbus).

Martin Felig siegt vor Markus Rehm

Der 29 Jahre alte Fleig, der fast von Geburt an im Rollstuhl sitzt, hatte mit seinem Erfolg über 15 Kilometer im Biathlon eine lange Durststrecke der männlichen Wintersportler beendet. Zuvor hatten die Frauen seit 2010 bei den Spielen in Vancouver 29 deutsche Medaillen in Folge gewonnen. Fleig gewann die Abstimmung vor Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm und dem dreimaligen Sprint-Europameister von Berlin, Felix Streng (beide Leverkusen).

Die knappste Entscheidung war die für die nordische Staffel. Nur hauchdünn geschlagen geben mussten sich die Goalballer, die sich mit EM-Silber schon für die Paralympics 2020 in Tokio qualifiziert haben. Dritte wurden die Rollstuhlbasketballerinnen nach Bronze bei der Heim-WM.

„Botschafter und Kümmerer des Para-Sports“

Archivfoto: Heinrich Popow und die Tänzerin Kathrin Menzinger demonstrierten am 9.3.2017 in Köln eine Tanzfigur. (Foto: Henning Kaiser/dpa)

Archivfoto: Heinrich Popow und die Tänzerin Kathrin Menzinger demonstrierten am 9.3.2017 in Köln eine Tanzfigur. (Foto: Henning Kaiser/dpa)

Der 35 Jahre alte Popow, der auch als erster Teilnehmer der RTL-Show „Let’s Dance“ mit Bein-Prothese größere Bekanntheit erlangte, erhielt die Ehrung als „Botschafter und Kümmerer des Para-Sports“ nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge. Im Rahmen der „Running Clinic“ reist der Leverkusen schon seit Jahren durch die Welt und bringt Behinderte auch in Ländern mit wenig ausgeprägtem Sozialsystem zum Sport. „Dabei sorgt er für leuchtende Augen und glückliche Gesichter“, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher: „Heinrich kann Menschen emotional mitreißen und anstecken mit seiner Leidenschaft für den Sport wie kaum ein Zweiter.“

(RP/dpa)

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