Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Torben Schmidtke und die Hampelmänner

Live aus Rio: Paralympics 2016

Torben Schmidtke und die Hampelmänner

Paralympics in Rio de Janeiro (7.–18. September 2016): Das große ROLLINGPLANET-Extra mit Höhepunkten, Siegern, Sensationen und Impressionen.

Paralympics in Rio de Janeiro (7.–18. September 2016): Das große ROLLINGPLANET-Extra mit Höhepunkten, Siegern, Sensationen und Impressionen.

Paralympics Logo Rio

(Auf den Pfleil klicken, um unser Editorial zu lesen:) ROLLINGPLANET in Rio
Für ROLLINGPLANET berichten aus Rio de Janeiro Jessica Unterreiner, Peter Schadt, die Reporter/innen von dpa, und im Backoffice Lothar Epe, Max Kramer (Redaktion) und Kim Robins (Technik). In Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt des USC München Rollstuhlsport e.V., dem deutschen Rekordmeister im Rollstuhlbasketball. Dieses ROLLINGPLANET-Paralympics-Magazin wird gesponsert von ROLLING PANTS.
rollingpants logo 100 px breit

Sie bloggen für ROLLINGPLANET aus Rio

Peter Schadt Blog

ROLLINGPLANET sichtet nicht nur die sportlichen Ereignisse. Peter Schadt (Foto oben: kurz nach seiner Ankunft in Rio de Janeiro) und Jessy Unterreiner (unten: bei ihrer Abreise vom Münchner Hauptbahnhof) liefern Impressionen aus der südöstlichen Metropole des Landes, in der zirka 6,5 Millionen Menschen leben. Der 55-Jährige ist Ex-Rollstuhlbasketball-Nationalspieler und war mehrfach Trainer des USC München. Während Schadt ein erfahrener Globetrotter ist, rollt die 16-Jährige erstmals so weit von zu Hause entfernt durch die Welt.

Jessy Unterreiner Blog

Unser Magazin ist in vier Rubriken gegliedert, die Sie über die folgenden Reiter erreichen: Das TAGEBUCH mit News und Impressionen, DAS DEUTSCHE TEAM mit allen Sportler/innen, WISSENSWERTES rund zu den Paralympics und WETTKÄMPFE/TV mit dem kompletten Zeitplan.

Alles auf einen Blick

TAGEBUCHDAS DEUTSCHE TEAMWISSENSWERTESWETTKÄMPFE & TV

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Donnerstag, 15.9.2016: Silber für deutsche Dressurreiter +++ Schwimmer holen dank Torben Schmidtke zweite Medaille +++ Irmgard Bensusan und Thomas Ulbricht sprinten zu Medaillen +++ Nur Platz vier für Titelverteidiger Popow – Vanessa Lows Freund gewinnt +++ Tischtennis-Team erreicht Finale +++ Rollstuhlbasketballerinnen erreichen Finale +++ Handbiker Max Weber mit Silber +++ Handbike: Gold für Christiane Reppe, Andrea Eskau und Vico Merklein +++ Zanardi verpasst zweites Gold in Rio +++ Mit dem Taxi zum Parque Nacional da Tijuca +++ David Behre verpasst hauchdünn Gold +++ Edina Müller und Tom Kierey – Doppel-Silber für die Kanuten bei der paralympischen Premiere +++ Ab ins Wasser mit dem Präsidenten: So feiert Mathias Mester seinen Geburtstag

Die deutschen Behindertensportler haben ihren bislang erfolgreichsten Wettkampftag bei den Paralympics in Rio de Janeiro hinter sich. Ihren großen Erfolgen beim Radsport ließen sie in der Nacht zum Freitag noch einmal drei weitere Medaillen folgen. Es gab aber auch eine große Enttäuschung…

Silber für deutsche Dressurreiter

Die deutschen Dressurreiter haben in der Nacht zum Freitag für die erste Medaille im Pferdesport gesorgt. Elke Philipp auf Regaliz, Alina Rosenberg (Nea’s Daboun) und Steffen Zeibig (Feel Good) holten bereits zum vierten Mal in Serie Silber im Mannschafts-Wettbewerb hinter Großbritannien.

Torben Schmidtke holt zweite Medaille für deutsche Schwimmer

Torben Schmidtke (Foto: Büttner/dpa)

Torben Schmidtke (Foto: Büttner/dpa)

Mit dem erhofften Gold klappte es nicht, aber immerhin: Torben Schmidtke vom SC Potsdam wurde in der Nacht Dritter über 100 Meter Brust. Er bescherte damit den deutschen Schwimmern die erst zweite Medaille in Rio – viel zu wenig und kaum ein Anlass, für Chef de Mission Karl Quade von seiner Kritik an der mangelnden Ausbeute in dieser Disziplin (siehe unten: Dienstag, 13.9.2016) abzuweichen. Christoph Burkard wurde Sechster dieses Rennens. Es gewann der Ukrainer Jewgeni Bogodaiko in der Weltrekordzeit von 1:18,71 Minuten.

Schmidtke hatte bei den Weltmeisterschaften 2015 (Bronze) und bei den Paralympics 2012 (Silber) je eine Medaille auf seiner Spezialstrecke geholt. Für alle Orthopäden unter unseren Lesern: Der 29-Jährige ist in der Startklasse S8/SB6/SM8 eingeordnet aufgrund der Dysmelie seiner Beine und des linken Arms (seine Unterschenkel sind nicht voll ausgebildet, es fehlen Wadenmuskulatur und Sprunggelenke, die Beine sind zu kurz, der linke Arm ist etwas kürzer mit nur drei Fingern).

Was wir auch deshalb so ausführlich erzählen, weil der Para-Schwimmer (zu Recht) ein Kritiker des verworrenen Klassifizierungssystem ist. Über einige seiner Konkurrenten sagt er: „Sie werden gefragt, ob sie den Arm beugen können, und sagen nein. Dann siehst Du, wie er den Arm beugt. Einige lassen sich mit dem Rollstuhl reinschieben, und draußen siehst Du sie rumhampeln und Fußball spielen. Wo ist da die Fairness. Das kann nicht sein? Da schwimmt einer, der zwei Arme hat gegen jemanden, der keine Arm hat. Wo ist die Realität?“

(RP)

Irmgard Bensusan und Thomas Ulbricht sprinten zu Medaillen

Die deutschen Leichtathleten holten im Olympiastadion von Rio zwei Medaillen in weniger als einer halben Stunde. Irmgard Bensusan gewann nach Silber über 400 Meter nun auch Silber über 200 Meter in der Startklasse T44. Der sehbehinderte Thomas Ulbricht sprintete über 100 Meter auf Platz drei seines Finals.

(dpa)

Nur Platz vier für Titelverteidiger Popow – Vanessa Lows Freund gewinnt

Enttäuschung bei Heinrich Popow nach dem 100-Meter-Finale (WKT42). (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Enttäuschung bei Heinrich Popow nach dem 100-Meter-Finale (WKT42). (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Er ist einer der intelligenten Paralympicssportler, die über den Tellerrand hinausschauen, und auch einer, der sich privat für andere Menschen mit Behinderung engagiert – alleine schon deshalb hätte ROLLINGPLANET ihm Gold gegönnt. Leider hat es nicht sein sollen für Heinrich Popow bei seinen vierten und letzten Paralympics.

Weltmeister 2013, Paralympics-Sieger 2012 und dazu noch ein Weltrekord im Weitsprung Ende August: Popow war hochmotiviert und mit viel Selbstvertrauen nach Rio gereist. Als Vierter in 12,46 Sekunden verpasste der 33-Jährige die erhoffte 100-Meter-Medaille aber um 14 Hundertstel. Es gewann Scott Reardon, der Freund der deutschen Weitsprung-Siegerin Vanessa Low. Der Australier lief in 12,26 Sekunden einen paralympischen Rekord.

(RP/dpa)

Tischtennis-Team erreicht Finale

Das deutsche Tischtennis-Team der Männer spielt in Rio um Gold. Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger gewannen ihr Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien mit 2:0 und treffen nun im Endspiel am späten Freitagabend auf Top-Favorit China. Europameister Brüchle gewann zunächst sein Einzel gegen Welder Knaf mit 3:1 Sätzen. Danach setzten sich Schmidberger und er auch im Doppel mit 3:0 durch. China setzte sich in seinem Halbfinale gegen Thailand durch. Herausragender Spieler dieses Teams ist Panfeng Feng, der im Einzelwettbewerb Gold gewann und dabei nacheinander Brüchle und Schmidberger schlug.

(dpa)

Favorisierte Niederländerinnen besiegt – deutsche Rollstuhlbasketballerinnen sind im Finale

Cheftrainer Holger Glinicki instruiert Gesche Schünemann. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Cheftrainer Holger Glinicki instruiert Gesche Schünemann. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Mareike Miller (#4) war Deutschlands überragende Spielerin. (Foto: Andreas Joneck)

Mareike Miller (#4) war Deutschlands überragende Spielerin. (Foto: Andreas Joneck)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen steht erneut im Paralympics-Endspiel und hat wie 2012 in London und 2008 in Peking bereits eine Medaille sicher. Im Halbfinale von Rio de Janeiro bezwangen die deutschen Damen dank einer fantastischen Defensivleistung verdient mit 55:45 (14:4/25:12/32:27) und stehen nun am Freitag im Finale gegen die USA.

„Mehr ging defensiv vor allem in der ersten Halbzeit nicht, das war perfekte Arbeit“, freute sich Cheftrainer Holger Glinicki über den Erfolg, der gleichzeitig die zehnte Endspielteilnahme in Folge bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Paralympischen Spielen bedeutete.

Diese Konstanz hatte das Team heute einer mannschaftlich geschlossenen Verteidigungsarbeit und in der Offensive einer bestens aufgelegten Mareike Miller zu verdanken, die mit 25 Punkten und zwölf Rebounds überragte. Auch Kapitänin Marina Mohnen kam mit zwölf Zählern und ebenso vielen Rebounds auf ein so genanntes Double-Double.

Zwar wurde es Mitte der zweiten Halbzeit, als die Niederländerinnen die Brechstange auspackten, noch einmal eng und der zuvor teils komfortable Vorsprung schmolz bis auf vier Zähler zusammen. Doch am Ende brachte das Team den verdienten Erfolg mit Routine und der nötigen Portion Glück des Tüchtigen nach Hause.

Im Finale der Spiele von Rio wartet nun am Freitag um 17:30 Uhr Ortszeit in der Rio Olympic Arena die USA auf das Team Germany, das sein Ziel, eine Medaille zu holen, bereits erfüllt hat.

Niederlande: Jitske Visser (10), Bo Kramer (9), Cher Korver (8), Inge Huitzing (7/1 Dreier), Barbara van Bergen (2), Carina de Rooj (1), Roos Oosterbaan, Sanne Timmermann, Mariska Beijer (8), Ilse Arts (n.e.), Lucie Houwen (n.e.), Evelyn van Leeuwen (n.e.).

Deutschland: Mareike Miller (25, Milwaukee Bucks), Marina Mohnen (12, Mainhatten Skywheelers), Gesche Schünemann (8, BG Baskets Hamburg), Annika Zeyen (7, BG Baskets Hamburg), Maya Lindholm (2, BG Baskets Hamburg), Simone Kues (1, BG Baskets Hamburg), Laura Fürst (RBB München Iguanas), Annabel Breuer (RSV Lahn-Dill), Annegrit Brießmann (n.e., Mainhatten Skywheelers), Barbara Groß (n.e., Mainhatten Skywheelers), Anne Patzwald (n.e., BBC Warendorf), Johanna Welin (n.e., RBB München Iguanas).

Jubel auf der deutschen Bank, als der Schlusspfiff ertönt. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Jubel auf der deutschen Bank, als der Schlusspfiff ertönt. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

(aj)

Und noch eine Medaille für Handbiker – Max Weber mit Silber

Nach dem Goldrausch von Reppe, Eskau und Merklein (siehe nächste Nachricht) jubelte auch Max Weber: Der 52-Jährige holte im Straßenrennen über 60 km der Klasse H3 die Silbermedaille. Er musste sich im Sprint dem Italiener Paolo Cecchetto knapp geschlagen gegeben. Für Weber war es bei seiner fünften Teilnahme die dritte Paralympics-Medaille nach Gold mit dem Rennrollstuhl (1996) und Platz zwei auf der Straße (2008).

Handbike: Gold für Christiane Reppe, Andrea Eskau und Vico Merklein

Christiane Reppe, wenn sie nicht sportlich, sondern elegant unterwegs ist (bei einer Benefiz-Gala in Berlin; Foto: Jens Kalaene/dpa/lbn)

Christiane Reppe, wenn sie nicht sportlich, sondern elegant unterwegs ist (bei einer Benefiz-Gala in Berlin; Foto: Jens Kalaene/dpa/lbn)

Christiane Reppe aus Dresden hat die vierte Goldmedaille für die deutschen Radsportler bei den Paralympics in Rio de Janeiro gewonnen. Die 29 Jahre alte einbeinige Handbikerin, die einst angeblich Opfer einer Hai-Attacke wurde, siegte im Straßenrennen (WKH4) über 45 Kilometer mit zwei Sekunden Vorsprung auf Doyeon Lee aus Südkorea. Dritte wurde Francesca Porcellato aus Italien. Reppe, die bei den Paralympics 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London im Schwimmen startete, fährt erst seit drei Jahren Handbike. Ihren bislang größten Erfolg hatte sie mit dem WM-Titel im Straßenrennen 2015 gefeiert. „Es war mein großer Traum, dieses Gold zu holen. Ich habe mich am Ende immer wieder umgedreht und gedacht: Kommt da wer? Kommt da wer? Kommt da wer?“, sagte Reppe. „Ich liebe das Handbike. Das ist viel besser als das Schwimmen, weil es da einfach mehr Action gibt“, meinte sie.

Wenig später wiederholte Andrea Eskau in Rio ihren Paralympics-Sieg von London 2012 im Straßenrennen mit dem Handbike (WKH5). Einen Tag nach Platz zwei im Zeitfahren gewann die querschnittgelähmte Magdeburgerin heute den Wettbewerb über 45 Kilometer mit einem Vorsprung von zwei Sekunden auf die Niederländerinnen Laura de Vaan und Jennette Jansen. Zeitfahrsiegerin Dorothee Vieth aus Hamburg wurde Fünfte. „Das war sicherlich nicht das leichteste Gold. Die anderen könnten ja teilweise meine Töchter sein“, meinte die Ausdauer-Athletin, die es sowohl im Sommer als auch im Winter kann (gewann ebenso bei den Winter-Paralympics 2014 Gold im Biathlon und Langlauf).

