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Vanessa Low gewinnt Paralympics-Gold – mit Weltrekord!

Live aus Rio: Paralympics 2016

Vanessa Low gewinnt Paralympics-Gold – mit Weltrekord!

Paralympics in Rio de Janeiro (7.–18. September 2016): Das große ROLLINGPLANET-Extra mit Höhepunkten, Siegern, Sensationen und Impressionen.

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(Auf den Pfleil klicken, um unser Editorial zu lesen:) ROLLINGPLANET in Rio
Für ROLLINGPLANET berichten aus Rio de Janeiro Jessica Unterreiner, Peter Schadt, die Reporter/innen von dpa, und im Backoffice Lothar Epe, Max Kramer (Redaktion) und Kim Robins (Technik). In Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt des USC München Rollstuhlsport e.V., dem deutschen Rekordmeister im Rollstuhlbasketball. Dieses ROLLINGPLANET-Paralympics-Magazin wird gesponsert von ROLLING PANTS.
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Peter Schadt Blog

ROLLINGPLANET sichtet nicht nur die sportlichen Ereignisse. Peter Schadt (Foto oben: kurz nach seiner Ankunft in Rio de Janeiro) und Jessy Unterreiner (unten: bei ihrer Abreise vom Münchner Hauptbahnhof) liefern Impressionen aus der südöstlichen Metropole des Landes, in der zirka 6,5 Millionen Menschen leben. Der 55-Jährige ist Ex-Rollstuhlbasketball-Nationalspieler und war mehrfach Trainer des USC München. Während Schadt ein erfahrener Globetrotter ist, rollt die 16-Jährige erstmals so weit von zu Hause entfernt durch die Welt.

Jessy Unterreiner Blog

Unser Magazin ist in vier Rubriken gegliedert, die Sie über die folgenden Reiter erreichen: Das TAGEBUCH mit News und Impressionen, DAS DEUTSCHE TEAM mit allen Sportler/innen, WISSENSWERTES rund zu den Paralympics und WETTKÄMPFE/TV mit dem kompletten Zeitplan.

Alles auf einen Blick

TAGEBUCHDAS DEUTSCHE TEAMWISSENSWERTESWETTKÄMPFE & TV

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Samstag, 10.9.2016: Vanessa Low gewinnt Paralympics-Gold – mit Weltrekord +++ Kugelstoßer Scheil holt drittes deutsches Paralympics-Gold +++ Der iranische Riese +++ RSV Lahn-Dill +++ Martina Willing wirft Speer zu Silber +++ Rollstuhlbasketballerinnen verlieren gegen Großbritannien +++ Algeriens Goalball-Frauen und zwei Trainer verschollen +++ Paralympics überflügeln bei Ticketverkäufen Olympische Spiele +++ Leipziger Martin Schulz erster Paralympics-Sieger im Triathlon +++ Sportpolitiker in Rio überfallen und ausgeraubt +++ Silber für Schützin Natascha Hiltrop +++ Rollstuhl-Parkplatz & echte Begeisterung +++ Markus Rehm lobt Paralympics

Weitspringerin Low gewinnt Paralympics-Gold

Vanessa Low (Archivfoto: beim Glasgow Grand Prix in Hampden Park, Schottland, am 11. Juli 2014: EPA/Robert Perry)

Vanessa Low (Archivfoto: beim Glasgow Grand Prix in Hampden Park, Schottland, am 11. Juli 2014: EPA/Robert Perry)

Eilmeldung: Vanessa Low ist bei den Paralympics in Rio de Janeiro ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hat Gold im Weitsprung gewonnen. Die Leverkusenerin sicherte sich am Samstag im Olympiastadion den Sieg mit 4,93 Metern – damit verbesserte sie ihren eigenen Weltrekord um gleich 14 Zentimeter. „Es hat einfach Spaß gemacht“, sagte die 26-Jährige, die
im Alter von 15 Jahren vor einen Regionalzug gestoßen wurde und dabei beide Beine verlor. „Heute hat alles gepasst.“

Für die deutschen Leichtathleten war es die dritte Goldmedaille nach den Erfolgen von Niko Kappel und Daniel Scheil jeweils im Kugelstoßen. Zweite hinter Vanessa Low wurde Martina Caironi aus Italien mit 4,66 Metern. Platz drei belegte die Kubanerin Malu Perez Iser mit 3,92 Metern. Hier geht es zu Vanessa Lows erstem Interview als Paralympics-Siegerin.

(RP/dpa)

Kugelstoßer Scheil holt drittes deutsches Paralympics-Gold

Daniel Scheil (TV-Screenshot)

Daniel Scheil (TV-Screenshot)

Eilmeldung: Leichtathlet Daniel Scheil hat die dritte Goldmedaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Der 43 Jahre alte Rollstuhlsportler aus Weiden siegte am Samstag im Kugelstoßen mit 11,03 Metern. Zweiter wurde Kamel Kardjena aus Algerien mit 10,94 Metern. Auf Rang drei kam Hani Alnakhli aus Saudi-Arabien mit 8,99 Metern.

Scheil hat sich in seiner erst seit fünf Jahren dauernden Behindertensport-Karriere kontinuierlich gesteigert. 2015 war er noch WM-Dritter, in diesem Jahr dann schon EM-Zweiter – und jetzt ist er Paralympics-Sieger. „Ich war ganz gut drauf. Ich war easy, ich war locker“, sagte Scheil. Sieht man ihm an.

(RP/dpa)

Der Riese

Nicht zu übersehen: Morteza Mehrzadselakjani. (Foto: ARD)

Nicht zu übersehen: Morteza Mehrzadselakjani. (Foto: ARD)

Er fiel durch seine Länge schon bei der Eröffnungsfeier auf: Mit 2,47 Metern ist der iranische Sitzvolleyballer Morteza Mehrzadselakjani der Längste bei den Paralympics in Rio – und der drittgrößte Mann der Welt (als Lulatsch Nr. 1 gilt der Türke Sultan Kösen mit 2,51 Metern). Heute hatte der 28-Jährige (bevorzugtes Fortbewegungsmittel: Rollstuhl) seinen ersten sprichwörtlich großen Wettkampf-Einsatz. Kaum hatte sich nach dem Gruppenfoto Morteza Mehrzadselakjani hingesetzt, fegten er und seine Teamkollgen China mit 3:0 vom Platz – dank seines Riesen ist der Iran Goldfavorit.

Man könnte ja mal Morteza Mehrzadselakjani neben unseren Goldjungen Niko Kappel (1,40 Meter) stellen. Hallo BILD-Kollegen, bitte übernehmen Sie.

(RP)

Der Fachkommentar des Abends

Ein Dill-Gärtchen (Foto: Wikipedia/Holger Casselmann, CC BY-SA 3.0)

Ein Dill-Gärtchen (Foto: Wikipedia/Holger Casselmann, CC BY-SA 3.0)

„RSV Lahn-Dill, das klingt ein wenig nach Kräutergarten.“

– ARD-Kommentator Stephan Schiffner beim nie gefährdeten 97:41-Sieg der Rollstuhlbasketballer gegen Algerien, als er die deutsche Übermannschaft der vergangenen Jahre erwähnte. Deutschland bestreitet am Freitag das Spitzenduell gegen Großbritannien. Ein Duell, das von Kräutergärtner Thomas Böhme & Co. alles abverlangen wird.

Martina Willing wirft Speer zu Silber

Martina Willing (Foto: ARD)

Martina Willing (Foto: ARD)

Martina Willing hat auch bei ihren siebten Paralympics eine Medaille erkämpft. In der Speerwurf-Konkurrenz belegte die 56-Jährige blinde Rollstuhlfahrerin hinter der Lettin Diana Dadzite (Rollstuhlbasketball-Fans aus der deutschen Bundesliga als Trier-Spielerin bekannt) Platz zwei und holte ihre zwölfte Paralympics-Medaille seit 1992.

(RP)

Rollstuhlbasketballerinnen mit Niederlage gegen Großbritannien

Sorgenvolle Blicke auf der deutschen Bank (v.l.n.r.): Cheftrainer Holger Glinicki, Mareike Miller, Annabel Breuer, Johanna Welin. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Sorgenvolle Blicke auf der deutschen Bank (v.l.n.r.): Cheftrainer Holger Glinicki, Mareike Miller, Annabel Breuer, Johanna Welin. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen hat ihr zweites Vorrundenspiel verloren. Nach dem Auftakterfolg gegen Gastgeber Brasilien (siehe unten: Freitag, 9. September) kassierten die Titelverteidigerinnen eine knappe, aber verdiente 45:50 (17:14/24:24/28:38)-Niederlage gegen Großbritannien.

„Mit unserer Wurfquote können wir heute absolut nicht zufrieden sein, dies war sicherlich ursächlich für die Niederlage gegen die Britinnen, die ein sehr gutes Spiel gemacht haben“, analysierte Cheftrainer Holger Glinicki nach der Partie in der Rio Olympic Arena sachlich, aber enttäuscht.

Zuvor hatte er gesehen, wie seine Mannschaft gut aus den Startlöchern kam und früh auf 17:10 (8.) davonzog. Doch die anfängliche Konzentration wich schnell einer Fehlerquote, die im Laufe der Partie immer weiter zunahm. Vor den Augen von Prinz Edward nutzte dies der EM-Dritte nun eiskalt aus und drehte die Partie, die in den letzten Minuten zwar noch einmal spannend wurde, letztlich aber kein Happyend für das Team Germany mehr parat hatte. Marina Mohnen (17/1 Dreier) und Mareike Miller (12) waren die besten Werferinnen auf deutscher Seite. Am morgigen Sonntag spielen Mohnen & Co. gegen Weltmeister

(aj)

Algeriens Goalball-Frauen und zwei Trainer verschollen

Algerische Goalball-Spielerinnen und Trainer. (Foto: Algeria Press Service)

Algerische Goalball-Spielerinnen und Trainer. (Foto: Algeria Press Service)

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro werden fünf sehbehinderte/blinde Spielerinnen und zwei Trainer des algerischen Goalball-Teams vermisst. Die Nationalmannschaft sollte am 5. September vom Trainingslager in Warschau aus nach Rio fliegen. „Sie sind noch immer nicht im Land“, sagte Craig Spence, Sprecher des Internationalen Paralympics Komitee (IPC), am Samstag.

Das Nationale Paralympics Komitee (NPC) Algeriens hat das Fehlen der Mannschaft mit zahlreichen Verspätungen, gestrichenen Flügen und verpassten Anschlüssen erklärt. „Ich denke, selbst wenn sie ein Boot von Polen nach Brasilien genommen hätten, wären sie rechtzeitig hier gewesen“, erklärte Spence und fügte an: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass in den letzten Tagen Flüge aus Europa nach Rio gestrichen worden sind. Wir arbeiten mit den Algeriern daran, eine plausible Erklärung zu bekommen und setzen unsere Untersuchungen fort.“

Alle anderen gemeldeten Sportler aus Algerien sind laut IPC bei den Paralympics angekommen. „Und wie es aussieht, sind auch 4335 andere Athleten problemlos angereist. Daher fragen wir uns, warum es gerade diese fünf Sportler und zwei Trainer nicht geschafft haben“, sagte Spence.

Kurios: Dass die Mannschaft fehlt, fiel erst auf, als sie beim Auftaktspiel am Freitag gegen die USA nicht erschien. Die Begegnung wurde mit 10:0 Toren und 3 Punkten für die USA gewertet. Am Samstag stand um 18.45 Uhr (Ortszeit) die Partie gegen Israel auf dem Programm.

(RP/dpa)

Paralympics überflügeln bei Ticketverkäufen Olympische Spiele

Wer hätte das noch vor einigen Wochen gedacht, als auch ROLLINGPLANET leere Ränge bei den Paralympics befürchtete – zwar ist das Medieninteresse geringer als bei Olympia, doch bei den Zuschauern live am Ort liegen die Sportler mit Behinderung vorne: Für die heutigen Wettkämpfe wurden nach Angaben des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) 167.000 Tickets verkauft – mehr als an irgendeinem Olympia-Tag in Rio. Ein möglicher Grund, der oft genannt wird: Familien sind mit ihren Kindern wieder aus dem Urlaub zurück.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), glaubt jedoch, dass vor allem die Preis-Politik des IPC für den Erfolg mit bisher rund 1,7 Mio. verkauften Tickets (schon für 10 Reais/2,80 Euro inklusive Besichtigung des Olympiaparks erhältlich) ausschlaggebend ist. „Die Karten für Olympia (Anm. d. Red.: zwischen 100 und 330 Euro) waren für die meisten Brasilianer schlicht und ergreifend nicht erschwinglich. Auf den Tribünen saßen meist wohlhabende Brasilianer und ausländische Gäste. Nun sehe ich viele Familien, im Paralympic Park gibt es manchmal kaum ein Durchkommen. Man hat das Gefühl: Dies sind die Spiele der Menschen.“

(RP)

Leipziger Martin Schulz erster Paralympics-Sieger im Triathlon

Martin Schulz (Archivfoto:  DTU/ Jo Kleindl)

Martin Schulz (Archivfoto: DTU/ Jo Kleindl)

Er lief wohl das Rennen seines Leben – und hat durchgehalten: Vor der traumhaften Kulisse der Copacabana gewann der Leipziger Martin Schulz Gold in der neuen Paralympics-Disziplin Triathlon. „Ich habe keine Luft mehr bekommen“, erzählte er. „Ich dachte: du kannst doch jetzt nicht einen Kilometer vor Schluss das Ganze noch aus der Hand geben, wenn es so perfekt lief am Anfang.“ Am Strand spielten sich bewegende Szenen ab – Zuschauer kamen vom Strand spontan zu den Absperrungen und feuerten die Athleten an. Ausführlicher Bericht: Sieg für die Geschichtsbücher: Martin Schulz holt Paralympics-Gold.

(RP)

Das ist kein Kindergeburtstag hier: Sportpolitiker Neuendorf in Rio überfallen und ausgeraubt

Bernd Neuendorf (Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4., via Wikimedia Commons)

Bernd Neuendorf (Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4., via Wikimedia Commons)

Der Staatssekretär des nordrhein-westfälischen Sportministeriums, Bernd Neuendorf (55), ist am Freitagabend an der Copacabana in Rio de Janeiro überfallen und ausgeraubt worden. Er sei unverletzt geblieben, sagte die Ministeriumssprecherin Hayke Lanwert. Der SPD-Politiker sei nach einer Sportveranstaltung der Paralympics an der berühmten Strandpromenade mit zwei Begleitern auf dem Weg zu einem Restaurant gewesen, als ihn ein Unbekannter mit einem Messer bedroht und seine Wertsachen verlangt habe. Neuendorf habe der Forderung nachgegeben.

