Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

RISG: Schwerkranker Orang-Utan-Botschafter protestiert gegen Jens Spahn

Das Aufreger-Thema

RISG: Schwerkranker Orang-Utan-Botschafter protestiert gegen Jens Spahn

Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zum Reha- und Intensivpflege Stärkungsgesetz stoßen auf immer größeren Widerstand.

Intensivpflegekraft Anja überprüft das Beatmungsgerät vom Beatmungspatient Benni Over. Der 29-Jährige mit voranschreitender Muskelschwäche engagiert sich mit Vorträgen an Schulen und der Produktion von Büchern und Trickfilmen für den Schutz der Orang-Utans.

Intensivpflegekraft Anja überprüft das Beatmungsgerät vom Beatmungspatient Benni Over. Der 29-Jährige mit voranschreitender Muskelschwäche engagiert sich mit Vorträgen an Schulen und der Produktion von Büchern und Trickfilmen für den Schutz der Orang-Utans. (Foto: Thomas Frey/dpa)

Benni Over (29), unheilbar kranker Orang-Utan-Fan aus dem Westerwald, wirbt in Schulen für den Schutz der seltenen Menschenaffen – und protestiert gegen neue Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Dessen Gesetzentwurf zur Betreuung von Beatmungspatienten könne Betroffene zu Anträgen auf Ausnahmeregelungen und damit zu „unendlichen Kämpfen mit den Kassen“ zwingen, wenn sie nicht „zwanghaft in stationären Einrichtungen untergebracht“ werden wollten, erklärt Vater Klaus Over.

„Grundsätzlich finden wir es menschenverachtend, wenn ein behinderter Mensch und seine Familie nicht entscheiden können, wo der Betroffene wohnt“,

ergänzt Klaus Over. Spahn sei schriftlich eingeladen worden, sich von Bennis erfolgreicher Betreuung zu Hause in Niederbreitbach im Westerwald ein Bild zu machen. Eine Antwort gebe es vorerst nicht.

Ministerium spricht von „kriminellen Machenschaften“

Spahns Ministerium weist die Vorwürfe zurück. Nach den Plänen sollen Beatmungspatienten eine bessere Betreuung bekommen – in Pflegeheimen oder „Beatmungs-WGs“. Intensivpflege zu Hause soll die Ausnahme sein. Geplant ist zudem, dass Betroffene in Heimen weniger zuzahlen müssen.

Laut einem Ministeriumssprecher ist alles noch am Anfang der Beratung und Kritik willkommen. Die Zuzahlung für stationäre Intensivpflege seien vielen zu hoch. In der ambulanten Intensivpflege habe es auch „kriminelle Machenschaften“ gegeben. Und um Beatmungspatienten ohne 24-Stunden-Betreuung durch eine Pflegefachkraft gehe es gar nicht.

Klaus Over erklärt, Bennis zwölfstündige Betreuung mit Pflegerinnen pro Tag könnte sich bei einer Gesundheitsverschlechterung oder dem Ausfall eines unterstützenden Elternteils verlängern. Dann drohten nervenaufreibende Anträge, um Benni vor einem Heim zu bewahren. Der 29-Jährige mit voranschreitender Muskelschwäche hat bereits zwei Bücher und einen Trickfilm über Orang-Utans mitgestaltet.

(RP/dpa)

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

Diesen Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Das Aufreger-Thema

Wir machen ROLLINGPLANET:

Neueste Beiträge

Top-Themen

Das Aufreger-Thema

Eine(r) von uns

Kristina Vogel bei der Verleihung der "Sport Bild"-Awards in Hamburg.

Eine(r) von uns

„Geht raus, traut euch!“

Von 21. August 2019

Gesellschaft & Politik

Gebärdensprache (Illustration: Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.)

Für gehörlose und schwerhörige Menschen

Gebärdensprache ist mehr als nur eine „Kommunikationshilfe“!

Von 20. September 2019

Am häufigsten gelesen

Neueste Kommentare

Aufzug