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Paralympics 2016 in Rio beendet – wir sagen Danke

Live aus Rio: Paralympics 2016

Paralympics 2016 in Rio beendet – wir sagen Danke

Paralympics in Rio de Janeiro (7.–18. September 2016): Das große ROLLINGPLANET-Extra mit Höhepunkten, Siegern, Sensationen und Impressionen.

Paralympics in Rio de Janeiro (7.–18. September 2016): Das große ROLLINGPLANET-Extra mit Höhepunkten, Siegern, Sensationen und Impressionen.

Paralympics Logo Rio

(Auf den Pfleil klicken, um unser Editorial zu lesen:) ROLLINGPLANET in Rio
Für ROLLINGPLANET berichten aus Rio de Janeiro Jessica Unterreiner, Peter Schadt, die Reporter/innen von dpa, und im Backoffice Lothar Epe, Max Kramer (Redaktion) und Kim Robins (Technik). In Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt des USC München Rollstuhlsport e.V., dem deutschen Rekordmeister im Rollstuhlbasketball. Dieses ROLLINGPLANET-Paralympics-Magazin wird gesponsert von ROLLING PANTS.
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Sie bloggen für ROLLINGPLANET aus Rio

Peter Schadt Blog

ROLLINGPLANET sichtet nicht nur die sportlichen Ereignisse. Peter Schadt (Foto oben: kurz nach seiner Ankunft in Rio de Janeiro) und Jessy Unterreiner (unten: bei ihrer Abreise vom Münchner Hauptbahnhof) liefern Impressionen aus der südöstlichen Metropole des Landes, in der zirka 6,5 Millionen Menschen leben. Der 55-Jährige ist Ex-Rollstuhlbasketball-Nationalspieler und war mehrfach Trainer des USC München. Während Schadt ein erfahrener Globetrotter ist, rollt die 16-Jährige erstmals so weit von zu Hause entfernt durch die Welt.

Jessy Unterreiner Blog

Unser Magazin ist in vier Rubriken gegliedert, die Sie über die folgenden Reiter erreichen: Das TAGEBUCH mit News und Impressionen, DAS DEUTSCHE TEAM mit allen Sportler/innen, WISSENSWERTES rund zu den Paralympics und WETTKÄMPFE/TV mit dem kompletten Zeitplan.

Alles auf einen Blick

TAGEBUCHDAS DEUTSCHE TEAMWISSENSWERTESWETTKÄMPFE & TV

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Sonntag, 18.9.2016: Das waren die Paralympics 2016 in Rio +++ Adeus Rio – Moshimoshi Tokio: Japan verspricht Gastlichkeit und keine Geldsorgen +++ Der Paralympics-Schock +++ Dank des Riesen hat es geklappt – Iran holt Gold im Sitzvolleyball +++ Blindenfußball +++ Marianne Buggenhagen erinnert sich +++ Was den Deutschen überall lieb ist +++ Paralympics-Athleten, die noch spezieller, noch behinderter, noch sportlicher sind +++ Geringeres Zuschauerinteresse an Paralympics 2016 im TV +++ Im Olympischen/Paralympischen Dorf

Das waren die Paralympics 2016 in Rio

IPC-Chef Sir Philip Craven (m.) beobachtet die symbolische Übergabe der Paralympics-Flagge von Eduardo Paes (l.), dem Bürgermeister von Rio, an seine Amtskollegin Yuriko Koike (r.), deren Stadt Tokio die nächsten olympischen und paralympischen Spiele ausrichten wird.

IPC-Chef Sir Philip Craven (m.) beobachtet die symbolische Übergabe der Paralympics-Flagge von Eduardo Paes (l.), dem Bürgermeister von Rio, an seine Amtskollegin Yuriko Koike (r.), deren Stadt Tokio die nächsten olympischen und paralympischen Spiele ausrichten wird.

Wie schon bei der Eröffnung gab es zum Abschluss eine bunte und fröhliche Party. (Foto: dpa)

Wie schon bei der Eröffnung gab es zum Abschluss eine bunte und fröhliche Party. (Foto: dpa)

Die Tages- und Nachtschichten von Lothar Epe und Max Kramer von der ROLLINGPLANET-Redaktion, Kim Robins vom USC München Rollstuhlsport e.V. (der Kooperationspartner dieses Paralympics-Specials war) und unserer Blogger Peter Schadt (55) und Jessy Unterreiner (16) live in Rio de Janeiro sind beendet: Die Weltspiele der Behindertensportler in Rio de Janeiro sind vorüber. Mehr als 80.000 Leser haben unser redaktionelles Extra zu den Paralympics gelesen – auch für uns ein fantastischer Erfolg.

Vier Wochen nach dem Ende der Olympischen Spielen erlosch am Sonntag um 22.21 Uhr (Ortszeit) im voll besetzten Maracana Stadion die Flamme der Paralympics. Sir Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), bewertete in seiner letzten großen Rede (er hört als IPC-Chef auf) bei strömendem Regen die Veranstaltung als „exzellente Spiele“. Und er hat Recht, wenn er von den „Spielen der Menschen“ sprach.

Zuvor hatte Rios Bürgermeister Eduardo Paes die Paralympics-Fahne an Tokios Gouverneurin Yuriko Koike übergeben. In Japans Hauptstadt finden 2020 nach den Olympischen Spielen die 16. Paralympics vom 25. August bis zum 6. September statt. Während der Schlussfeier gab es eine Gedenkminute für den am Samstag nach einem Radunfall gestorbenen Iraner Bahman Golbarnezhad.

Gedenkminute für den tödlich verunglückten Radfahrer Bahman Golbarnezhad, vorne IPC-Chef Sir Philip Craven (l.) und Carlos Nuzmann (r.), Chef des Organisationskomitees. (Foto: Jens Büttner/dpa)

Gedenkminute für den tödlich verunglückten Radfahrer Bahman Golbarnezhad, vorne IPC-Chef Sir Philip Craven (l.) und Carlos Nuzmann (r.), Chef des Organisationskomitees. (Foto: Jens Büttner/dpa)

Die Athleten tanzten, ein Armamputierter spielt mit den Füßen Gitarre. Es regnet in Strömen im Maracanã, doch tausende Sportler mit Behinderung, die hier 209 Weltrekorde aufgestellt haben, feiern auch sich selbst. Immer wieder formen sie mit den Händen ein Herz und halten es in die Kameras. Vanessa da Mata und Ceu verwandelten das Stadion in eine riesige Partyzone – bis der starke Regen einsetzte und die Mehrzahl der Athleten den Innenraum verließ.

Brasiliens Superstar Ivete Sangalo (44) rockte die Abschlussfeier, dass es kein Morgen mehr gab. Als sie nach ihrem halbstündigen Konzert von der Bühne verschwand, sangen die 60.000 Zuschauer im weltberühmten Maracana einfach weiter.

Brasiliens Superstar Ivete Sangalo (Foto: IWN)

Brasiliens Superstar Ivete Sangalo (Foto: IWN)

Das unterschenkelamputierte Model Gimico performte während der Abschlussfeier. (Foto: dpa)

Das unterschenkelamputierte Model Gimico performte während der Abschlussfeier. (Foto: dpa)

Während Olympia mitunter für Frust sorgte – angefangen von Mängeln im Olympischen Dorf über leere Stadien bis zu Schüssen auf ein Pressezentrum – überraschten die Paralympischen Spiele alle. Von erst nur 300.000 verkauften Tickets kletterte der Verkauf auf über zwei Millionen. Auch weil viele Familien dank Ticketpreisen ab drei Euro diese stimmungsvollen Paralympics für sich entdeckten. Wie sieht die Bilanz und Zukunft aus?

Der Olympiapark im Stadtteil Barra war das Herz der Spiele, aber die Wege für viele nervtötend, Barra liegt fast 40 Kilometer vom Zentrum entfernt. Eine Hamburger Delegation verwies zähneknirschend auf das kompakte Bewerbungskonzept mit kurzen Wegen auf einer Elbinsel für Hamburg 2024 – aber das Volk erteilte der Bewerbung ja eine Absage.

Zwar wurden Shuttle-Busse aus Kostengründen schon vor Beginn der Paralympics gestrichen, manche Volunteers waren überfordert, und Sportler im Paralympischen Dorf mussten tagelang ohne Klo-Deckel und Zimmerschlüssel auskommen – doch die Paralympics lebten vom Herz der Menschen. Die Sportler mit Behinderung wurden frenetisch angefeuert, Goalballer, die sonst vor hundert Zuschauern spielten, wurden von 12.000 Leuten angefeuert. Ein Grund dafür: Die deutlich niedrigeren Ticketpreise als bei Olympia. Es gab keine Schmähgesänge der Brasilianer gegen die Argentinier und andersherum wie bei Olympia (bis hin zu einer Schlägerei im Tennisstadion).

Staunen über High-Tech-Prothesen – und wie schnell Menschen mit einem Bein Rad fahren können. Tausende Volunteers in gelben und grünen Shirts bügelten mit ihrer Herzlichkeit so manche organisatorische Schwäche aus. „Ihr seid das Beste, was Brasilien zu bieten hat“, lobt Craven die Helfer. Auch die Schlangen an den Stadien waren schneller bewältigt, aus Fehlern bei Olympia wurde gelernt – es gab viel Lob.

Für einen Schock sorgte aber der Tod des iranischen Radrennfahrers Bahman Golbarnezhad, der nach einem schweren Sturz starb, für ihn gab es bei der Feier eine Gedenkminute. Schon bei Olympia hatte es einen tragischen Todesfall gegeben: Der deutsche Kanu-Trainer Stefan Henze starb nach einem Unfall seines Taxis an schweren Kopfverletzungen.

Unterm Strich: Rio 2016 war besser als der Ruf im Vorfeld – selbst wenn IOC-Präsident Thomas Bach nicht zu den Paralympics kam, was ein Skandal war. „Ich dachte, man kommt in eine Stadt von Mord, Totschlag und Zika“, erzählte ein Diplomat. Klar: Rio ist vielerorts gefährlich, aber die meisten Touristen bekamen das kaum mit, das Sicherheitskonzept griff. In Sachen Zika wurde den Organisatoren im Ausland von vielen nicht geglaubt – die Moskitos, die Zika übertragen, sind in der Zeit kaum aktiv. Es wurde kein Zika-Fall bekannt. Insgesamt kamen statt der erhofften Million so nur 410.000 ausländische Touristen zu Olympia.

Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet für Rio mit rund zwölf Prozent mehr Pleiten bei Kleinunternehmen, weil sich viele Hoffnungen von zu Olympia gegründeten Unternehmen in den Bereichen Gastronomie, Transport, Tourismus und Kommunikation kaum erfüllt hätten.

Viele Menschen leben ohne Wasser und Strom: Blick aus einer Seilbahn auf eine der größten Favelas Rio de Janeiros, den Complexo do Alemão. (Foto: Georg Ismar/dpa)

Viele Menschen leben ohne Wasser und Strom: Blick aus einer Seilbahn auf eine der größten Favelas Rio de Janeiros, den Complexo do Alemão. (Foto: Georg Ismar/dpa)

Abseits von Olympia und Paralympics ging zudem die Gewalt in Favelas weiter, sie ist gestiegen. Während insgesamt rund 85.000 Polizisten und Soldaten mit der Sicherung der Spiele beschäftigt waren, flammten Kämpfe um die Vorherrschaft zwischen Drogengangs auf, es gab mehrere Tote. Ein Vorbote? In Rio fürchten die Menschen zusammengefasst: mehr Gewalt in den Favelas, mehr Überfälle wegen Sparzwängen bei der Polizei, noch mehr Engpässe in Krankenhäusern und Bildungsnotstand.

Nur mit Notkrediten konnten Olympische und Paralympische Spiele gesichert werden. Der Bundesstaat Rio de Janeiro, der traditionell stark abhängig ist vom Erdölexport, ist fast pleite. Die Agentur Fitch hat ihr Rating für den Bundesstaat auf die absolute Ramschstufe „C“ gesenkt – das heißt: hohes Ausfallrisiko, drohender Bankrott.

Rio 2016 war der Versuch, mit weniger Geld und Prunk (10,3 Milliarden Euro Gesamtkosten, zu fast 60 Prozent privat finanziert) Spiele zu organisieren. Letztlich muss sich das IOC entscheiden, was es will: perfekte Scheinwelten oder bescheidenere Spiele – Rios Kapital sind dagegen die Musik und Menschen. Das positive Erbe: Der Olympiapark soll zum großen Schul- und Leistungssportzentrum umgebaut werden, bisher fehlen professionelle Strukturen, auch für den Behindertensport. Und rund zwei Drittel der Bürger sind durch neue Metro- und Buslinien nun an den Nahverkehr angeschlossen – die über 2,5 Milliarden Euro teure Metrolinie Richtung Olympiapark nutzt vor allem den besser betuchten Bürgern. Barra ist geprägt von der weißen Mittel- und Oberschicht.

Der weit ärmere Norden hat von Olympia hingegen praktisch nichts. Die Menschen, die hier in riesigen Favelas leben, fürchten ein Anziehen der Gewaltspirale, gerade wenn Rio aus dem Weltfokus verschwindet. Fünf Kilometer vom Leichtathletikstadion ist eine der größten, der Complexo Alemão. Hier wird seit Wochen so viel geschossen, dass die
Kinder sich kaum zur Schule trauen und im Unterricht Schüsse hören.

Rollstuhlbasketballerin Annika Zeyen trug für die deutsche Mannschaft die Fahne ins Stadion. Die Bilanz des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) ist zufriedenstellend, auch wenn die Mannschaften weitgehend enttäuschten – darüber täuscht selbst das Silber der Rollstuhlbasketballerinnen nicht hinweg, die fahrlässig Gold aus der Hand gaben. Ob Sitzvolleyball oder Rollstuhlbasketball (Männer) – das war nichts. Tischtennis-Asse wie Jochen Wollmert, vor vier Jahren noch der Super-Hero, und Holger Nikelis gingen sang- und klanglos unter, ebenso wie fast alle Schwimmer (nur Silber für Denise Grahl und Naomi Maike Schnittger, Bronze für Torben Schmidtke).

Richten mussten es Stars wie Markus Rehm und Vanessa Low, die die Erwartungen erfüllten. Die Radsportler waren herausragend. Birgit Kober gewann, was ihr viele nicht zugetraut hatten, einmal mehr Gold im Kugelstoßen – dieses Mal im Stehen statt wie in London noch im Rollstuhl. Was Kober außerdem medaillenverdächtig macht: Selbst finanziell nicht gut gestellt, fand sie in Rio de Janeiro Zeit und Kraft, Kinder in den Favelas zu unterstützen – und es gehört zu den kleinen, aber bemerkenswerten Geschichten der Paralympics, dass sie es war, die den anderen Kugelstoß-Paralympicssieger Daniel Scheil vor einigen Jahren zum Sport ermutigt hatte. Mit 63 Jahren und Silber beendete Paralympics-Legende Marianne Buggenhagen ihre Sportkarriere. Und hinter den Kulissen gehört sie zu den ganz Großen: Als Trainerin bereitete die ehemalige Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius die Erfolge von Rehm und Low vor, aber auch von Leichtathleten, die trotz Goldmedaille weniger im Rampenlicht stehen wie Franziska Liebhardt.

Insgesamt gewann der DBS in Rio 18 Mal Gold, 25 Mal Silber sowie 14 Mal Silber und belegte damit Rang sechs der Nationenwertung. Erneut die Nummer 1 war China (107/81/51) – wie sauber es hier zuging, zweifeln allerdings viele Doping-Experten – vor Großbritannien (64/39/44) und der Ukraine (41/37/39). Brasilien als Achter verfehlte sein Ziel, in die Top 5 des Behindertensports zu klettern. 76 der 160 Mannschaften gewannen Medaillen, 209 Weltrekorde wurden aufgestellt. Fernab der Zahlen: Es waren spannende, emotionale Tage, für die ROLLINGPLANET allen Athleten ebenso Danke sagt wie unseren Kollegen, die dieses Paralympics-Special ermöglichten.

Höhepunkte, Sieger, Sensationen und Impressionen – hier geht es zur Übersicht.

Am Sonntagabend um 22.21 Uhr Ortszeit waren die Paralympics in Rio de Janeiro Geschichte.

Am Sonntagabend um 22.35 Uhr Ortszeit waren die Paralympics in Rio de Janeiro Geschichte.

