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„Qualitätskontrolle“ überzeugt nicht die Jury, aber das Publikum

Kultur

„Qualitätskontrolle“ überzeugt nicht die Jury, aber das Publikum

Mülheimer Dramatikerpreis 2014: Diskussionen um Stück mit querschnittgelähmter Maria-Cristina Hallwachs.

Mülheimer Dramatikerpreis 2014: Diskussionen um Stück mit querschnittgelähmter Maria-Cristina Hallwachs.

„Qualitätskontrolle“  mit Maria-Cristina Hallwachs (r.) (Foto: Staatstheater Stuttgart)

„Qualitätskontrolle“ mit Maria-Cristina Hallwachs (r.) (Foto: Staatstheater Stuttgart)

Nach über zwei Stunden öffentlicher Diskussion in der Nacht zum Sonntag stand es fest: Der renommierte Mülheimer Dramatikerpreis geht in diesem Jahr an den Leipziger Autor Wolfram Höll. Er gewann die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Stück „Und dann“ in einer Inszenierung des Schauspiels Leipzig. Darin wird vom Verlust der Mutter aus der Perspektive eines Sechsjährigen erzählt.

Den nicht dotierten Publikumspreis erhielt die Performance-Gruppe Rimini Protokoll für „Qualitätskontrolle“, eine Koproduktion des Schauspiels Stuttgart. Rimini Protokoll (Helgard Haug & Daniel Wetzel) haben das Stück mit Maria-Cristina Hallwachs erarbeitet, die seit einem Badeunfall querschnittsgelähmt ist und selbst auftritt (ROLLINGPLANET berichtete: Geht „Qualitätskontrolle“ mit querschnittsgelähmter Maria-Christina Hallwachs leer aus?).

Während die Zuschauer klar für das Drama votierten, urteilten die Theater-Richter ablehnend. Jury-Mitglied Christian Rakow fand die „Dämonisierung der Medizin“ anhand der einzelnen Perspektive einer Betroffenen zu eindimensional. Jurykollege Sebastian Rudolph (Schauspieler) meinte zwar: „Das ist der großartigste, schönste Abend, den ich je gesehen habe,“ er habe ihn „tief, tief erfüllt“. Dennoch könne „Qualitätskontrolle“ für ihn kein Gewinner sein: „Für mich ist das ganz klar kein Stück.“

(ag)

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