Der Räuber habe ihm auch die Akkreditierung für die Paralympics abgenommen, so die Sprecherin. Er sei schockiert, werde aber seine Termine bei den Spielen wie geplant wahrnehmen, teilte Neuendorf am Samstag mit.

Nach dem Überfall hat Chef de Mission Karl Quade die deutschen Behindertensportler zur Vorsicht ermahnt. „Alle müssen wissen: Das ist kein Kindergeburtstag hier, sondern kann eine sehr ernste Sache sein“, sagte Quade am Samstag in Rio de Janeiro. Alle Mannschaftsmitglieder, die die geschützten Bereiche wie das Paralympische Dorf verlassen wollten, sollen sich demnach bei der Teamführung abmelden und zudem intensiv mit dem mitgereisten Sicherheitsbeauftragten vom Bundeskriminalamt abstimmen.

(dpa/lnw)

Ohne nachzudenken: Silber für Schützin Natascha Hiltrop

Lichtblick für die Schützen, deren fünf deutschen Athleten im Luftgewehr stehend heute allesamt in der Qualifikation scheiterten: Am Nachmittag gewann die Natascha Hiltrop (inkomplette Querschnittlähmung) in ihrer Klassifzierungruppe mit dem Luftgewehr Silber. Die 24-Jährige Hessin lag mit 211,5 Punkten knapp hinter der siegreichen Slowakin Veronika Vadovicova (212,5), hatte aber einen deutlichen Vorsprung auf die Südkoreanerin Jangho Lee (189,7). Hiltrop, die zum zweiten Mal bei den Paralympics dabei ist und nun ihre erste Medaille gewann: „Ich kann noch gar nicht glauben, dass es wirklich Silber ist. Es war anstrengend, aber es hat auch Spaß gemacht. Ich habe einfach nicht nachgedacht, sondern einfach so gut geschossen, wie ich kann.“

(ag)

JESSY UNTERREINER BLOGGT

Wo kein Platz ist, muss das Beet als Rollstuhl-Parkplatz herhalten… 🙂

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Brasilianischer Fan – das nenne ich echte Begeisterung!

paralympics-zuschauerin

Seriöser Sport

Markus Rehm (Foto: Agentur Heimspiele)

Markus Rehm (Foto: Agentur Heimspiele)

„Wir haben einen Riesenschritt gemacht seit London 2012. Der paralympische Sport wird größer und größer. Früher sind die Paralympics kaum wahrgenommen worden. Aber mittlerweile ist die Aufmerksamkeit deutlich gestiegen, die Leute gucken unseren Sport und sehen auch unsere Leistungen. Wir zeigen der ganzen Welt: Das ist ein seriöser Sport, den wir hier bieten – trotz unserer Handicaps. Wir brauchen uns vor olympischen Athleten nicht zu verstecken.“

Markus Rehm, der am Montag mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel seine
erste Goldmedaille bei den Paralympics in Rio gewinnen will.

Freitag, 9.9.2016: Marieke Vervoorts Bucket List +++ Bronze für Streng, Müller-Rottgardt und Herrmann +++ Silber für Denise Grahl +++ Bronze für Nicolai Kornhaß +++ Ottobock +++ Lauter nette Leute auf twitter +++ Erich Winkler: Wenn die Beinprothese macht, was sie will +++ Lockerer Auftakt für Rollstuhlbasketball-Damen +++ Rollstuhlbasketballer chancenlos gegen Favorit USA +++ Silber für Sprinterin Claudia Nicoleitzik, als sie schon nicht mehr daran glaubte +++ Schwimmerin Schulte verpasst überraschend Rücken-Finale +++ (Keine) Rampensäue +++ IOC-Chef Bach ignoriert Paralympics +++ So sicher sind die Paralympics +++ Interview mit Chef de Mission Quade

Marieke Vervoorts Bucket List

Marieke Vervoort hört nach den Paralympics in Rio mit dem Leistungssport auf und hat sich bereits um Sterbehilfe gekümmert. (Foto: dpa)

Marieke Vervoort hört nach den Paralympics in Rio mit dem Leistungssport auf und hat sich bereits um Sterbehilfe gekümmert. (Foto: dpa)

„Ich möchte in einem F-16-Kampfjet mitfliegen, einen Bungeejump in eine Schlucht machen, Fallschirmspringen ohne Rollstuhl, Japan bereisen.“

Marieke Vervoort über die letzten Dinge, die sie vor ihrem Tod noch erleben will. Verwoort denkt aufgrund ihrer Schmerzen (unheilbare und fortschreitende Muskelerkrankung Progressive Tetraplegic und Reflex Simpatic Dystrofie) über den Freitod nach, wie sie schon vor Wochen angekündigt hat. Verwoort ist in Belgien ein Superstar, sie wurde in ihrer Heimat bei der Wahl zum Sportler des Jahres Zweite hinter Fußballstar Kevin de Bryune und bei der Kür zur „Women of the Year“ durch das populärste belgische Monatsmagazin ebenfalls Zweite hinter Angela Merkel. In einem heute in der „Welt“ erschienenen Interview erzählt sie außerdem:

„Ich träume oft vom Tod. Wenn ich mich wahnsinnig schlecht fühle, möchte ich sterben. Wie lange ich das noch aushalte? Keine Ahnung. Ich weiß nur, wie es sein wird, wenn es soweit ist. Jedenfalls stelle ich mir vor, ich bin bei einer Operation, der Arzt gibt mir eine Narkosespritze, ich schlafe langsam ein und wache eben nicht mehr auf. Meine Eltern und Freunde werden am Bett stehen. Mein Testament ist fertig, die Abschiedsbriefe sind geschrieben. Keiner soll weinen. Alle sollen froh sein, dass ich nicht mehr leiden muss. Mit Champagner sollen sie anstoßen. Meine Asche soll auf Lanzerote verstreut werden. Es ist der Ort, der mir Frieden und Ruhe gibt.“

3 x Bronze am Abend: Streng, Müller-Rottgardt, Herrmann

Die deutschen Leichtathleten haben in der Nacht zu Samstag drei weitere Medaillen bei den Paralympics in Rio de Janeiro geholt.

Der unterschenkel-amputierte Felix Streng lief über 100 Meter in 11,03 Sekunden auf Platz drei. Felix Behre (11,26) wurde nach einem völlig missglückten Start nur Siebter. Nach seinem Sprint lief der in Bolivien geborene Streng, der auch Staffel-Kollege von Markus Rehm ist, gleich noch eine Ehrenrunde mit der deutschen Fahne. „Ich war heiß auf diese Medaille“, sagte der 21-Jährige.

Bei ihren dritten Paralympics gewann Katrin Müller-Rottgardt endlich ihre erste Medaille. Zusammen mit ihrem Begleitläufer Sebastian Fricke sprintete die sehbehinderte Leichtathletin über 100 Meter auf Platz drei. 11,99 Sekunden bedeuteten im Ziel eine persönliche Bestzeit für die 34 Jahre alte Wattenscheiderin. 2004 in Athen war Müller-Rottgardt schon einmal Vierte über 100 Meter geworden.

Frances Herrmann hatte 2008 schon einmal Silber mit dem Diskus geholt. Jetzt fügte die 27-jährige Cottbusserin ihrer Medaillensammlung noch Bronze im Speerwurf hinzu. 18,16 Meter reichten der Rollstuhlfahrerin nach Platz drei bei der WM 2015 erneut für diesen Rang. Die neue Paralympics-Siegerin Lijuan Zou aus China warf mit 21,86 Metern einen Weltrekord.

(dpa)

Silber für Denise Grahl

Die erste deutsche Schwimm-Medaille in Rio gewann eine Paralympics-Debütantin: Die 23 Jahre alte Denise Grahl schwamm in 33,16 Sekunden einen Europarekord über 50 Meter Freistil und musste sich nur der Amerikanerin McKenzie Coan (32,42) geschlagen geben. Ihr Motto lautete: „Rein ins Wasser und alles raushauen. Ich bin sehr glücklich, dass es mit der Medaille geklappt hat.“

(dpa)

Perfekt gelaufen: Bronze für Nicolai Kornhaß

Nicolai Kornhaß (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Nicolai Kornhaß (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Judoka Nicolai Kornhaß gewann am Abend bei seinen ersten Paralympics in der Klasse bis 73 Kilogramm den Kampf um Bronze gegen den Japaner Aramitsu Kitazono. „Es ist perfekt gelaufen. Ich kann nicht meckern“, sagte der 23-Jährige aus Heidelberg. „Ich wusste: Eine Medaille kann sein. Aber ich wollte mir keinen Druck machen. Dass es jetzt geklappt hat, freut mich total.“ Kornhaß trainiert eigenen Angaben zufolge im Schnitt 8 Mal in der Woche (5 x Judo + 3 x Kraft). Nach Goldjunge Niko Kappel (Kugelstoßen, siehe unten: Donnerstag, 8. September 2016) ist Kornhaß der zweite Paralympics-Neuling, der in Rio für Deutschland erfolgreich ist.

(RP/dpa)

Ottobock und das IPC

verlängern ihre Partnerschaft bis Ende 2020, wie das Unternehmen am Abend per twitter bekannt gab.

(RP)

Lauter nette Leute auf twitter

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Erich Winkler: Wenn die Beinprothese macht, was sie will

Erich Winkler (Archivfoto: ARD)

Erich Winkler (Archivfoto: ARD)

Einen besonderen Auftritt legte Bahnradsportler Erich Winkler in der 3000-Meter-Einzelverfolgung hin – auch wenn der am späten Abend nicht mit einer Medaille belohnt wurde. Während der Qualifikation im Velodrom klickte auf einmal seine Beinprothese aus der Pedale. Das linke Bein des 48-Jährigen hing zur Seite weg, er konnte nicht mehr richtig treten. Doch Winkler durfte noch einmal starten, raste dabei in das kleine Finale um Bronze, das er dann wenig überraschend gegen Arnoud Nijhuis verlor. Während Winkler durch einen Motorradunfall den rechten Arm und den linken Unterschenkel verlor, kann der Niederländer mit zwei Beinen in die Pedalen treten. „Das muss der Spirit sein. Der Wille war da“, sagte Winkler über seinen Wettkampf.

(dpa)

Gegen Brasilien: Lockerer Auftakt für Rollstuhlbasketball-Damen

Mareike Miller (#4) im Duell gegen Lisa Martins (#12) und Perla Assuncao (#6). (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Mareike Miller (#4) im Duell gegen Lisa Martins (#12) und Perla Assuncao (#6). (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen ist erfolgreich in das paralympische Turnier in Rio de Janeiro gestartet. Zum Auftakt gelang dem Paralympicssieger von London ein ungefährdeter 77:32 (23:2/45:13/63:21) Erfolg über Gastgeber Brasilien.

„Ohne dem Gegner wehtun zu wollen, dies war natürlich nicht mehr als ein Pflichtsieg. Für uns beginnt Morgen gegen Großbritannien das Turnier erst richtig“, freute sich Cheftrainer Holger Glinicki nach der Partie vor über 7.000 Zuschauern in der Rio Olympic Arena.

Von Beginn an dominierte Deutschland das Geschehen auf dem Parkett und hatte im Center-Trio Mareike Miller, Marina Mohnen und Gesche Schünemann eine überlegene Offensive, die zusammen 60 der 77 Punkte markieren konnte. Ex-Nationalspieler Peter Schadt, für ROLLINGPLANET live in Rio: „Marina war die beste Spielerin auf dem Feld.“ Nun kommt es am Samstag um 11:45 Uhr gegen den EM-Dritten Großbritannien zum zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A.

(Andreas Joneck)

Rollstuhlbasketballer chancenlos gegen Favorit USA

Auch er war deutlich besser als gestern: Thomas Böhme (l.) glänzte als bester deutscher Spieler. (Foto: Andreas Joneck)

Auch er war deutlich besser als gestern: Thomas Böhme (l.) glänzte als bester deutscher Spieler. (Foto: Andreas Joneck)

Die deutsche Nationalmannschaft der Herren konnte auch ihr zweites Spiel beim paralympischen Rollstuhlbasketball-Turnier in Rio de Janeiro nicht gewinnen. Goldkandidat USA hatte am Ende keine Probleme gegen das allerdings deutlich verbesserte „Team Germany“, das eine 52:77 (11:15/26:39/36:60)-Niederlage einstecken musste.

„Auch wenn wir uns im Verhältnis zum Auftaktspiel klar verbessert haben, sind wir leider immer noch nicht richtig im Spiel angekommen“, zeigte sich Bundestrainer Nicolai Zeltinger nach der Partie realistisch. Seine Mannschaft begann stark, zeigte sich mental aggressiv und brachte die US-Boys zunächst in arge Bedrängnis. Doch immer wieder schlichen sich leichte Fehler im deutschen Spiel ein, die die cleveren Nordamerikaner um Kapitän Michael Paye eiskalt ausnutzten. „Unter dem Strich sind 17 Ballverluste gegen die USA natürlich nicht zu kompensieren“, so Zeltinger.

So war eine faustdicke Überraschung bereits zur Halbzeit außer Sichtweite, und am Ende war es Thomas Böhme, der mit seiner starken Offensivleistung eine höhere Niederlage verhinderte. Mit 26 Korbunkten war er deutscher Topscorer, gefolgt von Dirk Passiwan (8) und André Bienek (5). Einen rabenschwarzen Tag erwischte Aliaksandr Halouski – ihm gelang nicht ein einziger Zähler. Ex-Nationalspieler Peter Schadt, für ROLLINGPLANET live in Rio, lobte trotzdem ungewöhnlich milde: „Die Amis waren überragend, aber die Deutschen haben heute gut gekämpft.“ Morgen kann sich die deutsche Auswahl laut ROLLINGPLANET auf ihren ersten Sieg freuen: Dann geht es um 17:30 Uhr Ortszeit (22:30 Uhr MESZ) gegen den krassen Außenseiter Algerien.

(RP/tt/aj)

Silber für Sprinterin Claudia Nicoleitzik, als sie schon nicht mehr daran glaubte

Claudia Nicoleitzik (Archivfoto: dpa)

Claudia Nicoleitzik (Archivfoto: dpa)

Zehn Endläufe über die Königsdisziplin 100 Meter werden am Freitag in den verschiedenen Leichtathletik-Klassen gestartet. Die deutsche Sprinterin Claudia Nicoleitzik holte in der persönlichen Bestzeit von 14,64 Sekunden die Silbermedaille in ihrer Startklasse T36. Die 26-Jährige hat eine Bewegungs- und Koordinationsstörung. Gold ging an die Argentinierin Yanina Andrea Martinez (14,46).

