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Schwerbehindertenausweis soll künftig Teilhabeausweis heißen

Gesellschaft & Politik

Schwerbehindertenausweis soll künftig Teilhabeausweis heißen

Dies fordert die FDP und hat einen entsprechenden Bundestagsantrag gestellt.

Der aktuelle Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat (Foto: Bezirksregierung Münster)

Der aktuelle Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat (Foto: Bezirksregierung Münster)

Die 14-jährige Hannah aus Pinneberg (Schleswig-Holstein) wollte keinen Schwerbehindertenausweis mehr. Das Mädchen mit Down-Syndrom schlug stattdessen im Herbst vergangenen Jahres einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ vor. Ihre Idee machte Furore – in mittlerweile fünf Bundesländern (Niedersachsen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hamburg und jüngst Berlin) haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, eine Ausweishülle zu beantragen, die den Schwerbehindertenausweis verdeckt und stattdessen von außen sichtbar den Namen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ zeigt. In Niedersachsen können Menschen mit Behinderung zudem zwischen einer Ausweishülle entweder mit dem Aufdruck „Schwer-In-Ordnung-Ausweis“ oder „Teilhabeausweis“ wählen.

Viel mehr als „Etikettenschwindel“ ist das freilich nicht. Das könnte sich jetzt ändern. Die FDP hat den Bundestag aufgefordert, den Schwerbehindertenausweis in Teilhabeausweis umzubenennen.

„Verändertes Selbstverständnis“

In einem entsprechenden Antrag verweist die FDP-Bundestagsfraktion auf das veränderte Selbstverständnis von Menschen mit Behinderungen und die UN-Behindertenrechtskonvention. Mit dieser habe sich ein Paradigmenwechsel weg von der Orientierung auf Defizite hin zu einer an Begabungen orientierten Personenkonzentriertheit vollzogen. Eine Gesellschaft mit Teilhabe in weitgehend barrierefreier Umwelt müsse das langfristige Ziel sein.

Mit der Änderung der Bezeichnung des Schwerbehindertenausweises in Teilhabeausweis werde die veränderte Rechtslage sprachlich umgesetzt und dem Bedürfnis vieler Betroffener Rechnung getragen, schreibt die FDP-Fraktion.

Ausführlicher Bericht: So verlief die Bundestagsdebatte über den FDP-Antrag

Dokumentation: Antrag 19/1836

(RP/hib/CHE)

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24 Kommentare

24 Kommentare

  1. Claudia Thiemann Meyer

    25. April 2018 um 20:28

    Sowas albernes, als ob das was an der Behinderung ändert…tztz

    • Ilka Bischoff

      25. April 2018 um 21:25

      Ich hab eine Spina bifida, ob ich deswegen behindert bin, hängt von andern Dingen ab.

  2. Diana Hopf

    25. April 2018 um 20:45

    ..ich find. .langsam ist s mal gut..😡..das sind „Probleme“..

  3. Carmen Weber

    25. April 2018 um 20:46

    Ich bin Schwerbehindert und nicht schwer teilhabend….!!!!

  4. Angelika von Niederhäusern-Rostin

    25. April 2018 um 20:47

    Ja, das sagt wenigstens aus, was der Ausweis tatsächlich beinhaltet.

  5. Claudia Pokorny

    25. April 2018 um 20:56

    Das ändert genauso wenig wie der Trend Inklusion, daran, daß weite Teile der Gesellschaft nach wie vor Behinderung nicht teilhaben lassen wollen.

  6. Lotti Harwardt

    25. April 2018 um 21:17

    Wenn damit auch Teilhabe in allen Bereichen gewährleistet ist,…….😂😂 Dann gerne!

  7. Wolfgang Stimmler

    25. April 2018 um 21:27

    Und unten dran auf englisch steht dann doch wiederschwer behindert. 🙂 Ist mir aber sowieso egal. Meinen unbefristeten Ausweis werde ich deshalb bestimmt nicht ändern.

  8. Helena Atram

    25. April 2018 um 21:28

    So ein Unsinn. Wenn es ein Teilhabeausweis wäre, dann bräuchte man keinen Ausweis, denn man würde ja wie der Rest der Welt „teilhaben“. Außerdem gbt es den Ausweis ja aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen. Das ist doch reine politische Augenwischerei.

  9. Elisabeth Wirthensohn

    25. April 2018 um 21:46

    Wer seit Jahrzehnten einen Schwerbehindertenausweis hat, hat sich damit identifiziert, ich finde nichts Verwerfliches an diesem Wort. Alles auf Teilhabeausweis und Hüllen umzulegen, kostet viel und produziert noch mehr Plastik.–Diese Steuergelder sind anderswo dringend notwendig.

  10. Ramona Pamela Meier

    25. April 2018 um 21:54

    Warum frühren sie nicht ganz deutschland schwer in Ordnung aussweiß ein

    • Daniel Horneber

      25. April 2018 um 23:14

      weil das nichts aussagt

  11. Barbara Maus

    25. April 2018 um 22:10

    Das klingt so, dass Teilhabe nur möglich ist mit Ausweis, so eine Art Berechtigung. Teilhabe müsste selbstverständlich sein! Von mir aus kann der Ausweis auch Beeinträchtigungsnachweis heißen. Immer diese politisch korrekten Wortklaubereien… Solange sich Barrierefreiheit und Teilhabe in Grenzen halten, weil nicht vernünftig gebaut wird und weil die Schranken in den Köpfen nicht abgebaut werden, kann das Teil noch so niedliche Namen haben, ändern wird sich dadurch nichts.

