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Rollstuhlbasketball: RSB Thuringia Bulls sind Deutscher Meister

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Rollstuhlbasketball: RSB Thuringia Bulls sind Deutscher Meister

In zwei Playoff-Finalspielen lassen die Ostdeutschen Titelverteidiger RSV Lahn-Dill keine Chance.

Typisch für das Spiel: Aliaksandr Halouski (#14) von Thuringia Bulls stoppt einen RSV-Angriff mit Philipp Häfeli (#10). (Foto: Armin Diekmann)

Typisch für das Spiel: Aliaksandr Halouski (#14) von Thuringia Bulls stoppt einen RSV-Angriff mit Philipp Häfeli (#10). (Foto: Armin Diekmann)

Die Thuringia Bulls haben am Samstagabend im Spiel zwei der Playoff-Finalserie um die Deutsche Meisterschaft den Matchball souverän verwandelt. Das Team von Michael Engel gewann auch zu Hause in Elxleben klar mit 52:85 (6:19/22:43/36:59). Damit feiern die Ostdeutschen nach 2016 ihren zweiten Meistertitel, während sich der Titelverteidiger und Deutsche Pokalsieger aus Mittelhessen mit Rang zwei begnügen muss.

Wie im ersten Duell der „best-of-three“ Serie eine Woche zuvor in Wetzlar (die Bulls deklassierten Lahn-Dill mit 81:46), drückte der neue Titelträger der Finalbegegnung von Beginn an seinen Stempel auf und legte den Grundstein zum späteren Erfolg bereits in den Anfangsminuten. „Daran gibt es heute nichts zu rütteln, Thüringen war die klar bessere Mannschaft, sie sind verdient Deutscher Meister“, so RSV-Trainer Ralf Neumann nach der Schlusssirene vor den Toren der Landeshauptstadt Erfurt.

Halouski mit 34 Punkten

Während bei den Gastgebern vor allem Nationalspieler Aliaksandr Halouski einen Sahnetag erwischte und am Ende mit 34 Punkten dem Spiel seinen Stempel aufdrückte, suchten die Rollis aus Wetzlar von Beginn an vergeblich ihr Glück im Abschluss. Nach dem 2:2 (2.) durch Hiroaki Kozai agierte der RSV Lahn-Dill zu statisch und zeigte wenig Bewegung ohne Ball gegen die sich tief zurückziehende Bulls-Verteidigung. Gelang einmal eine schöne Kombination auf Seiten der Gäste, fand diese dann viel zu selten ihr anvisiertes Ziel in der RSB-Reuse.

So nahmen die Sorgenfalten auf der Bank der Wetzlarer von Minute zu Minute zu, mit der die Thuringia Bulls über 12:2 (6.) bis auf 19:6 (9.) davonzogen. In dieser Phase war lediglich der Japaner Kozai, der mit acht Punkten seine Farben beim 10:25 (13.) überhaupt noch im Rennen halten konnte, offensiv in Erscheinung getreten. Im Angesicht der deutlichen Führung gewann die Mannschaft von Trainer Michael Engel so zunehmend an Souveränität, während der RSV erst nach dem 16:38 (19.) in der Schlussminute der ersten Halbzeit durch zwei Dreier von Nico Dreimüller und Brian Bell wieder ein nennenswertes Lebenszeichen von sich gab.

Meisterschaft bereits in der ersten Halbzeit entschieden

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich RSV Lahn-Dill in einem anderen Licht: aggressiv und physisch, mit dem Willen, noch einmal eine Duftnote setzen zu wollen, auch wenn ein Erfolg und damit ein entscheidendes drittes Finalspiel an diesem Tag bereits weit außerhalb der sportlichen Realität und Reichweite lag. Mit Ausnahme einer kurzen Phase zu Beginn des dritten Viertels griff nun die Defensive der Neumann-Truppe, die sich von 26:51 (23.) auf 34:53 (28.) herankämpfte und bis zum 42:65 (33.) vor allem kämpferisch auf Augenhöhe operierte.

Letztlich war aber bereits zu diesem Zeitpunkt das zweite Playoff-Finale und damit das Titelrennen 2018 längst entschieden, ehe die Schlussminuten zur verdienten Feierstunde des nun zweimaligen Deutschen Meister aus Thüringen wurde. „Über die gesamte Saison gesehen waren die Bulls das dominante Team, das mit lediglich einer Liga-Niederlage in Wetzlar auch verdient Deutscher Meister geworden ist, ganz unabhängig vom heutigen Abend. Dies steht außer Frage und dazu gratulieren wir aufrichtig“, so RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck, der ergänzte: „Nun haben die Thüringer und wir je einen Titel und 13 Tage Zeit bis zum Halbfinale in der Champions League, wo wir uns im dritten Wettbewerb der Saison gegenüberstehen. Dann werden die Karten neu gemischt“.

Gemeint ist das Semifinale des Final Four in der IWBF Champions League am Freitag, den 4. Mai in der Hamburger Edeloptics-Arena, wo sich zuvor bereits Titelverteidiger Madrid und Italiens Meister Cantu gegenüberstehen, ehe einen Tag später die Finalspiele steigen.

Thüringen: Aliaksandr Halouski (34), Jakob Williams (15/1 Dreier), Vahid Gholomazad (14), Matt Scott (8/1), André Bienek (6), Raimund Beginskis (6), Jens Eike Albrecht (2), Teemu Partanen, Jitske Visser, Roman Wenzel (n.e.).

Lahn-Dill: Michael Paye (14), Brian Bell (13/1), Hiroaki Kozai (12), Thomas Böhme (8), Nico Dreimüller (3/1), Philipp Häfeli (2), Annabel Breuer, Jan Haller, Christopher Huber, Dirk Köhler, Felix Schell, Marian Kind (n.e.).

(RP/aj)

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