Zur Hälfte des Rennens lag Nicoleitzik noch auf Platz vier, doch dann strauchelte eine Brasilianerin vor ihr und Nicoleitzik legte einen Schlussspurt hin. „Ich dachte schon kurzzeitig: Keine Medaille, das ist schade. Aber dann habe ich mich reingekämpft.“

(dpa)

Schwimmerin Schulte verpasst überraschend Rücken-Finale

17 Paralympics- und WM-Medaillen hat Schwimmerin Daniela Schulte in ihrer Karriere bereits gewonnen. Doch am Freitag verpasste sie in Rio das Finale über 100 Meter Rücken, die 34 Jahre alte Berlinerin wurde nur Vierte ihres Vorlaufs. 2015 wurde sie auf dieser Strecke noch WM-Zweite. Bei den Paralympics wird Schulte aber noch über 400 Meter Freistil und in der 200-Meter-Freistil-Staffel starten.

(dpa)

Hier erklärt eine Expertin unsere Judo-Zwillinge

„Die beiden sind keine Rampensäue.“

– Bundestrainerin Carmen Bruckmann über Carmen und Ramona Brussig, die gestern Silber in Judo gewannen, aber auf eine Feier verzichteten, weil sie sich lieber in trauter Runde mit Freunden unterhalten wollten.

Also doch feige und peinlich: IOC-Chef Bach

Thomas Bach (Foto:  Arne Dedert/dpa)

Thomas Bach (Foto: Arne Dedert/dpa)

Wegen des Staatsaktes für den gestorbenen früheren Bundespräsidenten Walter Scheel in Berlin sagte IOC-Chef Thomas Bach bekanntlich seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Paralympics ab. Gestern hatte ROLLINGPLANET spekuliert, dass Bach auch in den nächsten Tagen nicht bei den Wettkämpfen der Behindertensportler erscheinen wird (hier geht es zu unserem ausführlichen Bericht: Peinlich oder/und feige: Schwänzt IOC-Chef Bach die ganzen Paralympics?). Sein Sprecher hat nun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Medienberichte bestätigt: Die Pläne des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees hätten stets ausschließlich einen Besuch bei der Eröffnungsfeier vorgesehen. So wichtig also sind dem Bach Sportler mit Behinderung – gut zu wissen.

(RP/fs)

PETER SCHADT BLOGGT

Die deutschen Rollstuhlbasketballer haben gestern wegen eines Arroganzanfalls in der ersten Halbzeit ihr Spiel gegen Iran verloren. Nachdem ich die Mannschaft kritisiert habe, musste ich mir neue Freunde zulegen.

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Chef de Mission Quade bewertet den Start der deutschen Paralympics-Starter

DBS-Vizepräsident Karl Quade und Chef de Mission des deutschen Teams in Rio (Archivfoto: dpa)

DBS-Vizepräsident Karl Quade und Chef de Mission des deutschen Teams in Rio (Archivfoto: dpa)

Die deutsche Mannschaft hat zum Auftakt der Paralympics in Rio de Janeiro einmal Gold und zweimal Bronze gewonnen. Teamchef Karl Quade sieht dies als Ansporn, wenngleich nicht alle Hoffnungen erfüllt wurden. Der 61-Jährige ist zum elften Mal Chef de Mission einer deutschen Mannschaft bei Paralympics. Der Sportwissenschaftler holte als Volleyballer Paralympics-Gold. Das Interview führten Martin Kloth und Sebastian Stiekel

Wie bewerten Sie den deutschen Einstand in die Paralympics?

Insgesamt kann man sehr zufrieden sein mit dem Auftakt. Aber es ist sehr schade mit dem Radsport, diese unnötige Disqualifikation
von Denise Schindler. Ansonsten ist das Ergebnis für uns toll. Mit der Medaille für Niko Kappel konnte man nicht rechnen. Bei den Brussig-Schwestern hatte man schon gedacht, dass sie ganz weit vorn landen. Es war natürlich schade, dass beide in den Finalkämpfen dann nicht den Zugang zu den Gegnerinnen gefunden haben. Aber wir freuen uns riesig, dass es am ersten Tag so losgegangen ist.

Erwarten Sie jetzt eine Initialzündung für das gesamte Team?

Das gibt sicherlich für die ganze Mannschaft enormen Auftrieb. Wir waren in sechs Sportarten aktiv, in zwei gab es Medaillen, in der dritten Sportart – Goalball – mit dem 10:0 gegen Algerien ein super Ergebnis, das so nicht zu erwarten war. Bei den Schützen, naja, das war schwierig – knapp vorbei am Finale. Aber der Trainer sagte auch, damit kann man leben. Im Radsport war Denise Schindler natürlich vorgesehen, ganz vorn mit zu landen. Dennoch: Der Auftakt war besser als bei Olympia. Für die ganze Mannschaft ist das eine Mordsmotivation.

Wie gefällt Ihnen die Stimmung bei den Wettkämpfen?

Die Judo-Halle war praktisch voll, das war eine tolle Stimmung. Wir haben gesehen, dass Basketball sehr gut besucht war. Im Leichtathletik-Stadion waren leider sehr viele Plätze frei. Das ist ein bisschen schade. Ich war auch im Olympic Park heute. Da waren viele Menschen, freundliche Menschen, fröhliche Menschen und alle sind begeistert und stehen an, um in die Arenen zu kommen.

Der erste Wettkampftag war auch die erste Bewährungsprobe für Transport und Service. Wie fällt Ihr Urteil aus?

Wir können uns nicht beklagen. Es wurde vorher viel geunkt, wie schwierig das hier alles ist. Wir haben natürlich ein paar Dinge regeln müssen. Aber das war immer und bei allen Spielen so. Das Wichtigste ist für uns Unterkunft, die ist in Ordnung. Das Essen ist in Ordnung, der Transport funktioniert, die Sportstätten sind in Ordnung. Diese vier Dinge sind gut. Alles andere ist nice to have. Deswegen können die Athleten und Athletinnen von den Rahmenbedingungen her gute Leistungen bringen.

(dpa)

Donnerstag, 8.9.2016: Rollstuhlbasketballer mit enttäuschendem Auftakt +++ Kugelstoßer Kappel holt erste deutsche Goldmedaille +++ Silber für Judo-Zwillinge +++ Schwimmer gehen leer aus +++ Goalballer starten mit einem Quickie +++ Suchspiel mit David Behre +++ Denise Schindler disqualifiziert +++ Lionel Messi und FC Barcelona werben für Blindenfußball +++ Keine Medaillen für deutsche Schützinnen +++ Beucher verteidigt Bach +++ Bullshit-Bingo +++ Mit der Seilbahn über Rio +++ Weißrussland +++ Sebastian Magenheim

Rollstuhlbasketballer mit enttäuschendem Auftakt

Topscorer Aliaksandr Halouski (#12) war hier erfolgreich, konnte aber am Schluss die Niederlage nicht verhindern. (Foto: Andreas Joneck)

Topscorer Aliaksandr Halouski (#12) war hier erfolgreich, konnte aber am Schluss die Niederlage nicht verhindern. (Foto: Andreas Joneck)

Superstar Dirk Passiwan weitgehend zum Bankdrücker degradiert (und mit nur einem erfolgreichen Wurf in zwölf Minuten Spielzeit), Thomas Böhme trotz einiger guter Szenen unter seinen Möglichkeiten – da reichten auch die starken Leistungen der beiden Thüringer Alexandr Halouski (22 Korbpunkte) und André Bienek (15, darunter vier Dreier) nicht für einen erfolgreichen Start ins Turnier aus: Die deutschen Rollstuhlbasketballer haben am Donnerstagabend gegen Außenseiter Iran überraschend 63:69 (12:22, 14:14, 22:10, 15:23) verloren. Vor 2500 Zuschauern in der Halle überragte bei den Asiaten mit 30 Punkten Ebrahimi Morteza, der sein Geld in der türkischen Liga verdient.

Die Mannschaft von Bundescoach Nicolai Zeltinger, die sich eine Medaille vorgenommen hat, steht damit bereits nach ihrem ersten Auftritt unter Druck: Schon 15 Stunden nach dem Abpfiff des kräfteverzehrenden Auftaktduells geht es an diesem Freitag gegen den Titelfavoriten USA und anschließend unter anderem gegen Großbritannien und Gastgeber Brasilien. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht über das Resultat und müssen einfach eingestehen, dass wir viel zu nervös waren“, so Zeltinger. Zu einem anderen Urteil kam ROLLINGPLANET-Blogger Peter Schadt, der selbst viele Jahre lang Rollstuhlbasketball-Nationalspieler war: „Arrogante Einstellung der deutschen Mannschaft, die ihren Gegner unterschätzt hat.“ Immerhin: Vier von sechs Mannschaften der Vorrundengruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Die nächsten Spiele der Deutschen:
Freitag, 9.9., 16:45 Uhr MESZ (Ortszeit: Fr., 9.9., 11:45): USA – Deutschland,
Samstag, 10.9., 22:30 Uhr MESZ (Ortszeit: Sa., 10.9., 17:30): Algerien – Deutschland
Sonntag, 11.9., 17:15 Uhr MESZ (Ortszeit: So., 11.9., 12:15): Großbritannien – Deutschland
Dienstag, 13.9., 02:45 Uhr MESZ (Ortszeit: Mo., 12.9., 21:45): Brasilien – Deutschland

(RP)

Kugelstoßer Kappel holt erste deutsche Goldmedaille bei Paralympics

Niko Kappel (Archivfoto: IWN)

Niko Kappel (Archivfoto: IWN)

Der kleinwüchsige Kugelstoßer Niko Kappel hat bei den Paralympics in Rio de Janeiro die erste Goldmedaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Der 21-Jährige aus Sindelfingen siegte am Donnerstagabend (Ortszeit) in der Starklasse F41 mit der persönlichen Bestleistung von 13,57 Metern und nur einem Zentimeter Vorsprung vor dem Weltmeister Bartosz Tyszkowski aus Polen (13,56).

Kappel steigerte seine persönlichen Rekord zunächst im dritten Versuch auf 13,38 Meter. Im vorletzten Durchgang zog er dann sogar noch an dem großen Favoriten aus Polen vorbei. Für Kappel war es im Olympiastadion von Rio sein erster Wettkampf überhaupt bei Paralympischen Spielen. Seine größten Erfolge waren bislang jeweils Platz zwei bei der WM 2016 und der EM 2015 gewesen. Ausführlicher Bericht: Warum Kappel den Spitznamen Bonsai hat und in welcher Partei er sich politisch engagiert.

(dpa)

Silber: Judo-Zwillinge holen erste deutsche Medaillen

Archivfoto: Die sehbehinderten deutschen Judoka-Zwillinge Carmen und Ramona Brussig bei den 13. Paralympischen Spielen 2008 in Peking (Foto: dpa)

Archivfoto: Die sehbehinderten deutschen Judoka-Zwillinge Carmen und Ramona Brussig bei den 13. Paralympischen Spielen 2008 in Peking (Foto: dpa)

Vier Jahre nach ihrem Doppel-Gold von London haben die sehbehinderten Zwillinge Carmen und Ramona Brussig (siehe ROLLINGPLANET-Porträt: So ticken Carmen und Ramona Brussig) bei den Paralympics in Rio de Janeiro jeweils Silber im Judo gewonnen. Ramona Brussig verlor am Donnerstag in der Klasse bei 52 Kilogramm gegen die Französin Sandrine Martinet und gewann damit die zweite deutsche Medaille, nachdem ihre Schwester Carmen zuvor in der Klasse bis 48 Kilogramm Zweite geworden war.

Nach den Paralympics-Siegen 2004 und 2012 sowie Silber 2008 war es die vierte Medaille für die 39 Jahre alte Ramona Brussig hintereinander. In den Runden zuvor hatte sich die gebürtige Leipzigerin gegen Michele Aparecida Ferreira aus Brasilien und die Usbekin Sevinch Salajewa durchgesetzt.

Ihre Zwillings-Schwester Carmen Brussig hatte zuvor im Limit bis 48 Kilogramm Silber geholt. Die Wahl-Schweizerin verlor im Finale gegen die Chinesin Liqing Li. „Ich bin überglücklich über die Silbermedaille und bin froh, dass ich die jetzt habe. Ich wusste, dass der schwer werden würde, weil wir unter Druck standen nach London. Aber als Athlet freut man sich über jede Medaille“, sagte Carmen Brussig.

Damit komplettierte sie nach dem Paralympics-Sieg 2012 und Bronze 2008 ihren Medaillensatz. „Das ist schön“, kommentierte sie. In den Runden zuvor hatte sie sich gegen Ecem Tasin aus der Türkei und Julia Galinska aus der Ukraine durchgesetzt.

Beide erreichten am Donnerstag jeweils das Finale in ihrer Gewichtsklasse und kämpfen am Nachmittag (Ortszeit) um Gold. Carmen Brussig startet im Superleichtgewicht bis 48 Kilogramm, Ramona in der Klasse bis 52 Kilogramm. Die 38 Jahre alten Zwillinge vom PSV Schwerin gewannen bereits 2012 in London binnen weniger Minuten jeweils die Goldmedaille.

(RP/dpa)

Schwimmer gehen leer aus

Zum Auftakt der Schwimm-Wettbewerbe haben es nur zwei deutsche Sportlerinnen in ihre jeweiligen Finals geschafft. Über 100 Meter Rücken wurde Janina Breuer Sechste der Startklasse S14 und Denise Grahl Achte der Klasse S7. Brasiliens Paralympics-Star Daniel Dias gewann über 200 Meter Freistil bereits die elfte Goldmedaille seiner Karriere.

Nach 10 Minuten war Schluss: Goalballer starten mit einem Quickie

Die deutschen Goalballer haben zum Auftakt der Paralympics mit 10:0 gegen Algerien gewonnen. Die Partie dauerte nur etwas mehr als zehn Minuten, weil die Regeln den sofortigen Abpfiff vorsehen, falls eine Mannschaft mit zehn Toren Abstand führt. Goalball ist ein Spiel für Sehbehinderte, bei dem jeweils drei Spieler pro Team versuchen, den Ball in das neun Meter breite Tor des Gegner zu werfen.

(dpa)

Ein besonderes Suchspiel mit David Behre

David Behre (Foto: ARD)

David Behre (Foto: ARD)

„Ich rief um Hilfe, dann kam eine Frau. Der sagte ich: ‚Bitte suchen Sie meine Füße und holen Sie Eis und packen Sie die ein.’ Ich dachte, die kann man noch annähen.“

David Behre, Sprinter, der vor neun Jahren als 20-Jähriger von einem Zug erfasst, 150 Meter weit mitgeschleift wurde und beide Beine verlor.

