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Stau im Hirn: Deutsche Forscher finden Ursache für Parkinson

Gesundheit & Medizin

Stau im Hirn: Deutsche Forscher finden Ursache für Parkinson

Eiweiß alpha-Synuklein stört Kommunikation mit anderen Nervenzellen. Was bedeutet das für eine künftige Therapie?

Kluger Kopf: Model und Schauspielerin Franziska Knuppe engagiert sich für die Deutsche Parkinson Vereinigung. (Foto: Wiki-franzi, CC BY-SA 4.0)

Kluger Kopf: Model und Schauspielerin Franziska Knuppe engagiert sich für die Deutsche Parkinson Vereinigung. (Foto: Wiki-franzi, CC BY-SA 4.0)

Gestörte Transportwege in Nervenzellen, also Staus im Gehirn, können eine bedeutende Ursache für die Entstehung der Parkinson-Krankheit sein, wie Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg bestätigen. „Mit unseren Erkenntnissen können wir die Entstehungsmechanismen bei der Parkinson-Krankheit besser verstehen und die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien im Verlauf der Krankheit vorantreiben“, sagt Iryna Prots, Erstautorin der Studie.

Fatale Klumpenbildung

Charakteristisch für die Form einer Nervenzelle sind ihre feinen Fortsätze, die bis zu einem Meter lang werden können und Kontaktstellen zu anderen Nervenzellen bilden. Um diese wichtige Aufgabe, nämlich die Kommunikation mit anderen Nervenzellen, zu erledigen, müssen die fein verästelten Fortsätze und deren Enden, die Synapsen, aus dem Zellkörper heraus regelmäßig mit Energie versorgt werden.

Wird die Versorgung unterbrochen, gehen die Synapsen zugrunde. Es werden Verbindungen zwischen Nervenzellen gestört, was zum Absterben der Zellen führen kann. Dieser Ablauf ist typisch für die Entstehung von Parkinson. Auslöser des nun nachgewiesenen Staus ist das Eiweiß alpha-Synuklein, das auch in gesunden Nervenzellen vorkommt. In erkrankten Nervenzellen lagert sich das Protein ab, verklumpt sogar, und führt zu einem Stau, der die Energieversorgung der Zellfortsätze stört und letztendlich die Synapsen schädigt.

Erfolg durch Substanz

Diesen Mechanismus konnten die Forscher auch in Zellkulturen von Parkinson-Patienten nachweisen. Dazu wurde den Betroffenen eine Hautprobe entnommen. Diese Hautzellen wurden dann in Stammzellen umgewandelt, die zu jedem beliebigen Zelltyp weiterentwickelt werden können – in diesem Fall zu Nervenzellen. In ersten Versuchen gelang es, die Bildung von alpha-Synuklein-Klumpen zu unterdrücken. Der Transport in den Nervenzellfortsätze verbesserte sich. Allerdings ist die verwendete Substanz noch nicht klinisch zugelassen.

(pte)

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