(RP/mit Materialien von dpa)

Nach den Paralympics ist vor den Paralympics: Tokio verspricht Gastlichkeit und keine Geldsorgen

Tokios Bürgermeisterin Yuriko Koike (Foto:  World Economic Forum)

Tokios Bürgermeisterin Yuriko Koike (Foto: World Economic Forum)

Rio geht – Tokio kommt. Als erste Stadt der Welt richtet Japans Millionen-Metropole in vier Jahren zum zweiten Mal die Paralympics aus. „Ohne Erfolg der Paralympics gibt es keinen Erfolg für Tokio 2020“, betonte Yuriko Koike. Die Gouverneurin der Präfektur Tokio übernahm in Rio de Janeiro schon die Fahne der Olympischen Spiele, nun folgt die der Paralympics. Bereits 1964 war Tokio Gastgeber für beide Veranstaltungen.

Die Japaner haben damit ihre Ansprüche auf ein hohes Niveau gesetzt. Aufmerksam hat die Delegation des nächsten Gastgebers das Geldproblem in Rio verfolgt – und versprochen, dass es in vier Jahren anders sein wird. „Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen hat es anscheinend überall Budgetüberschreitungen gegeben. Es ist wichtig, unser Budget jetzt schon einmal zu überprüfen, damit die finanzielle Situation bewältigt werden kann“, sagte die Bürgermeisterin.

Bei der Präsentation ihrer Spiele 2020 wirkten die 64 Jahre alte Politikerin und neben ihr Organisationschef Toshiro Muto sowie Japans Paralympics-Präsident Mitsunori Torihara etwas freudlos. Doch die Bürgermeisterin kündigte Herzlichkeit an. „In vier Jahren heißen wir die Welt mit unserem besten ,omotenashi‘, Japans traditionellem Stil von Gastlichkeit, willkommen.“ Adeus Rio – Moshimoshi Tokio.

Die japanischen Sportler müssen allerdings noch etwas üben, wenn sie vor heimischer Kulisse feiern wollen: In Rio gelang ihnen keine einzige Goldmedaille, mit 10 x Silber und 14 x Bronze belegten sie nur Platz 64 der Nationenwertung.

(RP/dpa)

Der Paralympics-Schock

„Das war der schwärzeste Tag, seit ich Präsident des IPC bin.“

Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), über den gestern bei den Paralympics tödlich verunglückten Radsportler Bahman Golbarnezhad (siehe unten)

Dank des Riesen hat es geklappt – Iran holt Gold im Sitzvolleyball

Die iranische Sitzvolleyball-Nationalmannschaft mit Morteza Mehrzadselakjani vor dem Anpfiff. (Foto: dpa)

Die iranische Sitzvolleyball-Nationalmannschaft mit Morteza Mehrzadselakjani vor dem Anpfiff. (Foto: dpa)

Mit ihm galten sie als unschlagbar und als haushoher Favorit. Zu Recht: Iran hat mit seinem Riesen Morteza Mehrzadselakjani am letzten Paralmpics-Tag in Rio durch ein 3:1 gegen Bosnien und Herzegowina Gold im Sitzvolleyball gewonnen. Das Ergebnis war allerdings fast Nebensache. Vor dem Einspielen hatte es eine Gedenkminute für den gestern tödlich verunglückten, iranischen Radfahrer Bahman Golbarnezhad gegeben. Mannschafts-Kapitän Davoud Alipourian hatte dabei ein Bild des Radsportlers in den Händen gehalten.

(RP)

Die wahren Fußball-Helden

„Ich habe beim Blindenfußball tolle Tore gesehen. Die kriegen sie in der englischen Premier League nicht zu sehen.“

Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), bei seiner Abschluss-Pressekonferenz zu den Paralympics

Wahrnehmung

Buggenhagen holt EM-Silber im Kugelstoßen„1994 bin ich bei einer ARD-Wahl Sportlerin des Jahres geworden. Alle wurden in die Sportschau eingeladen, ich ins Gesundheitsmagazin.“

Marianne Buggenhagen (Foto: dpa) über die positiven Entwicklungen des Behindertensports.

PETER SCHADT BLOGGT

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Deutsche können nicht anders. Auch nicht, wenn sie Fans unserer Rollstuhlbasketballerinnen Annika Zeyen oder Gesche Schünemann sind. Ob Pool oder Sitzplätze in der Halle – das Handtuch oder ersatzweise die Deutschlandfahne muss einfach dabei sein. Das steckt halt in uns.

Noch spezieller, noch behinderter, noch sportlicher

Schwimmt auch ohne Arme Bestzeiten: Der Chinese Tao Zheng (Foto: IWN)

Schwimmt auch ohne Arme Bestzeiten: Der Chinese Tao Zheng (Foto: IWN)

Extreme begeistern – das gilt auch für die vielen Lebensgeschichten, die es bei den Paralympics in Rio de Janeiro zu bewundern und zu bestaunen galt. Zu ihnen zählen beispielsweise ein Sportler, der mit einem künstlichen Gebiss Tischtennis spielt, weil seine Zähne ihm wegen seiner Spezialtechnik ausfielen. Ein Inder, für den der Sieg im Hochsprung wie ein Jackpot ist. Ein Chinese, der ohne Arme und mit einer ungewöhnlichen Technik zu einem der erfolgreichsten Schwimmer seines Landes wurde. ROLLINGPLANET stellt hier 7 Sportler mit Behinderung vor, die das Publikum besonders verzücken.

Geringeres Zuschauerinteresse an Paralympics 2016 im TV

Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro fanden beim deutschen Fernsehpublikum etwas weniger Anklang als die Veranstaltungen 2008 und 2012. Durchschnittlich 490.000 Millionen Zuschauer verfolgten nach einer Mitteilung von ARD und ZDF vom Sonntag täglich vom 7. bis 18. September die Paralympics-Übertragungen. Der Marktanteil betrug 6,8 Prozent.

Zum Vergleich: Die Spiele 2008 in Peking verbuchten durchschnittlich 870.000 Zuschauer (bei einem Marktanteil von 8,4 Prozent) pro Sendung und die Veranstaltung 2012 in London 840.000 (8,7 Prozent).

Dennoch zogen ARD und ZDF eine positive Bilanz. Insgesamt hätten 20,62 Millionen Zuschauer mindestens einmal die Paralympics-Übertragungen eingeschaltet. Das seien 27,5 Prozent aller potenziellen TV-Zuschauer.

Den größten Zuschauerzuspruch mit 0,79 Millionen (7,6 Prozent) habe im bisher ausgewerteten Zeitraum die Tageszusammenfassung am 10. September von 16.00 bis 17.45 Uhr im Ersten verbucht. Die erfolgreichste Übertragung im ZDF sei die Eröffnungsfeier am 7. September mit 0,58 Millionen Zuschauern (7,8 Prozent) gewesen.

Auf etwa 65 Stunden Berichterstattung brachten es ARD und ZDF aus Rio, dazu kam das Online-Angebot und die Hörfunkprogramme.

(dpa)

JESSY UNTERREINER BLOGGT

Das Olympische & Paralympische Dorf nahe dem Riocentro und dem Olympiapark in Barra ist beeindruckend groß. Fitnessstudio, Krankengymnastik, alles inklusive.

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Bei aller Begeisterung darf man nicht vergessen, dass es in Rio nicht nur schöne Fassaden gibt…

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…sondern auch sehr viele arme Menschen, an deren Leben und Unterkünften sich aufgrund der olympischen und paralympischen Wettkämpfe in naher Zeit vermutlich nichts ändern wird.

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Samstag, 17.9.2016: 8,21 Meter im Weitsprung: Markus Rehm holt Gold mit Rekord +++ Tragischer Todesfall überschattet Paralympics: Iranischer Radfahrer stirbt nach Unfall +++ Marianne Buggenhagen holt zum Karriere-Abschluss Silber in Rio +++ Vanessla Low über 100 Meter geschlagen +++ Dritte Medaille für Irmgard Bensusan +++ Schwimmerin Naomi Maike Schnittger holt Silber +++ Heinrich Popow springt zu Gold +++ Sterbehilfe +++ Birgit Kober mit paralympischem Rekord – Gold! +++ Herzensangelegenheit mit Sebastian Dietz +++ Rollstuhlbasketballer gewinnen nicht einmal ihr letztes Spiel +++ Annika Zeyen wird Fahnenträgerin bei Paralympics-Abschlussfeier sein

8,21 Meter im Weitsprung: Markus Rehm holt Gold mit Rekord

Markus Rehm vor seinem sechsten, letzten und weitesten Sprung zugleich. (Foto: ZDF)

Markus Rehm vor seinem sechsten, letzten und weitesten Sprung zugleich. (Foto: ZDF)

Markus Rehm freut sich über Gold. (Foto: ZDF)

Markus Rehm freut sich über Gold. (Foto: ZDF)

Keine Überraschung: Leichtathletik-Star Markus Rehm hat bei den Paralympics in Rio de Janeiro seine zweite Goldmedaille gewonnen. Der Weltrekordhalter und Titelverteidiger gewann am Samstagabend (Ortszeit) den Weitsprung (T44) mit dem paralympischen Rekord von 8,21 Metern vor dem Niederländer Ronald Hertog (7,29).

Rehms Staffelkollege Felix Streng wurde mit der persönlichen Bestleistung von 7,13 Metern überraschend Dritter. Beide hatten am Montag bereits Gold mit der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel geholt. Weitsprung ist jedoch die Spezialdisziplin des 28 Jahre alten Rehm. Dort hatte der mit einer Unterschenkelprothese springende Athlet auch die Weltmeister-Titel 2011, 2013 und 2015 gewonnen. Ausführlicher Bericht: Markus Rehm ist noch nicht am Ziel.

Da wusste er noch nicht, dass er Bronze gewinnen würde: Felix Streng. (Foto: ZDF)

Da wusste er noch nicht, dass er Bronze gewinnen würde: Felix Streng. (Foto: ZDF)

(RP/dpa)

Tragischer Todesfall überschattet Paralympics: Iranischer Radfahrer stirbt nach Unfall

Tödlich verunglückt: Bahman Golbarnezhad (Foto: IWN)

Tödlich verunglückt: Bahman Golbarnezhad (Foto: IWN)

Die Paralympics in Rio de Janeiro sind von einem tragischen Todesfall beim Radsport überschattet worden. Der Iraner Bahman Golbarnezhad verlor beim Straßenrennen an einer steilen Stelle des Kurses in einer 180-Grad-Kurve die Kontrolle über sein Rad und prallte gegen eine Wand. Der Rettungswagen war zwei Minuten später an der Unfallstelle, sofort wurden medizinische Notversorgungen vorgenommen. Mit schweren Kopfverletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag der 48 Jahre alte Asienmeister seinen Verletzungen. Das Paralympics Komitee des Iran bestätigte den Tod des Radsportlers auf seiner Homepage und kondolierte der Familie. Golbarnezhad, dem der linke Unterschenkel fehlte, war im Zeitfahren 14. geworden. Er hinterlässt eine Frau.

verlor beim Straßenrennen an einer steilen Stelle des Kurses in einer 180-Grad-Kurve die Kontrolle über sein Rad und prallte gegen eine Wand. Der Rettungswagen war zwei Minuten später an der Unfallstelle, sofort wurden medizinische Notversorgungen vorgenommen. Mit schweren Kopfverletzungen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert.

Im Athletendorf wurde die iranische Fahne noch am Samstagabend auf halbmast gesetzt. Bei der Schlussfeier am Sonntag soll es im Maracana-Stadion von Rio eine Gedenkminute geben.

Bereits bei den Olympischen Spielen im August hatte es bei den Radrennen der Männer und Frauen in Rio mehrere schwere Stürze gegeben. Dabei zog sich die Niederländerin Annemiek van Vleuten drei Lendenwirbelbrüche und eine Gehirnerschütterung zu. Der Italiener Vincenzo Nibali erlitt einen Schlüsselbeinbruch, der Kolumbianer Sergio Henao brach sich das Becken, der Australier Richie Porte das Schulterblatt.

Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele und der Paralympics wies die internationale Kritik an der Radstrecke zurück. „Wie immer vor großen Ereignissen, wurde dieser Kurs vor den Olympischen Spielen vom internationalen Radsport-Verband genau geprüft, gestest und danach freigegeben“, sagte ein Sprecher.

(dpa)

Marianne Buggenhagen holt zum Karriere-Abschluss Silber in Rio

Leichtathletik-Legende Marianne Buggenhagen hat zum Abschluss einer erfolgreichen Karriere ihre 14. Medaille bei Paralympischen Spielen geholt. Die 63-Jährige wurde am Samstag im Olympiastadion von Rio de Janeiro mit 24,56 Metern Zweite des Kugelstoß-Wettbewerbs. Der starke erste Versuch der querschnittsgelähmten Berlinerin wurde noch von der Chinesin Feixia Dong (25,03) überboten. Buggenhagen wird ihre Karriere nach sieben Paralympics-Teilnahmen, neun Paralympics-Siegen und 13 WM-Titeln in diesem Jahr beenden. Den heutigen Tag wird sie nicht vergessen: „Diese Medaille hat einen ganz besonderen Stellenwert, weil es meine letzte ist.“ Hier verneigt sich ROLLINGPLANET.

(dpa)

Vanessa Low über 100 Meter geschlagen

Beinahe hätte Vanessa Low ihre italienische Rivalin Martina Caironi auf den letzten Metern noch eingeholt. Doch trotz einer persönlichen Bestzeit von 15,17 Sekunden verpasste die 26-Jährige über 100 Meter ihr zweites Gold in Rio. Vor einer Woche hatte Low im Weitsprung noch vor Caironi gewonnen. Diesmal setzte sich die Weltmeisterin und Titelverteidigerin aus Italien in 14,97 Sekunden durch. „Natürlich will man immer Gold. Aber die Zeit war großartig. Mehr ging einfach nicht“, sagte die von einer Erkältung geschwächte Low.

(dpa)

Dritte Medaille für Irmgard Bensusan

Nach Silber über 400 und 200 Meter wurde Irmgard Bensusan auch Zweite über 100 Meter. Allerdings lag die in Südafrika geborene Sprinterin bis kurz vor der Ziellinie noch in Führung. Doch dann zog die Niederländerin Marlou van Rhijn mit einem starken Schlussspurt noch an ihr vorbei und lief in 13,02 Sekunden einen paralympischen Rekord. Bensusan war nur zwei Hundertstel langsamer (13,04).

(dpa)

Schwimmerin Naomi Maike Schnittger holt Silber

Naomi Maike Schnittger hat die dritte Medaille für die deutschen Schwimmer geholt. Hinter der Britin Hannah Russell wurde die 22-Jährige Zweite des Finals über 50 Meter Brust. 2015 war die sehbehinderte Schnittger auf dieser Strecke bereits WM-Dritte geworden. Die erst 19 Jahre alte Emely Telle erreichte Platz acht.

(dpa)

Jetzt kann er erhobenen Hauptes gehen: Heinrich Popow springt zu Gold

Heinrich Popow (Foto: Neuspree Media GmbH)

Heinrich Popow (Foto: Neuspree Media GmbH)

Im Sprint wurde der oberschenkelamputierte Leichtathlet in Rio am Donnerstag als Titelverteidiger nur Vierter. Nach der Enttäuschung heute der Triumph: Weltrekordhalter Heinrich Popow hat bei den Paralympics in Rio de Janeiro die Goldmedaille im Weitsprung gewonnen. Und wie: Der 33-Jährige aus Leverkusen siegte mit dem paralympischen Rekord von 6,70 Metern vor dem Japaner Atsushi Yamamoto (6,62), dem Dänen Daniel Wagner (6,57) und dem Bremer Leon Schäfer (6,06).

„Heute war ich wieder der abgewichste Heinrich“,

meinte Popow dazu. Seinen eigenen Weltrekord aus dem August verpasste er dabei nur um sieben Zentimeter. Für den abgewichsten Heinrich war es der erste Paralympics-Sieg im Weitsprung, nachdem er 2012 in London bereits Gold über 100 Meter geholt hatte.

„Ich bin stolz auf diesen Sieg. Jetzt kann ich die paralympische Bühne mit erhobenem Haupt verlassen“, sagte Popow. „Wir hatten noch nie so ein tolles Team wie diesmal. So viele junge Leute, so viele Talente. Ich will hier all meine Erfahrungen weitergeben.“

(RP/dpa)

Das Leben feiern

„Gerade bei den Paralympischen Spielen wird doch das Leben gefeiert – das Leben mit Behinderung und das Kämpfen mit Grenzen, die auch jeder andere Mensch hat. Dieses Anliegen, also die Sterbehilfe, bei einer Veranstaltung für Menschen mit Behinderung anzusprechen, halte ich für unglücklich.“

Georg Pettinger, katholischer Seelsorger der deutschen Paralympics-Mannschaft, kritisiert die Diskussion um die belgische Sportlerin Marieke Vervoort, die sich vorstellen kann, bei weiter fortschreitender Krankheit aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. In ihrer Heimat wurde zum ersten Mal die legale Sterbehilfe angewandt, wie heute bekannt wurde.

