Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Stephen Hawking (2): Ein turbulentes Privatleben mit viel Stoff für ein großes Drama

Eine(r) von uns

Stephen Hawking (2): Ein turbulentes Privatleben mit viel Stoff für ein großes Drama

Frauen, Kinder, Sex, Gewalt, Existenzangst: Teil 2 der ROLLINGPLANET-Serie zeigt das persönliche Universum des weltberühmten Physikers, der gestern 70 Jahre alt wurde.

Stephen Hawking 2008 in Cambridge

Den Anfang dieses Porträts verpast? Hier geht es zum ersten Teil: Stephen Hawking (Teil 1): Genie oder Gaukler?

Nicht nur mit den Ohren

In dem Film „Ziemlich beste Freunde“ erfahren wir, dass Querschnittgelähmte auch auf vermeintlich ungewöhnliche Art und Weise Erotik empfinden können – so wie die Hauptfigur Philippe, dessen Ohren so eine Art Feuchtgebiete sind. In Teil 1 dieser Serie hat ROLLINGPLANET, das Fachorgan für das Paarungsverhalten behinderter Menschen, bereits gemutmaßt, dass Stephen Hawking ohne seine Behinderung vermutlich Playboy statt Physiker geworden wäre. Deswegen spekulieren wir heute munter weiter: Hawking begnügt sich nicht mit Ohrensex. Jedenfalls hat er in seiner ersten Ehe drei Kinder gezeugt. Aber der Reihe nach.

Brutales Ende eines romantischen Augenblicks

An seinem 21. Geburtstag, 1963, liegt der Physikstudent Stephen Hawking mit der Frau seines Herzens verliebt auf dem Rasen. Sie betrachten – die Sterne, die Hawking so viel bedeuten. Ausgerechnet in dieser Stunde gelingt es Hawking nicht mehr, aufzustehen. Im Krankenhaus die Diagnose: Amyotrophe Lateralsklerose, ALS (siehe Folge 1).

Er kann alles. Nur nicht Frauen

Es fällt ihm leicht, das Universum zu erklären. Das weibliche Geschlecht dagegen nie. Ein Frauenversteher ist er jedenfalls nicht. „Worüber denken Sie am Tag am meisten nach?“, fragte der „New Scientist“ vor einigen Tagen den Wissenschaftler. Seine knappe Antwort: „Frauen. Sie sind ein absolutes Mysterium.“ Klingt wie ein lustiger Hawking-Scherz, aber wahrscheinlich meint er es – wie alle Männer – sehr ernst damit.

Eine Frau lässt sich nicht beirren – und dann scheiden

Stephen Hawking kann 1965 noch mit einem Krückstock laufen, als er Jane Wilder heiratet. (Foto: John Conradi)

Von 1965 bis 1990 war er mit der Sprachwissenschaftlerin Jane Wilder verheiratet. Sie ließ sich auch von Stephen Hawkings Vater nicht abschrecken. Der riet ihr von der Heirat ab: Sein Sohn hätte einfach nicht die „Fähigkeit, eine eheliche Beziehung zu erfüllen“. Stimmte nicht ganz: 1967 kam Ehepaars Hawkings erster Sohn zur Welt. 1970 folgte Tochter Lucy und 1979 Timmy.

Auch Janes Mutter hatte versucht, das vermeintliche Unglück zu verhindern. Doch Jane war zu allem entschlossen: „Ich antwortete, ich würde es vorziehen, nicht die Einzelheiten der medizinischen Prognose zu wissen. Ich habe Stephen so sehr geliebt, dass mich nichts von dem Wunsch abhalten konnte, ihn zu heiraten. Ich würde kochen, waschen, einkaufen und ein Heim für uns aufbauen.“

Doch der Zauber währte nicht ewig. Mit der Zeit fühlte sich Jane als Mensch zweiter Klasse behandelt. Sie war eine selbstbewusste, intelligente Frau, für die im konservativen Kosmos der Oxford-Wissenschaftler kein Platz war. Im Jahr 1990 trennten sich Jane und Stephen Hawking.

Jane veröffentlichte ein Buch über ihre Jahre mit dem brillanten Wissenschaftler. Bitter enttäuscht schrieb sie, ihre Rolle habe sich von der einer Ehefrau in die einer Krankenschwester gewandelt. Ihren Ex-Mann bezichtigte sie, ein Haustyrann zu sein: „Ich musste ihm sagen, dass er nicht Gott ist.“

Beide pflegen inzwischen wieder ein freundschaftliches Verhältnis.

War seine zweite Frau ein Monster?

Ehefrau Nummer zwei: Elaine Mason (Foto: Topham/PA)

Hawking wählte den vermeintlich besten, pragmatischen Weg: Seit der Trennung von Jane lebte er mit seiner Pflegerin Elaine Mason zusammen. Die Ehe dauerte elf Jahre lang, von 1995 bis 2006. Doch wie viel Liebe war im Spiel? Und wie viel Abhängigkeit und Scham eines Abhängigen, der sich nicht wehren kann?

