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Rollstuhl-Sparte von Ottobock macht zweistelligen Millionen-Verlust – und streicht 40 Stellen

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Rollstuhl-Sparte von Ottobock macht zweistelligen Millionen-Verlust – und streicht 40 Stellen

Außerdem: Hilfsmittelverzeichnis wird aktualisiert +++ Ärger um WM-Poster mit Gebärdenfotos +++ „Die kleine Hexe“ in Erfurt +++ Einst in Pompeji…

Der Faltstuhl „Zenit“ gehört zu den Produkten, mit denen die Rollstuhl-Sparte von Ottobock in die Gewinnzone kommen will. (Foto: Ottobock)

Der Faltstuhl „Zenit“ gehört zu den Produkten, mit denen die Rollstuhl-Sparte von Ottobock in die Gewinnzone kommen will. (Foto: Ottobock)

Tiefer Einschnitt im thüringischen Königsee: Im Geschäftsbereich Human Mobility hat Ottobock 40 Mitarbeiter entlassen. Der Betriebsrat zeigte sich über die Entscheidung sogar erleichtert, weil zeitweise mit mehr als 100 Kündigungen gerechnet worden war. Zusätzlich zu den gekündigten Mitarbeitern verlassen bis Ende 2018 zwölf weitere Angestellte das Unternehmen durch Abfindungs- und Vorruhestandsregelungen. Die Anzahl der Belegschaft in Königsee soll von 265 auf 220 bis 210 sinken, berichtet das „Göttinger Tageblatt“. Um die zwingend erforderliche Steigerung der Rentabilität zu erreichen, wurden zudem die verlustbringenden Standorte in Schweden und den USA geschlossen. Außerdem wurde das Portfolio von 120 Produkten auf 90 gestrafft.

In den vergangenen Jahren sei die Rollstuhl-Sparte stark auf Wachstum getrimmt gewesen. Der Umsatz stieg von 60 auf mehr als 120 Millionen Euro. Dem Bereich Rollstühle und Reha-Hilfsmitteln sei es in den vergangenen zehn Jahren jedoch nicht gelungen, in die Gewinnzone zu gelangen. Im Geschäftsjahr 2017 musste die Sparte sogar „einen Verlust in zweistelliger Millionen-Höhe ausweisen“, so Christian Stenske, Chef der Business Unit Human Mobility. Von Oberboss Hans Georg Näder hat er den Auftrag bekommen, ab 2020 profitabel zu sein. (PM)

Hilfsmittelverzeichnis wird aktualisiert

Die gesetzlich vorgeschriebene Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnisses läuft offenbar nach Plan. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/1996) auf eine Kleine Anfrage (19/1667) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mitteilt, hat der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mittlerweile 16 der insgesamt 37 Produktgruppen des Verzeichnisses fortgeschrieben. Weitere sieben Produktgruppen befänden sich im Stellungnahmeverfahren. Die übrigen Produktgruppen würden im Laufe des Jahres fortgeschrieben.

Die Verpflichtung des GKV-Spitzenverbandes zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses beschränke sich nicht nur auf die Aufnahme neuer und die Streichung gelisteter Produkte, sondern auch auf die Weiterentwicklung der Systematik des Verzeichnisses und der in ihm enthaltenen Qualitätsanforderungen.

Der Spitzenverband sei in der Vergangenheit seiner Verpflichtung nicht ausreichend nachgekommen, weshalb in verschiedenen Produktgruppen die Qualitätsstandards nicht Schritt gehalten hätten mit dem medizinisch-technischen Fortschritt und den sich verändernden Ansprüchen der Versicherten.

Deshalb sei der GKV-Spitzenverband mit dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) dazu verpflichtet worden, bis Ende 2018 sämtliche Produktgruppen, die seit dem 30. Juni 2015 nicht mehr grundlegend aktualisiert wurden, systematisch zu prüfen und, falls nötig, fortzuschreiben. (hib/PK)

Ärger um WM-Poster mit Gebärdenfotos

Aus dem vorläufigen Aufgebot fehlen auf dem Poster Torwart Kevin Trapp, Verteidiger Jonathan Tah, Mittelfeldspieler Sebastian Rudy und Stürmer Nils Petersen. Die Entscheidung, welche vier Spieler aus dem bisherigen Aufgebot zu Hause bleiben müssen, wird Bundestrainer Jogi Löw allerdings erst am Montag, 4.6.2018, bekannt geben.

Aus dem vorläufigen Aufgebot fehlen auf dem Poster Torwart Kevin Trapp, Verteidiger Jonathan Tah, Mittelfeldspieler Sebastian Rudy und Stürmer Nils Petersen. Die Entscheidung, welche vier Spieler aus dem bisherigen Aufgebot zu Hause bleiben müssen, wird Bundestrainer Jogi Löw allerdings erst am Montag, 4.6.2018, bekannt geben.