Birgit Kober fehlen die Worte: Paralympischer Rekord – Gold!

Birgit Kober (Archivfoto: bei den Paralympics 2012 in London, dpa)

Birgit Kober (Archivfoto: bei den Paralympics 2012 in London, dpa)

Leichtathletin Birgit Kober hat bei den Paralympics in Rio de Janeiro ihren Titel im Kugelstoßen verteidigt. Die 36-Jährige gewann am Samstag mit dem paralympischen Rekord von 11,41 Metern die Goldmedaille vor der Chinesin Qing Wu (10,33). Kober ist in ihrer Startklasse auch Welt- und Europameisterin und holte bereits bei den Paralympics 2012 in London Gold im Kugelstoßen und beim Speerwerfen – damals allerdings noch im Rollstuhl.

Mittlerweile kann die Münchnerin zumindest kurze Strecken wieder gehen. Im Stehen verbesserte sie die Bestmarken ihrer Startklasse gleich mehrfach auf schließlich 11,41 Meter. „Das ist fantastisch“, sagte sie. „Das sind meine ersten Paralympics im Stehen. Wenn du die noch mit einer Goldmedaille krönen kannst, fehlen dir die Worte.“

(dpa)

Herzensangelegenheiten

Say Yes! (Foto: Shutterstock)

Say Yes! (Foto: Shutterstock)

Einfach ein netter, sympathischer Kerl, so würden wir ihn beschreiben. ROLLINGPLANET hat Sebastian Dietz schon länger ins Herz geschlossen, spätestens seit seinem mutigen „Ninja Warrior Germany“-Auftritt (siehe unten: 16.9.2016). Und nun ist uns endgültig richtig warm ums Herz. Erst Gold, dann Heiratsantrag: Dietz sorgte gestern Abend für einen emotionalen Höhepunkt der Paralympics, als er auf der Bühne im Deutschen Haus seiner Freundin Sophia einen Heiratsantrag machte. Ein berührender Moment – warum der 31-Jährige heute dafür von ROLLINGPLANET trotzdem nur Silber bekommt, steht hier (inkl. Video vom Heiratsantrag).

Rollstuhlbasketballer gewinnen nicht einmal ihr letztes Spiel

Einer seiner wenigen Auftritte bei den Paralympics: Kai Möller durfte auch mal ran. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Einer seiner wenigen Auftritte bei den Paralympics: Kai Möller durfte auch mal ran. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren landet nach einer Niederlage gegen die Niederlande beim paralympischen Turnier auf dem achten Platz der Gesamtwertung. Im abschließenden Duell gegen Oranje unterlag des Team Germany in der Rio Olympic Arena mit 50:61 (15:11/28:32/39:49).

„Das Ergebnis ist natürlich sehr enttäuschend, zumal wir uns für das letzte Spiel noch einmal viel vorgenommen hatten. Leider haben wir uns im zweiten Viertel aber durch zahlreiche Ballverluste um unser Selbstbewusstsein gebracht“, so Bundestrainer Nicolai Zeltinger nach der Partie am Samstagvormittag.

Ausgenutzt hat dies auf der Gegenseite vor allem Mustafa Korkmaz, der zahlreiche sehenswerte Pässe inszenierte und damit vor allem Center Mattijs Bellers bestens in Szene setzen konnte. Beide Akteure, die in Trier und Hamburg spielten, legten mit zusammen 38 Punkten den Grundstein zum verdienten Erfolg der Niederländer.

Das Finale zwischen USA und Spanien findet morgen um 22.30 Uhr (MESZ) statt.

Deutschland: André Bienek (17/2, RSB Thuringia Bulls), Aliaksandr Halouski (15, RSB Thuringia Bulls), Thomas Böhme (7, RSV Lahn-Dill), Kai Möller (5, BG Baskets Hamburg), Matthias Heimbach (2, BG Baskets Hamburg), Dirk Köhler (2, RSV Lahn-Dill), Dirk Passiwan (2, Doneck Dolphins Trier), Jan Haller (RSV Lahn-Dill), Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill), Nico Dreimüller (RSV Lahn-Dill), Sebastian Magenheim (USC München), Christopher Huber (n.e., RSV Lahn-Dill).

(aj)

Annika Zeyen wird Fahnenträgerin bei Paralympics-Abschlussfeier sein

Annika Zeyen (Foto: Andreas Joneck)

Annika Zeyen (Foto: Andreas Joneck)

Die Rollstuhlbasketballerin Annika Zeyen ist die deutsche Fahnenträgerin bei der Abschlussfeier der Paralympics in Rio de Janeiro. Die 31-Jährige, die mit dem deutschen Team am Freitag den USA im Finale unterlag und die Silbermedaille holte, wird am Sonntagabend die deutsche Fahne ins legendäre Maracanã-Stadion tragen. „Das ist eine große Ehre und ein i-Tüpfelchen meiner Karriere“, sagte Zeyen am Samstag. Bei der trong>Eröffnungsfeier hatte Weitspringer Markus Rehm die Fahne getragen.

„Annika ist eine hochverdiente Spielerin und auch abseits des Feldes eine großartige Botschafterin für den paralympischen Sport. Seit vielen Jahren ist sie mitverantwortlich für die großartigen Erfolge der Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft“, sagte der Chef de Mission Karl Quade zu dieser Entscheidung.

Ihr Debüt in der Nationalmannschaft gab die Rheinländerin 2002 bei der Weltmeisterschaft in Japan. 2006 gewann sie WM-Bronze, 2010 und 2014 jeweils WM-Silber. Bei den Paralympics holte Zeyen 2008 in Peking Silber, 2012 in London Gold und nun in Rio de Janeiro Silber.

Die studierte Grafikdesignerin, die seit einem Reitunfall im Alter von 14 Jahren querschnittgelähmt ist, arbeitet in Bonn als Koordinatorin für das Internationale Paralympische Komitee (IPC).

(dpa)

Freitag, 16.9.2016: Tischtennis-Team Schmidberger/Brüchle gewinnt Silber +++ Hat’s Glinicki vermasselt? Rollstuhlbasketballerinnen verlieren Paralympics-Finale +++ Egal, in welcher Disziplin: Sebastian Dietz gewinnt Gold +++ Bronze für Dressurreiter Steffen Zeibig +++ Da hat einer Durst +++ Mehr als zwei Millionen Eintrittskarten verkauft +++ Kampftanz Capoeira +++ Erfolgsserie hält an: Deutsche Radsportler dominieren in Rio – Gold für Steffen Warias und Hans-Peter Durst, Bronze für Denise Schindler und Jana Majunke +++ Am Tag und in der Nacht an der Copacabana...

China wankt, aber fällt nicht: Silber im Team-Wettbewerb für Brüchle und Schmidberger

Thomas Brüchle kämpfte, aber am Schluss vergebens... (Foto: Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Thomas Brüchle kämpfte, aber am Schluss vergebens… (Foto: Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Trost für Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger... (2016 Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Trost für Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger… (Foto: Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Gold war so nahe, die Enttäuschung ist ihren Gesichtern anzusehen: Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger schauen ein wenig missmutig anstatt sich über Silber zu freuen. (Foto: Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Gold war so nahe, die Enttäuschung ist ihren Gesichtern anzusehen: Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger schauen ein wenig missmutig anstatt sich über Silber zu freuen. (Foto: Uli Gasper, www.uliphoto.de)

Für das deutsche Para-Tischtennis-Team sind es die silbernen Spiele von Rio: Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger unterlagen in ihrem Teamfinale der Wettkampfklasse 3 – und holten somit das vierte Silber für die Tischtennisspieler. Mit 1:2 verloren sie gegen die chinesische Mannschaft, bestehend aus dem Paralympics-Sieger im Einzel, Feng Panfeng, sowie der Nummer 6 und 9 der Welt, Zhao Ping und Zhai Xiang.

Die beiden Deutschen waren furios gestartet und beeindruckten ihre chinesischen Kontrahenten Feng/Zhao im Doppel mit einem glatten 3:0-Sieg. Danach fand Tom Schmidberger jedoch in seinem Einzel gegen seinen Finalgegner aus dem Einzel, Feng Pangfeng, nie richtig in sein Spiel. „Die Chinesen haben im Doppel überhaupt kein Land gesehen, es war das beste Doppel, was wir je zusammengespielt haben. Vielleicht war ich dadurch in meinem Einzel dann zu locker und konnte meine beste Leistung nicht mehr abrufen“, versucht Schmidberger seine 0:3-Niederlage zu erklären. Feng spielte stark auf und hatte auf die Bälle des Deutschen fast immer die bessere Antwort.

Es ging für Brüchle und Schmidberger also erstmals in diesem Turnier in das entscheidende Einzel. Dort stand Thomas Brüchle dem jungen Chinesen Zhai Xiang gegenüber, gegen den er im Viertelfinale des Einzelwettbewerbs noch gewinnen konnte. Und auch in diesem Spiel begann Brüchle nervenstark und sicherte sich nach zwischenzeitlichen Rückständen den ersten Satz. In Durchgang 2 zeigte der hauptberufliche Lehrer dann ganz großes Tischtennis und ging mit 11:6 mit 2:0 Sätzen in Führung. Doch Zhai ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und schlug im dritten Satz zurück. Endgültig in arge Bedrängnis brachte Brüchle den Weltranglisten-Neunten dann aber in Satz 4: Er zog mit 4:0 und 9:6 davon und war nur zwei Punkte von der Goldmedaille entfernt – Zhai zeigte jedoch Nerven aus Stahl. Mit dem Rücken zur Wand holte er Punkt für Punkt und zog den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Danach war der Faden bei Brüchle gerissen. Zwar versuchte er, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen, doch Zhai holte die Goldmedaille mit einem deutlichen 11:4 im Entscheidungssatz wieder nach China.

„Ich hatte das Spiel in der Hand“, so Brüchle, dem seine Unzufriedenheit mit sich selbst deutlich anzumerken war. „Bei einem Stand von 9:6 muss ich das Ding machen, da gibt es keine Entschuldigung.“

Die Enttäuschung nach dieser knappen Niederlage war bei den amtierenden Weltmeistern groß. „Eigentlich wäre unser Matchplan wie bei der WM aufgegangen. Am Ende haben dann einfach ein paar Prozent und das nötige Quäntchen Glück gefehlt“, so der gefrustete Schmidberger. Freude über die Silbermedaille kam bei den Finalisten nach dem Spiel erstmal keine auf, zu nah waren sie paralympischem Gold gewesen. „Es ist wirklich bitter, dass es am Ende wieder nicht ganz gereicht hat“, war auch Coach Michele Comparato traurig. „Aber die Chinesen sind Vollprofis, die das ganze Jahr zusammen trainieren, während Thomas einen Ganztages-Job als Lehrer hat und Tom studiert. Es ist schon Wahnsinn, dass wir überhaupt so nah an ihnen dran sind.“

Bundestrainer Volker Ziegler sieht das ähnlich: „Es ist natürlich schade, dass wir unsere Spiele in Rio nicht vergolden konnten. Aber nach dem frühen Aus unserer beiden Titelverteidiger Nikelis und Wollmert im Einzel haben andere Spieler gezeigt, was in ihnen steckt und tolle Leistungen gezeigt“, zieht er ein positives Fazit. „Von den vier Finals haben wir drei gegen China verloren und sie schon ordentlich ins Wanken gebracht – aber gefallen sind sie leider noch nicht.“

Insgesamt waren die elf Starter der Para-Tischtennis-Nationalmannschaft in sechs Spielen um Medaillen vertreten, ein Resultat, „das sich durchaus sehen lassen kann“, so Ziegler.

(RP/SoSch)

Hat’s Glinicki vermasselt? Rollstuhlbasketballerinnen verlieren Finale gegen USA

Harter Kampf zwischen Annika Zeyen (l.) und Gail Gaeng. (Foto: Andreas Joneck)

Harter Kampf zwischen Annika Zeyen (l.) und Gail Gaeng. (Foto: Andreas Joneck)

Annabel Breuer ist tief enttäuscht. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Annabel Breuer ist tief enttäuscht. (Foto: Andreas Joneck/DBS)

Team Germany gewinnt Silber, hinten v.l.: Gesche Schünemann, Barbara Groß, Marina Mohnen, Mareike Miller; Mitte v.l.: Maya Lindholm, Laura Fürst, Johanna Welin, Simone Kuss; vorne v.l.: Annegrit Brießmann, Annabel Breuer, Annika Zeyen, Anne Patzwald. (Foto: Binh Truong/DBS)

Team Germany gewinnt Silber, hinten v.l.: Gesche Schünemann, Barbara Groß, Marina Mohnen, Mareike Miller; Mitte v.l.: Maya Lindholm, Laura Fürst, Johanna Welin, Simone Kuss; vorne v.l.: Annegrit Brießmann, Annabel Breuer, Annika Zeyen, Anne Patzwald. (Foto: Binh Truong/DBS)

Am Ende wurden die Verliererinnen gefeiert wie die Sieger. „Obrigado Rio“ („Danke Rio“) stand auf der Fahne, mit denen sich die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen bei den Paralympics in Rio de Janeiro von den Zuschauern verabschiedeten. Die Brasilianer jubelten und klatschten, doch die deutschen Spielerinnen merkten schnell, dass der Applaus des Publikums kein gleichwertiger Ersatz für ein verlorenes Endspiel ist. „Es tut weh, weil die Goldmedaille so nah war“, sagte Johanna Welin. Ihre Mannschaft verlor dieses Finale gegen die USA am Freitagabend klar mit 45:62 (17:29).

Sie waren als Titelverteidiger und Europameister in dieses Turnier gegangen – und haderten nach der deutlichen Finalpleite gegen die USA mit ihrer Leistung. „Wir waren meilenweit von dem entfernt, was wir spielen können“, sagte Marina Mohnen. „Viele von uns sind schon so lange dabei, da darf so etwas nicht passieren. Schon gar nicht in einem Goldmedaillen-Spiel.“

Die Niederlage im Paralympics-Finale lag in erster Linie an einer schwachen Offensiv-Leistung. „Wir hatten nur eine Quote von 31 Prozent. Damit kannst du kein Spiel gewinnen“, sagte Welin.

Cheftrainer Holger Glinicki hingegen betonte: „Das war heute leider nicht unser Tag. Wir haben heute Silber gewonnen und nicht Gold verloren“. Der ehemalige Nationalspieler Peter Schadt, für ROLLINGPLANET live in Rio, sah das anders – er fand angesichts der Ein- und Auswechslungen deutliche Worte: „Glinicki hat das Spiel verloren, er hat zu spät reagiert, da wäre mehr drin gewesen.“

Deutschland startete zunächst wie im Halbfinale beim Erfolg über die favorisierten Niederländerinnen stark und gestaltete die Partie bis zum Beginn des zweiten Viertels auf Augenhöhe mit dem späteren Paralympics-Sieger. Doch nach rund 13 Minuten riss der deutsche Faden und die USA konnte bis zur Halbzeitsirene bereits bis auf zwölf Punkte Differenz enteilen.

Hauptverantwortlich war hierfür die überragende Rebecca Murray, die am Ende auf stolze 33 Punkte, acht Rebounds und sechs Assists kam. So vergrößerte sich der Vorsprung auch nach dem Seitenwechsel kontinuierlich bis auf 25 Punkte. Erst jetzt wachte der Goldmedaillengewinner von 2012 auf und packte noch einmal das Kämpferherz aus. Die Verkürzung des Rückstands auf 40:51 (37.) war das verdiente Ergebnis, doch für eine Wende kam dies zu spät.

Kleiner Trost: Nach Silber in Peking 2008 und Gold in London 2012 holte die Mannschaft von Trainer Holger Glinicki damit die dritte paralympische Medaille nacheinander.

USA: Rebecca Murray (33/1 Dreier), Gail Gaeng (11), Rose Hollermann (10), Darlene Hunter (4), Desiree Miller (4), Natalie Schneider, Christina Schwab, Mackenzie Soldan, Megan Blunk (n.e.), Abigail Dunkin (n.e.), Jennifer Poist (n.e.), Vanessa Erskine (n.e., RSB Thuringia Bulls),

Deutschland: Gesche Schünemann (13/1, BG Baskets Hamburg), Marina Mohnen (11/1, Mainhatten Skywheelers), Mareike Miller (10, Milwaukee Bucks), Annika Zeyen (5, BG Baskets Hamburg), Simone Kues (4, BG Baskets Hamburg), Maya Lindholm (2, BG Baskets Hamburg), Annabel Breuer (RSV Lahn-Dill), Annegrit Brießmann (Mainhatten Skywheelers), Laura Fürst (RBB München Iguanas), Anne Patzwald (BBC Warendorf), Johanna Welin (RBB München Iguanas), Barbara Groß (n.e., Mainhatten Skywheelers).