Ein schwerer Verdacht begleitete die Beziehung: Misshandelte Elaine Mason ihren Mann? Zwei Mal erschien die Polizei und befragte die Gattin nach ihrer Rolle bei „Unfällen“, bei denen sich Hawking unter anderem die Knochen gebrochen hatte. Hawking verweigerte die Aussage, bestritt aber in der Öffentlichkeit, dass seine Frau etwas mit den Vorfällen zu tun hätte.

Hawkings Lieblingskind, Tochter Lucy, behauptete dennoch unbeirrt, dass Elaine Mason verantwortlich für mehrere Krankenhaus-Aufenthalte des Physikers verantwortlich und nur an seinem Geld interessiert gewesen sei. Ein früherer Assistent Hawkings bezeichnete Elaine Mason als „Monster“. Ein Pfleger behauptete, sie habe neu eingestellte Krankenschwester gezwungen, zuzusehen, wie sie mit Stephen Hawking Sex hatte.

Cambridges legendärer Rollstuhl-Rowdy

Nachdem Hawking 1979 den Lucasischen Lehrstuhl in Cambridge übernommen hatte, erhielt er eine Wohnung in dem Gebäude sowie Rollstuhlrampen, um sich problemlos fortbewegen zu können. Hawking setzte sich danach für andere Behinderte in Cambridge ein und wurde für sie, nicht zuletzt wegen seiner Einstellung, zum Vorbild.

Er ist der wohl bekannteste und liebenswürdigste Verkehrsrüpel der Stadt: Wegen seines rasanten Fahrstils mit dem E-Rollstuhl heißt es schmunzelnd: „Er hat immer Vorfahrt“. Das gilt nicht nur für die Straßen, sondern auch bei Veranstaltungen: Spektakulär sind seine Auftritte mit dem Rollstuhl auf dem Tanzparkett.

Der clevere Buchautor

Bücher von Stephen Hawking

„Eine kurze Geschichte der Zeit“ (1988): In dem Bestseller beschäftigt er sich mit dem Ursprung des Universums und der Rolle der Zeit. Dabei erläutert er auch viele Phänomene wie den Urknall und die Schwarzen Löcher. Am Fortsetzungsband „Die kürzeste Geschichte der Zeit“ (2005) wirkte Hawkings US-Kollege Leonard Mlodinow mit.

„Das Universum in der Nussschale“ (2001): Hawking befasst sich mit verschiedenen Theorien, die die Kräfte der Physik erklären. Der Text und viele Illustrationen zeigen, wie man sich das Weltall und seine Bausteine vorzustellen hat.

„On the Shoulders of Giants“ (2003): In einem Streifzug durch die Geschichte zeigt der Autor, wie Geistesgrößen von Nikolaus Kopernikus über Galileo Galilei bis Albert Einstein unsere Wahrnehmung der Welt seit Jahrhunderten geprägt und verändert haben.

„Der geheime Schlüssel zum Universum“ (2007): Das zusammen mit seiner Tochter Lucy verfasste Buch richtet sich an Kinder ab zehn Jahren. Es führt sie auf eine abenteuerliche Reise durch das All zu fernen Planeten.

„Die unglaubliche Reise ins Universum“ (2009): Im Fortsetzungsband der Hawkings zum „Geheimen Schlüssel“ geht es erneut um eine packende Raumfahrt, um Außerirdische und eine spannende Schatzsuche. Viele Bilder machen das Buch anschaulich.

„Der Große Entwurf“ (2010): Hawking und sein Kollege Mlodinow sind der Ansicht, dass Gott bei der Entstehung der Welt nicht beteiligt war. Sie habe sich nach den Gesetzen der Physik selbst erschaffen.

Quelle: welt.de

Mit Tochter Lucy, 2006 (Foto: Malcolm Watson)

Hawking schrieb mehrere populärwissenschaftliche Bestseller, die ihn zum Popstar unter den Wissenschaftlern machten. Vor allem sein 1988 erschienenes Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ über die Entstehung des Universums, die Quantenmechanik und Schwarze Löcher wurde ein internationaler Hit. Allein in den ersten drei Jahren wurden davon mehr als 8 Millionen Exemplare verkauft.
Nicht nur wissenschaftlicher Mitteilungsdrang führte dazu, dass Stephen Hawking Buchautor wurde – sondern pure Existenzangst. Aus Sorge, die Schulausbildung seiner Kinder nicht finanzieren zu können, hatte Hawking beschlossen, ein Buch zu schreiben.

Eine wissenschaftliche Abhandlung, die reich macht? Das war verwegen – schreckte aber Stephen Hawking nicht ab. Von den Lektoren ließ er sich genau erklären, wie er vorgehen musste: „Man hat mir gesagt, dass jede Gleichung in dem Buch die Verkaufszahlen halbiert“. So entstand „Eine kurze Geschichte der Zeit“ ohne komplizierte mathematische Formen – ein triumphaler Erfolg.