Andrea Eskau (GER) vom USC Magdeburg/Sachsen-Anhalt auf dem Siegertreppchen (Foto: Oliver Kremer/DBS)

Andrea Eskau (GER) vom USC Magdeburg/Sachsen-Anhalt auf dem Siegertreppchen (Foto: Oliver Kremer/DBS)

„Der ewige Zweite“ kann es doch: Am Abend sorgte Vico Merklein beim Straßenfahren (WKH4) für den bereits sechsten Sieg der Radsportler binnen 24 Stunden. Merklein bestimmt in seiner Klasse seit Jahren die Straßen-Szene mit dem Liegend-Handbike, hatte bislang aber noch nie einen großen Titel bei WM oder Paralympics gewonnen. „Zehn Jahre habe ich dafür gearbeitet. Es gibt keinen besseren Rahmen für so einen Erfolg als hier“, erklärte der 39-Jährige glücklich. Merklein ist seit einem Motorradunfall am Tag vor seinem 20. Geburtstag querschnittsgelähmt. Sein erstes professionelles Handbike bekam er von seiner Oma geschenkt.

(RP/dpa)

Der alte Mann und der Wecker

So sieht also ein alter Mann aus: Alessandro Zanardi (Archivfoto, aufgenommen während der Paralympics 2012 in London: dpa)

So sieht also ein alter Mann aus: Alessandro Zanardi (Archivfoto, aufgenommen während der Paralympics 2012 in London: dpa)

Er kann also doch noch verlieren: Der frühere Formel-1-Fahrer Alessandro Zanardi hat seine zweite Goldmedaille bei den Paralympics in Rio de Janeiro nur knapp verpasst. Einen Tag nach seinem Erfolg im Zeitfahren (siehe unten: 14.9.2096) wurde der 49 Jahre alte Italiener am Donnerstag Zweiter im Straßenrennen hinter dem Südafrikaner Ernst van Dyk. Nach 60 Kilometern mit dem Handbike trennten beide im Ziel nur wenige Zentimeter. Van Dyks Siegerzeit betrug 1:37:49 Stunden. Zanardi bestritt dieses Rennen auf den Tag genau 15 Jahre nach seinem Unfall auf dem Lausitzring, bei dem er 2001 beide Beine verlor. „Dass ich überhaupt noch lebe, ist ein viel größerer Erfolg als diese Silbermedaille“, sagte er.

„Meine Geschichte ist ein Beweis dafür: Das Leben ist nie zu 100 Prozent gut oder zu 100 Prozent schlecht“, so Zanardi weiter. „Man sollte immer nur jeden einzelnen Tag als Gelegenheit sehen, etwas zu erreichen.“ Wegen Sätzen wie diesen und seiner Geschichte ist Zanardi in Rio ein gefragter Mann. Für den Sieger van Dyk interessierte sich schon kurz nach dem Straßenrennen niemand mehr. Je mehr Interviews er gab, desto deutlicher wurde aber auch: Zanardi ist nicht nur ein Botschafter. Er ist unverändert ein Rennfahrer. „Ich bin immer noch hungrig“, sagte er. „Ich sitze jetzt hier, bin Zweiter und denke: Was hat gefehlt, um Erster zu sein?“ Eine Antwort darauf hat etwas mit dem Zeitfahren erst am Vortag zu tun. „Ich bin ein alter Mann“, meinte Zanardi. „Ich war heute schon kaputt, als der Wecker geklingelt hat.“

(RP/dpa)

PETER SCHADT BLOGGT
Gipfel des Corcovado (Foto: Wikipedia/Klaus with K, CC BY-SA 3.0)

Gipfel des Corcovado (Foto: Wikipedia/Klaus with K, CC BY-SA 3.0)

Ebenfalls ein Muss für Rio-Besucher: Parque Nacional da Tijuca ist ein sehr schöner Nationalpark, fast 40 qkm groß, mit Aussicht auf ganz Rio. Ist aber für Rollis leider nur mit dem Taxi (120 Reais/ca. 32 Euro) zu erreichen. Auch das Wahrzeichen Rios, der Corcovado, befindet sich im Park.

peter-rio

peter-rio2

David Behre verpasst hauchdünn Gold

David Behre hat die ersehnte Paralympics-Goldmedaille über 400 m und damit die Nachfolge des gefallenen Superstars Oscar Pistorius knapp verpasst, kann aber auf sein Silber trotzdem stolz sein: Mit nur 0,03 Sekunden Rückstand musste er sich geschlagen geben. Gold gewann der Neuseeländer Liam Malone, der mit 46,23 Sekunden einen Europarekord lieferte.

„Drei Hundertstel über 400 m sind ein Wimpernschlag. Ich bin am Ende rangeflogen, ich habe gefightet, aber es hat nicht sollen sein. Es war ein megaschnelles Rennen. Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich heute hier solch eine Zeit laufe, hätte ich das blind unterschrieben,“ so Behre. Für ihn ist es in Rio die dritte Medaille nach Gold mit der 4x-100-Meter-Staffel und Silber über 400 Meter (siehe auch unseren Reiter „DAS DEUTSCHE TEAM“).

(RP)

Edina Müller und Tom Kierey – Doppel-Silber für Kanuten bei der paralympischen Premiere

Edina Müller (Foto: dpa)

Edina Müller (Foto: dpa)

Tom Kierey (Foto:  Binh Truong/DBS)

Tom Kierey (Foto: Binh Truong/DBS)

Parakanu-Weltmeisterin Edina Müller vom Hamburger Kanu Club (HKC) ist im Sprint-Finale knapp an Gold vorbeigepaddelt. Die querschnittsgelähmte 33-Jährige, die 2012 in London noch mit den deutschen Rollstuhlbasketball-Damen Paralympics-Gold geholt hatte, war am Donnerstag im Finale über 200 Meter 0,114 Sekunden langsamer als die Britin Jeanette Chippington. Bronze ging an die Polin Kamila Kubas.

Große Freude über Silber kam bei Müller unmittelbar nach der Zieldurchfahrt noch nicht auf: „Das dauert ein bisschen. Ich muss das erst mal sacken lassen. Gold wäre möglich gewesen“, sagte Müller, die mit den schwierigen Windverhältnissen zu kämpfen hatte. Erst 2014 war die frühere HSV-Rollstuhlbasketballerin und Hamburger Sportlerin des Jahres 2012 in den Parakanusport gewechselt.

Noch etwas knapper verpasste wenig später Tom Kierey Gold. Dem Dresdner fehlten auf den Ukrainer Sergej Jemeljanow am Ende 0,099 Sekunden. Direkt nach der ersten Enttäuschung sagt er: „Ich war ganz dicht dran. Die klare Ansage für Tokio 2020 ist: Es geht weiter.“. Und zu Recht fragte er: „Aber zweimal Silber mit vier Leuten beim ersten Event – was will man noch?“

(dpa)

Ab ins Wasser mit dem Präsidenten: So feiert Mathias Mester seinen Geburtstag

Spaßvogel Mathias Mester hat wieder zugeschlagen (hier in unserem Paralympics-Tagebuch gibt es seine coolsten Sprüche) – wegen ihm ist Friedhelm Julius Beucher ins Wasser gesprungen: Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) nahm in der Nacht zu Donnerstag im Deutschen Haus am Strand von Barra ein Bad im Swimmingpool. „Das muss ein Double von mir gewesen sein“, sagte der 70 Jahre alte „Pool-Springer von Rio“ mit einem Augenzwinkern.

Gemeinsam mit dem kleinwüchsigen Leichtathleten Mester hatte er anlässlich von dessen 30. Geburtstag den Spaß mitgemacht – und damit den Auftakt für eine Pool-Party gegeben. „Es war knallvoll. Die Stimmung war total ausgelassen“, berichtete Beucher.

Er hatte Mester an die Hand genommen, dann waren beide mit kurzem Anlauf in den Pool gehüpft. Während sich der Jubilar vorher noch seiner Sachen entledigt hatte, nahm Beucher das Bad in voller Montur. „Wenigstens den Inhalt seiner Hosentaschen hatte er vorher einem Mitarbeiter in die Hand gedrückt“, schreibt dpa, was ROLLINGPLANET spätestens seit diesem Foto für eine gute Idee hält.

(RP/dpa)

Mittwoch, 14.9.2016: Das Bachpfeifengesicht – in der Paralympics-Szene ist IOC-Präsident Bach unten durch +++ Rollstuhlbasketballer scheiden im Viertelfinale gegen Spanien aus +++ Zanardi gewinnt erneut Paralympics-Gold +++ Radfahrer räumen ab: Gold für Michael Teuber, Dorothee Vieth und Hans Durst, Silber für Andrea Eskau und Denise Schindler, Bronze für Vico Merklein +++ Silber für Franziska Liebhardt im Weitsprung +++ Doping: Argentinischer Judoka suspendiert

Das Bachpfeifengesicht

Das Bachpfeifengesicht (Foto: dpa)

Das Bachpfeifengesicht (Foto: dpa)

Als feige und peinlich kommentierte ROLLINGPLANET vorige Woche die Entscheidung des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach, nicht bei den Paralympics zu erscheinen. Und wir sind nicht die einzigen, die empört sind.

„Er sollte gefälligst hier autauchen. Das ist schädigend für sein Amt, aber auch für das Ansehen von Deutschland. Er soll sich mal erinnern, wo er herkommt. So was macht man nicht. Wenn er uns schon nicht bei der Abschlussfeier erwähnt, dann soll er wenigstens hierherkommen. Aber jetzt will ich ihn auch nicht mehr hier haben.“
– Gesamtathletensprecherin und Sportschützin Manuela Schmermund

„Es gehört zum guten Ton, hier zumindest einmal Hallo zu sagen. Das ist ein gewollter Bruch mit dem Internationalen Paralympischen Komitee.“
– Stellv. Gesamtathletensprecher Rollstuhlsprinter Marc Schuh

„Dass er die Paralympics in seiner Olympia-Schlussrede mit keinem Wort erwähnte, ist entweder schludrig und würde damit die Kompetenzfrage nach sich ziehen. Oder es war volle Absicht. Beides würde ich als sehr fragwürdig empfinden.“
– Noch mal Marc Schuh

„Ich habe es noch nie erlebt, dass sich ein IOC-Präsident nicht bei den Paralympics blicken lässt. Aber das zeigt die Wertigkeit, die wir bei Herrn Bach haben.“
– Leichtathletin Marianne Buggenhagen, die in Rio bereits ihre siebten (und letzten) Paralympics absolviert

„Ein Armutszeugnis.“
– Segler und Bach-Intimfreund Heiko Kröger

„Ich hätte es gerne gesehen, wenn er erschienen wäre. Eigentlich ist das auch üblich. Und aus meiner Sicht gehört es sich einfach auch. Die beiden großen Bewegungen sollten in eine Richtung arbeiten und das auch nach außen zeigen.“
– Chef de Mission Karl Quade

„In einer Welt, die sowieso aus dem Gleichgewicht geraten ist, wo alle klugen politischen Köpfe und alle Global Citizens mit Einfluss versuchen, ruhig Kopf zu bewahren, hat Thomas Bach die olympische Idee, die gerade in dieser Zeit eine wichtige Vorbildfunktion haben könnte, durch sein Misleadership schwer beschädigt. Der IOC-Präsident hat es nicht mal geschafft, die Paralympics bei seiner Schlussrede auch nur zu erwähnen. (…) Bach muss zurücktreten. “
Hans-Georg Näder, Chef von Paralympics-Sponsor Ottobock

„Das ist eine beunruhigende Entscheidung und kann keine isolierte Entscheidung von Herrn Bach sein. Das wird nicht der paralympischen Bewegung schaden – sehr wohl aber der olympischen Bewegung!“
Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern

Sie waren so nah dran am Halbfinale: Rollstuhlbasketballer scheiden gegen Spanien aus

Während Spanien jubelt, gratuliert Jan Haller (#13) Pablo Zarzuela. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Während Spanien jubelt, gratuliert Jan Haller (#13) Pablo Zarzuela. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren hat hauchdünn das paralympische Halbfinale verpasst und ist im Viertelfinale von Rio de Janeiro mit 66:70 (21:19/40:34/53:48) an Spanien gescheitert, das nun erstmals in der Geschichte der Spiele nach Edelmetall greifen kann.

Dabei spielte das deutsche Team von Beginn an konzentriert und entschlossen auf. War das erste Viertel noch nahezu ausgeglichen, konnte sich der EM-Dritte von 2015 bis zur Pause leicht absetzen. Immer wieder gelang es sich gute Wurfpositionen zu erarbeiten, die in dieser Phase vor allem André Bienek und Aliaksandr Halouski in Punkte umsetzen konnten.

André Bienek (l.) im Duell mit Alejandro Zarzuela. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

André Bienek (l.) im Duell mit Alejandro Zarzuela. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Nach dem Wechsel setzte sich dieser Trend zunächst fort, ehe in der 25. Spielminute sogar Halouskis Korb zum 48:38-Zwischenstand bejubelt werden konnte. Doch nach der 50:40-Führung (26.), riss der Faden und die Iberer kamen Zentimeter für Zentimeter näher heran. Spätestens beim 50:48-Anschluss (29.) durch Spaniens Topscorer Asier Garcia entwickelte sich ein dramatisches K.o.-Spiel, dass Deutschland bis zum 66:67 exakt 15 Sekunden vor der Schlusssirene offen gestalten konnte. Am Ende brach der Jubel jedoch nur auf der spanischen Bank aus.

„Es ist absolut frustrierend, wenn man bedenkt wie hart wir für diesen Moment gearbeitet haben, um am Ende erneut im Viertelfinale zu scheitern“, machte Bundestrainer Nicolai Zeltinger aus seiner Gefühlslage keinen Hehl und ergänzte: „Wir hatten heute unsere Chance, auch im vierten Viertel noch, aber einige kleine Fehler haben uns letztlich den Sieg gekostet“.