1. USA
2. Deutschland
3. Niederlande
4. Großbritannien
5. Kanada
6. China
7. Frankreich
8. Brasilien
9. Argentinien
10. Algerien

(RP/TS/aj/dpa)

PETER SCHADT BLOGGT

Die Mädels holen Silber, aber da wäre trotz eines starken Gegners mehr drin gewesen. Trainer Glinicki hat das Spiel verloren, er hat zu spät reagiert und das Finale verschlafen. Schade.

Egal, in welcher Disziplin: Sebastian Dietz gewinnt immer Gold (mal abgesehen von Ninja Warrior)

Erfolgreich die Disziplin gewechselt: Sebastian Dietz (Foto: dpa)

Erfolgreich die Disziplin gewechselt: Sebastian Dietz (Foto: dpa)

Einige werden sich noch erinnern: Einen zwar nicht erfolgreichen, aber dafür mutigen Auftritt hatte Sebastian Dietz im Juli bei „Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands“ (RTL). Er scheiterte zwar bereits bei der ersten Aufgabe im Hindernisparcours, sammelte aber viele Sympathiepunkte.

Heute gab es für den Leichtathleten nicht nur Sympathiepunkte, sondern Gold – Dietz ist damit zum zweiten Mal Paralympics-Sieger. Vier Jahre nach seinem Erfolg im Diskuswerfen gewann der 31-Jährige am Freitag das Kugelstoßen mit 14,84 Metern. Auf Platz zwei kam der Ukrainer Mykola Dibrowa mit 14,26 Metern vor dem Chinesen Cuiqing Li, der 14,02 Meter weit stieß. Dietz hatte im vorigen Jahr in Doha bereits den WM-Titel im Kugelstoßen gewonnen. Das Diskuswerfen gehört in Rio de Janeiro nicht zum Wettkampfprogramm.

Dietz hatte 2004 einen schweren Autounfall, den er selbst verschuldete. Er kam mit seinem Wagen ins Schleudern und geriet in den Gegenverkehr. Ein Freund, der im entgegenkommenden Auto saß, starb. Dietz selbst wurde schwer verletzt: Gebrochene und angebrochene Halswirbel, Spinalkanalverengung sowie Schulterblätter und Rippen gebrochen. Beide Lungenflügel waren zusammengefallen. Seither hat er eine inkomplette Querschnittslähmung, die er so interpretiert: „Aufgeben ist keine Option“.

Vielleicht wird ihm ja nun der Heilige Vater gratulieren: Im September 2015 erhielt Dietz als „Botschafter für Inklusion“ eine Sonderaudienz bei Papst Franziskus.

(RP/)

Bronze fühlt sich gut an: Steffen Zeibig

Dressurreiter Steffen Zeibig aus Dresden holte am Abend bei seinen dritten Paralympics Bronze auf Feel Good. Gestern hatte er bereits mit Elke Philipp (Regaliz) und Alina Rosenberg (Nea’s Daboun) zum vierten Mal in Serie Platz zwei im Teamwettbewerb hinter Großbritannien erreicht.

Im Kürwettbewerb (Klasse II) gab die Jury Zeibig & Feel Good 74,350 Punkte, besser schnitten nur Natasha Baker vom Team-Paralympics-Sieger Großbritannien (77,850) und Rixt van der Horst aus den Niederlanden (76,250) ab.

Da hat einer Durst

Hans-Peter Durst, der vor zwei Tagen trotz eines abgebrochenen Sattels als Erster ins Ziel kam – das Teil, das er triumphierend in die Kamera hält, wird ihm sicherlich neben den beiden Goldmedaillen die wichtigste Trophäe der Wettkämpfe sein. (Foto: dpa)

Hans-Peter Durst, der vor zwei Tagen trotz eines abgebrochenen Sattels als Erster ins Ziel kam – das Teil, das er triumphierend in die Kamera hält, wird ihm sicherlich neben den beiden Goldmedaillen die wichtigste Trophäe der Wettkämpfe sein. (Foto: dpa)

„Jetzt freue ich mich heute Abend auf ein Glas Rotwein. Das wird auch
reichen, damit ich die seligen Geister sehe.“

– Radsportler Hans-Peter Durst nach seinem heutigen, zweiten Sieg (siehe unten) bei den Paralympics in Rio de Janeiro

Mehr als zwei Millionen Eintrittskarten verkauft

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro sind bereits mehr als zwei Millionen Eintrittskarten für die verschiedenen Wettbewerbe verkauft worden. Das gaben die Veranstalter heute bekannt. „Wir stehen zurzeit bei 2.076.000 Tickets. Unser Ziel ist, insgesamt 2,2 Millionen zu verkaufen“, sagte Mario Andrada, der Sprecher des Organisationskomitees, bei einer Pressekonferenz.

(dpa)

JESSY UNTERREINER BLOGGT

Heute habe ich eine brasilianische Schule besucht. Es war super spannend, sich mit den Kindern und Jugendlichen über verschiedene Sportarten auszutauschen. Besonders gut hat mir der brasilianische Kampftanz Capoeira gefallen. Sein Ursprung wird auf den afrikanischen NíGolo („Zebratanz“) zurückgeführt. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika verschleppten Sklaven praktiziert und weiterentwickelt.

capoeira

Erfolgsserie deutscher Radsportler: Die coolen Hunde Steffen Warias und Hans-Peter Durst gewinnen Gold, Denise Schindler und Jana Majunke Bronze

Am Ziel seiner Träume: Steffen Warias. (Foto: dpa)

Am Ziel seiner Träume: Steffen Warias. (Foto: dpa)

Drei Tage, schier endlos Gold: Die deutschen Radsportler sind bei den Paralympics nicht zu stoppen. Der zweifache Weltmeister Steffen Warias setzte die bemerkenswerte Erfolgsserie in Rio de Janeiro am Freitag fort, als er auf den letzten Metern eines packenden Straßenrennens über 71,1 Kilometer noch an dem Belgier Kris Bosmans und dem Italiener Fabio Anobile vorbei sprintete. Bahnradspezialistin Denise Schindler hatte in einem ähnlich engen Schlussspurt Pech und wurde nur Dritte. Die Dominanz mit jetzt achtmal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze auf dem Straßenkurs am Strand von Barra ist frappierend.

„Wir sind eben die coolsten Hunde im deutschen Team“,

sagte der 31 Jahre alte Warias, der als Schwabe ansonsten nicht für flotte Sprüche bekannt ist. Doch die Erfolge der deutschen Paracycler haben auch ganz handfeste Gründe. Der Grad der Professionalisierung ist bei ihnen extrem hoch. „Wir haben alle unsere Heimtrainer, waren alle in mehreren Trainingslagern und haben sogar noch ein Extra-Höhentrainingslager vorgeschaltet“, erklärte Warias.

Für Warias war es nach den WM-Titeln 2010 und 2013 sowie seiner Silbermedaille bei den Paralympics 2012 der bislang größte Erfolg seiner Karriere. „Ein Paralympics-Sieg ist das Größte, was man in unserem Sport erreichen kann. Das ist jetzt die Krönung“, sagte er.

Der Mann mit zwei Klumpfüßen und einer nur eingeschränkten Unterschenkelmuskulatur profitierte am Freitag auch von seiner großen Erfahrung. „Ich wusste, dass die anderen sehr, sehr stark sind. Also habe ich beim Sprint auch extra lange gewartet“, sagte er. So fuhr er auf den letzten Metern aus dem Windschatten heraus noch an seinen beiden Rivalen aus Belgien und Italien vorbei.

Wechselbad der Gefühle für Denise Schindler. (Foto: dpa)

Wechselbad der Gefühle für Denise Schindler. (Foto: dpa)

Schindler passierte genau das Gegenteil. Die Bahnrad-Weltmeisterin von 2015 setzte auf der Zielgeraden zu früh zum Sprint an und fiel am Ende hinter die Amerikanerin Jamie Whitmore sowie die Chinesin Sini Zeng zurück. „Es war mehr drin. Eigentlich wollte ich Gold holen“, sagte die 30-Jährige. „Dass es Bronze geworden ist, ist ein bisschen schade. Aber: Es hätte ja auch gar nichts werden können.“

Für die Unterschenkel amputierte Münchnerin endeten damit äußerst wechselhafte Paralympics. In ihrer Spezialdisziplin auf der Bahn wurde sie disqualifiziert. Silber und Bronze auf der Straße retteten aber ihre Bilanz. „Gold und Silber wären mir lieber gewesen“, sagte Schindler, die sich am Freitag vor allem über die taktische Prägung des Straßenrennens beklagte.

„Wir hätten zwischendurch auch Kaffee trinken können. Keiner wollte das Tempo machen“,

sagte sie.

Jana Majunke holte danach mit dem Dreirad (T2) ebenfalls Bronze . Im Straßenrennen fuhr sie 1:08:19 Stunden und lag damit 28 Sekunden hinter der siegreichen Australierin Carol Cooke zurück. Die 26-Jährige, die mit einer spastischen Lähmung zur Welt kam, wurde 2009 doppelte Weltmeisterin, in Einzelzeitfahren und im Straßenrennen. Im Jahr darauf konnte sie diesen Erfolg wiederholen. Seitdem stand sie wiederholt bei Straßenweltmeisterschaften auf dem Podium – aber das heute war ihr bisher größter Erfolg: „Ich bin total happy und super zufrieden. Es war ein sehr taktisch geprägtes Rennen, das am Anfang sehr langsam war und dann immer schneller wurde.“

Nur wenig später gewann Hans-Peter Durst seine zweite Goldmedaille. Nach seinem irren Sieg im Zeitfahren mit einem kaputten Sattel setzte sich der 58 Jahre alte Weltmeister am Freitag auch im 30-Kilometer-Straßenrennen mit dem Dreirad vor dem Briten David Stone und dem Kolumbianer Nestor Ayala Ayala durch. Der 58-Jährige kam diesmal auf seinem Sattel ins Ziel. Der brach ihm nicht schon wieder nach wenigen Meter ab wie noch bei seinem denkwürdigen Triumph vor zwei Tagen. „Ich hatte heute Morgen immer noch starke Schmerzen. Aber sobald man an der Startlinie steht, merkt man nichts mehr davon“, sagte der 58-Jährige. „Ich weiß nicht, woher die Kraft kommt. Ich hätte mich auch über nur eine Goldmedaille gefreut. Jetzt sind es zwei. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

(Thomas Meier/RP, Sebastian Stiekel und Martin Kloth/dpa)

PETER SCHADT BLOGGT

Das ist die Copacabana um 22 Uhr. Und so ist das hier jeden Tag: Immer etwas los – egal, zu welcher Uhrzeit.

rio-strand

Die Brasilianer sind ein entspanntes Volk. Was man auch daran sieht, dass Hunde hier an den Strand dürfen, und sich keiner aufregt.

rio-rollstuhl

Bitte wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Übersicht | Vorlauf und Eröffnungsfeier | 8.-10.9.2016 | 11.-12.9.2016 | 13.-15.9.2016 | 16.-18.9.2016

Die deutschen Medaillengewinner/innen in Rio
Für Details zu den Medaillengewinnern klicken Sie auf unseren Reiter „TAGEBUCH“ und auf das hier angegebene Datum.

Valentin BaussilberSilberTischtennis (WK5)12.09.2016
David BehregoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
silberSilber400 Meter15.09.2016
bronzeBronze200 Meter (T44)12.09.2016
Irmgard Bensusan silberSilber400 Meter (T44)12.09.2016
silberSilber200 Meter (T44)15.09.2016
silberSilber100 Meter (T44)17.09.2016
Thomas BrüchlesilberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Carmen BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Ramona BrussigsilberSilberJudo08.09.2016
Marianne BuggenhagensilberSilberKugelstoßen17.09.2016
Sebastian DietzgoldGoldKugelstoßen16.09.2016
silberinoffizielles Silber, verliehen von ROLLINGPLANETHeiratsantrag17.09.2016
Hans DurstgoldGoldDreirad Zeitfahren14.09.2016
goldGoldDreirad 30 km16.09.2016
Andrea EskaugoldGoldHandbike 45 km (H5)15.09.2016
silberSilberHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Johannes Floors goldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
Denise GrahlsilberSilberSchwimmen 50 m Freistil (S7)09.09.2016
Stephanie GrebesilberSilberTischtennis (WK6)13.09.2016
Frances HerrmannbronzeBronzeSpeerwurf09.09.2016
Natascha HiltropsilberSilberLuftgewehr10.09.2016
Niko KappelgoldGoldKugelstoßen08.09.2016
Tom Kierey silberSilberKanu15.09.2016
Birgit KobergoldGoldKugelstoßen17.09.2016
Nicolai KornhaßbronzeBronzeJudo09.09.2016
Kai Kruse
(mit Stefan Nimke)
bronzeBronzeTandem Zeitfahren 1000 Meter11.09.2016
Franziska Liebhardt goldGoldKugelstoßen13.09.2016
silberSilberWeitsprung14.09.2016
Vanessa LowgoldGoldWeitsprung (T42)09.09.2016
silberSilber100 Meter (T42)17.09.2016
Jana Majunke bronzeBronzeDreirad Straßenrennen (T2)16.09.2016
Vico MerkleingoldGoldHandbike Straßenfahren (H4)15.09.2016
bronzeBronzeHandbike Zeitfahren (H4)14.09.2016
Edina MüllersilberSilberKanu15.09.2016
Katrin Müller-RottgardtbronzeBronze100 Meter09.09.2016
Claudia NicoleitziksilberSilber100 Meter (T36)09.09.2016
bronzeBronze200 Meter13.09.2016
Elke Philipp
(auf Regaliz)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Heinrich PopowgoldGoldWeitsprung (T42)17.09.2016
Markus RehmgoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
goldGoldWeitsprung (T44)17.09.2016
Christiane ReppegoldGoldHandbike 45 km (H4)15.09.2016
Alina Rosenberg
(auf Nea’s Daboun)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
Daniel ScheilgoldGoldKugelstoßen (F33)10.09.2016
Denise SchindlersilberSilberRadfahren Zeitfahren14.09.2016
bronzeBronzeRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Thomas SchmidbergersilberSilberTischtennis (WK3)11.09.2016
silberSilberTischtennis Mannschaft (WK3)16.09.2016
Torben SchmidtkebronzeBronzeSchwimmen 100 Meter Brust
(SB6)
15.09.2016
Naomi Maike SchnittgerSilberSchwimmen 50 m Brust17.09.2016
Martin Schulz goldGoldTriathlon (PT4)10.09.2016
Felix StrenggoldGold4 x 100 Meter-Staffel (T42-47)12.09.2016
bronzeBronze100 Meter09.09.2016
bronzeBronzeWeitsprung (T44)17.09.2016
Michael TeubergoldGoldRadfahren Einzelzeitfahren (C3)14.09.2016
Thomas Ulbricht silberSilber100 Meter (T12)15.09.2016
Dorothee Vieth goldGoldHandbike Zeitfahren 14.09.2016
Steffen WariasgoldGoldRadfahren Straßenrennen16.09.2016
Max WebersilberSilberHandbike Straßenrennen 60 km (H3)15.09.2016
Martina WillingsilberSilberSpeerwurf10.09.2016
Steffen Zeibig
(auf Feel Good)
silberSilberMannschafts-Dressurreiten15.09.2016
bronzeBronzeDressurreiten Kür16.09.2016
Vor den Paralympics: 10 deutsche Goldkandidaten
ROLLINGPLANET nennt 10 deutsche Goldkandidaten bei den Paralympics in Rio und ihre persönlichen Geschichten. Bitte hier klicken.
Vor den Paralympics: Das sind die möglichen Stars
Von Markus Rehm bis Alessandro Zanardi: ROLLINGPLANET nennt acht internationale Sportler/innen, die weltweit für Furore sorgen könnten. Bitte hier klicken.
Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

Mit 17 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin: Janina Breuer (Foto: Privat/Facebook)

155 Deutsche (89 Männer/66 Frauen) gehen an den Start. Vor vier Jahren in London waren es 150 (88/62). Zudem sind drei so genannte Guides dabei: eine Steuerfrau (Rudern), ein Pilot (Radsport) und ein Begleitläufer in der Leichtathletik. 58 Deutsche erleben ihre Paralympics-Premiere. Zudem reisen 94 Personen im Funktionsteam (Trainer, Ärzte und Betreuer) mit. Jüngste deutsche Teilnehmerin ist die 17-jährige Schwimmerin Janina Breuer, die älteste Marianne Buggenhagen. Für die 63-Jährige sind es die siebten Paralympics.