Ein Poster auf der DFB-Website, auf dem nur 23 WM-Spieler abgebildet sind, hat beim deutschen Team für Ärger gesorgt. Dies sei keine Vorwegnahme der endgültigen Kader-Nominierung, versichert der Verband. Bei einer Pressekonferenz brach bei den DFB-Vertretern auf dem Podium, Manager Oliver Bierhoff und Pressesprecher Jens Grittner leichte Hektik aus, als sie auf dieses Poster angesprochen wurden.

Tatsächlich ist das Poster mit den Namensgebärden der deutschen Fußballnationalmannschaft schon vor mehreren Tagen erstellt worden. Die Schülerzeitung „Mühlezeitung“, die bereits vor vier Jahren ein solches Poster herausbrachte (ROLLINGPLANET berichtete: Bastian Schweinsteiger ist das kletternde Schwein), erklärt: „Es entstand in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der deutschen Gehörlosenfanclubs. Hier sind die Gehörlosenfanclubs der deutschen Profifußballmannschaften organisiert. Die gehörlosen Fussballfans der jeweiligen Clubs haben die entsprechenden Namensgebärden per Gebärdenvideo übermittelt. Ein Team der Mühlezeitung hat sie umgesetzt und Gebärdenfotos erstellt. Gefördert wird dieses Projekt von der Aktion Mensch, dem DFB und der Zieglerstiftung.“ Auch 2014 gab es übrigens Wirbel um das Poster der „Mühlezeitung“: Wie Schweinsteiger, das kletternde Schwein, zu einem Aktion-Mensch-Skandal gerät

„Die kleine Hexe“ – barrierefreie Filmvorführung in Erfurt

Die Kleine Hexe (Karoline Herfurth) mit Rabe Abraxas (Stimme: Axel Prahl).

Die Kleine Hexe (Karoline Herfurth) mit Rabe Abraxas (Stimme: Axel Prahl).

Das 26. Deutsche Kinder Medien Festival „Goldener Spatz“ präsentiert in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen zum ersten Mal eine inklusive Filmvorführung. Am 14. Juni 2018 wird um 11:15 Uhr im Cinestar Erfurt CineStar (Hirschlachufer 7) der Wettbewerbsbeitrag „Die kleine Hexe“ mit Audiodeskription und übersetzt in Gebärdensprache gezeigt. Die Übertragung der Audiodeskription erfolgt über die App GRETA. Dafür werden Smartphones und Kopfhörer im Kinofoyer ausgegeben.

Infos zum Film: Die kleine Hexe (Karoline Herfurth) hat ein großes Problem: Sie ist erst 127 Jahre alt und damit viel zu jung, um mit den anderen Hexen in der Walpurgisnacht zu tanzen. Deshalb schleicht sie sich heimlich auf das wichtigste aller Hexenfeste – und fliegt auf… Zur Strafe muss sie innerhalb eines Jahres alle Zaubersprüche aus dem großen magischen Buch auswendig lernen und allen zeigen, dass sie eine gute Hexe ist. Doch Fleiß und Ehrgeiz sind nicht wirklich ihre Stärken und obendrein versucht die böse Hexe Rumpumpel (Suzanne von Borsody) mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie es schafft. Zusammen mit ihrem sprechenden Raben Abraxas macht sich die kleine Hexe deshalb auf, um die wahre Bedeutung einer guten Hexe herauszufinden. Und stellt damit die gesamte Hexenwelt auf die Probe.

Seit ihrem Erscheinen vor 60 Jahren begeistert Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ Generationen von Kindern. In der ersten Realverfilmung des gleichnamigen Kinderbuchklassikers erweckt Karoline Herfurth nun eine der populärsten Literaturfiguren zu neuem Leben. Unter der Regie von Michael Schaerer spielt sie eine aufmüpfige junge Hexe, die auf der Suche nach Gut und Böse die ganze Hexenwelt auf den Kopf stellt. (RP/PM)

Einst in Pompeji…

Neu entdecktes Skelett kündet von Tragödie: Als der Vesuv zu brodeln begann, versuchte der Mann wohl noch zu fliehen. Doch wegen einer Gehbehinderung kam er nicht schnell genug weg – und wurde erschlagen. Ein aktueller archäologischer Fund erzählt, warum es schon vor 1939 Jahren keine besonders gute Idee war, behindert zu sein. Spiegel online

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Maik Tetonka Wolff

    1. Juni 2018 um 20:38

    Tja falsch gerechnet. Man kann sich nicht jeden Tag solch Hilfsmittel einkaufen. Lebensmittel braucht man täglich. Aber solch Hilfsmittel nicht, die bekommt man 1 mal und muss ne Weile halten. Im Durchschnitt 5 Jahre.

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