Spanien: Asier Garcia (22/1 Dreier), Alejandro Zarzuela (22), Pablo Zarzuela (21), David Mouriz (2), Amadou Tijane Diallo (2), Francisco Javier Sanchez (1), Jesus Romero, Jordi Ruiz, Daniel Stix, Agustin Alejos (n.e.), Jaume Llambi (n.e.), Carlos Vera (n.e.).

Deutschland: Aliaksandr Halouski (21, RSB Thuringia Bulls), André Bienek (16/2, RSB Thuringia Bulls), Dirk Passiwan (14/1, Doneck Dolphins Trier), Thomas Böhme (11, RSV Lahn-Dill), Jan Haller (2, RSV Lahn-Dill), Matthias Heimbach (2, BG Baskets Hamburg), Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill), Nico Dreimüller (n.e., RSV Lahn-Dill), Christopher Huber (n.e., RSV Lahn-Dill), Dirk Köhler (n.e., RSV Lahn-Dill), Sebastian Magenheim (n.e., USC München), Kai Möller (n.e., BG Baskets Hamburg).

PETER SCHADT BLOGGT

Die Männer haben heute den Einzug ins Halbfinale verpasst. Sie führten mit 10 Punkten. Als die Spanier aufholten, wollte keiner die Verantwortung übernehmen. Wenn man nicht werfen will, dann trifft man auch nicht. So sind einfache Punkte verschenkt worden. In den letzten zwei Minuten haben die Spanier die besseren Nerven gehabt.

Ex-Formel-1-Fahrer Zanardi gewinnt erneut Paralympics-Gold

Alessandro Zanardi (Archivfoto: dpa)

Alessandro Zanardi (Archivfoto: dpa)

Der frühere Formel-1-Fahrer Alessandro Zanardi hat am Mittwoch seine dritte Goldmedaille bei Paralympischen Spielen gewonnen. Der 49 Jahre alte Italiener dominierte in Rio de Janeiro wie schon 2012 in London das Zeitfahren mit dem Handbike. 28:36,81 Minuten benötigte Zanardi für die 20 Kilometer lange Strecke auf einem Straßenkurs parallel zum Strand von Barra. „Das ist fantastisch. Ein großartiges Rennen“, sagte er. Morgen will der Italiener auch noch seinen Titel beim Straßenrennen verteidigen. Dann jährt sich zum 15. Mal jener Tag, an dem Zanardi 2001 bei einem schweren Unfall auf dem Lausitzring beide Beine verlor.

(dpa)

Radfahrer räumen ab: Gold für Michael Teuber, Dorothee Vieth und Hans Durst, Silber für Andrea Eskau und Denise Schindler, Bronze für Vico Merklein

So geht Jubel: Michael Teuber. (Foto: dpa)

So geht Jubel: Michael Teuber. (Foto: dpa)

Die Straßen am Strand von Barra waren für die deutschen Radfahrer mit Gold gepflastert. Erst raste Abonnement-Sieger Michael Teuber in Rio de Janeiro zu seinem vierten Paralympics-Erfolg im Zeitfahren in Serie, wenig später feierte Dorothee Vieth ihr erstes Gold bei den Weltspielen des Behindertensports – und nur wenige Stunden darauf siegte auch Hans-Peter Durst. Und damit nicht genug: Andrea Eskau und Denise Schindler jeweils als Zweite sowie Vico Merklein als Dritter sorgten am Mittwoch für eine Medaillenflut. „Das ist eine Riesennummer“, sagte der Chef de Mission, Karl Quade. „Die Ergebnisse waren in dieser Form nicht zu erwarten, umso schöner, dass es so toll geklappt hat.“

Für die Szene des Tages sorgte Michael Teuber: Helm ab, sein Bruder Christian richtete ihm die Haare – und dann posierte der 48-Jährige mit der Deutschland-Fahne über der Schulter vor der Strandkulisse am Atlantik. „Es ist einfach geil, wenn man einen Plan hat, vier Jahre daraufhin arbeitet, am Tag X alles funktioniert und am Schluss den Sieg nach Hause tragen kann“, sagte der Bayer.

Teuber hatte nicht nur sein Aussehen, sondern auch seine Gold-Fahrt perfekt durchgestylt. 17.000 Trainingskilometer, eine Streckenbesichtigung schon 2013 und ein auf seine Fahrhaltung abgestimmtes Rad – er hatte nichts dem Zufall überlassen. Sein Ziel war klar: Er wollte der einzige Sieger im Zeitfahren seiner Klasse (C1) bleiben, seit diese Disziplin 2004 eingeführt wurde. „Ich bin jetzt überglücklich: Fünftes Gold, viermal hintereinander im Zeitfahren gewonnen – das hat außer mir keiner geschafft. Daher habe ich auch ein bisschen Geschichte geschrieben, einfach geil“, kommentierte er, nachdem er über 20 Kilometer in 27:53,98 Minuten gewonnen hatte.

Nur wenig später jubelte dann die querschnittgelähmte Dorothee Vieth ausgelassen über ihren 20-Kilometer-Sieg mit dem Handbike. Die 55 Jahre alte Geigenlehrerin aus Hamburg, die 2008 in Peking Bronze und 2012 in London Silber geholt hatte, erklärte ihren Erfolg so: „Ich habe mich zunehmend professionalisiert. Bei meinen ersten Paralympics war ich noch ein Frischling. Jetzt habe ich noch einmal unheimlich viel investiert. Es hat nochmal gebrannt in mir.“

Durch ihren zweiten Platz sorgte Andrea Eskau für einen deutschen Doppelerfolg in diesem Rennen. „Ich bin auch mit Silber zufrieden. Mein großes Ziel war eine Medaille. Und das hier ist eigentlich nicht meine Strecke, die ist mir viel zu flach“, sagte die Magdeburgerin, die 2012 in dieser Disziplin gewonnen hatte.

Nachdem die unterschenkelamputierte Denise Schindler ihren Überraschungscoup mit Silber gelandet hatte, stemmte sie vor Freude ihr Rennrad in die Höhe. Die Bahnspezialistin, die in der 3000-Meter-Einzelverfolgung im Velodrom wegen eines Fehlers disqualifiziert wurde, war den Tränen nah. Immerhin hatte sie die Enttäuschung von der Bahn zu verkraften. „Die Silbermedaille, die ich da verloren habe, ist mir jetzt geschenkt worden. Das ist unglaublich“, meinte die 30-Jährige.

Und am Nachmittag gewann schließlich Hans-Peter Durst das dritte deutsche Radsport-Gold bei den Paralympics in Rio de Janeiro. Der 58 Jahre alte Dortmunder siegte im Zeitfahren über 20 km mit dreirädrigen Fahrrad in 22:57,34 Minuten. Der Paralympics-Zweite von 2012 hat seit einem Unfall Gleichgewichtsstörungen. Er verwies Ryan Boyle aus den USA auf den zweiten Platz. Dritter wurde David Stone aus Großbritannien. Dursts Leistung war bemerkenswert:

Schon nach 1500 Metern war sein Sattel gebrochen und diente nur noch als Stütze statt als Sitz. Doch der älteste aller deutschen Paralympics-Starter war trotzdem schneller als alle Kontrahenten, musste aber noch vor der Siegerehrung zum Doktor. „Ich habe schon zwei Kinder. Ein neues würde diese Situation jetzt nicht mehr hergeben. Ich muss gleich mal zur Ärztin. Das brennt unglaublich“, sagte Durst und ging weg.

(RP/dpa)

Und noch mal Franziska Liebhardt: Silber

Nicht einmal 20 Stunden nach ihrem Sieg im Kugelstoßen (siehe unten, 13.9.2016) gewann die 34-jährige Leverkusenerin, die unheilbar an einer Autoimmunerkrankung erkrankt ist, zum Abschluss ihrer kurzen Karriere Silber im Weitsprung. Mit 4,42 Metern musste sie sich nur der Chinesin Xiaoyan Wen geschlagen geben, die mit 5,14 Metern Weltrekord sprang. Der erste Dank ging an ihre Trainerin Steffi Nerius: „Ich habe mich unter Steffi so super entwickelt, die Medaille geht auch zu einem großen Prozentsatz an sie“, so Liebhardt. Zum ausführlichen Porträt: Franziska Liebhardt hat es allen gezeigt

Doping: Argentinischer Judoka suspendiert

Der argentinische Judoka Jorge Lencina ist von den Paralympics in Rio de Janeiro ausgeschlossen worden. Das gab das Internationale Paralympische Komitee bekannt. Bei Lencina war bei einer Trainingskontrolle am ersten Tag der Spiele die verbotene Substanz Clomiphene im Urin gefunden worden. Zwei Tage später belegte der 41-Jährige den siebten Platz in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm. Dieses Ergebnis wurde nun aus der Wertung genommen und der Argentinier vorläufig für alle Wettkämpfe gesperrt. Über sein genaues Strafmaß muss erst noch entschieden werden.

(dpa)

Dienstag, 13.9.2016: Deutsche Volleyballer verpassen Halbfinale +++ Franziska Liebhardt gewinnt Gold im Kugelstoßen +++ Rollstuhlbasketballerinnen ziehen ins Halbfinale +++ Chef de Mission kritisiert Schwimmer +++ So werden in Rio Familienangelegenheiten geklärt... +++ Zweite Paralympics-Medaille für Läuferin Claudia Nicoleitzik +++ Tischtennis-As Stephanie Grebe gewinnt Silber +++ Darum waren die sehbehinderte Läufer schneller als der Olympiasieger

Volleyball: Brasilien zu stark für deutsches Team

Aus für deutsche Sitzvolleyballer in Rio. (Foto: IWN)

Aus für deutsche Sitzvolleyballer in Rio. (Foto: IWN)

Nach hartem Kampf haben die deutschen Sitzvolleyballer das Halbfinale beim paralympischen Turnier verpasst. Die Mannschaft von Trainer Rudi Sonnenbichler unterlag im Riocentro dem Team von Gastgeber Brasilien mit 1:3 (26:24, 23:25, 18:25, 12:25). Deutschland tritt nun am Freitag im Spiel um Platz 5 gegen den Dritten der Vorrundengruppe A an.

(ag)

Trotz furchtbarer Krankheit: Franziska Liebhardt gewinnt Gold im Kugelstoßen

para_top_team_rio_liebhardt_eccec9c87b

Franziska Liebhardt hat bei den Paralympics in Rio de Janeiro die sechste Goldmedaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Die 34 Jahre alte Leichtathletin aus Leverkusen gewann am Dienstagabend (Ortszeit) das Kugelstoßen mit der Weltrekordweite von 13,96 Metern. Damit verbesserte die WM-Zweite ihre eigene Bestmarke um 14 Zentimeter. Liebhardt war vor sieben Jahren fast schon tot – sie ist unheilbar erkrankt und wird nach Rio ihre Karriere beenden. Ausführlicher Bericht über ihren (hier passt der Begriff) Leidensweg: Sie hat es allen gezeigt.

Zweite wurde die Chinesin Na Mi mit 13,73 Metern. Platz drei belegte Eva Berna aus Tschechien mit 11,23 Metern.

(RP/dpa)

Kantersieg gegen Frankreich: Rollstuhlbasketballerinnen greifen nach Edelmetall

Gefragte Interviewpartnerin nach dem Spiel: Mareike Miller. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Gefragte Interviewpartnerin nach dem Spiel: Mareike Miller. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen kann zum dritten Mal in Folge nach paralympischen Edelmetall greifen. Im Viertelfinale deklassierte die Mannschaft von Cheftrainer Holger Glinicki am Dienstagnachmittag in Rio de Janeiro den EM-Vierten Frankreich mit 76:28 (14:5/34:16/50:19). Im Halbfinale am Donnerstag kommt es nun zum Klassiker zwischen Deutschland und den Niederlanden.

„Wir sind da wo wir hinwollten, im Halbfinale!“, freute sich Trainer Glinicki, dass sein Plan der Vorrunde mit einem vermeintlich leichteren Viertelfinalgegner aufgegangen ist. Nun wartet der Erzrivale Niederlande auf das deutsche Team, dass zuletzt bei der EM 2015 im britischen Worcester im Finale über die damals ebenfalls favorisierte Oranje-Auswahl triumphieren konnte. „Ich sehe die Niederlande weiterhin als den Topfavoriten an und würde unsere Chancen am Donnerstag bei 40:60 sehen“, so Glinicki weiter. Im Endspiel warten die Siegerinnen aus dem zweiten Halbfinale Großbritannien – USA.

Im Duell mit Frankreich überzeugte vor allem Mareike Miller mit ihren 22 Punkten bei einer hohen Trefferquote von 73 Prozent. Darüber hinaus gehörten auch Marina Mohnen und Maya Lindholm zu den Aktivposten im deutschen Team, das in diesem Duell nach der Pause bereits Kraft für das wichtige Duell mit den Niederlanden sparen konnte.

(aj)

Seepferdchen-Experte

Karl Quade

„Deutschland fehlen überragende Schwimmer. Das haben wir auch schon beim letzten Mal bemängelt. Bisher haben wir dort nur eine Silbermedaille gewonnen. In der Leichtathletik, im Radsport und im Schwimmen werden nunmal 75 Prozent aller Entscheidungen getroffen. Wenn man im Medaillenspiegel vorne mitspielen will, muss man in diesen drei Sportarten mitspielen.“

– Deutschlands Chef de Mission Karl Quade (Archivfoto: dpa) fordert von den deutschen Paralympics-Schwimmer mehr Erfolge.

So werden in Rio Familienangelegenheiten geklärt…

Muss blechen: Adrian Castro (Foto: IPC)

Muss blechen: Adrian Castro (Foto: IPC)

Vanessa Low muss ihr Paralympics-Gold mit einem Tattoo für ihren Trainer bezahlen, haben viele Medien geschrieben. Was natürlich Quatsch ist, weil Low das freiwillig macht (wie man hier nachlesen kann). Und nun ein weiterer Sportler, der wohl tatsächlich zahlen muss:

Der Sieg bei den Paralympics in Rio de Janeiro gegen seinen künftigen Schwiegervater kommt den Polen Adrian Castro teuer zu stehen. Im Säbel-Duell der Rollstuhl-Fechter um Platz drei schickte der 26-Jährige seinen 15 Jahre älteren Landsmann Grzegorz Pluta mit 15:8 von der Planche – und muss nun für die Kosten der anstehenden Hochzeit mit dessen Tochter aufkommen.