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Mit 63 Jahren die älteste deutsche Teilnehmerin: Marianne Buggenhagen (Foto: Arne Dedert/dpa/lrs)

Bogenschießen

Uwe Herter (VfL Sindelfingen)
Jennifer Heß (Hamburger Bogenschützen Gilde)
Lucia Kupczyk (BS Laichinger Alb)
Maik Szarszewski (SC Vöhringen)

Goalball

Michael Feistle (SSG Blista Marburg)
Christian Friebel (RGC Hansa)
Stefan Hawranke (SSV Königs Wusterhausen)
Oliver Hörauf (BFV Ascota Chemnitz)
Thomas Steiger (RGC Hansa)
Reno Tiede (RGC Hansa)

Judo

Carmen Brussig (PSV Schwerin)
Ramona Brussig (PSV Schwerin)
Sebastian Junk (1. Mannheimer JC)
Nikolai Kornhaß (Gundelfinger Turnerschaft)
Oliver Upmann (1. Mannheimer JC)

Kanu

Tom Kierey (Berliner Kanu Club Borussia)
Ivo Kilian (Hallescher Kanu-Club 54)
Edina Müller (Hamburger Kanu Club)

Leichtathletik

Lindy Ave (HSG Uni Greifswald)
Alhassane Baldé (SSF Bonn)
David Behre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Irmgard Bensusan (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Reinhold Bötzel (Rot-Weiß Koblenz)
Vanessa Braun (TV Püttlingen)
Marianne Buggenhagen (PSC Berlin)
Sebastian Dietz (BSG Bad Oeynhausen)
Janne Sophie Engeleiter (BPRSV Cottbus)
Johannes Floors (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Isabelle Foerder (HSC Erfurt)
Sebastian Fricke (TV Wattenscheid 01)
Maike Hausberger (Postsportverein Trier)
Frances Herrmann (BPRSV Cottbus)
Niko Kappel (VfL Sindelfingen)
Birgit Kober (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frederike Charlotte Koleiski (Eintracht Duisburg)
Franziska Liebhardt (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Vanessa Low (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathias Mester (1. FC Kaiserslautern)
Juliane Mogge (TV Wattenscheid 01)
Katrin Müller-Rottgardt (TV Wattenscheid 01)
Claudia Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Nicole Nicoleitzik (TV Püttlingen)
Heinrich Popow (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Dennis Rill (TV Wattenscheid 01)
Leon Schäfer (Bayer Leverkusen)
Daniel Scheil (BVS Weiden)
Jana Schmidt (1. LAV Rostock)
Denis Schmitz (RSG Bönen)
Marc Schuh (TV Herkenrath 09)
Mathias Schulze (SC DHfK Leipzig)
Maria Seifert (HSC Erfurt)
Uta Streckert (TV Wattenscheid 01)
Felix Streng (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Frank Tinnemeier (TSV Hillentrup)
Thomas Ulbricht (PSC Berlin)
Martina Willing (BPRSV Cottbus)

Radsport

Kerstin Brachtendorf (BPRSV Cottbus)
Hans-Peter Durst (RuMC 1925 Sturm Hombruch Dortmund)
Andrea Eskau (USC Magdeburg)
Kai Kristian Kruse (Schweriner SC)
Jana Majunke (BPRSV Cottbus)
Vico Merklein (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Stefan Nimke (PSV Schwerin)
Christiane Reppe (Gymnastik-Club 1965 Nendorf)
Thomas Schäfer (Nordharzer RSG Bad Harzburg)
Denise Schindler (BSV München)
Michael Teuber (BSV München)
Dorothee Vieth (Harvestehuder RV/Hamburger SV)
Steffen Warias (RVC Reute)
Max Weber (TSV Obergünzberg)
Erich Winkler (TV Geisenhausen/RC Vilsbiburg)

Reiten

Elke Phillip (RuFV Chiemgau Nord)
Alina Rosenberg (BPRSV Cottbus)
Claudia Schmidt (Darmstadt)
Carolin Schnarre (Sportfreunde Lotte)
Steffen Zeibig (SGV Dresden)

Rollstuhlbasketball (Damen)

Annabel Breuer (RSV Lahn-Dill)
Annegrit Brießmann (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Laura Fürst (RBB München)
Barbara Groß (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Simone Kues (BG Baskets Hamburg)
Maya Lindholm (BG Baskets Hamburg)
Mareike Miller (BG Baskets Hamburg)
Marina Mohnen (Mainhatten Skywheelers Frankfurt)
Anne Patzwald (BBC Warendorf)
Gesche Schünemann (BG Baskets Hamburg)
Johanna Welin (RBB München)
Annika Zeyen (BG Baskets Hamburg)

Rollstuhlbasketball (Herren)

Andre Bienek (RSB Thuringia Bulls)
Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill)
Nico Dreimüller (RSV Lahn-Dill)
Jan Haller (RSV Lahn-Dill)
Aliaksandr Halouski (RSB Thuringia Bulls)
Matthias Heimbach (FCK Rolling Devils)
Christopher Huber (RSV Lahn-Dill)
Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill)
Björn Lohmann (RSV Lahn-Dill)
Sebastian Magenheim (USC München)
Kai Möller (FCK Rolling Devils)
Dirk Passiwan (RSC-Rollis 1985 Trier)

Rollstuhlfechten

Simone Briese-Baetke (Maccabi Rostock)
Balwinder Cheema (Makkabi Rostock)

Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Zehlendorfer Wespen)

Rudern

Tino Kolitscher (HRV Böllberg/Nelson)
Susanne Lackner (Ruderclub Vilshofen)
Valentin Luz (Frankfurter Rudergesellschaft Germania)
Anke Molkenthin (Schleißheimer Paddelclub)
Johannes Schmidt (Offenbacher RG Undine)
Inga Thöne (Ulmer Ruderclub Donau)

Schwimmen

Janina Breuer (PSC Berlin)
Christoph Burkard (TV Rottweil)
Annke Conradi (Schwimmclub Regensburg)
Denise Grahl (Hanse-Schwimmverein Rostock)
Elena Krawzow (PSC Berlin)
Tobias Pollap (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Torben Schmidtke (Schweriner SC)
Maike Naomi Schnittger (SC Potsdam)
Verena Schott (PSC Berlin)
Daniela Schulte (PSC Berlin)
Hannes Schürmann (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Daniel Simon (VSG Darmstadt)
Emely Telle (PSC Berlin)

Segeln

Lasse Klötzing (PSC Berlin/Potsdamer Yacht Club)
Heiko Kröger (Norddeutscher Regatta Verein)
Jens Kroker (Yachtclub Berlin-Grünau/Norddeutscher Regatta Verein)
Siegmund Mainka (Yachtclub Berlin-Grünau)

Sitzvolleyball (Herren)

Dominik Albrecht (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Hähnlein (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Christoph Herzog (BV Leipzig)
Barbaros Sayilir (BSG Emmelshausen)
Torben Schiewe (MTV Eintracht Celle)
Alexander Schiffler (BV Leipzig)
Lukas Schiwy (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Jürgen Schrapp (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Stefan Schu (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Mathis Tigler (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Martin Vogel (TG Nürtingen)
Heiko Wiesenthal (BSG Emmelshausen)

Sportschießen

Bernhard Fendt (DRW Ursberg)
Norbert Gau (FSG Der Bund München)
Natascha Hiltrop (SV Lengers 1964)
Josef Neumaier (SV Wacker Burghausen)
Manuela Schmermund (SG Mengshausen)
Elke Seeliger (SV Etzhorn)

Tischtennis

Valentin Baus (BSG Duisburg-Buchholz)
Thomas Brüchle (SV Salamander Kornwestheim/SV Deuchelried)
Stephanie Grebe (Borussia Düsseldorf)
Jan Gürtler (RSC Berlin/TSV Marienfelde)
Lena Kramm (BSV München)
Sandra Mikolaschek (Borussia Düsseldorf)
Holger Nikelis (RSC Köln)
Thomas Rau (RSV Landkirchen)
Thomas Schmidberger (Borussia Düsseldorf)
Juliane Wolf (BSG Offenburg)
Jochen Wollmert (Borussia Düsseldorf)

Triathlon

Stefan Lösler (GC Nendorf)
Martin Schulz (SC DHfK Leipzig)

Medaillenspiegel der XV. Paralympischen Sommerspiele
PlatzLandGoldSilberBronze
1.Volksrepublik China1078151
2.Großbritannien643944
3.Ukraine413739
4.USA404431
5.Australien223029
6.Deutschland182514
7.Niederlande171926
8.Brasilien142929
9.Italien101415
10.Polen91812
11.Spanien9148
12.Frankreich9514
13.Neuseeland957
14.Kanada81011
15.Iran897
16.Usbekistan8617
17.Nigeria822
18.Kuba816
19.Weißrussland802
20.Südkorea71117
21.Tunesien766
22.Südafrika764
23.Thailand666
24.Griechenland544
25.Belgien533
Slowakei533
27.Algerien457
28.Irland443
29.Mexiko429
30.Ägypten354
31.Serbien324
32.Norwegen323
33.Marokko322
34.Türkei315
35.Kenia312
36.Malaysia301
37.Kolumbien2510
38.Vereinigte Arabische Emirate241
39.Irak230
40.Hongkong222
41.Kroatien221
Schweiz221
43.Indien211
44.Litauen210
45.Lettland202
46.Singapur201
47.Ungarn189
48.Aserbaidschan182
49.Schweden145
50.Österreich144
51.Dänemark124
Tschechien124
53.Namibia122
54.Argentinien113
55.Vietnam112
56.Finnland111
Trinidad und Tobago111
58.Kasachstan110
Slowenien111
60.Bahrain100
Bulgarien100
Georgien100
Kuwait100
64.Japan01014
65.Venezuela033
66.Jordanien021
67.Katar020
68.Taiwan011
69.Bosnien und Herzegowina010
Elfenbeinküste010
Uganda010
Äthiopien010
73.Portugal004
74.Israel003
75.Mongolei002
76.Indonesien001
Kap Verde001
Mosambik001
Pakistan001
Philippinen001
Rumänien001
Saudi-Arabien001
Sri Lanka001
Russland war wegen Doping-Vorwürfen ausgeschlossen.
Die deutschen Medaillengewinner/innen finden Sie unter dem Reiter „DAS DEUTSCHE TEAM“.
Die 22 Sportarten bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro
Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Vorerst zum letzten Mal paralympisch: 7-a-Side-Fußball für Kicker mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen. (Foto: DBS)

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro stehen 22 Sportarten im Programm. Das sind zwei mehr als 2012 in London. Ihre Premiere erleben Triathlon und Kanu. Insgesamt gibt es 23 Disziplinen, da im Radsport auf der Bahn und der Straße gefahren wird. 7a-Side-Fußball und Segeln sind vorerst das letzte Mal paralympisch. 2020 in Tokio werden Badminton und Taekwondo ins Programm aufgenommen. Nach dem Ausschluss der russischen Mannschaft sind in Rio immer noch 4350 Athleten aus 165 Nationen dabei.

1. Boccia

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (BC1 – BC4). Nicht teilnehmen dürfen Sportler mit unterschiedlicher Beinlänge, Kleinwuchs, intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Athleten sitzen während des Wettkampfes im Rollstuhl.

Die italienische Variante des Boule-Spiels ist seit 1984 im Programm und eine ausschließlich paralympische Sportart. In Rio gibt es vier Einzelwettbewerbe, zwei Doppel-Wettbewerbe und ein Team-Wettbewerb. Frauen und Männer spielen zusammen. Insgesamt sind 108 Athleten dabei – 80 Männer und 28 Frauen. Es geht um Präzision und Konzentration. Gespielt wird mit Lederbällen. Der Spieler muss seine eigenen farbigen Kugeln möglichst nah an eine kleine weiße Zielkugel (Jackball) platzieren bzw. die gegnerischen Kugeln vom Jackball wegschießen. Wer die meisten Kugeln am dichtesten am Jackball platziert hat, gewinnt. In Rio sind keine deutschen Teilnehmer dabei.

2. Bogenschießen

Wer darf wie mitmachen? Zwei Startklassen, W1 (im Rollstuhl sitzend) und O (offene Klasse, im Rollstuhl als auch stehend). Nicht teilnehmen dürfen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit.

Ist seit der Paralympics-Premiere 1960 im Programm. In Rio gibt es insgesamt neun Wettbewerbe – je drei bei den Männern, Damen und im Mixed-Team. Dabei sind 140 Teilnehmer (80 Männer/60 Frauen). Die in Ringe eingeteilte 80-cm-Zielscheibe ist beim Compoundbogen 50 Meter entfernt. Beim Recurvebogen ist die 122-cm-Zielscheibe 70 Meter weit weg. Die Starter werden in Gruppen unterteilt. Entweder sitzen die Schützen im Rollstuhl oder sind in der Lage, selbstständig zu stehen und die Wettkämpfe im Stehen oder auf einem Stuhl sitzend zu absolvieren. Zum Schießen werden neben den Armen auch Füße oder der Mund benutzt, je nach Schwere der Behinderung. Der Deutsche Roland Schmidberger gewann in seiner Laufbahn dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze. In London gab es keine deutsche Medaille. In Rio ist das deutsche Team mit vier Athleten dabei.

3. Gewichtheben

Wer darf wie mitmachen? Eine Startklasse, unterteilt in zehn Gewichtsklassen. Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit dürfen nicht teilnehmen. Entscheidend für die Einteilung ist die Gewichtsklasse und nicht die Einschränkung.

Die Männer sind bei den Paralympics seit Tokio 1964 am Start, die Frauen seit Sydney 2000. Es nehmen 100 Männer und 80 Frauen teil. Athleten mit verschiedenen Beeinträchtigungen können starten, so Cerebralparetiker, Kleinwüchsige, Querschnittsgelähmte und Amputierte. Die Einteilung erfolgt in je zehn Gewichtsklassen und nicht nach dem Grad der Behinderung. Gestemmt werden die Gewichte auf einer Bank liegend, im sogenannten Bankdrücken. Der Athlet nimmt die Stange auf die Brust. Dann drückt er das Gewicht nach oben und hält es bis zu einem Signal des Referees. Jeder Sportler hat drei Versuche und dafür zwei Minuten Zeit. Bei gleicher Last gewinnt der leichteste Athlet. In Rio sind keine Deutschen am Start.

4. Goalball

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Spielen dürfen nur Sportler mit unterschiedlich stark ausgeprägten Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit. Alle tragen lichtundurchlässige Brillen.

Wurde 1946 entwickelt, um Kriegsveteranen bei der Rehabilitation zu helfen. Wird nur von sehbehinderten Athleten gespielt, die wegen der Chancengleichheit Augenmasken tragen. Die Männer sind seit 1976 paralympisch, die Frauen seit 1984. In Rio sind zehn Männer- und zehn Frauen-Teams dabei. Auf dem Feld sind pro Team drei Spieler. Sie müssen den 1,25 Kilogramm schweren Ball ins gegnerische Tor schleudern. Das Tor geht über die gesamte Spielfeldbreite von neun Metern und ist 1,30 Meter hoch. Im Ball ist eine Rassel, deshalb herrscht während des Spiels absolute Stille. Nur bei einem Tor oder bei Halbzeit darf applaudiert werden. Beim Angriff schleudert ein Spieler den Ball, die drei im gegnerischen Tor verteidigen gemeinsam und sind dabei auf die Rassel-Geräusche des Balls als Orientierung angewiesen. Titelverteidiger sind bei den Männern Finnland und bei den Frauen Japan. Erstmals seit 2004 sind die deutschen Männer qualifiziert, die Frauen sind nicht dabei.

5. Judo

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (B1 bis B3). Ausschließlich für Sportler mit Sehbehinderung. Die Einteilung erfolgt nach Gewichtsklassen, nicht nach dem Grad der Sehbehinderung.