Bitter: Denise Schindler disqualifiziert

Denise Schindler (Foto: Allianz/Christian Kaufmann)

Denise Schindler (Foto: Allianz/Christian Kaufmann)

Radsportlerin Denise Schindler (rechts unterschenkelamputiert) ging als Medaillenkandidatin in die Einzelverfolgung auf der Bahn – wurde aber bereits nach ihrem Qualifikationsrennen disqualifiziert. Die Begründung: Die in München lebende Chemnitzerin sei zu lange im Windschatten ihrer Gegnerin Megan Giglia aus Großbritannien gefahren. Besonders bitter daran: Ihre Zeit hätte für die Teilnahme an dem Rennen um die Bronzemedaille gereicht. Der Deutsche Behindertensportverband verzichtete auf einen Protest.

Schindler weinte und sagte völlig aufgelöst: „Ich habe so eine Wut. Das ist so hart, so bitter. Da arbeitet man vier Jahre darauf hin – und dann so was. Ich wusste, dass ich ins Finale fahren kann.“ Allerdings hat die Sportlerin in Rio noch zwei weitere Medaillenchancen ( am 14. September im Zeitfahren und am 16. im Straßenrennen).

Die 30-Jährige hatte im Frühjahr für Schlagzeilen gesorgt, als bekannt wurde, dass sie gemeinsam mit einem Software-Anbieter daran arbeitet, Prothesen mit dem 3D-Drucker zu fertigen.

Prominente Besucher bei der Hannover Messe im April: Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama bei Denise Schindler. (2.v.r., Foto: Fortis PR)

Prominente Besucher bei der Hannover Messe im April: Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama bei Denise Schindler. (2.v.r., Foto: Fortis PR)

(RP/ag)

UNICEF, Lionel Messi und FC Barcelona

Lionel Messi im Barcelona-Trikot (Foto. dpa)

Lionel Messi im Barcelona-Trikot (Foto. dpa)

Lionel Messi und der FC Barcelona werben für die Paralympics. Der argentinische Fußball-Star und seine Kollegen haben sich einem Penalty-Schießen der spanischen Blinden-Auswahl gestellt, die bei den Paralympics in Rio de Janeiro antritt. Dabei trugen sie blickdichte Augenklappen. Am Ende sprang bei drei Schussversuchen nur ein 1:1 heraus – dank Messi, dessen Schuss vom Pfosten ins Tor kullerte.

Das Video (hier zu sehen) entstand in Zusammenarbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF, der FC Barcelona Stiftung und dem Internationalen Paralympics Komitee (IPC). Ziel ist es, die Inklusion von Kindern zu fördern. Neben Messi (bei dem Ex-Weltfußballer und Hobbyarzt Romario ungefragt Autismus diagostiziert hat) traten Sergio Busquets, Jordi Masip, Ivan Rakitic und Sergi Roberto für den FC Barcelona an. Der einminütige Clip soll bis zum 18. September in allen paralympischen Sportstätten in Rio de Janeiro gezeigt werden.

(RP/dpa)

Deutsche Schützinnen beim Paralympics-Auftakt ohne Medaillen

Der erste große Wettkampf bei den Paralympics in Rio de Janeiro ist aus deutscher Sicht mit einer Enttäuschung geendet. Natascha Hiltrop, Elke Seeliger und Manuela Schmermund verpassten beim Schießen mit dem Luftgewehr (stehend) jeweils deutlich die erhoffte Medaille. Seeliger wurde am Donnerstagmorgen (Ortszeit) Elfte, Hiltrop Zwölfte und Schmermund belegte Platz 16.

(dpa)

IOC-Chef nicht bei Paralympics-Eröffnung: Beucher verteidigt Bach

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, hat das Fehlen von IOC-Chef Thomas Bach bei der Eröffnungsfeier der Paralympics verteidigt. „Er hat an dem Staatsakt für den früheren Bundespräsidenten und Außenminister Walter Scheel teilgenommen. Da kann man einfach nicht nach Rio de Janeiro kommen“, sagte Beucher am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in Rio de Janeiro. Alles andere seien „Medienspekulationen“. ROLLINGPLANET hat sich mal an den Medienspekulationen beteiligt: Peinlich oder/und feige: Schwänzt IOC-Chef Bach die ganzen Paralympics?

Bullshit-Bingo

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„Ich möchte kein Bullshit-Bingo führen müssen, wie oft bei den #Paralympics den Reportern einfällt, die Athleten inspirierend zu beschreiben.“

Julia Probst, gehörlose Behindertenaktivistin

PETER SCHADT BLOGGT

Unbedingt anschauen! Seilbahn Estação do Caminho Aero. Komplett behindertengerecht, tolle Aussicht. Preis: 38 Reais (ca. 12 Euro).

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Der Zuckerhut (Pão de açúcar)…

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Weissrussland: IPC verbannt Funktionär

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat promt auf den Weissrundland-Eklat reagiert. Das IPC schloss Andrej Fomotschkin (53) von den Paralympics in Rio aus. Wenige Stunden nach der Eröffnungsfeier wurde ihm die Akkreditierung entzogen. „Das IPC wird das weißrussische Nationale Paralympics Komitee daran erinnern, dass politische Proteste während der Paralympischen Spiele verboten sind“, teilte das IPC mit.

Das weißrussische Team war bei der Eröffnungsfeier mit einer russischen Fahne ins Stadion von Rio de Janeiro eingezogen. Es protestierte damit gegen den Ausschluss Russlands von den Paralympischen Spielen aufgrund des Vorwurfs staatlich organisierten Dopings. In Moskau und Minsk wurde dies heute als Geste der Solidarität gefeiert (Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Das war fraglos eine Großtat, was die weißrussischen Paralympiker gemacht haben.“)

Beim Einzug in das Maracana-Stadion war Fomotschkin am Ende der weißrussischen Mannschaft und breitete die weiß-blau-rote Flagge mit beiden Armen aus. Er schaffte auf der Tartanbahn mehrere Meter, bevor Offizielle ihm die russische Fahne abnahmen. Fomotschkin leitet das Olympia-Zentrum der weißrussischen Leichtathleten. Die eigene weißrussische Fahne hatte Speerwerfer Alexander Trypuz ins Maracana getragen.

(RP/zg/dpa)

Der Glue Guy

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„Wir hatten ein Gespräch mit dem gesamten Team, bei dem mir meine Kollegen gesagt haben, dass sie mich als ,Energizer‘ sehen. Wenn ich auf dem Feld bin, stecke ich die anderen durch meine Aura und mein Karma total an, sodass jeder noch mal einen Push bekommt und sich voll reinhängt. Ich komme von der Bank, werde wahrscheinlich 6. Mann sein. Wir haben zwei gute Schützen und einen sehr starken Center. Ich kann außen sowie an beziehungsweise in der Zone spielen, bin also dort im Einsatz, wo ich gerade gebraucht werde. Im Englischen gibt es den Begriff des ,Glue Guy‘, der einen Spieler bezeichnet, der alles zusammenhält und nach vorne pusht.“

Sebastian Magenheim von unserem Kooperationspartner USC München über seine Rolle in der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, die an diesem Donnerstagabend (8.9., 23 Uhr MESZ, Ortszeit: 18 Uhr) ihr erstes Gruppenspiel gegen Iran bestreitet.

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Die deutschen Medaillengewinner/innen in Rio
Für Details zu den Medaillengewinnern klicken Sie auf unseren Reiter „TAGEBUCH“ und auf das hier angegebene Datum.

Valentin BaussilberSilberTischtennis (WK5)12.09.2016
David BehregoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
silberSilber400 Meter15.09.2016
bronzeBronze200 Meter (T44)12.09.2016
Irmgard Bensusan silberSilber400 Meter (T44)12.09.2016
silberSilber200 Meter (T44)15.09.2016
silberSilber100 Meter (T44)17.09.2016
Thomas BrüchlesilberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Carmen BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Ramona BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Marianne BuggenhagensilberSilberKugelstoßen17.09.2016
Sebastian DietzgoldGoldKugelstoßen16.09.2016
silberinoffizielles Silber, verliehen von ROLLINGPLANETHeiratsantrag17.09.2016
Hans DurstgoldGoldDreirad Zeitfahren14.09.2016
goldGoldDreirad 30 km16.09.2016
Andrea EskaugoldGoldHandbike 45 km (H5)15.09.2016
silberSilberHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Johannes Floors goldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
Denise GrahlsilberSilberSchwimmen 50 m Freistil (S7)09.09.2016
Stephanie GrebesilberSilberTischtennis (WK6)13.09.2016
Frances HerrmannbronzeBronzeSpeerwurf09.09.2016
Natascha HiltropsilberSilberLuftgewehr10.09.2016
Niko KappelgoldGoldKugelstoßen08.09.2016
Tom Kierey silberSilberKanu15.09.2016
Birgit KobergoldGoldKugelstoßen17.09.2016
Nicolai KornhaßbronzeBronzeJudo09.09.2016
Kai Kruse
(mit Stefan Nimke)
bronzeBronzeTandem Zeitfahren 1000 Meter11.09.2016
Franziska Liebhardt goldGoldKugelstoßen13.09.2016
silberSilberWeitsprung14.09.2016
Vanessa LowgoldGoldWeitsprung (T42)09.09.2016
silberSilber100 Meter (T42)17.09.2016
Jana Majunke bronzeBronzeDreirad Straßenrennen (T2)16.09.2016
Vico MerkleingoldGoldHandbike Straßenfahren (H4)15.09.2016
bronzeBronzeHandbike Zeitfahren (H4)14.09.2016
Edina MüllersilberSilberKanu15.09.2016
Katrin Müller-RottgardtbronzeBronze100 Meter09.09.2016
Claudia NicoleitziksilberSilber100 Meter (T36)09.09.2016
bronzeBronze200 Meter13.09.2016
Elke Philipp
(auf Regaliz)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Heinrich PopowgoldGoldWeitsprung (T42)17.09.2016
Markus RehmgoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
goldGoldWeitsprung (T44)17.09.2016
Christiane ReppegoldGoldHandbike 45 km (H4)15.09.2016
Alina Rosenberg
(auf Nea’s Daboun)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Daniel ScheilgoldGoldKugelstoßen (F33)10.09.2016
Denise SchindlersilberSilberRadfahren Zeitfahren14.09.2016
bronzeBronzeRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Thomas SchmidbergersilberSilberTischtennis (WK3)11.09.2016
silberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Torben SchmidtkebronzeBronzeSchwimmen 100 Meter Brust
(SB6)
15.09.2016
Naomi Maike SchnittgerSilberSchwimmen 50 m Brust17.09.2016
Martin Schulz goldGoldTriathlon (PT4)10.09.2016
Felix StrenggoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
bronzeBronze100 Meter09.09.2016
bronzeBronzeWeitsprung (T44)17.09.2016
Michael TeubergoldGoldRadfahren Einzelzeitfahren (C3)14.09.2016
Thomas Ulbricht silberSilber100 Meter (T12)15.09.2016
Dorothee Vieth goldGoldHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Steffen WariasgoldGoldRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Max WebersilberSilberHandbike Straßenrennen 60 km (H3)15.09.2016
Martina WillingsilberSilberSpeerwurf10.09.2016
Steffen Zeibig
(auf Feel Good)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
bronzeBronzeDressurreiten Kür16.09.2016
Vor den Paralympics: 10 deutsche Goldkandidaten
ROLLINGPLANET nennt 10 deutsche Goldkandidaten bei den Paralympics in Rio und ihre persönlichen Geschichten. Bitte hier klicken.
Vor den Paralympics: Das sind die möglichen Stars
Von Markus Rehm bis Alessandro Zanardi: ROLLINGPLANET nennt acht internationale Sportler/innen, die weltweit für Furore sorgen könnten. Bitte hier klicken.
Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

155 Deutsche (89 Männer/66 Frauen) gehen an den Start. Vor vier Jahren in London waren es 150 (88/62). Zudem sind drei so genannte Guides dabei: eine Steuerfrau (Rudern), ein Pilot (Radsport) und ein Begleitläufer in der Leichtathletik. 58 Deutsche erleben ihre Paralympics-Premiere. Zudem reisen 94 Personen im Funktionsteam (Trainer, Ärzte und Betreuer) mit. Jüngste deutsche Teilnehmerin ist die 17-jährige Schwimmerin Janina Breuer, die älteste Marianne Buggenhagen. Für die 63-Jährige sind es die siebten Paralympics.