„Vor unserem Gefecht habe ich ihm gesagt: Der Verlierer bezahlt die Hochzeit“, erzählte Castro. „Damit bin ich gar nicht einverstanden“, erwiderte Pluta prompt. Der Paralympics-Sieger von 2012 hatte dafür auch die passende Begründung parat: „Ich habe die Bronzemedaille verloren, er bekommt das ganze Geld dafür, dass er sie gewonnen hat. Er hat genug Geld gewonnen, um für die Hochzeitskosten aufzukommen.“

Castro, der nach einem Motorradunfall querschnittgelähmt ist, und Pluta sind Trainingsgefährten. „Wir trainieren jeden Tag zusammen“, sagte der Paralympics-Dritte. So hat er auch dessen Tochter vor vier Jahren kennengelernt: Sie hat ihren Vater ins Trainingslager begleitet. „Da hat alles angefangen.“

(RP/dpa)

Das macht keine Kopfschmerzen: Bronze für Läuferin Claudia Nicoleitzik

Claudia Nicoleitzik feierte im Olympiastadion ihren zweiten Medaillenerfolg. Die Saarbrückerin lief am Dienstag über 200 Meter in 31,13 Sekunden auf den dritten Rang und feierte damit ihren zweiten Podestplatz nach Silber über 100 Meter.

„Nach dem Vorlauf habe ich gewusst, dass es sehr schwer werden wird, eine Medaille zu gewinnen. Aber jetzt bin ich einfach sehr glücklich, dass es mit der zweiten Medaille geklappt hat“, sagte Nicoleitzik. Dabei machte der Sprinterin, die mit Bewegungsstörungen zu kämpfen hat, die große Hitze von weit mehr als 30 Grad zu schaffen. „Eigentlich mag ich das nicht, weil ich dann oft Probleme habe und Kopfschmerzen bekomme“, berichtete sie.

Tischtennis-As Stephanie Grebe gewinnt Silber – und zeigt sich als faire Verliererin


Steffi Grebe (Foto: Ralf Kuckuck)

Steffi Grebe (Foto: Ralf Kuckuck)

Stephanie Grebe hat im zweiten Anlauf paralympisches Silber in der Wettkampfklasse 6 gewonnen. Im Finale unterlag sie der Kroatin Paovic zwar klar, doch die Freude über den zweiten Platz überwog nach ein paar Minuten: Die 28-Jährige hatte sich in London noch mit dem vierten Platz begnügen müssen, nun gewann sie die ersehnte Medaille.

„Leider konnte ich heute im Finale nicht das auf den Tisch bringen, was ich wollte. Besonders meine Rückhand kam heute nicht gut. Aber es ist ok, Sandra ist einfach sehr stark und ich freue mich jetzt total über meine Silbermedaille,“ erkannte Grebe, die an den Unterarmen und dem rechten Bein behindert ist, die Leistung ihrer Gegnerin an.

Leichte Enttäuschung über die Höhe der Final-Niederlage war aber dennoch zu erkennen, die Spielerin von Borussia Düsseldorf hatte sich viel vorgenommen. Ihre Gegnerin Paovic hatte vor einem tragischen Autounfall Anfang 2009 im Nichtbehindertensport für die kroatische Nationalmannschaft gespielt. Nun spielt sie zwar im Stehen, kann sich am Tisch jedoch so gut wie gar nicht bewegen. Grebe erklärt die Überlegenheit der amtierenden Welt- und Europameisterin so: „Sie hat die Sicherheit, die Cleverness und weiß ganz genau, wie sie vermeiden kann, dass die Gegner ihre Schwächen zu sehr ausnutzen. Zudem hat sie auch noch unglaubliches Ballgefühl.“

(RP/SoSch)

Leichtathletik-Aufklärung: So war das mit den sehbehinderten Athleten

Diese vier Läufer (rechts: Sieger Abdellatif Baka) sorgten für Gesprächsstoff. (Foto: Yoan Valat/dpa)

Diese vier Läufer (rechts: Sieger Abdellatif Baka) sorgten für Gesprächsstoff. (Foto: Yoan Valat/dpa)

Gestern berichtete ROLLINGPLANET über das aufsehenerregende 1500-Meter-Finale in der Startklasse T13, bei der gleich vier sehbehinderte Blinde schneller liefen als der Amerikaner Matthew Centrowitz Jr. bei seinem Olympiasieg am 20. August an gleicher Stelle. Wahnsinn!, schrieben wir, und nicht nur wir fragten uns, wie das sein kann. Die Leichtathletik-Experten der „Süddeutschen Zeitung“ haben uns das nun erklärt:

„Das 1500-Meter-Rennen bei den Olympischen Spielen war ein taktisch geprägter Lauf. Das heißt: Die ersten Meter lief das Feld sehr langsam, weil kein Läufer an der Spitze des Feldes Tempoarbeit übernehmen wollte und alle um die besten Positionen rangelten. Das 1500-Meter-Finale von Rio war das langsamste Finale seit 1932.“

So gelang Matthew Centrowitz Jr. der Rio-Sieg mit 3:50,00 Minuten, seine persönliche Bestzeit aber liegt bei 3:30,4 Minuten – und da würden ihn selbst die besten sehbehinderten Athleten – Stand heute, wie es immer so schön mit Hintertür heißt – nicht einholen.

(RP)

JESSY UNTERREINER BLOGGT

austria

Gestern Abend waren wir im Österreichischen Haus. Es ist sehr edel gebaut! Fast so schön wie das Deutsche Haus… 🙂 Genug Platz gibt es – schließlich haben sich ja von unseren Nachbarn nicht einmal 30 Sportler für Rio qualifiziert…

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Die deutschen Medaillengewinner/innen in Rio
Für Details zu den Medaillengewinnern klicken Sie auf unseren Reiter „TAGEBUCH“ und auf das hier angegebene Datum.

Valentin BaussilberSilberTischtennis (WK5)12.09.2016
David BehregoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
silberSilber400 Meter15.09.2016
bronzeBronze200 Meter (T44)12.09.2016
Irmgard Bensusan silberSilber400 Meter (T44)12.09.2016
silberSilber200 Meter (T44)15.09.2016
silberSilber100 Meter (T44)17.09.2016
Thomas BrüchlesilberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Carmen BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Ramona BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Marianne BuggenhagensilberSilberKugelstoßen17.09.2016
Sebastian DietzgoldGoldKugelstoßen16.09.2016
silberinoffizielles Silber, verliehen von ROLLINGPLANETHeiratsantrag17.09.2016
Hans DurstgoldGoldDreirad Zeitfahren14.09.2016
goldGoldDreirad 30 km16.09.2016
Andrea EskaugoldGoldHandbike 45 km (H5)15.09.2016
silberSilberHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Johannes Floors goldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
Denise GrahlsilberSilberSchwimmen 50 m Freistil (S7)09.09.2016
Stephanie GrebesilberSilberTischtennis (WK6)13.09.2016
Frances HerrmannbronzeBronzeSpeerwurf09.09.2016
Natascha HiltropsilberSilberLuftgewehr10.09.2016
Niko KappelgoldGoldKugelstoßen08.09.2016
Tom Kierey silberSilberKanu15.09.2016
Birgit KobergoldGoldKugelstoßen17.09.2016
Nicolai KornhaßbronzeBronzeJudo09.09.2016
Kai Kruse
(mit Stefan Nimke)
bronzeBronzeTandem Zeitfahren 1000 Meter11.09.2016
Franziska Liebhardt goldGoldKugelstoßen13.09.2016
silberSilberWeitsprung14.09.2016
Vanessa LowgoldGoldWeitsprung (T42)09.09.2016
silberSilber100 Meter (T42)17.09.2016
Jana Majunke bronzeBronzeDreirad Straßenrennen (T2)16.09.2016
Vico MerkleingoldGoldHandbike Straßenfahren (H4)15.09.2016
bronzeBronzeHandbike Zeitfahren (H4)14.09.2016
Edina MüllersilberSilberKanu15.09.2016
Katrin Müller-RottgardtbronzeBronze100 Meter09.09.2016
Claudia NicoleitziksilberSilber100 Meter (T36)09.09.2016
bronzeBronze200 Meter13.09.2016
Elke Philipp
(auf Regaliz)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Heinrich PopowgoldGoldWeitsprung (T42)17.09.2016
Markus RehmgoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
goldGoldWeitsprung (T44)17.09.2016
Christiane ReppegoldGoldHandbike 45 km (H4)15.09.2016
Alina Rosenberg
(auf Nea’s Daboun)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Daniel ScheilgoldGoldKugelstoßen (F33)10.09.2016
Denise SchindlersilberSilberRadfahren Zeitfahren14.09.2016
bronzeBronzeRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Thomas SchmidbergersilberSilberTischtennis (WK3)11.09.2016
silberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Torben SchmidtkebronzeBronzeSchwimmen 100 Meter Brust
(SB6)
15.09.2016
Naomi Maike SchnittgerSilberSchwimmen 50 m Brust17.09.2016
Martin Schulz goldGoldTriathlon (PT4)10.09.2016
Felix StrenggoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
bronzeBronze100 Meter09.09.2016
bronzeBronzeWeitsprung (T44)17.09.2016
Michael TeubergoldGoldRadfahren Einzelzeitfahren (C3)14.09.2016
Thomas Ulbricht silberSilber100 Meter (T12)15.09.2016
Dorothee Vieth goldGoldHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Steffen WariasgoldGoldRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Max WebersilberSilberHandbike Straßenrennen 60 km (H3)15.09.2016
Martina WillingsilberSilberSpeerwurf10.09.2016
Steffen Zeibig
(auf Feel Good)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
bronzeBronzeDressurreiten Kür16.09.2016
Vor den Paralympics: 10 deutsche Goldkandidaten
ROLLINGPLANET nennt 10 deutsche Goldkandidaten bei den Paralympics in Rio und ihre persönlichen Geschichten. Bitte hier klicken.
Vor den Paralympics: Das sind die möglichen Stars
Von Markus Rehm bis Alessandro Zanardi: ROLLINGPLANET nennt acht internationale Sportler/innen, die weltweit für Furore sorgen könnten. Bitte hier klicken.
Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

155 Deutsche (89 Männer/66 Frauen) gehen an den Start. Vor vier Jahren in London waren es 150 (88/62). Zudem sind drei so genannte Guides dabei: eine Steuerfrau (Rudern), ein Pilot (Radsport) und ein Begleitläufer in der Leichtathletik. 58 Deutsche erleben ihre Paralympics-Premiere. Zudem reisen 94 Personen im Funktionsteam (Trainer, Ärzte und Betreuer) mit. Jüngste deutsche Teilnehmerin ist die 17-jährige Schwimmerin Janina Breuer, die älteste Marianne Buggenhagen. Für die 63-Jährige sind es die siebten Paralympics.

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Bogenschießen

Uwe Herter (VfL Sindelfingen)
Jennifer Heß (Hamburger Bogenschützen Gilde)
Lucia Kupczyk (BS Laichinger Alb)
Maik Szarszewski (SC Vöhringen)

Goalball

Michael Feistle (SSG Blista Marburg)
Christian Friebel (RGC Hansa)
Stefan Hawranke (SSV Königs Wusterhausen)
Oliver Hörauf (BFV Ascota Chemnitz)
Thomas Steiger (RGC Hansa)
Reno Tiede (RGC Hansa)

Judo

Carmen Brussig (PSV Schwerin)
Ramona Brussig (PSV Schwerin)
Sebastian Junk (1. Mannheimer JC)
Nikolai Kornhaß (Gundelfinger Turnerschaft)
Oliver Upmann (1. Mannheimer JC)

Kanu

Tom Kierey (Berliner Kanu Club Borussia)
Ivo Kilian (Hallescher Kanu-Club 54)
Edina Müller (Hamburger Kanu Club)

Leichtathletik

Lindy Ave (HSG Uni Greifswald)
Alhassane Baldé (SSF Bonn)
David Behre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Irmgard Bensusan (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Reinhold Bötzel (Rot-Weiß Koblenz)
Vanessa Braun (TV Püttlingen)
Marianne Buggenhagen (PSC Berlin)
Sebastian Dietz (BSG Bad Oeynhausen)
Janne Sophie Engeleiter (BPRSV Cottbus)
Johannes Floors (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Isabelle Foerder (HSC Erfurt)
Sebastian Fricke (TV Wattenscheid 01)
Maike Hausberger (Postsportverein Trier)
Frances Herrmann (BPRSV Cottbus)
Niko Kappel (VfL Sindelfingen)
Birgit Kober (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frederike Charlotte Koleiski (Eintracht Duisburg)
Franziska Liebhardt (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Vanessa Low (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathias Mester (1. FC Kaiserslautern)
Juliane Mogge (TV Wattenscheid 01)
Katrin Müller-Rottgardt (TV Wattenscheid 01)
Claudia Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Nicole Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Heinrich Popow (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Dennis Rill (TV Wattenscheid 01)
Leon Schäfer (Bayer Leverkusen)
Daniel Scheil (BVS Weiden)
Jana Schmidt (1. LAV Rostock)
Denis Schmitz (RSG Bönen)
Marc Schuh (TV Herkenrath 09)
Mathias Schulze (SC DHfK Leipzig)
Maria Seifert (HSC Erfurt)
Uta Streckert (TV Wattenscheid 01)
Felix Streng (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frank Tinnemeier (TSV Hillentrup)
Thomas Ulbricht (PSC Berlin)
Martina Willing (BPRSV Cottbus)

Radsport

Kerstin Brachtendorf (BPRSV Cottbus)
Hans-Peter Durst (RuMC 1925 Sturm Hombruch Dortmund)
Andrea Eskau (USC Magdeburg)
Kai Kristian Kruse (Schweriner SC)
Jana Majunke (BPRSV Cottbus)
Vico Merklein (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Stefan Nimke (PSV Schwerin)
Christiane Reppe (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Thomas Schäfer (Nordharzer RSG Bad Harzburg)
Denise Schindler (BSV München)
Michael Teuber (BSV München)
Dorothee Vieth (Harvestehuder RV/Hamburger SV)
Steffen Warias (RVC Reute)
Max Weber (TSV Obergünzberg)
Erich Winkler (TV Geisenhausen/RC Vilsbiburg)

