Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Schade: Auch Behinderte dürfen Nachbarn nicht androhen, den Kopf abzuhacken

Alltag

Schade: Auch Behinderte dürfen Nachbarn nicht androhen, den Kopf abzuhacken

„Blöde Kuh“ und „Schlampe“: Störung des Hausfriedens rechtfertigt Kündigung.

„Blöde Kuh“ und „Schlampe“: Störung des Hausfriedens rechtfertigt Kündigung.

(Foto: Marcel Wichmann/uarrr.org)

(Foto: Marcel Wichmann/uarrr.org)

Stören Mieter den Hausfrieden, müssen sie mit einer Kündigung rechnen. Das gilt auch, wenn ihnen eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie attestiert wurde und sie unter Betreuung stehen. Auch in diesem Fall müssen Nachbarn die heftigen Ausfälle des Mieters nicht hinnehmen, entschied das Amtsgericht Berlin-Wedding (Az.: 7 C 148/12), wie die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ (Heft 16/2013) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

In dem verhandelten Fall hatte ein Mann seine Nachbarn immer wieder massiv beschimpft. Kraftausdrücke wie „blöde Kuh“ und „Schlampe“ wurden von verbalen Bedrohungen wie „Köpfe abhacken“ oder „Ich schlage dich tot“ begleitet. Die Nachbarn beschwerten sich beim Vermieter, der den Mann abmahnte. Da dies ohne Wirkung blieb, kündigte der Vermieter. Der Mieter wollte das nicht hinnehmen und berief sich zu seiner Verteidigung auf ein Gutachten, das ihm eine psychische Störung attestierte.

Ohne Erfolg: Die Richter gaben der Räumungsklage statt. Die Störungen des Hausfriedens seien so nachhaltig, dass die Kündigung gerechtfertigt sei. Die Mitbewohner hätten das Verhalten des Mannes seit Jahren ertragen müssen. Die empfindlichen Einbußen an Lebensqualität sei ihnen nicht weiter zuzumuten. Dass der Mieter aufgrund seiner Krankheit schuldunfähig sei, spiele hier keine Rolle.

(dpa/tmn)

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Andrea Bröker

    1. September 2013 um 19:45

    Nun ist es wohl offiziell aus mit der behinderungsbedingten Narrenfreiheit… 🙂

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Alltag

Neueste Beiträge

Top-Themen

Am häufigsten gelesen

Das Aufreger-Thema

Neueste Kommentare

Neuestes Parkplatzschwein

Aufzug