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Bogenschießen

Uwe Herter (VfL Sindelfingen)
Jennifer Heß (Hamburger Bogenschützen Gilde)
Lucia Kupczyk (BS Laichinger Alb)
Maik Szarszewski (SC Vöhringen)

Goalball

Michael Feistle (SSG Blista Marburg)
Christian Friebel (RGC Hansa)
Stefan Hawranke (SSV Königs Wusterhausen)
Oliver Hörauf (BFV Ascota Chemnitz)
Thomas Steiger (RGC Hansa)
Reno Tiede (RGC Hansa)

Judo

Carmen Brussig (PSV Schwerin)
Ramona Brussig (PSV Schwerin)
Sebastian Junk (1. Mannheimer JC)
Nikolai Kornhaß (Gundelfinger Turnerschaft)
Oliver Upmann (1. Mannheimer JC)

Kanu

Tom Kierey (Berliner Kanu Club Borussia)
Ivo Kilian (Hallescher Kanu-Club 54)
Edina Müller (Hamburger Kanu Club)

Leichtathletik

Lindy Ave (HSG Uni Greifswald)
Alhassane Baldé (SSF Bonn)
David Behre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Irmgard Bensusan (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Reinhold Bötzel (Rot-Weiß Koblenz)
Vanessa Braun (TV Püttlingen)
Marianne Buggenhagen (PSC Berlin)
Sebastian Dietz (BSG Bad Oeynhausen)
Janne Sophie Engeleiter (BPRSV Cottbus)
Johannes Floors (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Isabelle Foerder (HSC Erfurt)
Sebastian Fricke (TV Wattenscheid 01)
Maike Hausberger (Postsportverein Trier)
Frances Herrmann (BPRSV Cottbus)
Niko Kappel (VfL Sindelfingen)
Birgit Kober (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frederike Charlotte Koleiski (Eintracht Duisburg)
Franziska Liebhardt (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Vanessa Low (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathias Mester (1. FC Kaiserslautern)
Juliane Mogge (TV Wattenscheid 01)
Katrin Müller-Rottgardt (TV Wattenscheid 01)
Claudia Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Nicole Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Heinrich Popow (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Dennis Rill (TV Wattenscheid 01)
Leon Schäfer (Bayer Leverkusen)
Daniel Scheil (BVS Weiden)
Jana Schmidt (1. LAV Rostock)
Denis Schmitz (RSG Bönen)
Marc Schuh (TV Herkenrath 09)
Mathias Schulze (SC DHfK Leipzig)
Maria Seifert (HSC Erfurt)
Uta Streckert (TV Wattenscheid 01)
Felix Streng (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frank Tinnemeier (TSV Hillentrup)
Thomas Ulbricht (PSC Berlin)
Martina Willing (BPRSV Cottbus)

Radsport

Kerstin Brachtendorf (BPRSV Cottbus)
Hans-Peter Durst (RuMC 1925 Sturm Hombruch Dortmund)
Andrea Eskau (USC Magdeburg)
Kai Kristian Kruse (Schweriner SC)
Jana Majunke (BPRSV Cottbus)
Vico Merklein (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Stefan Nimke (PSV Schwerin)
Christiane Reppe (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Thomas Schäfer (Nordharzer RSG Bad Harzburg)
Denise Schindler (BSV München)
Michael Teuber (BSV München)
Dorothee Vieth (Harvestehuder RV/Hamburger SV)
Steffen Warias (RVC Reute)
Max Weber (TSV Obergünzberg)
Erich Winkler (TV Geisenhausen/RC Vilsbiburg)

Reiten

Elke Phillip (RuFV Chiemgau Nord)
Alina Rosenberg (BPRSV Cottbus)
Claudia Schmidt (Darmstadt)
Carolin Schnarre (Sportfreunde Lotte)
Steffen Zeibig (SGV Dresden)

Rollstuhlbasketball (Damen)

Annabel Breuer (RSV Lahn-Dill)
Annegrit Brießmann (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Laura Fürst (RBB München)
Barbara Groß (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Simone Kues (BG Baskets Hamburg)
Maya Lindholm (BG Baskets Hamburg)
Mareike Miller (BG Baskets Hamburg)
Marina Mohnen (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Anne Patzwald (BBC Warendorf)
Gesche Schünemann (BG Baskets Hamburg)
Johanna Welin (RBB München)
Annika Zeyen (BG Baskets Hamburg)

Rollstuhlbasketball (Herren)

Andre Bienek (RSB Thuringia Bulls)
Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill)
Nico Dreimüller (RSV Lahn-Dill)
Jan Haller (RSV Lahn-Dill)
Aliaksandr Halouski (RSB Thuringia Bulls)
Matthias Heimbach (FCK Rolling Devils)
Christopher Huber (RSV Lahn-Dill)
Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill)
Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill)
Sebastian Magenheim (USC München)
Kai Möller (FCK Rolling Devils)
Dirk Passiwan (RSC-Rollis 1985 Trier)

Rollstuhlfechten

Simone Briese-Baetke (Maccabi Rostock)
Balwinder Cheema (Makkabi Rostock)

Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Zehlendorfer Wespen)

Rudern

Tino Kolitscher (HRV Böllberg/Nelson)
Susanne Lackner (Ruderclub Vilshofen)
Valentin Luz (Frankfurter Rudergesellschaft Germania)
Anke Molkenthin (Schleißheimer Paddelclub)
Johannes Schmidt (Offenbacher RG Undine)
Inga Thöne (Ulmer Ruderclub Donau)

Schwimmen

Janina Breuer (PSC Berlin)
Christoph Burkard (TV Rottweil)
Annke Conradi (Schwimmclub Regensburg)
Denise Grahl (Hanse-Schwimmverein Rostock)
Elena Krawzow (PSC Berlin)
Tobias Pollap (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Torben Schmidtke (Schweriner SC)
Maike Naomi Schnittger (SC Potsdam)
Verena Schott (PSC Berlin)
Daniela Schulte (PSC Berlin)
Hannes Schürmann (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Daniel Simon (VSG Darmstadt)
Emely Telle (PSC Berlin)

Segeln

Lasse Klötzing (PSC Berlin/Potsdamer Yacht Club)
Heiko Kröger (Norddeutscher Regatta Verein)
Jens Kroker (Yachtclub Berlin-Grünau/Norddeutscher Regatta Verein)
Siegmund Mainka (Yachtclub Berlin-Grünau)

Sitzvolleyball (Herren)

Dominik Albrecht (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Hähnlein (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Christoph Herzog (BV Leipzig)
Barbaros Sayilir (BSG Emmelshausen)
Torben Schiewe (MTV Eintracht Celle)
Alexander Schiffler (BV Leipzig)
Lukas Schiwy (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Jürgen Schrapp (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Schu (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathis Tigler (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Martin Vogel (TG Nürtingen)
Heiko Wiesenthal (BSG Emmelshausen)

Sportschießen

Bernhard Fendt (DRW Ursberg)
Norbert Gau (FSG Der Bund München)
Natascha Hiltrop (SV Lengers 1964)
Josef Neumaier (SV Wacker Burghausen)
Manuela Schmermund (SG Mengshausen)
Elke Seeliger (SV Etzhorn)

Tischtennis

Valentin Baus (BSG Duisburg-Buchholz)
Thomas Brüchle (SV Salamander Kornwestheim/SV Deuchelried)
Stephanie Grebe (Borussia Düsseldorf)
Jan Gürtler (RSC Berlin/TSV Marienfelde)
Lena Kramm (BSV München)
Sandra Mikolaschek (Borussia Düsseldorf)
Holger Nikelis (RSC Köln)
Thomas Rau (RSV Landkirchen)
Thomas Schmidberger (Borussia Düsseldorf)
Juliane Wolf (BSG Offenburg)
Jochen Wollmert (Borussia Düsseldorf)

Triathlon

Stefan Lösler (GC Nendorf)
Martin Schulz (SC DHfK Leipzig)

Medaillenspiegel der XV. Paralympischen Sommerspiele
PlatzLandGoldSilberBronze
1.Volksrepublik China1078151
2.Großbritannien643944
3.Ukraine413739
4.USA404431
5.Australien223029
6.Deutschland182514
7.Niederlande171926
8.Brasilien142929
9.Italien101415
10.Polen91812
11.Spanien9148
12.Frankreich9514
13.Neuseeland957
14.Kanada81011
15.Iran897
16.Usbekistan8617
17.Nigeria822
18.Kuba816
19.Weißrussland802
20.Südkorea71117
21.Tunesien766
22.Südafrika764
23.Thailand666
24.Griechenland544
25.Belgien533
Slowakei533
27.Algerien457
28.Irland443
29.Mexiko429
30.Ägypten354
31.Serbien324
32.Norwegen323
33.Marokko322
34.Türkei315
35.Kenia312
36.Malaysia301
37.Kolumbien2510
38.Vereinigte Arabische Emirate241
39.Irak230
40.Hongkong222
41.Kroatien221
Schweiz221
43.Indien211
44.Litauen210
45.Lettland202
46.Singapur201
47.Ungarn189
48.Aserbaidschan182
49.Schweden145
50.Österreich144
51.Dänemark124
Tschechien124
53.Namibia122
54.Argentinien113
55.Vietnam112
56.Finnland111
Trinidad und Tobago111
58.Kasachstan110
Slowenien111
60.Bahrain100
Bulgarien100
Georgien100
Kuwait100
64.Japan01014
65.Venezuela033
66.Jordanien021
67.Katar020
68.Taiwan011
69.Bosnien und Herzegowina010
Elfenbeinküste010
Uganda010
Äthiopien010
73.Portugal004
74.Israel003
75.Mongolei002
76.Indonesien001
Kap Verde001
Mosambik001
Pakistan001
Philippinen001
Rumänien001
Saudi-Arabien001
Sri Lanka001
Russland war wegen Doping-Vorwürfen ausgeschlossen.
Die deutschen Medaillengewinner/innen finden Sie unter dem Reiter „DAS DEUTSCHE TEAM“.
Die 22 Sportarten bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro
Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro stehen 22 Sportarten im Programm. Das sind zwei mehr als 2012 in London. Ihre Premiere erleben Triathlon und Kanu. Insgesamt gibt es 23 Disziplinen, da im Radsport auf der Bahn und der Straße gefahren wird. 7a-Side-Fußball und Segeln sind vorerst das letzte Mal paralympisch. 2020 in Tokio werden Badminton und Taekwondo ins Programm aufgenommen. Nach dem Ausschluss der russischen Mannschaft sind in Rio immer noch 4350 Athleten aus 165 Nationen dabei.

1. Boccia

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (BC1 – BC4). Nicht teilnehmen dürfen Sportler mit unterschiedlicher Beinlänge, Kleinwuchs, intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Athleten sitzen während des Wettkampfes im Rollstuhl.

Die italienische Variante des Boule-Spiels ist seit 1984 im Programm und eine ausschließlich paralympische Sportart. In Rio gibt es vier Einzelwettbewerbe, zwei Doppel-Wettbewerbe und ein Team-Wettbewerb. Frauen und Männer spielen zusammen. Insgesamt sind 108 Athleten dabei – 80 Männer und 28 Frauen. Es geht um Präzision und Konzentration. Gespielt wird mit Lederbällen. Der Spieler muss seine eigenen farbigen Kugeln möglichst nah an eine kleine weiße Zielkugel (Jackball) platzieren bzw. die gegnerischen Kugeln vom Jackball wegschießen. Wer die meisten Kugeln am dichtesten am Jackball platziert hat, gewinnt. In Rio sind keine deutschen Teilnehmer dabei.

2. Bogenschießen

Wer darf wie mitmachen? Zwei Startklassen, W1 (im Rollstuhl sitzend) und O (offene Klasse, im Rollstuhl als auch stehend). Nicht teilnehmen dürfen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit.

Ist seit der Paralympics-Premiere 1960 im Programm. In Rio gibt es insgesamt neun Wettbewerbe – je drei bei den Männern, Damen und im Mixed-Team. Dabei sind 140 Teilnehmer (80 Männer/60 Frauen). Die in Ringe eingeteilte 80-cm-Zielscheibe ist beim Compoundbogen 50 Meter entfernt. Beim Recurvebogen ist die 122-cm-Zielscheibe 70 Meter weit weg. Die Starter werden in Gruppen unterteilt. Entweder sitzen die Schützen im Rollstuhl oder sind in der Lage, selbstständig zu stehen und die Wettkämpfe im Stehen oder auf einem Stuhl sitzend zu absolvieren. Zum Schießen werden neben den Armen auch Füße oder der Mund benutzt, je nach Schwere der Behinderung. Der Deutsche Roland Schmidberger gewann in seiner Laufbahn dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze. In London gab es keine deutsche Medaille. In Rio ist das deutsche Team mit vier Athleten dabei.

3. Gewichtheben

Wer darf wie mitmachen? Eine Startklasse, unterteilt in zehn Gewichtsklassen. Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit dürfen nicht teilnehmen. Entscheidend für die Einteilung ist die Gewichtsklasse und nicht die Einschränkung.

Die Männer sind bei den Paralympics seit Tokio 1964 am Start, die Frauen seit Sydney 2000. Es nehmen 100 Männer und 80 Frauen teil. Athleten mit verschiedenen Beeinträchtigungen können starten, so Cerebralparetiker, Kleinwüchsige, Querschnittsgelähmte und Amputierte. Die Einteilung erfolgt in je zehn Gewichtsklassen und nicht nach dem Grad der Behinderung. Gestemmt werden die Gewichte auf einer Bank liegend, im sogenannten Bankdrücken. Der Athlet nimmt die Stange auf die Brust. Dann drückt er das Gewicht nach oben und hält es bis zu einem Signal des Referees. Jeder Sportler hat drei Versuche und dafür zwei Minuten Zeit. Bei gleicher Last gewinnt der leichteste Athlet. In Rio sind keine Deutschen am Start.

4. Goalball

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Spielen dürfen nur Sportler mit unterschiedlich stark ausgeprägten Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit. Alle tragen lichtundurchlässige Brillen.

Wurde 1946 entwickelt, um Kriegsveteranen bei der Rehabilitation zu helfen. Wird nur von sehbehinderten Athleten gespielt, die wegen der Chancengleichheit Augenmasken tragen. Die Männer sind seit 1976 paralympisch, die Frauen seit 1984. In Rio sind zehn Männer- und zehn Frauen-Teams dabei. Auf dem Feld sind pro Team drei Spieler. Sie müssen den 1,25 Kilogramm schweren Ball ins gegnerische Tor schleudern. Das Tor geht über die gesamte Spielfeldbreite von neun Metern und ist 1,30 Meter hoch. Im Ball ist eine Rassel, deshalb herrscht während des Spiels absolute Stille. Nur bei einem Tor oder bei Halbzeit darf applaudiert werden. Beim Angriff schleudert ein Spieler den Ball, die drei im gegnerischen Tor verteidigen gemeinsam und sind dabei auf die Rassel-Geräusche des Balls als Orientierung angewiesen. Titelverteidiger sind bei den Männern Finnland und bei den Frauen Japan. Erstmals seit 2004 sind die deutschen Männer qualifiziert, die Frauen sind nicht dabei.

5. Judo

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Ausschließlich für Sportler mit Sehbehinderung. Die Einteilung erfolgt nach Gewichtsklassen, nicht nach dem Grad der Sehbehinderung.

Paralympics-Debüt 1988 in Seoul, die Frauen sind seit 2004 dabei. In Rio gibt es sieben Gewichtsklassen bei den Männern und sechs bei den Frauen. Am Start sind 84 Männer und 48 Frauen. Im Judo starten ausschließlich Blinde oder Menschen mit Sehbehinderung. Ein Kampf dauert in jeder Klasse fünf Minuten. Die Judoka erhalten Punkte für bestimmte Techniken. Gewonnen hat der Athlet mit den meisten Punkten oder aber ihm gelingt ein Ippon. Dabei muss er seinen Gegner entweder auf den Rücken werfen oder für mindestens 20 Sekunden auf dem Boden festhalten. Die Regeln entsprechen denen beim normalen Judo. Anders ist nur, dass sich die Gegner vor dem Duell berühren, um sich die nötige Orientierung zu geben. In London gewannen die deutschen Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig jeweils Gold. Zudem gab es Bronze durch Matthias Krieger. Angeführt von den Brussig-„Twins“ sind in Brasilien fünf Deutsche am Start.

6. Kanu

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (KL1 bis KL3), entsprechend der Beeinträchtigung. Zugelassen sind Sportler mit Beeinträchtigung der Muskelkraft, der passiven Beweglichkeit und Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen.