    • Brigitte Anger

      25. April 2018 um 22:58

      Jawohl Mausi! Genau so ist es! Ist hier in Österreich überhaupt nicht anders – im Gegenteil!!!!

  12. Karin Becker

    25. April 2018 um 23:40

    Teilhabeausweis? Das passt nicht zu der Wirklichkeit. Wo können wir teilhaben? Es fängt schon an, dass man keine Toilette findet, die man mit einem E-Rolli benutzen kann

    • Claudia Thiemann Meyer

      26. April 2018 um 06:57

      Das Problem hatte ich auch bevor ich mir den Euroschlüssel gekauft habe, der für alle Toiletten in der EU passt die für Schwerbehinderte ausgeschildert sind

    • Heide Frirdich

      26. April 2018 um 09:25

      Claudia Thiemann Meyer Sieht nur schlecht aus, wenn keine Toilette da ist, in deren Schloss der Euroschlüssel passt.

    • Anabela Salgado da Silva

      26. April 2018 um 10:49

      Heide Frirdich bei uns in der Stadt und in der Nachbarsstadt passt der Schlüssel in den öffentlichen Toiletten für Behinderte !!!

  13. Helgo Ollmann

    26. April 2018 um 01:06

    Es erscheint leichter, Begriffe zu ändern, als Probleme anzugehen.

    Kann funktionieren, um Mehrheiten zu bekommen.
    Lösungen finden sich so aber nicht.

  14. Andreas Finetti

    26. April 2018 um 02:00

    Wenn die AFD das vorschlagen würde, wäre dieser Schwachsinn gleich vom Tisch.

  15. Ina Degenaar

    26. April 2018 um 06:59

    Solange ich nach wie vor öffentliche Gebäude nicht problemlos betreten kann, braucht mir keiner mit so einer Augenwischerei zu kommen.

  16. Andreas Nöbel

    26. April 2018 um 07:53

    Die Politiker egal welcher Partei sie angehören, sollen endlich mal dafür sorgen dass die Wirtschaft auch Arbeitsplätze schafft für Schwerbehinderte Menschen, und vor allem Arbeit von denen diese Menschen auch Leben können bzw. Ihr Leben selbstbestimmt Leben können ( bedeutet eigene Wohnung die man auch von seinem Erwerb leisten kann). Bisher hat die Politik nur geschlafen, nichts umgesetzt und die meisten auf Hartz IV oder Sozialgeld fallen lassen. Erwerbsminderungsrente will man den Menschen nicht geben, stattdessen hat meist nur eine Antwort bekommen gehen Sie doch in eine Behindertenwerkstatt „zum Sklavenlohn“. Daran sieht man eben wie Assozial die Politik und Wirtschaft arbeitet. Sie haben es ja noch nicht mal geschafft die UN-Behindertenrechtskonvention richtig umzusetzen. Nun kommt man mit so einen Müll um die Ecke, um von den tatsächlichen Problemen abzulenken. Nicht jeder kann auf jeden Arbeitsplatz arbeiten dass ist eindeutig eine Fehlinterpretation. Für Menschen die nur leichte Arbeiten verrichten dürfen baut man diese Arbeitsplätze ab (Poststellen in den Ämtern und Behörden zum Beispiel) und eine Rentenversicherung wird nicht verpflichtet zu Begründen wo es diese Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gibt. Man bedient sich halt mit Floskeln, ist ja auch einfacher um nichts zahlen und nix machen zu müssen. Eine Ausgleichsabgabe von 320,00 Euro im Monat für jeden nicht eingestellten schwerbehinderten Menschen bis zur Quote ist halt auch kein Anreiz für die Wirtschaft solche Menschen einzustellen, lieber zahlt man die Ausgleichsabgabe. Es passt nicht nur auf die FDP sondern auch auf CDU/CSU, SPD und Grünen nur dumm zu schwätzen aber nix zu tun. Dies beweist das die Forderung zur Umbenennung in Teilhabeausweis nur Geldverschwendung oder Geldverbrennung ist ohne das die Betroffenen irgend etwas sinnvolles davon haben.

  17. Gisela Maubach

    26. April 2018 um 20:12

    Es wird immer unerträglicher, was die Politik sich so alles einfallen lässt, um schlechten Inhalten eine hübsche Fassade zu konstruieren.
    Die Bewohner von Behindertenheimen werden von den Heimträgern mittlerweile „Wohnkunden“ genannt, damit das Wort „Heim“ darin nicht mehr vorkommt. Und Windeln werden in den Behinderteneinrichtungen „Schutzhosen“ genannt.
    Und die Kostenträger schmeißen den „Geschützten“ so viele Knüppel zwischen die Beine, dass die Politiker sich schämen sollten, sowas auch noch schnönzureden!

  18. Torsten Dünhölter

    29. April 2018 um 09:26

    Was soll so was? Das ist doch wieder nur der Anfang davon, das die Wirkung des Schwerbehindertenausweises und seiner Rechte, Stück für Stück beschnitten werden kann. Ein Schwerbehinderter ist nicht ohne Grund von den entsprechenden Stellen als schwerbehindert eingestuft worden. Es heißt ja auch Grad der Behinderung und nicht Grad der Teilhabe.
    Wem da wieder der Furz durchs Gehin geschossen ist?

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