Reiten

Elke Phillip (RuFV Chiemgau Nord)
Alina Rosenberg (BPRSV Cottbus)
Claudia Schmidt (Darmstadt)
Carolin Schnarre (Sportfreunde Lotte)
Steffen Zeibig (SGV Dresden)

Rollstuhlbasketball (Damen)

Annabel Breuer (RSV Lahn-Dill)
Annegrit Brießmann (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Laura Fürst (RBB München)
Barbara Groß (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Simone Kues (BG Baskets Hamburg)
Maya Lindholm (BG Baskets Hamburg)
Mareike Miller (BG Baskets Hamburg)
Marina Mohnen (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Anne Patzwald (BBC Warendorf)
Gesche Schünemann (BG Baskets Hamburg)
Johanna Welin (RBB München)
Annika Zeyen (BG Baskets Hamburg)

Rollstuhlbasketball (Herren)

Andre Bienek (RSB Thuringia Bulls)
Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill)
Nico Dreimüller (RSV Lahn-Dill)
Jan Haller (RSV Lahn-Dill)
Aliaksandr Halouski (RSB Thuringia Bulls)
Matthias Heimbach (FCK Rolling Devils)
Christopher Huber (RSV Lahn-Dill)
Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill)
Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill)
Sebastian Magenheim (USC München)
Kai Möller (FCK Rolling Devils)
Dirk Passiwan (RSC-Rollis 1985 Trier)

Rollstuhlfechten

Simone Briese-Baetke (Maccabi Rostock)
Balwinder Cheema (Makkabi Rostock)

Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Zehlendorfer Wespen)

Rudern

Tino Kolitscher (HRV Böllberg/Nelson)
Susanne Lackner (Ruderclub Vilshofen)
Valentin Luz (Frankfurter Rudergesellschaft Germania)
Anke Molkenthin (Schleißheimer Paddelclub)
Johannes Schmidt (Offenbacher RG Undine)
Inga Thöne (Ulmer Ruderclub Donau)

Schwimmen

Janina Breuer (PSC Berlin)
Christoph Burkard (TV Rottweil)
Annke Conradi (Schwimmclub Regensburg)
Denise Grahl (Hanse-Schwimmverein Rostock)
Elena Krawzow (PSC Berlin)
Tobias Pollap (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Torben Schmidtke (Schweriner SC)
Maike Naomi Schnittger (SC Potsdam)
Verena Schott (PSC Berlin)
Daniela Schulte (PSC Berlin)
Hannes Schürmann (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Daniel Simon (VSG Darmstadt)
Emely Telle (PSC Berlin)

Segeln

Lasse Klötzing (PSC Berlin/Potsdamer Yacht Club)
Heiko Kröger (Norddeutscher Regatta Verein)
Jens Kroker (Yachtclub Berlin-Grünau/Norddeutscher Regatta Verein)
Siegmund Mainka (Yachtclub Berlin-Grünau)

Sitzvolleyball (Herren)

Dominik Albrecht (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Hähnlein (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Christoph Herzog (BV Leipzig)
Barbaros Sayilir (BSG Emmelshausen)
Torben Schiewe (MTV Eintracht Celle)
Alexander Schiffler (BV Leipzig)
Lukas Schiwy (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Jürgen Schrapp (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Schu (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathis Tigler (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Martin Vogel (TG Nürtingen)
Heiko Wiesenthal (BSG Emmelshausen)

Sportschießen

Bernhard Fendt (DRW Ursberg)
Norbert Gau (FSG Der Bund München)
Natascha Hiltrop (SV Lengers 1964)
Josef Neumaier (SV Wacker Burghausen)
Manuela Schmermund (SG Mengshausen)
Elke Seeliger (SV Etzhorn)

Tischtennis

Valentin Baus (BSG Duisburg-Buchholz)
Thomas Brüchle (SV Salamander Kornwestheim/SV Deuchelried)
Stephanie Grebe (Borussia Düsseldorf)
Jan Gürtler (RSC Berlin/TSV Marienfelde)
Lena Kramm (BSV München)
Sandra Mikolaschek (Borussia Düsseldorf)
Holger Nikelis (RSC Köln)
Thomas Rau (RSV Landkirchen)
Thomas Schmidberger (Borussia Düsseldorf)
Juliane Wolf (BSG Offenburg)
Jochen Wollmert (Borussia Düsseldorf)

Triathlon

Stefan Lösler (GC Nendorf)
Martin Schulz (SC DHfK Leipzig)

Medaillenspiegel der XV. Paralympischen Sommerspiele
PlatzLandGoldSilberBronze
1.Volksrepublik China1078151
2.Großbritannien643944
3.Ukraine413739
4.USA404431
5.Australien223029
6.Deutschland182514
7.Niederlande171926
8.Brasilien142929
9.Italien101415
10.Polen91812
11.Spanien9148
12.Frankreich9514
13.Neuseeland957
14.Kanada81011
15.Iran897
16.Usbekistan8617
17.Nigeria822
18.Kuba816
19.Weißrussland802
20.Südkorea71117
21.Tunesien766
22.Südafrika764
23.Thailand666
24.Griechenland544
25.Belgien533
Slowakei533
27.Algerien457
28.Irland443
29.Mexiko429
30.Ägypten354
31.Serbien324
32.Norwegen323
33.Marokko322
34.Türkei315
35.Kenia312
36.Malaysia301
37.Kolumbien2510
38.Vereinigte Arabische Emirate241
39.Irak230
40.Hongkong222
41.Kroatien221
Schweiz221
43.Indien211
44.Litauen210
45.Lettland202
46.Singapur201
47.Ungarn189
48.Aserbaidschan182
49.Schweden145
50.Österreich144
51.Dänemark124
Tschechien124
53.Namibia122
54.Argentinien113
55.Vietnam112
56.Finnland111
Trinidad und Tobago111
58.Kasachstan110
Slowenien111
60.Bahrain100
Bulgarien100
Georgien100
Kuwait100
64.Japan01014
65.Venezuela033
66.Jordanien021
67.Katar020
68.Taiwan011
69.Bosnien und Herzegowina010
Elfenbeinküste010
Uganda010
Äthiopien010
73.Portugal004
74.Israel003
75.Mongolei002
76.Indonesien001
Kap Verde001
Mosambik001
Pakistan001
Philippinen001
Rumänien001
Saudi-Arabien001
Sri Lanka001
Russland war wegen Doping-Vorwürfen ausgeschlossen.
Die deutschen Medaillengewinner/innen finden Sie unter dem Reiter „DAS DEUTSCHE TEAM“.
Die 22 Sportarten bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro
Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro stehen 22 Sportarten im Programm. Das sind zwei mehr als 2012 in London. Ihre Premiere erleben Triathlon und Kanu. Insgesamt gibt es 23 Disziplinen, da im Radsport auf der Bahn und der Straße gefahren wird. 7a-Side-Fußball und Segeln sind vorerst das letzte Mal paralympisch. 2020 in Tokio werden Badminton und Taekwondo ins Programm aufgenommen. Nach dem Ausschluss der russischen Mannschaft sind in Rio immer noch 4350 Athleten aus 165 Nationen dabei.

1. Boccia

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (BC1 – BC4). Nicht teilnehmen dürfen Sportler mit unterschiedlicher Beinlänge, Kleinwuchs, intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Athleten sitzen während des Wettkampfes im Rollstuhl.

Die italienische Variante des Boule-Spiels ist seit 1984 im Programm und eine ausschließlich paralympische Sportart. In Rio gibt es vier Einzelwettbewerbe, zwei Doppel-Wettbewerbe und ein Team-Wettbewerb. Frauen und Männer spielen zusammen. Insgesamt sind 108 Athleten dabei – 80 Männer und 28 Frauen. Es geht um Präzision und Konzentration. Gespielt wird mit Lederbällen. Der Spieler muss seine eigenen farbigen Kugeln möglichst nah an eine kleine weiße Zielkugel (Jackball) platzieren bzw. die gegnerischen Kugeln vom Jackball wegschießen. Wer die meisten Kugeln am dichtesten am Jackball platziert hat, gewinnt. In Rio sind keine deutschen Teilnehmer dabei.

2. Bogenschießen

Wer darf wie mitmachen? Zwei Startklassen, W1 (im Rollstuhl sitzend) und O (offene Klasse, im Rollstuhl als auch stehend). Nicht teilnehmen dürfen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit.

Ist seit der Paralympics-Premiere 1960 im Programm. In Rio gibt es insgesamt neun Wettbewerbe – je drei bei den Männern, Damen und im Mixed-Team. Dabei sind 140 Teilnehmer (80 Männer/60 Frauen). Die in Ringe eingeteilte 80-cm-Zielscheibe ist beim Compoundbogen 50 Meter entfernt. Beim Recurvebogen ist die 122-cm-Zielscheibe 70 Meter weit weg. Die Starter werden in Gruppen unterteilt. Entweder sitzen die Schützen im Rollstuhl oder sind in der Lage, selbstständig zu stehen und die Wettkämpfe im Stehen oder auf einem Stuhl sitzend zu absolvieren. Zum Schießen werden neben den Armen auch Füße oder der Mund benutzt, je nach Schwere der Behinderung. Der Deutsche Roland Schmidberger gewann in seiner Laufbahn dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze. In London gab es keine deutsche Medaille. In Rio ist das deutsche Team mit vier Athleten dabei.

3. Gewichtheben

Wer darf wie mitmachen? Eine Startklasse, unterteilt in zehn Gewichtsklassen. Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit dürfen nicht teilnehmen. Entscheidend für die Einteilung ist die Gewichtsklasse und nicht die Einschränkung.

Die Männer sind bei den Paralympics seit Tokio 1964 am Start, die Frauen seit Sydney 2000. Es nehmen 100 Männer und 80 Frauen teil. Athleten mit verschiedenen Beeinträchtigungen können starten, so Cerebralparetiker, Kleinwüchsige, Querschnittsgelähmte und Amputierte. Die Einteilung erfolgt in je zehn Gewichtsklassen und nicht nach dem Grad der Behinderung. Gestemmt werden die Gewichte auf einer Bank liegend, im sogenannten Bankdrücken. Der Athlet nimmt die Stange auf die Brust. Dann drückt er das Gewicht nach oben und hält es bis zu einem Signal des Referees. Jeder Sportler hat drei Versuche und dafür zwei Minuten Zeit. Bei gleicher Last gewinnt der leichteste Athlet. In Rio sind keine Deutschen am Start.

4. Goalball

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Spielen dürfen nur Sportler mit unterschiedlich stark ausgeprägten Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit. Alle tragen lichtundurchlässige Brillen.

Wurde 1946 entwickelt, um Kriegsveteranen bei der Rehabilitation zu helfen. Wird nur von sehbehinderten Athleten gespielt, die wegen der Chancengleichheit Augenmasken tragen. Die Männer sind seit 1976 paralympisch, die Frauen seit 1984. In Rio sind zehn Männer- und zehn Frauen-Teams dabei. Auf dem Feld sind pro Team drei Spieler. Sie müssen den 1,25 Kilogramm schweren Ball ins gegnerische Tor schleudern. Das Tor geht über die gesamte Spielfeldbreite von neun Metern und ist 1,30 Meter hoch. Im Ball ist eine Rassel, deshalb herrscht während des Spiels absolute Stille. Nur bei einem Tor oder bei Halbzeit darf applaudiert werden. Beim Angriff schleudert ein Spieler den Ball, die drei im gegnerischen Tor verteidigen gemeinsam und sind dabei auf die Rassel-Geräusche des Balls als Orientierung angewiesen. Titelverteidiger sind bei den Männern Finnland und bei den Frauen Japan. Erstmals seit 2004 sind die deutschen Männer qualifiziert, die Frauen sind nicht dabei.

5. Judo

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Ausschließlich für Sportler mit Sehbehinderung. Die Einteilung erfolgt nach Gewichtsklassen, nicht nach dem Grad der Sehbehinderung.

Paralympics-Debüt 1988 in Seoul, die Frauen sind seit 2004 dabei. In Rio gibt es sieben Gewichtsklassen bei den Männern und sechs bei den Frauen. Am Start sind 84 Männer und 48 Frauen. Im Judo starten ausschließlich Blinde oder Menschen mit Sehbehinderung. Ein Kampf dauert in jeder Klasse fünf Minuten. Die Judoka erhalten Punkte für bestimmte Techniken. Gewonnen hat der Athlet mit den meisten Punkten oder aber ihm gelingt ein Ippon. Dabei muss er seinen Gegner entweder auf den Rücken werfen oder für mindestens 20 Sekunden auf dem Boden festhalten. Die Regeln entsprechen denen beim normalen Judo. Anders ist nur, dass sich die Gegner vor dem Duell berühren, um sich die nötige Orientierung zu geben. In London gewannen die deutschen Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig jeweils Gold. Zudem gab es Bronze durch Matthias Krieger. Angeführt von den Brussig-„Twins“ sind in Brasilien fünf Deutsche am Start.

6. Kanu

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (KL1 bis KL3), entsprechend der Beeinträchtigung. Zugelassen sind Sportler mit Beeinträchtigung der Muskelkraft, der passiven Beweglichkeit und Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen.

Erlebt in Rio seine Paralympics-Premiere. Am Lagoa Rodrigo de Freitas kämpfen 30 Frauen und 30 Männer in insgesamt sechs Einzel-Wettbewerben (3 Männer/3 Frauen) um die Medaillen. Die Rennstrecke ist 200 Meter lang. Die Athleten werden in drei Wettkampfklassen unterteilt – je nach dem Grad ihrer Behinderung. Die Deutsche Edina Müller, die 2012 mit dem Rollstuhl-Basketballteam Gold gewann, ist in das Kanu umgestiegen und dort bereits Weltmeisterin. Auch Tom Kierey holte den WM-Titel. Neben den beiden ist noch Ivo Kilian für Deutschland dabei.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

7. Leichtathletik

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen gehen an den Start. Es gibt sechs übergeordnete Gruppen, für die gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung. Für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung gibt es eine eigene Startklasse. Zudem wird in den Startklassen in „T“ (Track – Bahn- und Sprungdisziplinen) oder „F“ (Field – technische Disziplinen wie Speerwurf) unterschieden.