Erlebt in Rio seine Paralympics-Premiere. Am Lagoa Rodrigo de Freitas kämpfen 30 Frauen und 30 Männer in insgesamt sechs Einzel-Wettbewerben (3 Männer/3 Frauen) um die Medaillen. Die Rennstrecke ist 200 Meter lang. Die Athleten werden in drei Wettkampfklassen unterteilt – je nach dem Grad ihrer Behinderung. Die Deutsche Edina Müller, die 2012 mit dem Rollstuhl-Basketballteam Gold gewann, ist in das Kanu umgestiegen und dort bereits Weltmeisterin. Auch Tom Kierey holte den WM-Titel. Neben den beiden ist noch Ivo Kilian für Deutschland dabei.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

7. Leichtathletik

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen gehen an den Start. Es gibt sechs übergeordnete Gruppen, für die gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung. Für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung gibt es eine eigene Startklasse. Zudem wird in den Startklassen in „T“ (Track – Bahn- und Sprungdisziplinen) oder „F“ (Field – technische Disziplinen wie Speerwurf) unterschieden.

Seit den ersten Paralympics 1960 in Rom im Programm. In Rio stehen 177 Medaillenwettbewerbe an, 96 bei den Herren und 81 bei den Frauen. Insgesamt werden 1100 Athleten (660 Männer/440 Frauen) erwartet. Ausgetragen werden dieselben Disziplinen wie bei den Olympischen Spielen – mit Ausnahme von Gehen, Hürden- und Hindernislauf, Stabhochsprung sowie Hammerwurf. In den Wettkämpfen sind Rollstühle, Prothesen als Hilfsmittel oder Helfer für Blinde erlaubt. An den Start gehen Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen. Sie werden in sechs Wettkampfklassen eingeteilt. Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm ist einer der Stars. Er will sein London-Gold verteidigen. Zuletzt gab es neue Klassifizierungen, einzelne Wettkämpfe wurden dagegen aus dem Programm gestrichen. So kann Sebastian Dietz seinen Diskustitel nicht verteidigen. Er startet nun im Kugelstoßen. In Rio sind 39 Deutsche dabei.

8. Radsport

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Grundsätzlich wird in Handbike, Tricycle (Dreirad), Bicycle (Zweirad) und Tandem unterschieden. Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Handbike (fünf Startklassen H1 bis H5), Tricycle (zwei Klassen T1 und T2), Bicycle (fünf Startklassen C1 bis C5), Tandem (mit einem sehenden Piloten vorne, eine Startklasse B).

Straßen-Radsport ist seit 1984 im Programm, auf der Bahn wird seit 1996 paralympisch gefahren. In Rio gibt es 50 Wettbewerbe (33 Straße/17 Bahn). 150 Männer und 80 Frauen sind dabei. Bei den Männern gibt es 28 Entscheidungen, bei den Frauen 20 sowie zwei Mixed-Rennen. Die Streckenlänge variiert je nach Startklasse zwischen 1,5 bis 100 Kilometern. Das Bahnrad-Oval ist 250 Meter lang. Je nach Behinderung werden Rennräder, Tandems, Dreiräder oder Handbikes benutzt. Für Blinde übernimmt ein „Pilot“ vorn auf dem Tandem das Lenken des Rads. Rollstuhlfahrer nutzen Handbikes. Andrea Eskau gewann in London mit dem Handbike zweimal Gold, zuvor 2008 in Peking einmal Gold. Sie gewann zudem bei den Winter-Paralympics 2014 im Biathlon und Langlauf je einmal Gold. Bei den Paralympics 2012 in London holten die deutschen Radsportler insgesamt 15 Medaillen (4 Gold/8 Silber/3 Bronze). In Rio sind 15 Deutsche am Start.

9. Reiten

Wer darf wie mitmachen? Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können nicht teilnehmen. Die Wettbewerbe sind in fünf Wettkampfklassen – so genannte „Grades“ – unterteilt. Sie spiegeln die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Athleten wider. Je niedriger die Kennzeichnungsnummer, desto höher der Grad der Einschränkung. Es wird ausschließlich in der Dressur angetreten.

Ist seit 1996 paralympisch, es werden ausschließlich Dressur-Wettbewerbe ausgetragen. Es gibt elf Wettbewerbe, mit insgesamt 78 Startern (22 Männer, 56 Frauen). Männer und Frauen treten, wie im Reitsport üblich, gemeinsam in einem Wettbewerb an. Gezeigt werden in einem 40 x 20 Meter großen Viereck in zwei verschiedenen Wettkämpfen vorgegebene Figuren des Internationalen Behinderten-Reitverbandes und eine selbstkreierte Kür mit Musik. Zusätzlich gibt es noch einen Mannschaftswettkampf. Zur Orientierung dienen den Reitern große Buchstaben am Boden. Es wird in vier Startklassen unterschieden. Überragende Nation ist Großbritannien. Die Briten gewannen seit 1996 alle Teamwettbewerbe. In Rio sind fünf deutsche Reiter dabei.

10. Rollstuhlbasketball

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Entsprechend ihrer Einschränkungen werden die Sportler in ein Punktesystem von 1,0 bis 4,5 eingestuft. Die Summe der Punkte aller fünf aktiven Spieler darf 14 nicht überschreiten.

Seit der Paralympics-Premiere 1960 dabei. Zwölf Männer- und zehn Damen-Teams kämpfen in Rio um die Medaillen. Insgesamt sind 144 Männer und 120 Frauen am Start. In London 2012 holten die deutschen Frauen Gold, bei den Männern ist Kanada Titelverteidiger. Die Spielfeld-Größe, die Höhe der Körbe (3,05 Meter) und die Zählweise entsprechen den Regeln des klassischen Basketballs. Hat ein Spieler den Ball, darf er ohne zu Dribbeln zweimal seinen Rollstuhl anschieben. Der Ball kann dabei in den Schoß gelegt, jedoch nicht zwischen die Knie geklemmt werden. Jedes Team hat 24 Sekunden Zeit, einen Korb zu erzielen. Die Füße dürfen das Spielfeld nicht berühren. Spielzeit sind 4 x 10 Minuten. Im Team können Spieler mit unterschiedlichem Behinderungsgrad stehen. Die fünf Athleten pro Team auf dem Feld dürfen den Gesamtwert von 14 Punkten anhand eines Klassifizierungssystems nicht überschreiten. Falls doch, gibt es ein technisches Foul. Erstmals 1945 in den USA von Weltkriegsveteranen gespielt. Es ist eine der populärsten Behinderten-Sportarten. In Rio sind die deutschen Damen und Herren dabei.

11. Rollstuhlfechten

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Fechter gehen im Rollstuhl an den Start, obwohl sie nicht zwingend einen brauchen. Die Rollstühle bewegen sich nicht. Attacken können die Athleten nur durch Bewegungen des Oberkörpers einleiten und ausweichen. Zwei Startklassen – Kategorie A: Fechter verfügen über eine gute Rumpfkontrolle. Ihr Fechtarm ist in vollem Umfang funktionell. Kategorie B: Fechter sind in ihrer Bein- und Rumpf- oder Fechtarmfunktion beeinträchtigt.

Seit Beginn der Paralympics 1960 im Programm. In Rio gibt es 14 Wettbewerbe – acht bei den Herren und sechs bei den Damen, als Einzel- und Teamwettbewerbe. Es sind 54 Männer und 34 Frauen am Start. Die Sportart wurde von Sir Ludwig Guttmann, dem Gründer der Paralympics, entwickelt. Gefochten wird mit dem Degen, Florett oder Säbel. Es wird in zwei Kategorien unterschieden: Fechter mit einer vollständig intakten Rücken- und Bauchmuskulatur sowie ohne. Die Athleten sind mit ihrem Rollstuhl in einem 110-Grad-Winkel zur Mittellinie am Boden befestigt. Der Abstand zwischen den Fechtern wird durch die Armlänge bestimmt. Beim Florett ist die Distanz geringer als beim Degen und Säbel. Beim Florett dient nur der Rumpf als Trefferfläche, im Säbel- und Degenfechten auch Arme und Maske. Der Ungar Pal Szekeres ist der einzige Athlet, der sowohl bei Olympischen als auch Paralympischen Spielen eine Medaille gewann. 1988 holte er in Seoul Olympia-Bronze. Nach einem Busunfall sicherte er sich sechs paralympische Plaketten. Aus Deutschland sind Simone Briese-Baetke und Balwinder Cheema dabei.

12. Rollstuhlrugby

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit oder mit unterschiedlichen Beinlängen. Wurde ursprünglich für Tetraplegiker entwickelt. Heute dürfen aber auch Spieler mit anderen Beeinträchtigungen von Arm- und Beinfunktionen starten. Je nach Beeinträchtigung gibt es sieben Startklassen. Je niedriger die Kennzahl, desto höher der Grad der Einschränkung. Die vier Athleten auf dem Spielfeld dürfen zu keinem Zeitpunkt in Summe die Zahl 8 überschreiten. Je besser die funktionale Bewegungsmöglichkeit, desto mehr Punkte hat ein Athlet.

Seit 2000 paralympisch. Titelverteidiger ist Australien. Insgesamt sind acht Teams mit insgesamt 96 Athleten dabei, Frauen und Männer spielen in gemischten Teams. Wurde 1976 im kanadischen Winnipeg als Alternative zum Rollstuhl-Basketball entwickelt, da Tetraplegiker dort benachteiligt sind. In Kanada wurde es zunächst Murderball (Mörderball) genannt. Die Athleten müssen an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sein. Eine harte Sportart, die Elemente aus dem Rugby, Handball und Basketball kombiniert – gespielt wird mit einer Art Volleyball. Körperkontakt ist nicht erlaubt, dafür aber nahezu jeglicher Einsatz mit dem speziellen Wettkampf-Rollstuhl. Den höchsten Sieg bei Paralympics gab es 2008 in Peking, als die USA Gastgeber China in der Vorrunde mit 65:30 schlugen. International sind die USA, Kanada, Australien und Neuseeland die dominierenden Nationen. In Rio wie in London ohne deutsche Beteiligung.

13. Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Zwei Startklassen: Offen und Quad. Rollstuhltennis üben Athleten mit einer Behinderung der Bewegungsfähigkeit aus. In der Quadklasse treten Spieler an, die in mindestens drei Extremitäten Bewegungseinschränkungen aufweisen. Ein Start in der Quadklasse ist aber auch dann nicht zwingend vorgeschrieben.

Ist seit 1992 im paralympischen Programm. In Rio werden insgesamt sechs Goldmedaillen im Einzel, Doppel und Mixed vergeben. Am Start sind insgesamt 104 Athleten (72 Herren/32 Damen). Wurde 1976 von den Amerikanern Brad Parks und Jeff Minnenbraker erfunden und zählt mittlerweile weltweit zu den beliebtesten Sportarten für Menschen mit Handicap. Parks gewann bei der Paralympics-Premiere mit Randy Snow Gold im Doppel. Die Athleten müssen eine erhebliche Funktionseinschränkung oder einen totalen Ausfall einer oder beider Beine nachweisen. Gespielt wird nach Regeln des Internationalen Tennisverbandes. Der Ball darf aber zweimal aufkommen, da die Arme gleichzeitig den Schläger halten und für die Fortbewegung des Rollstuhls eingesetzt werden. Der erste Aufprall muss im Spielfeld erfolgen, während der zweite auch außerhalb aufkommen kann. Aus Deutschland ist in Rio ist nur Katharina Krüger dabei.

14. Rudern

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und unterschiedlichen Beinlängen. Es gibt drei Bootsklassen. Neben den Bootsklassen gibt es die Behinderungsklassen LTA, TA und AS – je nach Einschränkungen hinsichtlich Beinen (legs/L), Rumpf (trunk/T) und Armen (arms/A) bzw. Armen und Schultern (arms and shoulders/AS). Auch Sportler mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sind zugelassen – nur im Mixed-Vierer. Die Startklasse setzt sich aus der Bootsklasse und Behinderungsklasse zusammen.

Ist erst seit Peking 2008 paralympisch. Es gibt vier Medaillen-Events: je eines bei den Damen und Herren sowie zwei in Mixed-Wettbewerben. 48 Frauen und 48 Männer sind dabei. Die Rennstrecke ist 1000 Meter lang. Das Boot und die Ausrüstung werden individuell an die körperlichen Einschränkungen der Athleten angepasst, zum Beispiel mit speziellen Sitzen. Die Wettkämpfe werden in drei Bootsklassen ausgetragen, an denen Menschen mit verschiedenen Behinderungen gemeinsam teilnehmen. Unterschieden werden Mixed-Vierer, Mixed-Doppelzweier und Einer Frauen/Männer. Die erste WM fand 2002 in Spanien statt. Zwei Jahre später waren es schon 24 Länder. In Rio sind drei deutsche Frauen und drei Männer dabei.

15. Schießen

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sowie unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Startklassen: SH1 (Pistole), SH1 und SH2 (Gewehr). Pistole SH1: Athleten mit Beeinträchtigungen der oberen und unteren Gliedmaßen. Gewehr SH1: Sportler mit Beeinträchtigungen der unteren Gliedmaßen. Gewehr SH2: Sportler mit Beeinträchtigungen der oberen Gliedmaßen.

Seit 1976 paralympisch. Frauen nahmen erstmals in Mixed-Wettbewerben 1980 an den Paralympics teil, seit 1996 sind sie auch in Einzelwettkämpfen dabei. Am Start sind 100 Männer und 50 Frauen. Es gibt insgesamt zwölf Wettbewerbe – je drei Einzel-Wettbewerbe bei den Damen und Herren sowie sechs im Mixed. Durch ein spezielles Klassifizierungssystem starten Schützen mit unterschiedlichen Behinderungen in einem gemeinsamen Wettkampf. Die Athleten sind in die Klassen SH1 (ohne Gewehrauflageständer) und SH2 (mit Gewehrauflageständer) aufgeteilt. Zudem gibt es noch die Kategorien liegend und stehend. Geschossen wird mit dem Gewehr (Luftgewehr, Freies Gewehr, Sportgewehr) oder der Pistole (Luftpistole, Freie Pistole) auf 10, 25 und 50 Meter Entfernung. Der Schwede Jonas Jacobsson ist mit 30 Medaillen der bisher erfolgreichste paralympische Schütze. In Rio gehen sechs Deutsche an den Start.

16. Schwimmen

Wer darf wie mitmachen? Hier können wie in der Leichtathletik Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen starten. Unterteilt wird in insgesamt 14 verschiedene Startklassen, zusätzlich nach Disziplinen unterteilt. Die Startklassen sind durch Buchstaben für die Disziplin und eine Zahl für den Grad der Beeinträchtigung gekennzeichnet. Die Einteilung erfolgt nach den Disziplinen S (Freistil, Schmetterling, Rücken), SB (Brust) oder SM (Lagen).