Paralympics-Debüt 1988 in Seoul, die Frauen sind seit 2004 dabei. In Rio gibt es sieben Gewichtsklassen bei den Männern und sechs bei den Frauen. Am Start sind 84 Männer und 48 Frauen. Im Judo starten ausschließlich Blinde oder Menschen mit Sehbehinderung. Ein Kampf dauert in jeder Klasse fünf Minuten. Die Judoka erhalten Punkte für bestimmte Techniken. Gewonnen hat der Athlet mit den meisten Punkten oder aber ihm gelingt ein Ippon. Dabei muss er seinen Gegner entweder auf den Rücken werfen oder für mindestens 20 Sekunden auf dem Boden festhalten. Die Regeln entsprechen denen beim normalen Judo. Anders ist nur, dass sich die Gegner vor dem Duell berühren, um sich die nötige Orientierung zu geben. In London gewannen die deutschen Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig jeweils Gold. Zudem gab es Bronze durch Matthias Krieger. Angeführt von den Brussig-„Twins“ sind in Brasilien fünf Deutsche am Start.

6. Kanu

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Heiko Kröger (Foto: dpa/lno)

Wer darf wie mitmachen? Drei Startklassen (KL1 bis KL3), entsprechend der Beeinträchtigung. Zugelassen sind Sportler mit Beeinträchtigung der Muskelkraft, der passiven Beweglichkeit und Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen.

Erlebt in Rio seine Paralympics-Premiere. Am Lagoa Rodrigo de Freitas kämpfen 30 Frauen und 30 Männer in insgesamt sechs Einzel-Wettbewerben (3 Männer/3 Frauen) um die Medaillen. Die Rennstrecke ist 200 Meter lang. Die Athleten werden in drei Wettkampfklassen unterteilt – je nach dem Grad ihrer Behinderung. Die Deutsche Edina Müller, die 2012 mit dem Rollstuhl-Basketballteam Gold gewann, ist in das Kanu umgestiegen und dort bereits Weltmeisterin. Auch Tom Kierey holte den WM-Titel. Neben den beiden ist noch Ivo Kilian für Deutschland dabei.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

7. Leichtathletik

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Markus Rehm bei den Paralympics 2012 in London mit Goldmedaille (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen gehen an den Start. Es gibt sechs übergeordnete Gruppen, für die gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung. Für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung gibt es eine eigene Startklasse. Zudem wird in den Startklassen in „T“ (Track – Bahn- und Sprungdisziplinen) oder „F“ (Field – technische Disziplinen wie Speerwurf) unterschieden.

Seit den ersten Paralympics 1960 in Rom im Programm. In Rio stehen 177 Medaillenwettbewerbe an, 96 bei den Herren und 81 bei den Frauen. Insgesamt werden 1100 Athleten (660 Männer/440 Frauen) erwartet. Ausgetragen werden dieselben Disziplinen wie bei den Olympischen Spielen – mit Ausnahme von Gehen, Hürden- und Hindernislauf, Stabhochsprung sowie Hammerwurf. In den Wettkämpfen sind Rollstühle, Prothesen als Hilfsmittel oder Helfer für Blinde erlaubt. An den Start gehen Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen. Sie werden in sechs Wettkampfklassen eingeteilt. Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm ist einer der Stars. Er will sein London-Gold verteidigen. Zuletzt gab es neue Klassifizierungen, einzelne Wettkämpfe wurden dagegen aus dem Programm gestrichen. So kann Sebastian Dietz seinen Diskustitel nicht verteidigen. Er startet nun im Kugelstoßen. In Rio sind 39 Deutsche dabei.

8. Radsport

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Als Handbikerin gewann Eskau zwei Goldmedaillen bei den Paralympics 2012 in London (im Zeitfahren und Straßenrennen) (Foto: Jens Wolf/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Grundsätzlich wird in Handbike, Tricycle (Dreirad), Bicycle (Zweirad) und Tandem unterschieden. Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Handbike (fünf Startklassen H1 bis H5), Tricycle (zwei Klassen T1 und T2), Bicycle (fünf Startklassen C1 bis C5), Tandem (mit einem sehenden Piloten vorne, eine Startklasse B).

Straßen-Radsport ist seit 1984 im Programm, auf der Bahn wird seit 1996 paralympisch gefahren. In Rio gibt es 50 Wettbewerbe (33 Straße/17 Bahn). 150 Männer und 80 Frauen sind dabei. Bei den Männern gibt es 28 Entscheidungen, bei den Frauen 20 sowie zwei Mixed-Rennen. Die Streckenlänge variiert je nach Startklasse zwischen 1,5 bis 100 Kilometern. Das Bahnrad-Oval ist 250 Meter lang. Je nach Behinderung werden Rennräder, Tandems, Dreiräder oder Handbikes benutzt. Für Blinde übernimmt ein „Pilot“ vorn auf dem Tandem das Lenken des Rads. Rollstuhlfahrer nutzen Handbikes. Andrea Eskau gewann in London mit dem Handbike zweimal Gold, zuvor 2008 in Peking einmal Gold. Sie gewann zudem bei den Winter-Paralympics 2014 im Biathlon und Langlauf je einmal Gold. Bei den Paralympics 2012 in London holten die deutschen Radsportler insgesamt 15 Medaillen (4 Gold/8 Silber/3 Bronze). In Rio sind 15 Deutsche am Start.

9. Reiten

Wer darf wie mitmachen? Nur Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können nicht teilnehmen. Die Wettbewerbe sind in fünf Wettkampfklassen – so genannte „Grades“ – unterteilt. Sie spiegeln die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Athleten wider. Je niedriger die Kennzeichnungsnummer, desto höher der Grad der Einschränkung. Es wird ausschließlich in der Dressur angetreten.

Ist seit 1996 paralympisch, es werden ausschließlich Dressur-Wettbewerbe ausgetragen. Es gibt elf Wettbewerbe, mit insgesamt 78 Startern (22 Männer, 56 Frauen). Männer und Frauen treten, wie im Reitsport üblich, gemeinsam in einem Wettbewerb an. Gezeigt werden in einem 40 x 20 Meter großen Viereck in zwei verschiedenen Wettkämpfen vorgegebene Figuren des Internationalen Behinderten-Reitverbandes und eine selbstkreierte Kür mit Musik. Zusätzlich gibt es noch einen Mannschaftswettkampf. Zur Orientierung dienen den Reitern große Buchstaben am Boden. Es wird in vier Startklassen unterschieden. Überragende Nation ist Großbritannien. Die Briten gewannen seit 1996 alle Teamwettbewerbe. In Rio sind fünf deutsche Reiter dabei.

10. Rollstuhlbasketball

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Team Germany der Männer (Foto: Marco Kessler/Mediashots)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Entsprechend ihrer Einschränkungen werden die Sportler in ein Punktesystem von 1,0 bis 4,5 eingestuft. Die Summe der Punkte aller fünf aktiven Spieler darf 14 nicht überschreiten.

Seit der Paralympics-Premiere 1960 dabei. Zwölf Männer- und zehn Damen-Teams kämpfen in Rio um die Medaillen. Insgesamt sind 144 Männer und 120 Frauen am Start. In London 2012 holten die deutschen Frauen Gold, bei den Männern ist Kanada Titelverteidiger. Die Spielfeld-Größe, die Höhe der Körbe (3,05 Meter) und die Zählweise entsprechen den Regeln des klassischen Basketballs. Hat ein Spieler den Ball, darf er ohne zu Dribbeln zweimal seinen Rollstuhl anschieben. Der Ball kann dabei in den Schoß gelegt, jedoch nicht zwischen die Knie geklemmt werden. Jedes Team hat 24 Sekunden Zeit, einen Korb zu erzielen. Die Füße dürfen das Spielfeld nicht berühren. Spielzeit sind 4 x 10 Minuten. Im Team können Spieler mit unterschiedlichem Behinderungsgrad stehen. Die fünf Athleten pro Team auf dem Feld dürfen den Gesamtwert von 14 Punkten anhand eines Klassifizierungssystems nicht überschreiten. Falls doch, gibt es ein technisches Foul. Erstmals 1945 in den USA von Weltkriegsveteranen gespielt. Es ist eine der populärsten Behinderten-Sportarten. In Rio sind die deutschen Damen und Herren dabei.

11. Rollstuhlfechten

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Alle Fechter gehen im Rollstuhl an den Start, obwohl sie nicht zwingend einen brauchen. Die Rollstühle bewegen sich nicht. Attacken können die Athleten nur durch Bewegungen des Oberkörpers einleiten und ausweichen. Zwei Startklassen – Kategorie A: Fechter verfügen über eine gute Rumpfkontrolle. Ihr Fechtarm ist in vollem Umfang funktionell. Kategorie B: Fechter sind in ihrer Bein- und Rumpf- oder Fechtarmfunktion beeinträchtigt.

Seit Beginn der Paralympics 1960 im Programm. In Rio gibt es 14 Wettbewerbe – acht bei den Herren und sechs bei den Damen, als Einzel- und Teamwettbewerbe. Es sind 54 Männer und 34 Frauen am Start. Die Sportart wurde von Sir Ludwig Guttmann, dem Gründer der Paralympics, entwickelt. Gefochten wird mit dem Degen, Florett oder Säbel. Es wird in zwei Kategorien unterschieden: Fechter mit einer vollständig intakten Rücken- und Bauchmuskulatur sowie ohne. Die Athleten sind mit ihrem Rollstuhl in einem 110-Grad-Winkel zur Mittellinie am Boden befestigt. Der Abstand zwischen den Fechtern wird durch die Armlänge bestimmt. Beim Florett ist die Distanz geringer als beim Degen und Säbel. Beim Florett dient nur der Rumpf als Trefferfläche, im Säbel- und Degenfechten auch Arme und Maske. Der Ungar Pal Szekeres ist der einzige Athlet, der sowohl bei Olympischen als auch Paralympischen Spielen eine Medaille gewann. 1988 holte er in Seoul Olympia-Bronze. Nach einem Busunfall sicherte er sich sechs paralympische Plaketten. Aus Deutschland sind Simone Briese-Baetke und Balwinder Cheema dabei.

12. Rollstuhlrugby

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit oder mit unterschiedlichen Beinlängen. Wurde ursprünglich für Tetraplegiker entwickelt. Heute dürfen aber auch Spieler mit anderen Beeinträchtigungen von Arm- und Beinfunktionen starten. Je nach Beeinträchtigung gibt es sieben Startklassen. Je niedriger die Kennzahl, desto höher der Grad der Einschränkung. Die vier Athleten auf dem Spielfeld dürfen zu keinem Zeitpunkt in Summe die Zahl 8 überschreiten. Je besser die funktionale Bewegungsmöglichkeit, desto mehr Punkte hat ein Athlet.

Seit 2000 paralympisch. Titelverteidiger ist Australien. Insgesamt sind acht Teams mit insgesamt 96 Athleten dabei, Frauen und Männer spielen in gemischten Teams. Wurde 1976 im kanadischen Winnipeg als Alternative zum Rollstuhl-Basketball entwickelt, da Tetraplegiker dort benachteiligt sind. In Kanada wurde es zunächst Murderball (Mörderball) genannt. Die Athleten müssen an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sein. Eine harte Sportart, die Elemente aus dem Rugby, Handball und Basketball kombiniert – gespielt wird mit einer Art Volleyball. Körperkontakt ist nicht erlaubt, dafür aber nahezu jeglicher Einsatz mit dem speziellen Wettkampf-Rollstuhl. Den höchsten Sieg bei Paralympics gab es 2008 in Peking, als die USA Gastgeber China in der Vorrunde mit 65:30 schlugen. International sind die USA, Kanada, Australien und Neuseeland die dominierenden Nationen. In Rio wie in London ohne deutsche Beteiligung.

13. Rollstuhltennis

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Katharina Krüger (Foto: Emily Wabitsch/dpa)

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit. Zwei Startklassen: Offen und Quad. Rollstuhltennis üben Athleten mit einer Behinderung der Bewegungsfähigkeit aus. In der Quadklasse treten Spieler an, die in mindestens drei Extremitäten Bewegungseinschränkungen aufweisen. Ein Start in der Quadklasse ist aber auch dann nicht zwingend vorgeschrieben.

Ist seit 1992 im paralympischen Programm. In Rio werden insgesamt sechs Goldmedaillen im Einzel, Doppel und Mixed vergeben. Am Start sind insgesamt 104 Athleten (72 Herren/32 Damen). Wurde 1976 von den Amerikanern Brad Parks und Jeff Minnenbraker erfunden und zählt mittlerweile weltweit zu den beliebtesten Sportarten für Menschen mit Handicap. Parks gewann bei der Paralympics-Premiere mit Randy Snow Gold im Doppel. Die Athleten müssen eine erhebliche Funktionseinschränkung oder einen totalen Ausfall einer oder beider Beine nachweisen. Gespielt wird nach Regeln des Internationalen Tennisverbandes. Der Ball darf aber zweimal aufkommen, da die Arme gleichzeitig den Schläger halten und für die Fortbewegung des Rollstuhls eingesetzt werden. Der erste Aufprall muss im Spielfeld erfolgen, während der zweite auch außerhalb aufkommen kann. Aus Deutschland ist in Rio ist nur Katharina Krüger dabei.

14. Rudern

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und unterschiedlichen Beinlängen. Es gibt drei Bootsklassen. Neben den Bootsklassen gibt es die Behinderungsklassen LTA, TA und AS – je nach Einschränkungen hinsichtlich Beinen (legs/L), Rumpf (trunk/T) und Armen (arms/A) bzw. Armen und Schultern (arms and shoulders/AS). Auch Sportler mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sind zugelassen – nur im Mixed-Vierer. Die Startklasse setzt sich aus der Bootsklasse und Behinderungsklasse zusammen.

Ist erst seit Peking 2008 paralympisch. Es gibt vier Medaillen-Events: je eines bei den Damen und Herren sowie zwei in Mixed-Wettbewerben. 48 Frauen und 48 Männer sind dabei. Die Rennstrecke ist 1000 Meter lang. Das Boot und die Ausrüstung werden individuell an die körperlichen Einschränkungen der Athleten angepasst, zum Beispiel mit speziellen Sitzen. Die Wettkämpfe werden in drei Bootsklassen ausgetragen, an denen Menschen mit verschiedenen Behinderungen gemeinsam teilnehmen. Unterschieden werden Mixed-Vierer, Mixed-Doppelzweier und Einer Frauen/Männer. Die erste WM fand 2002 in Spanien statt. Zwei Jahre später waren es schon 24 Länder. In Rio sind drei deutsche Frauen und drei Männer dabei.

15. Schießen

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Beeinträchtigung der Sehfähigkeit sowie unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Startklassen: SH1 (Pistole), SH1 und SH2 (Gewehr). Pistole SH1: Athleten mit Beeinträchtigungen der oberen und unteren Gliedmaßen. Gewehr SH1: Sportler mit Beeinträchtigungen der unteren Gliedmaßen. Gewehr SH2: Sportler mit Beeinträchtigungen der oberen Gliedmaßen.

Seit 1976 paralympisch. Frauen nahmen erstmals in Mixed-Wettbewerben 1980 an den Paralympics teil, seit 1996 sind sie auch in Einzelwettkämpfen dabei. Am Start sind 100 Männer und 50 Frauen. Es gibt insgesamt zwölf Wettbewerbe – je drei Einzel-Wettbewerbe bei den Damen und Herren sowie sechs im Mixed. Durch ein spezielles Klassifizierungssystem starten Schützen mit unterschiedlichen Behinderungen in einem gemeinsamen Wettkampf. Die Athleten sind in die Klassen SH1 (ohne Gewehrauflageständer) und SH2 (mit Gewehrauflageständer) aufgeteilt. Zudem gibt es noch die Kategorien liegend und stehend. Geschossen wird mit dem Gewehr (Luftgewehr, Freies Gewehr, Sportgewehr) oder der Pistole (Luftpistole, Freie Pistole) auf 10, 25 und 50 Meter Entfernung. Der Schwede Jonas Jacobsson ist mit 30 Medaillen der bisher erfolgreichste paralympische Schütze. In Rio gehen sechs Deutsche an den Start.

16. Schwimmen

Wer darf wie mitmachen? Hier können wie in der Leichtathletik Sportler aus allen zehn Klassifizierungsklassen starten. Unterteilt wird in insgesamt 14 verschiedene Startklassen, zusätzlich nach Disziplinen unterteilt. Die Startklassen sind durch Buchstaben für die Disziplin und eine Zahl für den Grad der Beeinträchtigung gekennzeichnet. Die Einteilung erfolgt nach den Disziplinen S (Freistil, Schmetterling, Rücken), SB (Brust) oder SM (Lagen).