Seit den ersten Paralympics 1960 in Rom im Programm. In Rio stehen 177 Medaillenwettbewerbe an, 96 bei den Herren und 81 bei den Frauen. Insgesamt werden 1100 Athleten (660 Männer/440 Frauen) erwartet. Ausgetragen werden dieselben Disziplinen wie bei den Olympischen Spielen – mit Ausnahme von Gehen, Hürden- und Hindernislauf, Stabhochsprung sowie Hammerwurf. In den Wettkämpfen sind Rollstühle, Prothesen als Hilfsmittel oder Helfer für Blinde erlaubt. An den Start gehen Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen. Sie werden in sechs Wettkampfklassen eingeteilt. Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm ist einer der Stars. Er will sein London-Gold verteidigen. Zuletzt gab es neue Klassifizierungen, einzelne Wettkämpfe wurden dagegen aus dem Programm gestrichen. So kann Sebastian Dietz seinen Diskustitel nicht verteidigen. Er startet nun im Kugelstoßen. In Rio sind 39 Deutsche dabei.

8. Radsport

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Grundsätzlich wird in Handbike, Tricycle (Dreirad), Bicycle (Zweirad) und Tandem unterschieden. Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Handbike (fünf Startklassen H1 bis H5), Tricycle (zwei Klassen T1 und T2), Bicycle (fünf Startklassen C1 bis C5), Tandem (mit einem sehenden Piloten vorne, eine Startklasse B).

Straßen-Radsport ist seit 1984 im Programm, auf der Bahn wird seit 1996 paralympisch gefahren. In Rio gibt es 50 Wettbewerbe (33 Straße/17 Bahn). 150 Männer und 80 Frauen sind dabei. Bei den Männern gibt es 28 Entscheidungen, bei den Frauen 20 sowie zwei Mixed-Rennen. Die Streckenlänge variiert je nach Startklasse zwischen 1,5 bis 100 Kilometern. Das Bahnrad-Oval ist 250 Meter lang. Je nach Behinderung werden Rennräder, Tandems, Dreiräder oder Handbikes benutzt. Für Blinde übernimmt ein „Pilot“ vorn auf dem Tandem das Lenken des Rads. Rollstuhlfahrer nutzen Handbikes. Andrea Eskau gewann in London mit dem Handbike zweimal Gold, zuvor 2008 in Peking einmal Gold. Sie gewann zudem bei den Winter-Paralympics 2014 im Biathlon und Langlauf je einmal Gold. Bei den Paralympics 2012 in London holten die deutschen Radsportler insgesamt 15 Medaillen (4 Gold/8 Silber/3 Bronze). In Rio sind 15 Deutsche am Start.

9. Reiten

Wer darf wie mitmachen? Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können nicht teilnehmen. Die Wettbewerbe sind in fünf Wettkampfklassen – so genannte „Grades“ – unterteilt. Sie spiegeln die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Athleten wider. Je niedriger die Kennzeichnungsnummer, desto höher der Grad der Einschränkung. Es wird ausschließlich in der Dressur angetreten.

Ist seit 1996 paralympisch, es werden ausschließlich Dressur-Wettbewerbe ausgetragen. Es gibt elf Wettbewerbe, mit insgesamt 78 Startern (22 Männer, 56 Frauen). Männer und Frauen treten, wie im Reitsport üblich, gemeinsam in einem Wettbewerb an. Gezeigt werden in einem 40 x 20 Meter großen Viereck in zwei verschiedenen Wettkämpfen vorgegebene Figuren des Internationalen Behinderten-Reitverbandes und eine selbstkreierte Kür mit Musik. Zusätzlich gibt es noch einen Mannschaftswettkampf. Zur Orientierung dienen den Reitern große Buchstaben am Boden. Es wird in vier Startklassen unterschieden. Überragende Nation ist Großbritannien. Die Briten gewannen seit 1996 alle Teamwettbewerbe. In Rio sind fünf deutsche Reiter dabei.

10. Rollstuhlbasketball

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Entsprechend ihrer Einschränkungen werden die Sportler in ein Punktesystem von 1,0 bis 4,5 eingestuft. Die Summe der Punkte aller fünf aktiven Spieler darf 14 nicht überschreiten.

Seit der Paralympics-Premiere 1960 dabei. Zwölf Männer- und zehn Damen-Teams kämpfen in Rio um die Medaillen. Insgesamt sind 144 Männer und 120 Frauen am Start. In London 2012 holten die deutschen Frauen Gold, bei den Männern ist Kanada Titelverteidiger. Die Spielfeld-Größe, die Höhe der Körbe (3,05 Meter) und die Zählweise entsprechen den Regeln des klassischen Basketballs. Hat ein Spieler den Ball, darf er ohne zu Dribbeln zweimal seinen Rollstuhl anschieben. Der Ball kann dabei in den Schoß gelegt, jedoch nicht zwischen die Knie geklemmt werden. Jedes Team hat 24 Sekunden Zeit, einen Korb zu erzielen. Die Füße dürfen das Spielfeld nicht berühren. Spielzeit sind 4 x 10 Minuten. Im Team können Spieler mit unterschiedlichem Behinderungsgrad stehen. Die fünf Athleten pro Team auf dem Feld dürfen den Gesamtwert von 14 Punkten anhand eines Klassifizierungssystems nicht überschreiten. Falls doch, gibt es ein technisches Foul. Erstmals 1945 in den USA von Weltkriegsveteranen gespielt. Es ist eine der populärsten Behinderten-Sportarten. In Rio sind die deutschen Damen und Herren dabei.

11. Rollstuhlfechten

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Fechter gehen im Rollstuhl an den Start, obwohl sie nicht zwingend einen brauchen. Die Rollstühle bewegen sich nicht. Attacken können die Athleten nur durch Bewegungen des Oberkörpers einleiten und ausweichen. Zwei Startklassen – Kategorie A: Fechter verfügen über eine gute Rumpfkontrolle. Ihr Fechtarm ist in vollem Umfang funktionell. Kategorie B: Fechter sind in ihrer Bein- und Rumpf- oder Fechtarmfunktion beeinträchtigt.

Seit Beginn der Paralympics 1960 im Programm. In Rio gibt es 14 Wettbewerbe – acht bei den Herren und sechs bei den Damen, als Einzel- und Teamwettbewerbe. Es sind 54 Männer und 34 Frauen am Start. Die Sportart wurde von Sir Ludwig Guttmann, dem Gründer der Paralympics, entwickelt. Gefochten wird mit dem Degen, Florett oder Säbel. Es wird in zwei Kategorien unterschieden: Fechter mit einer vollständig intakten Rücken- und Bauchmuskulatur sowie ohne. Die Athleten sind mit ihrem Rollstuhl in einem 110-Grad-Winkel zur Mittellinie am Boden befestigt. Der Abstand zwischen den Fechtern wird durch die Armlänge bestimmt. Beim Florett ist die Distanz geringer als beim Degen und Säbel. Beim Florett dient nur der Rumpf als Trefferfläche, im Säbel- und Degenfechten auch Arme und Maske. Der Ungar Pal Szekeres ist der einzige Athlet, der sowohl bei Olympischen als auch Paralympischen Spielen eine Medaille gewann. 1988 holte er in Seoul Olympia-Bronze. Nach einem Busunfall sicherte er sich sechs paralympische Plaketten. Aus Deutschland sind Simone Briese-Baetke und Balwinder Cheema dabei.

12. Rollstuhlrugby

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit oder mit unterschiedlichen Beinlängen. Wurde ursprünglich für Tetraplegiker entwickelt. Heute dürfen aber auch Spieler mit anderen Beeinträchtigungen von Arm- und Beinfunktionen starten. Je nach Beeinträchtigung gibt es sieben Startklassen. Je niedriger die Kennzahl, desto höher der Grad der Einschränkung. Die vier Athleten auf dem Spielfeld dürfen zu keinem Zeitpunkt in Summe die Zahl 8 überschreiten. Je besser die funktionale Bewegungsmöglichkeit, desto mehr Punkte hat ein Athlet.

Seit 2000 paralympisch. Titelverteidiger ist Australien. Insgesamt sind acht Teams mit insgesamt 96 Athleten dabei, Frauen und Männer spielen in gemischten Teams. Wurde 1976 im kanadischen Winnipeg als Alternative zum Rollstuhl-Basketball entwickelt, da Tetraplegiker dort benachteiligt sind. In Kanada wurde es zunächst Murderball (Mörderball) genannt. Die Athleten müssen an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sein. Eine harte Sportart, die Elemente aus dem Rugby, Handball und Basketball kombiniert – gespielt wird mit einer Art Volleyball. Körperkontakt ist nicht erlaubt, dafür aber nahezu jeglicher Einsatz mit dem speziellen Wettkampf-Rollstuhl. Den höchsten Sieg bei Paralympics gab es 2008 in Peking, als die USA Gastgeber China in der Vorrunde mit 65:30 schlugen. International sind die USA, Kanada, Australien und Neuseeland die dominierenden Nationen. In Rio wie in London ohne deutsche Beteiligung.

13. Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Zwei Startklassen: Offen und Quad. Rollstuhltennis üben Athleten mit einer Behinderung der Bewegungsfähigkeit aus. In der Quadklasse treten Spieler an, die in mindestens drei Extremitäten Bewegungseinschränkungen aufweisen. Ein Start in der Quadklasse ist aber auch dann nicht zwingend vorgeschrieben.

Ist seit 1992 im paralympischen Programm. In Rio werden insgesamt sechs Goldmedaillen im Einzel, Doppel und Mixed vergeben. Am Start sind insgesamt 104 Athleten (72 Herren/32 Damen). Wurde 1976 von den Amerikanern Brad Parks und Jeff Minnenbraker erfunden und zählt mittlerweile weltweit zu den beliebtesten Sportarten für Menschen mit Handicap. Parks gewann bei der Paralympics-Premiere mit Randy Snow Gold im Doppel. Die Athleten müssen eine erhebliche Funktionseinschränkung oder einen totalen Ausfall einer oder beider Beine nachweisen. Gespielt wird nach Regeln des Internationalen Tennisverbandes. Der Ball darf aber zweimal aufkommen, da die Arme gleichzeitig den Schläger halten und für die Fortbewegung des Rollstuhls eingesetzt werden. Der erste Aufprall muss im Spielfeld erfolgen, während der zweite auch außerhalb aufkommen kann. Aus Deutschland ist in Rio ist nur Katharina Krüger dabei.

14. Rudern

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und unterschiedlichen Beinlängen. Es gibt drei Bootsklassen. Neben den Bootsklassen gibt es die Behinderungsklassen LTA, TA und AS – je nach Einschränkungen hinsichtlich Beinen (legs/L), Rumpf (trunk/T) und Armen (arms/A) bzw. Armen und Schultern (arms and shoulders/AS). Auch Sportler mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sind zugelassen – nur im Mixed-Vierer. Die Startklasse setzt sich aus der Bootsklasse und Behinderungsklasse zusammen.

Ist erst seit Peking 2008 paralympisch. Es gibt vier Medaillen-Events: je eines bei den Damen und Herren sowie zwei in Mixed-Wettbewerben. 48 Frauen und 48 Männer sind dabei. Die Rennstrecke ist 1000 Meter lang. Das Boot und die Ausrüstung werden individuell an die körperlichen Einschränkungen der Athleten angepasst, zum Beispiel mit speziellen Sitzen. Die Wettkämpfe werden in drei Bootsklassen ausgetragen, an denen Menschen mit verschiedenen Behinderungen gemeinsam teilnehmen. Unterschieden werden Mixed-Vierer, Mixed-Doppelzweier und Einer Frauen/Männer. Die erste WM fand 2002 in Spanien statt. Zwei Jahre später waren es schon 24 Länder. In Rio sind drei deutsche Frauen und drei Männer dabei.

15. Schießen

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sowie unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Startklassen: SH1 (Pistole), SH1 und SH2 (Gewehr). Pistole SH1: Athleten mit Beeinträchtigungen der oberen und unteren Gliedmaßen. Gewehr SH1: Sportler mit Beeinträchtigungen der unteren Gliedmaßen. Gewehr SH2: Sportler mit Beeinträchtigungen der oberen Gliedmaßen.

Seit 1976 paralympisch. Frauen nahmen erstmals in Mixed-Wettbewerben 1980 an den Paralympics teil, seit 1996 sind sie auch in Einzelwettkämpfen dabei. Am Start sind 100 Männer und 50 Frauen. Es gibt insgesamt zwölf Wettbewerbe – je drei Einzel-Wettbewerbe bei den Damen und Herren sowie sechs im Mixed. Durch ein spezielles Klassifizierungssystem starten Schützen mit unterschiedlichen Behinderungen in einem gemeinsamen Wettkampf. Die Athleten sind in die Klassen SH1 (ohne Gewehrauflageständer) und SH2 (mit Gewehrauflageständer) aufgeteilt. Zudem gibt es noch die Kategorien liegend und stehend. Geschossen wird mit dem Gewehr (Luftgewehr, Freies Gewehr, Sportgewehr) oder der Pistole (Luftpistole, Freie Pistole) auf 10, 25 und 50 Meter Entfernung. Der Schwede Jonas Jacobsson ist mit 30 Medaillen der bisher erfolgreichste paralympische Schütze. In Rio gehen sechs Deutsche an den Start.

16. Schwimmen

Wer darf wie mitmachen? Hier können wie in der Leichtathletik Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen starten. Unterteilt wird in insgesamt 14 verschiedene Startklassen, zusätzlich nach Disziplinen unterteilt. Die Startklassen sind durch Buchstaben für die Disziplin und eine Zahl für den Grad der Beeinträchtigung gekennzeichnet. Die Einteilung erfolgt nach den Disziplinen S (Freistil, Schmetterling, Rücken), SB (Brust) oder SM (Lagen).

Seit Beginn der Paralympics 1960 dabei. Insgesamt gehen in Rio 340 Männer und 280 Frauen an den Start. Es gibt bei den Männern 80 Wettbewerbe, bei den Frauen 71 und einen Mixed-Staffelwettbewerb. Beim Schwimmen dürfen die Athleten keine Prothesen oder orthopädische Hilfsmittel benutzen, sondern nur ihren Körper. Die Klassifizierung erfolgt in Seh-, Körper- und geistige Behinderung. Der Unterschied zum olympischen Schwimmsport ist nur die frei wählbare Startposition (vom Startblock mit oder ohne Hilfe, sitzend vom Startblock, neben dem Startblock oder aus dem Wasser) und dem so genannten „Tapping“. Helfer (Tapper) signalisieren sehbehinderten Schwimmern mit einem Stab oder akustischen Signal bei der Wende oder dem Zielanschlag den Abstand zum Beckenrand. In London holte das deutsche Team zwölf Medaillen (2 Gold/7 Silber/3 Bronze). Die US-Amerikanerin Trischa Zorn ist die erfolgreichste Paralympics-Schwimmerin. Sie holte zwischen 1980 und 2004 insgesamt 55 Medaillen (41 Gold/9 Silber/5 Bronze). Das 13-köpfige deutsche Team hat gute Medaillenchancen.