Seit Beginn der Paralympics 1960 dabei. Insgesamt gehen in Rio 340 Männer und 280 Frauen an den Start. Es gibt bei den Männern 80 Wettbewerbe, bei den Frauen 71 und einen Mixed-Staffelwettbewerb. Beim Schwimmen dürfen die Athleten keine Prothesen oder orthopädische Hilfsmittel benutzen, sondern nur ihren Körper. Die Klassifizierung erfolgt in Seh-, Körper- und geistige Behinderung. Der Unterschied zum olympischen Schwimmsport ist nur die frei wählbare Startposition (vom Startblock mit oder ohne Hilfe, sitzend vom Startblock, neben dem Startblock oder aus dem Wasser) und dem so genannten „Tapping“. Helfer (Tapper) signalisieren sehbehinderten Schwimmern mit einem Stab oder akustischen Signal bei der Wende oder dem Zielanschlag den Abstand zum Beckenrand. In London holte das deutsche Team zwölf Medaillen (2 Gold/7 Silber/3 Bronze). Die US-Amerikanerin Trischa Zorn ist die erfolgreichste Paralympics-Schwimmerin. Sie holte zwischen 1980 und 2004 insgesamt 55 Medaillen (41 Gold/9 Silber/5 Bronze). Das 13-köpfige deutsche Team hat gute Medaillenchancen.

17. Segeln

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Bootsklassen (Dreimann-Kielboot, Zweimann-Kielboot, Einer-Kielboot/nicht getrennt nach Geschlecht) und sieben Startklassen (1 bis 7 Punkte). Je nach Grad ihrer Einschränkung werden die Sportler eingestuft: Je niedriger die Punkte, desto schwerer die Beeinträchtigung. Im Dreimann-Kielboot darf das Team die Summe von 14 Punkten nicht überschreiten. Im Kielboot mit Zweierbesetzung muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

18. Sitzvolleyball

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Sehbehinderung. Es gibt zwei Startklassen MD (minimale Behinderung) und D (Behindert). Für ein faires Duell kann jedes Team maximal einen Spieler mit minimaler Behinderung (MD) auf dem Spielfeld haben. Die übrigen fünf Starter müssen aus der Startklasse D kommen.

Ist für die Männer seit 1980 im Paralympics-Programm, für die Frauen seit 2004. In Rio gehen je acht Frauen- und Männer-Teams an den Start. Insgesamt sind es 192 Teilnehmer (96 Frauen/96 Männer). In London holten die deutschen Männer Bronze. Titelverteidiger bei den Männern ist Bosnien-Herzegowina, bei den Frauen ist es China. Pro Team sitzen sechs Spieler auf dem Feld, gespielt wird nach den internationalen Volleyballregeln mit den Ausnahmen, dass bei der Aufgabe geblockt werden darf und das Feld kleiner sowie das Netz tiefer ist (Frauen 1,05 Meter/Männer 1,50 Meter). Pro Team müssen mindestens vier behinderte Spieler dabei sein. Zusätzlich dürfen dann noch ein Minimal Handicap Player (z.B. mit einem instabilen Kniegelenk) und ein nichtbehinderter Spieler oder zwei minimal behinderte Spieler auf dem Feld sitzen. Es ist jedoch auch möglich, mit fünf oder sechs behinderten Spielern zu agieren. Die Chinesinnen sind bei Paralympics bisher ungeschlagen. Die deutschen Männer sind dabei, die Frauen haben sich wie 2012 nicht qualifiziert.

19. Tischtennis

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012  (Foto: dpa)

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012 (Foto: dpa)

Wer darf wie mitmachen? Außer Sehbehinderten nehmen alle teil. Es gibt fünf Startklassen sitzend (1 bis 5), fünf stehend (6 bis 10) und eine für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung (11). Im Tischtennis wird das Prinzip der funktionellen Klassifizierung angewendet. Dabei wird nicht die Behinderung selbst bewertet, sondern die Auswirkung der Behinderung auf diese spezielle Disziplin.

Seit dem Beginn 1960 im Programm und damit 28 Jahre früher als die Olympia-Premiere des Tischtennis-Sports. Auf dem Programm stehen insgesamt 29 Einzel- und Team-Wettbewerbe (16 Männer/13 Frauen). Die Athletenzahl beträgt 276 (174 Männer/102 Frauen). Gespielt wird nach den internationalen Regeln, entweder im Stehen oder im Rollstuhl. Zudem werden die Sportler je nach Grad der Behinderung in elf Klassen eingeteilt. Im Teamwettbewerb können auch Spieler unterschiedlicher Klassen zusammen agieren. Gespielt wird dann in der Gruppe des Athleten mit der geringsten Behinderung. Der einzige Unterschied zu den herkömmlichen Regeln ist beim Aufschlag der Rollstuhl-Athleten. Der Ball muss dabei über die Grundlinie des Tisches gespielt werden. Geht er aber zu einer Seitenlinie heraus oder durch die Rotation zurück zum Netz, muss der Aufschlag wiederholt werden. In London 2012 holte Deutschland vier Medaillen (2 Gold/1 Silber/1 Bronze). Gold holten der sechsmalige Paralympics-Sieger Jochen Wollmert und Holger Nikelis im Einzel. In Rio sind elf Deutsche dabei.

20. Triatthlon

Wer darf wie mitmachen? Kleinwüchsige, Menschen mit unterschiedlichen Beinlängen und intellektueller Beeinträchtigung starten nicht. Vier von eigentlich fünf Startklassen sind paralympisch. In den einzelnen Startklassen treten jeweils Sportler mit unterschiedlichen und unterschiedlich schwer ausgeprägten Beeinträchtigungen gegeneinander an. Entscheidend ist die Auswirkung der Beeinträchtigung auf den Einzelnen, nicht die Beeinträchtigung selbst.

Schwimmen, Radfahren und Laufen erlebt an der Copacabana seine paralympische Premiere. Für Frauen und Männer gibt es jeweils drei Startklassen. Je 30 Frauen und Männer sind dabei. Sie müssen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad absolvieren, ehe der abschließende 5-Kilometer-Lauf über die Medaillen entscheidet. Die erste WM fand 1996 in Cleveland (USA) statt. Der Leipziger Martin Schulz wurde im Mai zum fünften Mal in Serie Europameister, im Juli holte er sein drittes WM-Gold und ist einer der Favoriten auf Premieren-Gold in Rio. Nora Hansel aus Bochum wurde in ihrer Klasse zum zweiten Mal nacheinander Europameisterin, wurde aber nicht für Rio nominiert. Neben Schulz ist nur noch Stefan Lösler am Start.

21. 5-er Fußball

Wer darf wie mitmachen? Nur Blinde (B1), zusätzlich ist eine Dunkelbrille für alle Feldspieler Pflicht. Nur der Torwart darf und kann sehen.

Seit 2004 im Programm. Seitdem holte immer Brasilien den Titel. Acht Männer-Teams mit insgesamt 64 Athleten kämpfen in Rio um Gold. In jedem Team sind vier Feldspieler, ein Tor-Guide und ein sehender Torwart sowie fünf Auswechselspielern. Die Feldspieler sind blind oder haben nur ein geringes Sehvermögen. Wegen der Chancengleichheit haben alle eine lichtundurchlässige „Brille“ auf. Der Tor-Guide steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben. Durch seine Zurufe lokalisieren die Feldspieler die Torposition. Der Ball hat im Inneren eine Rassel. Durch die Geräusche wissen die Athleten, wo der Ball ist. Das 20 x 40 Meter große Spielfeld ist von einer Bande umgeben. Gespielt wird 2 x 25 Minuten mit zehn Minuten Pause. Wurde in den 1920er Jahren in Spanien erfunden. Titelverteidiger ist Brasilien. Deutschland ist wie in London nicht dabei.

22. 7a-Side-Fußball

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (FT5 bis FT8). Spielen dürfen Menschen mit einem cerebralen Handicap (Athetose, Ataxie, Muskelhypotonie)

Seit 1984 im Programm. Es spielen Athleten mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen, oft durch Zerebralparese verursacht. Acht Männer-Teams mit insgesamt 112 Athleten kämpfen um den Titel. Es wird nach modifizierten FIFA-Regeln gespielt. Die Unterschiede sind, dass nur sieben Spieler (6 Feldspieler, 1 Torwart) auf dem Feld sind, es gibt kein Abseits, das Spielfeld ist kleiner und der Einwurf mit einer Hand eingerollt. Das Spiel dauert 2 x 30 Minuten. Russland ist Titelverteidiger. Die erste nationale Meisterschaft dieses Sports fand 1978 im schottischen Edinburgh statt. Die erste WM wurde 1982 in Dänemark ausgetragen. Der Brite Michael Barker spielte einst an der Seite von Englands Stürmer-Star Wayne Rooney in der Jugend-Akademie von Everton, eher er nach einem Bus-Unfall zum 7a-Side-Fußball wechselte. In Rio ohne deutsches Team wie schon in London.

(RP/dpa)

Die Klassifizierung (I): Die Behinderungsarten bei den Paralympics

Jede paralympische Sportart verfügt über ihr eigenes Klassifizierungs-System. Manche paralympischen Sportarten wurden speziell für Athleten mit einer bestimmten Beeinträchtigung entwickelt. Beim Goalball und Judo gehen ausschließlich Athleten mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit an den Start. In anderen Sportarten – etwa der Leichtathletik und im Schwimmen – können Sportler mit allen Beeinträchtigungen bei den Paralympics starten. In der Regel gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung.

Das paralympische Klassifizierungssystem wird nach zehn Behinderungsarten eingeteilt:

1. Beeinträchtigungen der Muskelleistung (reduzierte Muskelkraft, zum Beispiel Querschnittlähmung)
2. Beeinträchtigungen der passiven Beweglichkeit (Bewegungsmöglichkeiten eines oder mehrerer Gelenke systematisch eingeschränkt)
3. Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen (Dysmelien)
4. unterschiedliche Beinlängen
5. Kleinwuchs
6. Muskelhypotonie (Beeinträchtigung durch erhöhte Spannung der Muskulatur und die reduzierte Fähigkeit, einen Muskel zu strecken)
7. Ataxie (verschiedene neurologisch bedingte Störungen der muskulären Bewegungskoordination, auch wenn keine Lähmung vorliegt)
8. Athetose (motorische Dysfunktion; charakteristisch sind z.B. unwillkürliche, unkontrollierte Muskelbewegungen oder Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer symmetrischen Körperhaltung)
9. Sehbehinderung
10. intellektuelle Beeinträchtigungen

Die Klassifizierung (II): Ein Streitthema bei den Paralympics

Im Behindertensport gibt es in jeder Disziplin verschiedene Klassen. Je nach Art und Schwere des Handicaps werden Athleten darin zusammengefasst – vergleichbar etwa mit den Gewichtsklassen im Profi-Boxen. Dadurch soll bei den Paralympics Chancengleichheit gewährleistet sein.

Die Klassifizierung ist aber ein umstrittenes Thema, denn komplette Chancengleichheit kann es nicht geben, da die Behinderungen zu unterschiedlich sind. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) fährt die Linie, immer mehr Startklassen zusammenzulegen, um das Wettkampfprogramm zu entzerren und übersichtlicher zu machen. Das führt aber dazu, dass teils Sportler mit kaum mehr vergleichbaren Behinderungen gegeneinander antreten und einige im Nachteil sind.

„Die funktionale Klassifizierung ist in meinen Augen gescheitert, gerade bei den schwerer behinderten Klassen. Es fahren Äpfel gegen Birnen, das ist Klassifizierungs-Absurdistan“, sagte der deutsche Paralympics-Sieger Michael Teuber nach der Bahnrad-WM.

Leichtathletik-Bundestrainer Willi Gernemann sieht auch noch Veränderungsbedarf. Aber er ist vor allem froh, dass das Punktesystem abgeschafft wurde. „Wir sind auf einem guten Weg. Jetzt gewinnt der, der am weitesten wirft oder am schnellsten läuft“, sagt er. In London waren wegen mangelnder Athletendichte verschiedene Behindertenklassen zusammengefasst worden. Das hatte zur Folge, dass Markus Rehm im Weitsprung durch ein seltsames Punktesystem quasi unschlagbar war und Marianne Buggenhagen die Kugel 82 Zentimeter weiter stieß als Yang Liwan, hinter der Chinesin aber nur Silber gewann.

In welche Klasse ein Sportler kommt, entscheiden professionell ausgebildete Klassifizierer des IPC. Aber auch da hat das IPC die Anforderungen gesenkt. So braucht man mittlerweile nur noch zwei Klassifizierer – einen medizinischen und einen technischen. Der medizinische muss kein Arzt sein, auch Physiotherapeuten entscheiden.

Am Beginn einer Behindertensport-Laufbahn erfolgt die erste Einteilung. Dies geschieht durch umfangreiche physische Tests sowie Beobachtungen des Athleten beim Sport. Nicht jeder ist ehrlich bei den Einstufungstests, es gibt Manipulationen und Betrug. So konnten im Rollstuhl sitzende Sportler plötzlich doch gehen. Oder Athleten beeinträchtigen vor der Klassifizierung ihren körperlichen Zustand so, dass sie in eine für sie leichtere Klasse eingestuft werden. Verband und Sportler können die Entscheidung im Laufe einer Karriere öfter anfechten und eine neue Untersuchung beantragen.

(dpa)

Die Wettkampfstätten
Bei den Paralympischen Spielen in Rio werden die Sportstätten der Olympischen Spiele genutzt. Es gibt vier Zentren: den Olympiapark Barra, die Region Maracanã mit dem Olympiastadion und dem Fußballstadion, Deodoro, wo unter anderem die Reitwettkämpfe stattfinden, sowie Copacabana. Ein Überblick über die Sportstätten und Kapazitäten bei den Paralympics 2016.

Olympia-Park Barra

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

1,2 Millionen Quadratmeter. Er liegt an der Jacarepaguá-Lagune, fast 40 Kilometer vom Zentrum Rios entfernt. Auch TV- und Pressezentrum befinden sich hier, in der Nähe liegt das Olympische Dorf, das über 4300 Sportler beherbergen wird.

Carioca 1: 16.000 Plätze. Rollstuhlbasketball und Rollstuhlrugby.

Carioca 2: 10.000 Plätze. Boccia und Rollstuhlfechten.

Carioca 3: 10.000 Plätze. Judo.

Tennis-Center: Center Court 10.000; Court I 5000; Court II 3000
Plätze – insgesamt 16 Plätze. Rollstuhltennis und 5-a-side Fußball.