Seit Beginn der Paralympics 1960 dabei. Insgesamt gehen in Rio 340 Männer und 280 Frauen an den Start. Es gibt bei den Männern 80 Wettbewerbe, bei den Frauen 71 und einen Mixed-Staffelwettbewerb. Beim Schwimmen dürfen die Athleten keine Prothesen oder orthopädische Hilfsmittel benutzen, sondern nur ihren Körper. Die Klassifizierung erfolgt in Seh-, Körper- und geistige Behinderung. Der Unterschied zum olympischen Schwimmsport ist nur die frei wählbare Startposition (vom Startblock mit oder ohne Hilfe, sitzend vom Startblock, neben dem Startblock oder aus dem Wasser) und dem so genannten „Tapping“. Helfer (Tapper) signalisieren sehbehinderten Schwimmern mit einem Stab oder akustischen Signal bei der Wende oder dem Zielanschlag den Abstand zum Beckenrand. In London holte das deutsche Team zwölf Medaillen (2 Gold/7 Silber/3 Bronze). Die US-Amerikanerin Trischa Zorn ist die erfolgreichste Paralympics-Schwimmerin. Sie holte zwischen 1980 und 2004 insgesamt 55 Medaillen (41 Gold/9 Silber/5 Bronze). Das 13-köpfige deutsche Team hat gute Medaillenchancen.

17. Segeln

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, unterschiedlichen Beinlängen und Kleinwüchsige. Es gibt drei Bootsklassen (Dreimann-Kielboot, Zweimann-Kielboot, Einer-Kielboot/nicht getrennt nach Geschlecht) und sieben Startklassen (1 bis 7 Punkte). Je nach Grad ihrer Einschränkung werden die Sportler eingestuft: Je niedriger die Punkte, desto schwerer die Beeinträchtigung. Im Dreimann-Kielboot darf das Team die Summe von 14 Punkten nicht überschreiten. Im Kielboot mit Zweierbesetzung muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein.

Erstmals 2000 paralympisch. In den drei Regatta-Wettbewerben starten Frauen (15) und Männer (65) zusammen. Es gibt Boote mit einem, zwei oder drei Seglern. Zunächst wurde in den Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot) und Sonar (Dreimann-Kielboot) gestartet. 2008 in Peking kam noch SKUD 18 (Zweimann-Kielboot) hinzu. In einem Boot sind Athleten mit verschiedenen Behinderungen. Jedes Crewmitglied bekommt eine Klassifikationszahl, die eine Bewertung der Behinderung angibt. Die Gesamtwertung im Sonar muss dabei unter 14 liegen, damit alle Crews auf einem ähnlichen Niveau ihrer Fähigkeiten bewertet werden können. Im SKUD 18 muss ein Teammitglied eine schwere Beeinträchtigung haben und ein Mitglied muss eine Frau sein. 2012 in London gab es zweimal Silber für das deutsche Team durch den Sydney-Sieger Heiko Kröger im Einer-Kielboot und mit dem Dreier-Kielboot. Bei der WM im Mai holte Kröger seinen achten WM-Titel. Das Rio-Team besteht aus vier Männern.

18. Sitzvolleyball

Wer darf wie mitmachen? Nicht teilnehmen können Kleinwüchsige und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Sehbehinderung. Es gibt zwei Startklassen MD (minimale Behinderung) und D (Behindert). Für ein faires Duell kann jedes Team maximal einen Spieler mit minimaler Behinderung (MD) auf dem Spielfeld haben. Die übrigen fünf Starter müssen aus der Startklasse D kommen.

Ist für die Männer seit 1980 im Paralympics-Programm, für die Frauen seit 2004. In Rio gehen je acht Frauen- und Männer-Teams an den Start. Insgesamt sind es 192 Teilnehmer (96 Frauen/96 Männer). In London holten die deutschen Männer Bronze. Titelverteidiger bei den Männern ist Bosnien-Herzegowina, bei den Frauen ist es China. Pro Team sitzen sechs Spieler auf dem Feld, gespielt wird nach den internationalen Volleyballregeln mit den Ausnahmen, dass bei der Aufgabe geblockt werden darf und das Feld kleiner sowie das Netz tiefer ist (Frauen 1,05 Meter/Männer 1,50 Meter). Pro Team müssen mindestens vier behinderte Spieler dabei sein. Zusätzlich dürfen dann noch ein Minimal Handicap Player (z.B. mit einem instabilen Kniegelenk) und ein nichtbehinderter Spieler oder zwei minimal behinderte Spieler auf dem Feld sitzen. Es ist jedoch auch möglich, mit fünf oder sechs behinderten Spielern zu agieren. Die Chinesinnen sind bei Paralympics bisher ungeschlagen. Die deutschen Männer sind dabei, die Frauen haben sich wie 2012 nicht qualifiziert.

19. Tischtennis

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012  (Foto: dpa)

Jochen Wollmert in London bei den Paralympics 2012 (Foto: dpa)

Wer darf wie mitmachen? Außer Sehbehinderten nehmen alle teil. Es gibt fünf Startklassen sitzend (1 bis 5), fünf stehend (6 bis 10) und eine für Sportler mit intellektueller Beeinträchtigung (11). Im Tischtennis wird das Prinzip der funktionellen Klassifizierung angewendet. Dabei wird nicht die Behinderung selbst bewertet, sondern die Auswirkung der Behinderung auf diese spezielle Disziplin.

Seit dem Beginn 1960 im Programm und damit 28 Jahre früher als die Olympia-Premiere des Tischtennis-Sports. Auf dem Programm stehen insgesamt 29 Einzel- und Team-Wettbewerbe (16 Männer/13 Frauen). Die Athletenzahl beträgt 276 (174 Männer/102 Frauen). Gespielt wird nach den internationalen Regeln, entweder im Stehen oder im Rollstuhl. Zudem werden die Sportler je nach Grad der Behinderung in elf Klassen eingeteilt. Im Teamwettbewerb können auch Spieler unterschiedlicher Klassen zusammen agieren. Gespielt wird dann in der Gruppe des Athleten mit der geringsten Behinderung. Der einzige Unterschied zu den herkömmlichen Regeln ist beim Aufschlag der Rollstuhl-Athleten. Der Ball muss dabei über die Grundlinie des Tisches gespielt werden. Geht er aber zu einer Seitenlinie heraus oder durch die Rotation zurück zum Netz, muss der Aufschlag wiederholt werden. In London 2012 holte Deutschland vier Medaillen (2 Gold/1 Silber/1 Bronze). Gold holten der sechsmalige Paralympics-Sieger Jochen Wollmert und Holger Nikelis im Einzel. In Rio sind elf Deutsche dabei.

20. Triatthlon

Wer darf wie mitmachen? Kleinwüchsige, Menschen mit unterschiedlichen Beinlängen und intellektueller Beeinträchtigung starten nicht. Vier von eigentlich fünf Startklassen sind paralympisch. In den einzelnen Startklassen treten jeweils Sportler mit unterschiedlichen und unterschiedlich schwer ausgeprägten Beeinträchtigungen gegeneinander an. Entscheidend ist die Auswirkung der Beeinträchtigung auf den Einzelnen, nicht die Beeinträchtigung selbst.

Schwimmen, Radfahren und Laufen erlebt an der Copacabana seine paralympische Premiere. Für Frauen und Männer gibt es jeweils drei Startklassen. Je 30 Frauen und Männer sind dabei. Sie müssen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad absolvieren, ehe der abschließende 5-Kilometer-Lauf über die Medaillen entscheidet. Die erste WM fand 1996 in Cleveland (USA) statt. Der Leipziger Martin Schulz wurde im Mai zum fünften Mal in Serie Europameister, im Juli holte er sein drittes WM-Gold und ist einer der Favoriten auf Premieren-Gold in Rio. Nora Hansel aus Bochum wurde in ihrer Klasse zum zweiten Mal nacheinander Europameisterin, wurde aber nicht für Rio nominiert. Neben Schulz ist nur noch Stefan Lösler am Start.

21. 5-er Fußball

Wer darf wie mitmachen? Nur Blinde (B1), zusätzlich ist eine Dunkelbrille für alle Feldspieler Pflicht. Nur der Torwart darf und kann sehen.

Seit 2004 im Programm. Seitdem holte immer Brasilien den Titel. Acht Männer-Teams mit insgesamt 64 Athleten kämpfen in Rio um Gold. In jedem Team sind vier Feldspieler, ein Tor-Guide und ein sehender Torwart sowie fünf Auswechselspielern. Die Feldspieler sind blind oder haben nur ein geringes Sehvermögen. Wegen der Chancengleichheit haben alle eine lichtundurchlässige „Brille“ auf. Der Tor-Guide steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben. Durch seine Zurufe lokalisieren die Feldspieler die Torposition. Der Ball hat im Inneren eine Rassel. Durch die Geräusche wissen die Athleten, wo der Ball ist. Das 20 x 40 Meter große Spielfeld ist von einer Bande umgeben. Gespielt wird 2 x 25 Minuten mit zehn Minuten Pause. Wurde in den 1920er Jahren in Spanien erfunden. Titelverteidiger ist Brasilien. Deutschland ist wie in London nicht dabei.

22. 7a-Side-Fußball

Wer darf wie mitmachen? Vier Startklassen (FT5 bis FT8). Spielen dürfen Menschen mit einem cerebralen Handicap (Athetose, Ataxie, Muskelhypotonie)

Seit 1984 im Programm. Es spielen Athleten mit neurologischen oder motorischen Beeinträchtigungen, oft durch Zerebralparese verursacht. Acht Männer-Teams mit insgesamt 112 Athleten kämpfen um den Titel. Es wird nach modifizierten FIFA-Regeln gespielt. Die Unterschiede sind, dass nur sieben Spieler (6 Feldspieler, 1 Torwart) auf dem Feld sind, es gibt kein Abseits, das Spielfeld ist kleiner und der Einwurf mit einer Hand eingerollt. Das Spiel dauert 2 x 30 Minuten. Russland ist Titelverteidiger. Die erste nationale Meisterschaft dieses Sports fand 1978 im schottischen Edinburgh statt. Die erste WM wurde 1982 in Dänemark ausgetragen. Der Brite Michael Barker spielte einst an der Seite von Englands Stürmer-Star Wayne Rooney in der Jugend-Akademie von Everton, eher er nach einem Bus-Unfall zum 7a-Side-Fußball wechselte. In Rio ohne deutsches Team wie schon in London.

(RP/dpa)

Die Klassifizierung (I): Die Behinderungsarten bei den Paralympics

Jede paralympische Sportart verfügt über ihr eigenes Klassifizierungs-System. Manche paralympischen Sportarten wurden speziell für Athleten mit einer bestimmten Beeinträchtigung entwickelt. Beim Goalball und Judo gehen ausschließlich Athleten mit einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit an den Start. In anderen Sportarten – etwa der Leichtathletik und im Schwimmen – können Sportler mit allen Beeinträchtigungen bei den Paralympics starten. In der Regel gilt: Je niedriger die Ziffer der Startklasse, desto schwerer ist der Grad der Beeinträchtigung.

Das paralympische Klassifizierungssystem wird nach zehn Behinderungsarten eingeteilt:

1. Beeinträchtigungen der Muskelleistung (reduzierte Muskelkraft, zum Beispiel Querschnittlähmung)
2. Beeinträchtigungen der passiven Beweglichkeit (Bewegungsmöglichkeiten eines oder mehrerer Gelenke systematisch eingeschränkt)
3. Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen (Dysmelien)
4. unterschiedliche Beinlängen
5. Kleinwuchs
6. Muskelhypotonie (Beeinträchtigung durch erhöhte Spannung der Muskulatur und die reduzierte Fähigkeit, einen Muskel zu strecken)
7. Ataxie (verschiedene neurologisch bedingte Störungen der muskulären Bewegungskoordination, auch wenn keine Lähmung vorliegt)
8. Athetose (motorische Dysfunktion; charakteristisch sind z.B. unwillkürliche, unkontrollierte Muskelbewegungen oder Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer symmetrischen Körperhaltung)
9. Sehbehinderung
10. intellektuelle Beeinträchtigungen

Die Klassifizierung (II): Ein Streitthema bei den Paralympics

Im Behindertensport gibt es in jeder Disziplin verschiedene Klassen. Je nach Art und Schwere des Handicaps werden Athleten darin zusammengefasst – vergleichbar etwa mit den Gewichtsklassen im Profi-Boxen. Dadurch soll bei den Paralympics Chancengleichheit gewährleistet sein.

Die Klassifizierung ist aber ein umstrittenes Thema, denn komplette Chancengleichheit kann es nicht geben, da die Behinderungen zu unterschiedlich sind. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) fährt die Linie, immer mehr Startklassen zusammenzulegen, um das Wettkampfprogramm zu entzerren und übersichtlicher zu machen. Das führt aber dazu, dass teils Sportler mit kaum mehr vergleichbaren Behinderungen gegeneinander antreten und einige im Nachteil sind.

„Die funktionale Klassifizierung ist in meinen Augen gescheitert, gerade bei den schwerer behinderten Klassen. Es fahren Äpfel gegen Birnen, das ist Klassifizierungs-Absurdistan“, sagte der deutsche Paralympics-Sieger Michael Teuber nach der Bahnrad-WM.

Leichtathletik-Bundestrainer Willi Gernemann sieht auch noch Veränderungsbedarf. Aber er ist vor allem froh, dass das Punktesystem abgeschafft wurde. „Wir sind auf einem guten Weg. Jetzt gewinnt der, der am weitesten wirft oder am schnellsten läuft“, sagt er. In London waren wegen mangelnder Athletendichte verschiedene Behindertenklassen zusammengefasst worden. Das hatte zur Folge, dass Markus Rehm im Weitsprung durch ein seltsames Punktesystem quasi unschlagbar war und Marianne Buggenhagen die Kugel 82 Zentimeter weiter stieß als Yang Liwan, hinter der Chinesin aber nur Silber gewann.

In welche Klasse ein Sportler kommt, entscheiden professionell ausgebildete Klassifizierer des IPC. Aber auch da hat das IPC die Anforderungen gesenkt. So braucht man mittlerweile nur noch zwei Klassifizierer – einen medizinischen und einen technischen. Der medizinische muss kein Arzt sein, auch Physiotherapeuten entscheiden.

Am Beginn einer Behindertensport-Laufbahn erfolgt die erste Einteilung. Dies geschieht durch umfangreiche physische Tests sowie Beobachtungen des Athleten beim Sport. Nicht jeder ist ehrlich bei den Einstufungstests, es gibt Manipulationen und Betrug. So konnten im Rollstuhl sitzende Sportler plötzlich doch gehen. Oder Athleten beeinträchtigen vor der Klassifizierung ihren körperlichen Zustand so, dass sie in eine für sie leichtere Klasse eingestuft werden. Verband und Sportler können die Entscheidung im Laufe einer Karriere öfter anfechten und eine neue Untersuchung beantragen.

(dpa)

Die Wettkampfstätten
Bei den Paralympischen Spielen in Rio werden die Sportstätten der Olympischen Spiele genutzt. Es gibt vier Zentren: den Olympiapark Barra, die Region Maracanã mit dem Olympiastadion und dem Fußballstadion, Deodoro, wo unter anderem die Reitwettkämpfe stattfinden, sowie Copacabana. Ein Überblick über die Sportstätten und Kapazitäten bei den Paralympics 2016.

Olympia-Park Barra

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

Olympia-Park Barra (Foto: dpa)

1,2 Millionen Quadratmeter. Er liegt an der Jacarepaguá-Lagune, fast 40 Kilometer vom Zentrum Rios entfernt. Auch TV- und Pressezentrum befinden sich hier, in der Nähe liegt das Olympische Dorf, das über 4300 Sportler beherbergen wird.

Carioca 1: 16.000 Plätze. Rollstuhlbasketball und Rollstuhlrugby.

Carioca 2: 10.000 Plätze. Boccia und Rollstuhlfechten.

Carioca 3: 10.000 Plätze. Judo.

Tennis-Center: Center Court 10.000; Court I 5000; Court II 3000
Plätze – insgesamt 16 Plätze. Rollstuhltennis und 5-a-side Fußball.

Velodrom: 5000 Plätze; Bahnradfahren.

Future-Arena: 12.000 Plätze; Goalball.

Schwimmstadion: 18.000 Plätze; Schwimmen.

Rio Olympic Arena: 12.000 Plätze; Rollstuhlbasketball.

Im Umfeld des Olympiaparks

Rio Centro: Drei Hallen für Gewichtheben (6500 Plätze), Tischtennis
(6500 Plätze), Sitzvolleyball (6500 Plätze).

Radfahren Straße: In Pontal, westlich des Olympiaparks entlang einer malerischen Küstenstraße, direkt am Atlantik. Hier befindet sich auch das Deutsche Haus. Tausende Stehplätze.

Marcana

Olympiastadion João Havelange: 60.000 Plätze. Leichtathletik.