17. Segeln

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Bootsklassen (Dreimann-Kielboot, Zweimann-Kielboot, Einer-Kielboot/nicht getrennt nach Geschlecht) und sieben Startklassen (1 bis 7 Punkte). Je nach Grad ihrer Einschränkung werden die Sportler eingestuft: Je niedriger die Punkte, desto schwerer die Beeinträchtigung. Im Dreimann-Kielboot darf das Team die Summe von 14 Punkten nicht überschreiten. Im Kielboot mit Zweierbesetzung muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

18. Sitzvolleyball

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Sehbehinderung. Es gibt zwei Startklassen MD (minimale Behinderung) und D (Behindert). Für ein faires Duell kann jedes Team maximal einen Spieler mit minimaler Behinderung (MD) auf dem Spielfeld haben. Die übrigen fünf Starter müssen aus der Startklasse D kommen.

Ist für die Männer seit 1980 im Paralympics-Programm, für die Frauen seit 2004. In Rio gehen je acht Frauen- und Männer-Teams an den Start. Insgesamt sind es 192 Teilnehmer (96 Frauen/96 Männer). In London holten die deutschen Männer Bronze. Titelverteidiger bei den Männern ist Bosnien-Herzegowina, bei den Frauen ist es China. Pro Team sitzen sechs Spieler auf dem Feld, gespielt wird nach den internationalen Volleyballregeln mit den Ausnahmen, dass bei der Aufgabe geblockt werden darf und das Feld kleiner sowie das Netz tiefer ist (Frauen 1,05 Meter/Männer 1,50 Meter). Pro Team müssen mindestens vier behinderte Spieler dabei sein. Zusätzlich dürfen dann noch ein Minimal Handicap Player (z.B. mit einem instabilen Kniegelenk) und ein nichtbehinderter Spieler oder zwei minimal behinderte Spieler auf dem Feld sitzen. Es ist jedoch auch möglich, mit fünf oder sechs behinderten Spielern zu agieren. Die Chinesinnen sind bei Paralympics bisher ungeschlagen. Die deutschen Männer sind dabei, die Frauen haben sich wie 2012 nicht qualifiziert.

19. Tischtennis

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012  (Foto: dpa)

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012 (Foto: dpa)

Wer darf wie mitmachen? Außer Sehbehinderten nehmen alle teil. Es gibt fünf Startklassen sitzend (1 bis 5), fünf stehend (6 bis 10) und eine für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung (11). Im Tischtennis wird das Prinzip der funktionellen Klassifizierung angewendet. Dabei wird nicht die Behinderung selbst bewertet, sondern die Auswirkung der Behinderung auf diese spezielle Disziplin.

Seit dem Beginn 1960 im Programm und damit 28 Jahre früher als die Olympia-Premiere des Tischtennis-Sports. Auf dem Programm stehen insgesamt 29 Einzel- und Team-Wettbewerbe (16 Männer/13 Frauen). Die Athletenzahl beträgt 276 (174 Männer/102 Frauen). Gespielt wird nach den internationalen Regeln, entweder im Stehen oder im Rollstuhl. Zudem werden die Sportler je nach Grad der Behinderung in elf Klassen eingeteilt. Im Teamwettbewerb können auch Spieler unterschiedlicher Klassen zusammen agieren. Gespielt wird dann in der Gruppe des Athleten mit der geringsten Behinderung. Der einzige Unterschied zu den herkömmlichen Regeln ist beim Aufschlag der Rollstuhl-Athleten. Der Ball muss dabei über die Grundlinie des Tisches gespielt werden. Geht er aber zu einer Seitenlinie heraus oder durch die Rotation zurück zum Netz, muss der Aufschlag wiederholt werden. In London 2012 holte Deutschland vier Medaillen (2 Gold/1 Silber/1 Bronze). Gold holten der sechsmalige Paralympics-Sieger Jochen Wollmert und Holger Nikelis im Einzel. In Rio sind elf Deutsche dabei.

20. Triatthlon

Wer darf wie mitmachen? Kleinwüchsige, Menschen mit unterschiedlichen Beinlängen und intellektueller Beeinträchtigung starten nicht. Vier von eigentlich fünf Startklassen sind paralympisch. In den einzelnen Startklassen treten jeweils Sportler mit unterschiedlichen und unterschiedlich schwer ausgeprägten Beeinträchtigungen gegeneinander an. Entscheidend ist die Auswirkung der Beeinträchtigung auf den Einzelnen, nicht die Beeinträchtigung selbst.

Schwimmen, Radfahren und Laufen erlebt an der Copacabana seine paralympische Premiere. Für Frauen und Männer gibt es jeweils drei Startklassen. Je 30 Frauen und Männer sind dabei. Sie müssen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad absolvieren, ehe der abschließende 5-Kilometer-Lauf über die Medaillen entscheidet. Die erste WM fand 1996 in Cleveland (USA) statt. Der Leipziger Martin Schulz wurde im Mai zum fünften Mal in Serie Europameister, im Juli holte er sein drittes WM-Gold und ist einer der Favoriten auf Premieren-Gold in Rio. Nora Hansel aus Bochum wurde in ihrer Klasse zum zweiten Mal nacheinander Europameisterin, wurde aber nicht für Rio nominiert. Neben Schulz ist nur noch Stefan Lösler am Start.

21. 5-er Fußball

Wer darf wie mitmachen? Nur Blinde (B1), zusätzlich ist eine Dunkelbrille für alle Feldspieler Pflicht. Nur der Torwart darf und kann sehen.

Seit 2004 im Programm. Seitdem holte immer Brasilien den Titel. Acht Männer-Teams mit insgesamt 64 Athleten kämpfen in Rio um Gold. In jedem Team sind vier Feldspieler, ein Tor-Guide und ein sehender Torwart sowie fünf Auswechselspielern. Die Feldspieler sind blind oder haben nur ein geringes Sehvermögen. Wegen der Chancengleichheit haben alle eine lichtundurchlässige „Brille“ auf. Der Tor-Guide steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben. Durch seine Zurufe lokalisieren die Feldspieler die Torposition. Der Ball hat im Inneren eine Rassel. Durch die Geräusche wissen die Athleten, wo der Ball ist. Das 20 x 40 Meter große Spielfeld ist von einer Bande umgeben. Gespielt wird 2 x 25 Minuten mit zehn Minuten Pause. Wurde in den 1920er Jahren in Spanien erfunden. Titelverteidiger ist Brasilien. Deutschland ist wie in London nicht dabei.

22. 7a-Side-Fußball

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (FT5 bis FT8). Spielen dürfen Menschen mit einem cerebralen Handicap (Athetose, Ataxie, Muskelhypotonie)

Seit 1984 im Programm. Es spielen Athleten mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen, oft durch Zerebralparese verursacht. Acht Männer-Teams mit insgesamt 112 Athleten kämpfen um den Titel. Es wird nach modifizierten FIFA-Regeln gespielt. Die Unterschiede sind, dass nur sieben Spieler (6 Feldspieler, 1 Torwart) auf dem Feld sind, es gibt kein Abseits, das Spielfeld ist kleiner und der Einwurf mit einer Hand eingerollt. Das Spiel dauert 2 x 30 Minuten. Russland ist Titelverteidiger. Die erste nationale Meisterschaft dieses Sports fand 1978 im schottischen Edinburgh statt. Die erste WM wurde 1982 in Dänemark ausgetragen. Der Brite Michael Barker spielte einst an der Seite von Englands Stürmer-Star Wayne Rooney in der Jugend-Akademie von Everton, eher er nach einem Bus-Unfall zum 7a-Side-Fußball wechselte. In Rio ohne deutsches Team wie schon in London.

(RP/dpa)

Die Klassifizierung (I): Die Behinderungsarten bei den Paralympics

Jede paralympische Sportart verfügt über ihr eigenes Klassifizierungs-System. Manche paralympischen Sportarten wurden speziell für Athleten mit einer bestimmten Beeinträchtigung entwickelt. Beim Goalball und Judo gehen ausschließlich Athleten mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit an den Start. In anderen Sportarten – etwa der Leichtathletik und im Schwimmen – können Sportler mit allen Beeinträchtigungen bei den Paralympics starten. In der Regel gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung.

Das paralympische Klassifizierungssystem wird nach zehn Behinderungsarten eingeteilt:

1. Beeinträchtigungen der Muskelleistung (reduzierte Muskelkraft, zum Beispiel Querschnittlähmung)
2. Beeinträchtigungen der passiven Beweglichkeit (Bewegungsmöglichkeiten eines oder mehrerer Gelenke systematisch eingeschränkt)
3. Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen (Dysmelien)
4. unterschiedliche Beinlängen
5. Kleinwuchs
6. Muskelhypotonie (Beeinträchtigung durch erhöhte Spannung der Muskulatur und die reduzierte Fähigkeit, einen Muskel zu strecken)
7. Ataxie (verschiedene neurologisch bedingte Störungen der muskulären Bewegungskoordination, auch wenn keine Lähmung vorliegt)
8. Athetose (motorische Dysfunktion; charakteristisch sind z.B. unwillkürliche, unkontrollierte Muskelbewegungen oder Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer symmetrischen Körperhaltung)
9. Sehbehinderung
10. intellektuelle Beeinträchtigungen

Die Klassifizierung (II): Ein Streitthema bei den Paralympics

Im Behindertensport gibt es in jeder Disziplin verschiedene Klassen. Je nach Art und Schwere des Handicaps werden Athleten darin zusammengefasst – vergleichbar etwa mit den Gewichtsklassen im Profi-Boxen. Dadurch soll bei den Paralympics Chancengleichheit gewährleistet sein.

Die Klassifizierung ist aber ein umstrittenes Thema, denn komplette Chancengleichheit kann es nicht geben, da die Behinderungen zu unterschiedlich sind. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) fährt die Linie, immer mehr Startklassen zusammenzulegen, um das Wettkampfprogramm zu entzerren und übersichtlicher zu machen. Das führt aber dazu, dass teils Sportler mit kaum mehr vergleichbaren Behinderungen gegeneinander antreten und einige im Nachteil sind.

„Die funktionale Klassifizierung ist in meinen Augen gescheitert, gerade bei den schwerer behinderten Klassen. Es fahren Äpfel gegen Birnen, das ist Klassifizierungs-Absurdistan“, sagte der deutsche Paralympics-Sieger Michael Teuber nach der Bahnrad-WM.

Leichtathletik-Bundestrainer Willi Gernemann sieht auch noch Veränderungsbedarf. Aber er ist vor allem froh, dass das Punktesystem abgeschafft wurde. „Wir sind auf einem guten Weg. Jetzt gewinnt der, der am weitesten wirft oder am schnellsten läuft“, sagt er. In London waren wegen mangelnder Athletendichte verschiedene Behindertenklassen zusammengefasst worden. Das hatte zur Folge, dass Markus Rehm im Weitsprung durch ein seltsames Punktesystem quasi unschlagbar war und Marianne Buggenhagen die Kugel 82 Zentimeter weiter stieß als Yang Liwan, hinter der Chinesin aber nur Silber gewann.

In welche Klasse ein Sportler kommt, entscheiden professionell ausgebildete Klassifizierer des IPC. Aber auch da hat das IPC die Anforderungen gesenkt. So braucht man mittlerweile nur noch zwei Klassifizierer – einen medizinischen und einen technischen. Der medizinische muss kein Arzt sein, auch Physiotherapeuten entscheiden.

Am Beginn einer Behindertensport-Laufbahn erfolgt die erste Einteilung. Dies geschieht durch umfangreiche physische Tests sowie Beobachtungen des Athleten beim Sport. Nicht jeder ist ehrlich bei den Einstufungstests, es gibt Manipulationen und Betrug. So konnten im Rollstuhl sitzende Sportler plötzlich doch gehen. Oder Athleten beeinträchtigen vor der Klassifizierung ihren körperlichen Zustand so, dass sie in eine für sie leichtere Klasse eingestuft werden. Verband und Sportler können die Entscheidung im Laufe einer Karriere öfter anfechten und eine neue Untersuchung beantragen.

(dpa)

Die Wettkampfstätten
Bei den Paralympischen Spielen in Rio werden die Sportstätten der Olympischen Spiele genutzt. Es gibt vier Zentren: den Olympiapark Barra, die Region Maracanã mit dem Olympiastadion und dem Fußballstadion, Deodoro, wo unter anderem die Reitwettkämpfe stattfinden, sowie Copacabana. Ein Überblick über die Sportstätten und Kapazitäten bei den Paralympics 2016.

Olympia-Park Barra

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

1,2 Millionen Quadratmeter. Er liegt an der Jacarepaguá-Lagune, fast 40 Kilometer vom Zentrum Rios entfernt. Auch TV- und Pressezentrum befinden sich hier, in der Nähe liegt das Olympische Dorf, das über 4300 Sportler beherbergen wird.

Carioca 1: 16.000 Plätze. Rollstuhlbasketball und Rollstuhlrugby.

Carioca 2: 10.000 Plätze. Boccia und Rollstuhlfechten.

Carioca 3: 10.000 Plätze. Judo.

Tennis-Center: Center Court 10.000; Court I 5000; Court II 3000
Plätze – insgesamt 16 Plätze. Rollstuhltennis und 5-a-side Fußball.

Velodrom: 5000 Plätze; Bahnradfahren.

Future-Arena: 12.000 Plätze; Goalball.

Schwimmstadion: 18.000 Plätze; Schwimmen.

Rio Olympic Arena: 12.000 Plätze; Rollstuhlbasketball.

Im Umfeld des Olympiaparks

Rio Centro: Drei Hallen für Gewichtheben (6500 Plätze), Tischtennis
(6500 Plätze), Sitzvolleyball (6500 Plätze).