Velodrom: 5000 Plätze; Bahnradfahren.

Future-Arena: 12.000 Plätze; Goalball.

Schwimmstadion: 18.000 Plätze; Schwimmen.

Rio Olympic Arena: 12.000 Plätze; Rollstuhlbasketball.

Im Umfeld des Olympiaparks

Rio Centro: Drei Hallen für Gewichtheben (6500 Plätze), Tischtennis
(6500 Plätze), Sitzvolleyball (6500 Plätze).

Radfahren Straße: In Pontal, westlich des Olympiaparks entlang einer malerischen Küstenstraße, direkt am Atlantik. Hier befindet sich auch das Deutsche Haus. Tausende Stehplätze.

Marcana

Olympiastadion João Havelange: 60.000 Plätze. Leichtathletik.

Maracana: 78.600 Plätze. Eröffnungs- und Abschlussfeier.

Sambódromo: 30.000 Plätze. Bogenschießen.

Copacabana

Fort Copacabana: 5000 Plätze. Startpunkt Triathlon; Marathon.

Estádio da Lagoa: mindestens 10.000 Plätze. Rudern; Kanu.

Marina da Gloría: 10.000 Plätze. Segeln in der Guanabara-Bucht.

Deodoro

Reit-Stadion: 35.200 Plätze. Reiten.

Deodoro-Stadion: 15.000 Plätze. 7-a-side Fußball.

(dpa)

Historie: Von Sir Ludwig Guttmann bis heute
Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

1948

Der deutsche Neurochirurg Sir Ludwig Guttmann richtet die „Stoke Mandeville Games“ aus. 16 versehrte Kriegsveteranen treten im Bogenschießen und anderem Rollstuhl-Sport gegeneinander an. Guttmann sagt in seiner Rede: „Vielleicht gibt es eines Tages Olympische Spiele für Behinderte.“ Wer war der Arzt, den seine Patienten zärtlich Poppa riefen, und der vor dem Nazi-Terror flüchten musste? Warum lieben und bewundern ihn so viele als Halbgott? Ausführliche Berichte: Vater der Paralympischen Spiele: Das war der legendäre Sir Ludwig Guttmann und Der Mann, der aus Manfred Sauer einen Steuerzahler machte

1960

In Rom finden die ersten offiziellen Paralympics statt – damals noch unter dem Namen „Weltspiele der Gelähmten“. Seitdem werden sie alle vier Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. Seit 1988 in Seoul finden sie immer im Gastgeberland der Olympischen Spiele statt. Bei der Paralympics-Premiere nehmen 209 Athleten (164 Männer/45 Frauen) aus 18 Nationen teil, acht Sportarten stehen auf dem Programm: Bogenschießen, Dart, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Rollstuhl-Fechten, Schwimmen, Snooker, Tischtennis.

1968

Aufgrund von technischen Schwierigkeiten kann das Gastgeberland Mexiko die Paralympics nicht ausrichten. Sie finden deshalb in Tel Aviv statt.

1972

In Heidelberg sind schon 922 Sportler (654 Männer/268 Frauen) am Start. Das Wettkampfprogramm wird auf zehn Sportarten erweitert.

1976

Im kanadischen Toronto sind mit 1271 Sportlern (999 Männer/271 Frauen) erstmals über 1000 Athleten dabei. Das Programm wird sukzessive auf 13 Sportarten erweitert.

1984

Bei den gesplitteten Spielen in Stoke Mandeville und New York wird die 2000er-Mauer bei den Teilnehmern durchbrochen. 2093 Sportler (1560 Männer/533 Frauen) aus 54 Ländern kämpfen um die Medaillen. Mit 18 Sportarten hat sich das Programm im Vergleich zur Premiere mehr als verdoppelt. Die Teilnehmerzahl wurde verzehnfacht.

2012

In London erleben 4302 Sportler (2779 Männer/1523 Frauen) aus 164 Nationen die bisher besten Paralympics der Geschichte. 20 Sportarten stehen auf dem Programm, 503 Wettbewerbe werden ausgetragen. Höhepunkt sind die Leichtathletik-Wettbewerbe vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion.

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

2016

In Rio de Janeiro sollen 4350 Athleten aus 165 Ländern dabei sein. Mit Kanu und Triathlon, die ihre Paralympics-Premiere erleben, sind nunmehr 22 Sportarten im Wettkampfprogramm. Nicht dabei ist Russland. Das Riesenreich wurde wegen eines massiven Dopingskandals vom Internationalen Paralympics Komitee ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof bestätigte den Bann.

JahrOrtLänderTeilnehmer
1960Rom23400
1964Tokio21375
1968Tel Aviv29750
1972Heidelberg43984
1976Toronto401657
1980Arnheim431973
1984New York451800
1984Stoke Mandeville411100
1988Seoul613057
1992Barcelona833001
1996Atlanta1043259
2000Sydney1223881
2004Athen1353808
2008Peking1463951
2012London1664280
2016Rio de Janeiro1654350
2020Tokio

(dpa)

Innovation am Band: Paralympics-Medaillen mit Klang

Gold, Silber, Bronze: Medaillen bei sportlichen Großereignissen sind das Ziel der Athleten und der Lohn für die harte Arbeit. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro kämpfen die über 4300 Athleten aus gut 165 Ländern um insgesamt 2642 Medaillen – 877 Mal Gold, 876 Silber, 889 Bronze.

Doch nicht jeder der paralympischen Wettkämpfer kann das Objekt der Begierde auch sehen, wie die sehbehinderten und blinden Athleten. Deshalb haben sich die Organisatoren diesmal etwas Innovatives ausgedacht: Winzige Stahlkugeln im Innern der Medaillen erzeugen einen Klang, der je nach Medaillenfarbe anders ausfällt.

Die Bronzemedaille beinhaltet 16 Kügelchen und wenn man sie schüttelt, gibt sie den leistesten Ton von sich. In der Silbermedaille sind 20 dieser Kugeln. Am lautesten tönt die Goldmedaille, in der 28 Kugeln verarbeitet sind. So können auch Athletinnen und Athleten mit einer Sehbehinderung die Farbe quasi erkennen. Auf alle Medaillen wurden die Wörter „Rio 2016 Paralympic Games“ in Blindenschrift eingraviert.

(dpa)

Rio de Janeiro – eine der Megastädte dieser Welt
Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 - Flickr, CC BY 2.0)

Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 – Flickr, CC BY 2.0)

Rio de Janeiro ist nach São Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name (deutsch: Januar-Fluss) beruht auf einem Irrtum des Seefahrers Gaspar de Lemos, der die Bucht am 1. Januar 1502 entdeckte und für die Mündung eines großen Flusses hielt. Im administrativen Stadtgebiet leben rund 6,4 Millionen Menschen (2013). Die Metropolregion hat 11,9 Millionen Einwohner (2010). Somit gehört Rio de Janeiro zu den Megastädten dieser Welt.

Von 1815 bis 1821 war Rio de Janeiro Hauptstadt des Königreiches von Portugal und Brasilien und nach der Unabhängigkeit Brasiliens 1822 bis 1960 die Hauptstadt des Landes. Danach trat sie diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Von 1808 bis 1822 war die Stadt auch Sitz des portugiesischen Hofes, der wegen eines Angriffs durch Napoleon Bonaparte nach Brasilien flüchten musste. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum Tupí-Guaraní gehörenden Sprache der Tupinambá, welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.

Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.

(Quelle: Wikipedia)

Zeitplan und Termine der Wettkämpfe
Die Wettkämpfe der Paralympics 2016 beginnen je nach Sportart morgens um 8:30 Uhr Ortszeit und enden – beispielsweise in der Leichtathletik und im Schwimmen – erst nach 23.00 Uhr. Die Zeitverschiebung zwischen Rio de Janeiro und der Mitteleuropäischen Zeit beträgt fünf Stunden.
Unser Paralympics-Zeitplan 2016 zeigt, an welchem Datum welche Wettkämpfe stattfinden. Die angegebenen Zeiten sind die mitteleuropäischen Startzeiten der einzelnen Wettkämpfe der Paralympics 2016. Die Zeit in Klammern ist die Ortszeit in Brasilien.

Donnerstag, 8. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Männer, 49 kg: Riocentro – Pavilion 2
Schießen
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena

Freitag, 9. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
• Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 45 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
ab 13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Samstag, 10. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 50 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Riocentro – Pavilion 6
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Männer, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhtennis
16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Sonntag, 11. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 61 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Lagoa Stadium
Schießen
14:15 (09:15) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Montag, 12. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 73 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Dienstag, 13. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, 88 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court 2

Mittwoch, 14. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Radsport
ab 13:00 (08:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Halbfinale: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Viertelfinale: Future Arena
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Frauen, 86 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Runde 1, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 2

Donnerstag, 15. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale. Finale: Lagoa Stadium
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen Viertelfinale, Halbfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Halbfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Freitag, 16. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
14:00 (09:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Deodoro Stadium
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Samstag, 17. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Blindenfußball 5-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Segeln
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 21:30 (16:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
• Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra

Sonntag, 18. September 2016

Leichtathletik
14:00 (09:00) Uhr: Marathon: Fort Copacabana
Sitzvolleyball
14:30 (09:30) Uhr: Männer, Finale: Riocentro – Pavilion 6
Rollstuhlrugby
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Carioca Arena 1 – Barra

ARD und ZDF berichten 60 Stunden live über Paralympics in Rio
ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender berichten ausführlich von den Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro. ARD und ZDF senden etwa 60 Stunden live. Hinzu kommen Zusammenfassungen, ausführliche Streaming-Angebote sowie die Berichte der ARD-Hörfunkwellen. 2012 hatten ARD und ZDF in ähnlichem Live-Umfang von den Paralympics aus London berichtet. 2008 gab es etwa 30 Stunden live aus Peking zu sehen.

„Wir freuen uns, mit unseren Übertragungen und unserer Berichterstattung im Fernsehen, im Radio und online dazu beitragen zu können, dass die Wettbewerbe für Menschen mit Behinderung die große Beachtung bekommen, die sie verdienen“, sagte Lutz Marmor, Intendant des für die ARD federführenden NDR, in einer Mitteilung am Samstag.

Aus dem gläsernen Studio im Olympia-Park von Rio de Janeiro werden sich ab etwa 23.00 Uhr MESZ an den abwechselnden Sendetagen Juliane Möcklinghoff für die ARD und Yorck Polus für das ZDF melden. Zudem sendet die ARD von 16.05 Uhr an live. Die Eröffnungsfeier am Mittwoch (7. September) überträgt das ZDF von 23.00 Uhr MESZ an. Reporter ist Stefan Bier, unterstützt von Matthias Berg.

Fünf Stunden Zeitunterschied

Insgesamt gibt es an den elf Wettkampftagen 528 Medaillenentscheidungen. 4350 Athleten kämpfen in 22 Sportarten. Mit Triathlon und Kanu stehen zwei neue Disziplinen auf dem paralympischen Programm. Die Wettkampfstätten von Rio konzentrieren sich wie schon bei Olympia in den vier Stadtzonen Barra, Deodora, Maracana und Copacabana.

Aufgrund des Zeitunterschieds von fünf Stunden zur Mitteleuropäischen Sommerzeit finden die meisten Medaillenentscheidungen am späten deutschen Abend statt. Wie bei den Olympischen Spielen bieten ARD und ZDF auch bei den Paralympics gemeinsam eine umfangreiche Audiodeskription aller TV-Sendungen an. Über eine zusätzliche digitale Tonspur werden so die paralympischen Wettbewerbe blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich gemacht. Die täglichen TV-Sendezeiten finden Sie ab Mittwoch auf ROLLINGPLANET.

ARD
Nachmittags bietet das ARD-Team an seinen Sendetagen (zum ersten Mal am Donnerstag, 8. September) jeweils ab 16.05 Uhr ein sportliches Magazin aus Rio de Janeiro. Zwischen Livesport und Zusammenfassungen präsentiert die ARD hier auch Studiogespräche und Hintergrundberichte. Am späten deutschen Abend bis tief in die Nacht heißt es „Paralympics total“ – mit bis zu fünf Stunden Live-Sport, Zusammenfassungen des Tages und Interviews im Studio.
Die Hörfunk-Wellen der ARD werden von den Morgensendungen bis zur letzten Tageszusammenfassung, also fast rund um die Uhr, mit Berichten und Reportagen von den ARD-Reporterinnen und -reportern aus Rio versorgt. Neben aktuellen Nachrichten, spannenden Geschichten und Interviews sind auch Live-Reportagen von der Eröffnungs- und Schlussfeier, von der Leichtathletik und vom Schwimmen geplant.
Auf sportschau.de/paralympics erhalten die Nutzerinnen und Nutzer umfassende und aktuelle Informationen über die Spiele in Rio. In einem Livecenter können sie täglich einen Highlight-Video-Livestream sowie an ARD-Sendetagen das ARD-Hauptprogramm als Stream verfolgen. Die wichtigsten Entscheidungen und Storys gibt es als On-Demand-Videos.
Von den Paralympics wird auch der ARD-Text ausführlich berichten. Im Mittelpunkt stehen vor allem die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine große Rolle spielt das Thema Barrierefreiheit für die ARD. Der Beitrag des ARD-Textes ist die Live-Untertitelung sämtlicher Übertragungen der Paralympics aus Rio auf Seite 150.
ZDF
Die Hauptsendung „ZDF Paralympics live“ beginnt zumeist um 23.00 Uhr und endet gegen 2.30 Uhr/3.00 Uhr. In dieser Zeitspanne sind die meisten Entscheidungen vor allem in der Leichtathletik und im Schwimmen live oder mit nur geringem Zeitversatz zu sehen.
Für alle Zuschauer, die die Wettbewerbe nachts nicht verfolgen können, präsentiert das ZDF mit „Paralympics extra“ am folgenden Vormittag ab 9.03 Uhr eine 90-minütige Zusammenfassung der sportlichen Höhepunkte. Darüber hinaus begrüßt Moderator Yorck Polus deutsche Medaillengewinner und weitere Gäste zum Gespräch im Paralympics-Studio. Hintergrundberichte und Erklärstücke bieten den Zuschauern zudem weitere Informationen zu den Wettkämpfen und zum Behindertensport.
Auch das ZDF-Online-Angebot bietet Informationen über die Paralympics rund um die Uhr. In der zentralen Sportart Leichtathletik werden alle Vormittags-Veranstaltungen zusätzlich im Internet gestreamt. Weitere Livestream-Angebote stehen je nach aktueller Lage für die verschiedenen Wettbewerbe zur Verfügung.

(RP/PM/dpa)

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