Maracana: 78.600 Plätze. Eröffnungs- und Abschlussfeier.

Sambódromo: 30.000 Plätze. Bogenschießen.

Copacabana

Fort Copacabana: 5000 Plätze. Startpunkt Triathlon; Marathon.

Estádio da Lagoa: mindestens 10.000 Plätze. Rudern; Kanu.

Marina da Gloría: 10.000 Plätze. Segeln in der Guanabara-Bucht.

Deodoro

Reit-Stadion: 35.200 Plätze. Reiten.

Deodoro-Stadion: 15.000 Plätze. 7-a-side Fußball.

(dpa)

Historie: Von Sir Ludwig Guttmann bis heute
Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

Sir Ludwig Guttmann (3.7.1899-18.3.1980) (Foto: Universal Pictorial Press Photo)

1948

Der deutsche Neurochirurg Sir Ludwig Guttmann richtet die „Stoke Mandeville Games“ aus. 16 versehrte Kriegsveteranen treten im Bogenschießen und anderem Rollstuhl-Sport gegeneinander an. Guttmann sagt in seiner Rede: „Vielleicht gibt es eines Tages Olympische Spiele für Behinderte.“ Wer war der Arzt, den seine Patienten zärtlich Poppa riefen, und der vor dem Nazi-Terror flüchten musste? Warum lieben und bewundern ihn so viele als Halbgott? Ausführliche Berichte: Vater der Paralympischen Spiele: Das war der legendäre Sir Ludwig Guttmann und Der Mann, der aus Manfred Sauer einen Steuerzahler machte

1960

In Rom finden die ersten offiziellen Paralympics statt – damals noch unter dem Namen „Weltspiele der Gelähmten“. Seitdem werden sie alle vier Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. Seit 1988 in Seoul finden sie immer im Gastgeberland der Olympischen Spiele statt. Bei der Paralympics-Premiere nehmen 209 Athleten (164 Männer/45 Frauen) aus 18 Nationen teil, acht Sportarten stehen auf dem Programm: Bogenschießen, Dart, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Rollstuhl-Fechten, Schwimmen, Snooker, Tischtennis.

1968

Aufgrund von technischen Schwierigkeiten kann das Gastgeberland Mexiko die Paralympics nicht ausrichten. Sie finden deshalb in Tel Aviv statt.

1972

In Heidelberg sind schon 922 Sportler (654 Männer/268 Frauen) am Start. Das Wettkampfprogramm wird auf zehn Sportarten erweitert.

1976

Im kanadischen Toronto sind mit 1271 Sportlern (999 Männer/271 Frauen) erstmals über 1000 Athleten dabei. Das Programm wird sukzessive auf 13 Sportarten erweitert.

1984

Bei den gesplitteten Spielen in Stoke Mandeville und New York wird die 2000er-Mauer bei den Teilnehmern durchbrochen. 2093 Sportler (1560 Männer/533 Frauen) aus 54 Ländern kämpfen um die Medaillen. Mit 18 Sportarten hat sich das Programm im Vergleich zur Premiere mehr als verdoppelt. Die Teilnehmerzahl wurde verzehnfacht.

2012

In London erleben 4302 Sportler (2779 Männer/1523 Frauen) aus 164 Nationen die bisher besten Paralympics der Geschichte. 20 Sportarten stehen auf dem Programm, 503 Wettbewerbe werden ausgetragen. Höhepunkt sind die Leichtathletik-Wettbewerbe vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion.

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

IPC-Chef Sir Philip Craven (mit Fahne) eröffnete die Paralympics 2012 in London (Foto: dpa)

2016

In Rio de Janeiro sollen 4350 Athleten aus 165 Ländern dabei sein. Mit Kanu und Triathlon, die ihre Paralympics-Premiere erleben, sind nunmehr 22 Sportarten im Wettkampfprogramm. Nicht dabei ist Russland. Das Riesenreich wurde wegen eines massiven Dopingskandals vom Internationalen Paralympics Komitee ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof bestätigte den Bann.

JahrOrtLänderTeilnehmer
1960Rom23400
1964Tokio21375
1968Tel Aviv29750
1972Heidelberg43984
1976Toronto401657
1980Arnheim431973
1984New York451800
1984Stoke Mandeville411100
1988Seoul613057
1992Barcelona833001
1996Atlanta1043259
2000Sydney1223881
2004Athen1353808
2008Peking1463951
2012London1664280
2016Rio de Janeiro1654350
2020Tokio

(dpa)

Innovation am Band: Paralympics-Medaillen mit Klang

Gold, Silber, Bronze: Medaillen bei sportlichen Großereignissen sind das Ziel der Athleten und der Lohn für die harte Arbeit. Bei den Paralympics in Rio de Janeiro kämpfen die über 4300 Athleten aus gut 165 Ländern um insgesamt 2642 Medaillen – 877 Mal Gold, 876 Silber, 889 Bronze.

Doch nicht jeder der paralympischen Wettkämpfer kann das Objekt der Begierde auch sehen, wie die sehbehinderten und blinden Athleten. Deshalb haben sich die Organisatoren diesmal etwas Innovatives ausgedacht: Winzige Stahlkugeln im Innern der Medaillen erzeugen einen Klang, der je nach Medaillenfarbe anders ausfällt.

Die Bronzemedaille beinhaltet 16 Kügelchen und wenn man sie schüttelt, gibt sie den leistesten Ton von sich. In der Silbermedaille sind 20 dieser Kugeln. Am lautesten tönt die Goldmedaille, in der 28 Kugeln verarbeitet sind. So können auch Athletinnen und Athleten mit einer Sehbehinderung die Farbe quasi erkennen. Auf alle Medaillen wurden die Wörter „Rio 2016 Paralympic Games“ in Blindenschrift eingraviert.

(dpa)

Rio de Janeiro – eine der Megastädte dieser Welt
Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 - Flickr, CC BY 2.0)

Blick auf den weltberühmten Zuckerhut (Foto: Wikipedia/diogo86 – Flickr, CC BY 2.0)

Rio de Janeiro ist nach São Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name (deutsch: Januar-Fluss) beruht auf einem Irrtum des Seefahrers Gaspar de Lemos, der die Bucht am 1. Januar 1502 entdeckte und für die Mündung eines großen Flusses hielt. Im administrativen Stadtgebiet leben rund 6,4 Millionen Menschen (2013). Die Metropolregion hat 11,9 Millionen Einwohner (2010). Somit gehört Rio de Janeiro zu den Megastädten dieser Welt.

Von 1815 bis 1821 war Rio de Janeiro Hauptstadt des Königreiches von Portugal und Brasilien und nach der Unabhängigkeit Brasiliens 1822 bis 1960 die Hauptstadt des Landes. Danach trat sie diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Von 1808 bis 1822 war die Stadt auch Sitz des portugiesischen Hofes, der wegen eines Angriffs durch Napoleon Bonaparte nach Brasilien flüchten musste. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum Tupí-Guaraní gehörenden Sprache der Tupinambá, welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.

Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.

(Quelle: Wikipedia)

Zeitplan und Termine der Wettkämpfe
Die Wettkämpfe der Paralympics 2016 beginnen je nach Sportart morgens um 8:30 Uhr Ortszeit und enden – beispielsweise in der Leichtathletik und im Schwimmen – erst nach 23.00 Uhr. Die Zeitverschiebung zwischen Rio de Janeiro und der Mitteleuropäischen Zeit beträgt fünf Stunden.
Unser Paralympics-Zeitplan 2016 zeigt, an welchem Datum welche Wettkämpfe stattfinden. Die angegebenen Zeiten sind die mitteleuropäischen Startzeiten der einzelnen Wettkämpfe der Paralympics 2016. Die Zeit in Klammern ist die Ortszeit in Brasilien.

Donnerstag, 8. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Männer, 49 kg: Riocentro – Pavilion 2
Schießen
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena

Freitag, 9. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
• Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 45 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
ab 13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Samstag, 10. September 2016

Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation: Rio Olympic Velodrome
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Judo
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 3
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 50 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Lagoa Stadium
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Riocentro – Pavilion 6
Tischtennis
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Männer, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhtennis
16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Sonntag, 11. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 2
Radsport
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Qualifikation, Finale: Rio Olympic Velodrome
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 61 kg: Riocentro – Pavilion 2
Rudern
13:30 (08:30) Uhr: Männer und Frauen: Lagoa Stadium
Schießen
14:15 (09:15) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Paratriathlon
15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Finale: Fort Copacabana
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Vorrunde: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Montag, 12. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, 73 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 16:00 (11:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Centre Court

Dienstag, 13. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer, Vorrunde: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Future Arena
Gewichtheben
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, 88 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court 2

Mittwoch, 14. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Lagoa Stadium
Radsport
ab 13:00 (08:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer, Halbfinale: Deodoro Stadium
Goalball
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Viertelfinale: Future Arena
Gewichtheben
ab 18:00 (13:00) Uhr: Frauen, 86 kg: Riocentro – Pavilion 2
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Schießen
14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Shooting Centre
Sitzvolleyball
ab 15:00 (10:00) Uhr: Frauen, Vorrunde: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Runde 1, Viertelfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer, Viertelfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 2

Donnerstag, 15. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Parakanu
14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale. Finale: Lagoa Stadium
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
15:00 (10:00) Uhr: Test: Olympic Equestrian Centre
Blindenfußball 5-a-side
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen, Halbfinale: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen Viertelfinale, Halbfinale: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen, Halbfinale: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
ab 17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Freitag, 16. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Boccia
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Carioca Arena 2
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Reiten
14:00 (09:00) Uhr: Team Test: Olympic Equestrian Centre
Fußball 7-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Deodoro Stadium
Goalball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer und Frauen: Future Arena
Segeln
18:00 (13:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 18:30 (13:30) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer: Riocentro – Pavilion 3
Rollstuhlbasketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Frauen: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra
Rollstuhltennis
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Olympic Tennis Centre – Court

Samstag, 17. September 2016

Bogenschießen
ab 14:00 (09:00) Uhr: Frauen: Sambódromo
Leichtathletik
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde, Halbfinale, Finale: Olympic Stadium – Engenhão
Radsport
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Pontal
Blindenfußball 5-a-side
ab 19:00 (14:00) Uhr: Männer: Olympic Tennis Centre – Court 1
Segeln
17:00 (12:00) Uhr: Männer und Frauen: Marina da Glória
Sitzvolleyball
ab 21:30 (16:30) Uhr: Frauen: Riocentro – Pavilion 6
Schwimmen
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorlauf: Olympic Aquatics Stadium
Tischtennis
ab 15:00 (10:00) Uhr: Männer und Frauen: Riocentro – Pavilion 3
• Rollstuhl-Basketball
ab 14:30 (09:30) Uhr: Männer: Rio Olympic Arena
Rollstuhlrugby
ab 15:30 (10:30) Uhr: Männer und Frauen, Vorrunde: Carioca Arena 1 – Barra

Sonntag, 18. September 2016

Leichtathletik
14:00 (09:00) Uhr: Marathon: Fort Copacabana
Sitzvolleyball
14:30 (09:30) Uhr: Männer, Finale: Riocentro – Pavilion 6
Rollstuhlrugby
ab 14:00 (09:00) Uhr: Männer und Frauen, Finale: Carioca Arena 1 – Barra

ARD und ZDF berichten 60 Stunden live über Paralympics in Rio
ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentiert ab 7. September die Paralymics im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender berichten ausführlich von den Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro. ARD und ZDF senden etwa 60 Stunden live. Hinzu kommen Zusammenfassungen, ausführliche Streaming-Angebote sowie die Berichte der ARD-Hörfunkwellen. 2012 hatten ARD und ZDF in ähnlichem Live-Umfang von den Paralympics aus London berichtet. 2008 gab es etwa 30 Stunden live aus Peking zu sehen.

„Wir freuen uns, mit unseren Übertragungen und unserer Berichterstattung im Fernsehen, im Radio und online dazu beitragen zu können, dass die Wettbewerbe für Menschen mit Behinderung die große Beachtung bekommen, die sie verdienen“, sagte Lutz Marmor, Intendant des für die ARD federführenden NDR, in einer Mitteilung am Samstag.

Aus dem gläsernen Studio im Olympia-Park von Rio de Janeiro werden sich ab etwa 23.00 Uhr MESZ an den abwechselnden Sendetagen Juliane Möcklinghoff für die ARD und Yorck Polus für das ZDF melden. Zudem sendet die ARD von 16.05 Uhr an live. Die Eröffnungsfeier am Mittwoch (7. September) überträgt das ZDF von 23.00 Uhr MESZ an. Reporter ist Stefan Bier, unterstützt von Matthias Berg.

Fünf Stunden Zeitunterschied

Insgesamt gibt es an den elf Wettkampftagen 528 Medaillenentscheidungen. 4350 Athleten kämpfen in 22 Sportarten. Mit Triathlon und Kanu stehen zwei neue Disziplinen auf dem paralympischen Programm. Die Wettkampfstätten von Rio konzentrieren sich wie schon bei Olympia in den vier Stadtzonen Barra, Deodora, Maracana und Copacabana.

Aufgrund des Zeitunterschieds von fünf Stunden zur Mitteleuropäischen Sommerzeit finden die meisten Medaillenentscheidungen am späten deutschen Abend statt. Wie bei den Olympischen Spielen bieten ARD und ZDF auch bei den Paralympics gemeinsam eine umfangreiche Audiodeskription aller TV-Sendungen an. Über eine zusätzliche digitale Tonspur werden so die paralympischen Wettbewerbe blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich gemacht. Die täglichen TV-Sendezeiten finden Sie ab Mittwoch auf ROLLINGPLANET.

ARD
Nachmittags bietet das ARD-Team an seinen Sendetagen (zum ersten Mal am Donnerstag, 8. September) jeweils ab 16.05 Uhr ein sportliches Magazin aus Rio de Janeiro. Zwischen Livesport und Zusammenfassungen präsentiert die ARD hier auch Studiogespräche und Hintergrundberichte. Am späten deutschen Abend bis tief in die Nacht heißt es „Paralympics total“ – mit bis zu fünf Stunden Live-Sport, Zusammenfassungen des Tages und Interviews im Studio.
Die Hörfunk-Wellen der ARD werden von den Morgensendungen bis zur letzten Tageszusammenfassung, also fast rund um die Uhr, mit Berichten und Reportagen von den ARD-Reporterinnen und -reportern aus Rio versorgt. Neben aktuellen Nachrichten, spannenden Geschichten und Interviews sind auch Live-Reportagen von der Eröffnungs- und Schlussfeier, von der Leichtathletik und vom Schwimmen geplant.
Auf sportschau.de/paralympics erhalten die Nutzerinnen und Nutzer umfassende und aktuelle Informationen über die Spiele in Rio. In einem Livecenter können sie täglich einen Highlight-Video-Livestream sowie an ARD-Sendetagen das ARD-Hauptprogramm als Stream verfolgen. Die wichtigsten Entscheidungen und Storys gibt es als On-Demand-Videos.
Von den Paralympics wird auch der ARD-Text ausführlich berichten. Im Mittelpunkt stehen vor allem die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine große Rolle spielt das Thema Barrierefreiheit für die ARD. Der Beitrag des ARD-Textes ist die Live-Untertitelung sämtlicher Übertragungen der Paralympics aus Rio auf Seite 150.
ZDF
Die Hauptsendung „ZDF Paralympics live“ beginnt zumeist um 23.00 Uhr und endet gegen 2.30 Uhr/3.00 Uhr. In dieser Zeitspanne sind die meisten Entscheidungen vor allem in der Leichtathletik und im Schwimmen live oder mit nur geringem Zeitversatz zu sehen.
Für alle Zuschauer, die die Wettbewerbe nachts nicht verfolgen können, präsentiert das ZDF mit „Paralympics extra“ am folgenden Vormittag ab 9.03 Uhr eine 90-minütige Zusammenfassung der sportlichen Höhepunkte. Darüber hinaus begrüßt Moderator Yorck Polus deutsche Medaillengewinner und weitere Gäste zum Gespräch im Paralympics-Studio. Hintergrundberichte und Erklärstücke bieten den Zuschauern zudem weitere Informationen zu den Wettkämpfen und zum Behindertensport.
Auch das ZDF-Online-Angebot bietet Informationen über die Paralympics rund um die Uhr. In der zentralen Sportart Leichtathletik werden alle Vormittags-Veranstaltungen zusätzlich im Internet gestreamt. Weitere Livestream-Angebote stehen je nach aktueller Lage für die verschiedenen Wettbewerbe zur Verfügung.

(RP/PM/dpa)

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Weiter(sc)rollen – Thema: Live aus Rio: Paralympics 2016

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