Radfahren Straße: In Pontal, westlich des Olympiaparks entlang einer malerischen Küstenstraße, direkt am Atlantik. Hier befindet sich auch das Deutsche Haus. Tausende Stehplätze.

Marcana

Olympiastadion João Havelange: 60.000 Plätze. Leichtathletik.

Maracana: 78.600 Plätze. Eröffnungs- und Abschlussfeier.

Sambódromo: 30.000 Plätze. Bogenschießen.

Copacabana

Fort Copacabana: 5000 Plätze. Startpunkt Triathlon; Marathon.

Estádio da Lagoa: mindestens 10.000 Plätze. Rudern; Kanu.

Marina da Gloría: 10.000 Plätze. Segeln in der Guanabara-Bucht.

Deodoro

Reit-Stadion: 35.200 Plätze. Reiten.

Deodoro-Stadion: 15.000 Plätze. 7-a-side Fußball.

(dpa)

Historie: Von Sir Ludwig Guttmann bis heute
Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

1948

Der deutsche Neurochirurg Sir Ludwig Guttmann richtet die „Stoke Mandeville Games“ aus. 16 versehrte Kriegsveteranen treten im Bogenschießen und anderem Rollstuhl-Sport gegeneinander an. Guttmann sagt in seiner Rede: „Vielleicht gibt es eines Tages Olympische Spiele für Behinderte.“ Wer war der Arzt, den seine Patienten zärtlich Poppa riefen, und der vor dem Nazi-Terror flüchten musste? Warum lieben und bewundern ihn so viele als Halbgott? Ausführliche Berichte: Vater der Paralympischen Spiele: Das war der legendäre Sir Ludwig Guttmann und Der Mann, der aus Manfred Sauer einen Steuerzahler machte

1960

In Rom finden die ersten offiziellen Paralympics statt – damals noch unter dem Namen „Weltspiele der Gelähmten“. Seitdem werden sie alle vier Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. Seit 1988 in Seoul finden sie immer im Gastgeberland der Olympischen Spiele statt. Bei der Paralympics-Premiere nehmen 209 Athleten (164 Männer/45 Frauen) aus 18 Nationen teil, acht Sportarten stehen auf dem Programm: Bogenschießen, Dart, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Rollstuhl-Fechten, Schwimmen, Snooker, Tischtennis.

1968

Aufgrund von technischen Schwierigkeiten kann das Gastgeberland Mexiko die Paralympics nicht ausrichten. Sie finden deshalb in Tel Aviv statt.

1972

In Heidelberg sind schon 922 Sportler (654 Männer/268 Frauen) am Start. Das Wettkampfprogramm wird auf zehn Sportarten erweitert.

1976

Im kanadischen Toronto sind mit 1271 Sportlern (999 Männer/271 Frauen) erstmals über 1000 Athleten dabei. Das Programm wird sukzessive auf 13 Sportarten erweitert.

1984

Bei den gesplitteten Spielen in Stoke Mandeville und New York wird die 2000er-Mauer bei den Teilnehmern durchbrochen. 2093 Sportler (1560 Männer/533 Frauen) aus 54 Ländern kämpfen um die Medaillen. Mit 18 Sportarten hat sich das Programm im Vergleich zur Premiere mehr als verdoppelt. Die Teilnehmerzahl wurde verzehnfacht.

2012

In London erleben 4302 Sportler (2779 Männer/1523 Frauen) aus 164 Nationen die bisher besten Paralympics der Geschichte. 20 Sportarten stehen auf dem Programm, 503 Wettbewerbe werden ausgetragen. Höhepunkt sind die Leichtathletik-Wettbewerbe vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion.

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

2016

In Rio de Janeiro sollen 4350 Athleten aus 165 Ländern dabei sein. Mit Kanu und Triathlon, die ihre Paralympics-Premiere erleben, sind nunmehr 22 Sportarten im Wettkampfprogramm. Nicht dabei ist Russland. Das Riesenreich wurde wegen eines massiven Dopingskandals vom Internationalen Paralympics Komitee ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof bestätigte den Bann.

JahrOrtLänderTeilnehmer
1960Rom23400
1964Tokio21375
1968Tel Aviv29750
1972Heidelberg43984
1976Toronto401657
1980Arnheim431973
1984New York451800
1984Stoke Mandeville411100
1988Seoul613057
1992Barcelona833001
1996Atlanta1043259
2000Sydney1223881
2004Athen1353808
2008Peking1463951
2012London1664280
2016Rio de Janeiro1654350
2020Tokio

(dpa)

Innovation am Band: Paralympics-Medaillen mit Klang

Gold, Silber, Bronze: Medaillen bei sportlichen Großereignissen sind das Ziel der Athleten und der Lohn für die harte Arbeit. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro kämpfen die über 4300 Athleten aus gut 165 Ländern um insgesamt 2642 Medaillen – 877 Mal Gold, 876 Silber, 889 Bronze.

Doch nicht jeder der paralympischen Wettkämpfer kann das Objekt der Begierde auch sehen, wie die sehbehinderten und blinden Athleten. Deshalb haben sich die Organisatoren diesmal etwas Innovatives ausgedacht: Winzige Stahlkugeln im Innern der Medaillen erzeugen einen Klang, der je nach Medaillenfarbe anders ausfällt.

Die Bronzemedaille beinhaltet 16 Kügelchen und wenn man sie schüttelt, gibt sie den leistesten Ton von sich. In der Silbermedaille sind 20 dieser Kugeln. Am lautesten tönt die Goldmedaille, in der 28 Kugeln verarbeitet sind. So können auch Athletinnen und Athleten mit einer Sehbehinderung die Farbe quasi erkennen. Auf alle Medaillen wurden die Wörter „Rio 2016 Paralympic Games“ in Blindenschrift eingraviert.

(dpa)

Rio de Janeiro – eine der Megastädte dieser Welt
Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 - Flickr, CC BY 2.0)

Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 – Flickr, CC BY 2.0)

Rio de Janeiro ist nach São Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name (deutsch: Januar-Fluss) beruht auf einem Irrtum des Seefahrers Gaspar de Lemos, der die Bucht am 1. Januar 1502 entdeckte und für die Mündung eines großen Flusses hielt. Im administrativen Stadtgebiet leben rund 6,4 Millionen Menschen (2013). Die Metropolregion hat 11,9 Millionen Einwohner (2010). Somit gehört Rio de Janeiro zu den Megastädten dieser Welt.

Von 1815 bis 1821 war Rio de Janeiro Hauptstadt des Königreiches von Portugal und Brasilien und nach der Unabhängigkeit Brasiliens 1822 bis 1960 die Hauptstadt des Landes. Danach trat sie diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Von 1808 bis 1822 war die Stadt auch Sitz des portugiesischen Hofes, der wegen eines Angriffs durch Napoleon Bonaparte nach Brasilien flüchten musste. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum Tupí-Guaraní gehörenden Sprache der Tupinambá, welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.

Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.

(Quelle: Wikipedia)

Zeitplan und Termine der Wettkämpfe
Die Wettkämpfe der Paralympics 2016 beginnen je nach Sportart morgens um 8:30 Uhr Ortszeit und enden – beispielsweise in der Leichtathletik und im Schwimmen – erst nach 23.00 Uhr. Die Zeitverschiebung zwischen Rio de Janeiro und der Mitteleuropäischen Zeit beträgt fünf Stunden.
Unser Paralympics-Zeitplan 2016 zeigt, an welchem Datum welche Wettkämpfe stattfinden. Die angegebenen Zeiten sind die mitteleuropäischen Startzeiten der einzelnen Wettkämpfe der Paralympics 2016. Die Zeit in Klammern ist die Ortszeit in Brasilien.

Donnerstag, 8. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Männer, 49 kg: Riocentro – Pavilion 2
Schießen
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena

Freitag, 9. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
• Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 45 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
ab 13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Samstag, 10. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 50 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Riocentro – Pavilion 6
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Männer, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhtennis
16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Sonntag, 11. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 61 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Lagoa Stadium
Schießen
14:15 (09:15) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Montag, 12. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 73 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Dienstag, 13. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, 88 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court 2

Mittwoch, 14. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Radsport
ab 13:00 (08:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Halbfinale: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Viertelfinale: Future Arena
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Frauen, 86 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Runde 1, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 2

Donnerstag, 15. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale. Finale: Lagoa Stadium
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen Viertelfinale, Halbfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Halbfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Freitag, 16. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
14:00 (09:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Deodoro Stadium
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Samstag, 17. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Blindenfußball 5-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Segeln
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 21:30 (16:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
• Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra

Sonntag, 18. September 2016

Leichtathletik
14:00 (09:00) Uhr: Marathon: Fort Copacabana
Sitzvolleyball
14:30 (09:30) Uhr: Männer, Finale: Riocentro – Pavilion 6
Rollstuhlrugby
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Carioca Arena 1 – Barra

ARD und ZDF berichten 60 Stunden live über Paralympics in Rio
ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender berichten ausführlich von den Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro. ARD und ZDF senden etwa 60 Stunden live. Hinzu kommen Zusammenfassungen, ausführliche Streaming-Angebote sowie die Berichte der ARD-Hörfunkwellen. 2012 hatten ARD und ZDF in ähnlichem Live-Umfang von den Paralympics aus London berichtet. 2008 gab es etwa 30 Stunden live aus Peking zu sehen.

„Wir freuen uns, mit unseren Übertragungen und unserer Berichterstattung im Fernsehen, im Radio und online dazu beitragen zu können, dass die Wettbewerbe für Menschen mit Behinderung die große Beachtung bekommen, die sie verdienen“, sagte Lutz Marmor, Intendant des für die ARD federführenden NDR, in einer Mitteilung am Samstag.

Aus dem gläsernen Studio im Olympia-Park von Rio de Janeiro werden sich ab etwa 23.00 Uhr MESZ an den abwechselnden Sendetagen Juliane Möcklinghoff für die ARD und Yorck Polus für das ZDF melden. Zudem sendet die ARD von 16.05 Uhr an live. Die Eröffnungsfeier am Mittwoch (7. September) überträgt das ZDF von 23.00 Uhr MESZ an. Reporter ist Stefan Bier, unterstützt von Matthias Berg.

Fünf Stunden Zeitunterschied

Insgesamt gibt es an den elf Wettkampftagen 528 Medaillenentscheidungen. 4350 Athleten kämpfen in 22 Sportarten. Mit Triathlon und Kanu stehen zwei neue Disziplinen auf dem paralympischen Programm. Die Wettkampfstätten von Rio konzentrieren sich wie schon bei Olympia in den vier Stadtzonen Barra, Deodora, Maracana und Copacabana.

Aufgrund des Zeitunterschieds von fünf Stunden zur Mitteleuropäischen Sommerzeit finden die meisten Medaillenentscheidungen am späten deutschen Abend statt. Wie bei den Olympischen Spielen bieten ARD und ZDF auch bei den Paralympics gemeinsam eine umfangreiche Audiodeskription aller TV-Sendungen an. Über eine zusätzliche digitale Tonspur werden so die paralympischen Wettbewerbe blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich gemacht. Die täglichen TV-Sendezeiten finden Sie ab Mittwoch auf ROLLINGPLANET.

ARD
Nachmittags bietet das ARD-Team an seinen Sendetagen (zum ersten Mal am Donnerstag, 8. September) jeweils ab 16.05 Uhr ein sportliches Magazin aus Rio de Janeiro. Zwischen Livesport und Zusammenfassungen präsentiert die ARD hier auch Studiogespräche und Hintergrundberichte. Am späten deutschen Abend bis tief in die Nacht heißt es „Paralympics total“ – mit bis zu fünf Stunden Live-Sport, Zusammenfassungen des Tages und Interviews im Studio.
Die Hörfunk-Wellen der ARD werden von den Morgensendungen bis zur letzten Tageszusammenfassung, also fast rund um die Uhr, mit Berichten und Reportagen von den ARD-Reporterinnen und -reportern aus Rio versorgt. Neben aktuellen Nachrichten, spannenden Geschichten und Interviews sind auch Live-Reportagen von der Eröffnungs- und Schlussfeier, von der Leichtathletik und vom Schwimmen geplant.
Auf sportschau.de/paralympics erhalten die Nutzerinnen und Nutzer umfassende und aktuelle Informationen über die Spiele in Rio. In einem Livecenter können sie täglich einen Highlight-Video-Livestream sowie an ARD-Sendetagen das ARD-Hauptprogramm als Stream verfolgen. Die wichtigsten Entscheidungen und Storys gibt es als On-Demand-Videos.
Von den Paralympics wird auch der ARD-Text ausführlich berichten. Im Mittelpunkt stehen vor allem die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine große Rolle spielt das Thema Barrierefreiheit für die ARD. Der Beitrag des ARD-Textes ist die Live-Untertitelung sämtlicher Übertragungen der Paralympics aus Rio auf Seite 150.
ZDF
Die Hauptsendung „ZDF Paralympics live“ beginnt zumeist um 23.00 Uhr und endet gegen 2.30 Uhr/3.00 Uhr. In dieser Zeitspanne sind die meisten Entscheidungen vor allem in der Leichtathletik und im Schwimmen live oder mit nur geringem Zeitversatz zu sehen.
Für alle Zuschauer, die die Wettbewerbe nachts nicht verfolgen können, präsentiert das ZDF mit „Paralympics extra“ am folgenden Vormittag ab 9.03 Uhr eine 90-minütige Zusammenfassung der sportlichen Höhepunkte. Darüber hinaus begrüßt Moderator Yorck Polus deutsche Medaillengewinner und weitere Gäste zum Gespräch im Paralympics-Studio. Hintergrundberichte und Erklärstücke bieten den Zuschauern zudem weitere Informationen zu den Wettkämpfen und zum Behindertensport.
Auch das ZDF-Online-Angebot bietet Informationen über die Paralympics rund um die Uhr. In der zentralen Sportart Leichtathletik werden alle Vormittags-Veranstaltungen zusätzlich im Internet gestreamt. Weitere Livestream-Angebote stehen je nach aktueller Lage für die verschiedenen Wettbewerbe zur Verfügung.

(RP/PM/dpa)

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

Diesen Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Live aus Rio: Paralympics 2016

Wir machen ROLLINGPLANET:

Neueste Beiträge

Top-Themen

Das Aufreger-Thema

Eine(r) von uns

Gesellschaft & Politik

Am häufigsten gelesen

Neueste Kommentare

Aufzug