ROLLINGPLANET teilt zwar nicht den häufig zu lesenden Hinweis, dass auch Zwölfjährige nach der Lektüre dieses Buches die Astrophysik in ihrem ganzen Ausmaß begreifen werden. Wir gestehen – trotz Hawkings rührendem Versuch, es auch uns klar zu machen – dass wir NICHT alles verstanden haben. Deswegen verraten wir freimütig: Nicht die astrophysikalische Theorie hat uns am meisten fasziniert, sondern die in Aussicht gestellte Zeitmaschine, mit der man eines Tages rückwärts in unsere Vergangenheit fahren kann.

Leider hat sich dieses Versprechen später als nicht ganz haltbar erwiesen. Ist Stephan Hawking also doch ein Gaukler?

Teil 1: Stephen Hawking: Genie oder Gaukler?

Wir danken den Fotografen für den kostenlosen Abdruck ihrer Bilder. – Großes Foto: Wikipedia/Doug Wheller Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Videos

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Siegfried Marquardt

    11. Mai 2018 um 14:36

    Rezension zum Buch: Eine kurze Geschichte der Zeit, von Stephen Hawking, Rowohlt-Verlag, April 2018, 19. Auflage

    Es sollen nachfolgend nur die Analyseergebnisse der Schrift von Stephen Hawking „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von 4 Seiten des insgesamt 272 Seiten umfassenden Buches als Rezension zur Darstellung gelangen, wo bereits auf diesen vier Seiten (Seite 143 bis 146) gravierende logische Fehler und Fehler in mathematisch-physikalischer Hinsicht zu konstatieren waren. Eine Gesamtanalyse hätte wohl eine Neudeskription des Gesamtwerkes erforderlich gemacht! In der Mitte der Seite 143 ist zu lesen: „Teilchen mit negativer Energie, die in das Schwarze Loch hineinströmten, würden die positive Energie der abgegebenen Strahlung aufwiegen“. Dazu ist zu konstatieren, dass keine negative Energie im physikalischen Sinne existiert! Und weiter auf der besagten Seite: „Nach der Gleichung E=m*c² (wobei E die Energie, m die Masse und c die Lichtgeschwindigkeit darstellen) ist die Masse der Energie proportional“. So weit, so richtig! Dann folgt aber ein logischer Fehlschluss! „Fließt negative Energie ins Schwarze Loch, verringert sich infolgedessen seine Masse“. Diese Aussage widerspricht eindeutig der Formel E=m*c²! Denn: Die Energie ist der Masse proportional! Auch ist die Aussage falsch,“ ….,je geringer die Masse des Schwarzen Loches, desto höher die Temperatur“ . Denn es gilt Gleichsetzung von Wkin=m*c²=T*K und Umstellung nach T: T (Temperatur) = m(Masse)*c²(Quadrat der Lichtgeschwindigkeit/k(Bolzmannkonstante). Mit anderen Worten: Die Temperatur T ist proportional der Masse M (kurz: T~ m). Es gilt also: Je höher die Masse, umso höher die Temperatur! Auf Seite 145 oben (sechste und siebte Zeile schreibt Hawking: „….- sie wären weißglühend und strahlten Energie in der Größenordnung von ungefähr zehntausend Megawatt (MW) ab.“ Hier verwechselt der Autor offensichtlich eklatant und ganz elementar die Maßeinheit der Energie E (in MWh gemessen) mit der Maßeinheit der Leistung P (in MW). Dies lässt ganz tief blicken! Und weiter schreibt Hawking auf der besagten Seite: „…..: Das Schwarze Loch hätte die Masse eines Berges (inexakter geht es wohl nicht!), zusammengedrängt auf weniger als ein Millionstel eines millionste Kubikzentimeter – die Größe eines Atomkerns“. Einmal davon abgesehen, dass „ein Millionstel eines millionste Kubikzentimeter“ eine unwissenschaftliche Deskription darstellt (V= 10^-12 cm³=10^-15 m³), beträgt der Radius eines Wasserstoffatoms nicht rH= 0,6 *10^-7 m, sondern rH= 10^-10 m und das Volumen umfasst nicht V=10^-15 m³, sondern ca. VH=4*10^-30 m. Und auf Seite 145 ganz unten steht dann noch zu lesen: „Tatsächlich beobachten wir eine Gammahintergrundstrahlung: Abbildung 25 zeigt, wie sich die beobachtete Intensität mit verschiedenen Frequenzen (der Wellenanzahl pro s) verändert“. Auf Seite 146 wird mit der Abbildung 25 dann aber der Zusammenhang der Anzahl von emittierten Photonen (von 0,01 bis 1000) und deren Energie (0,1 bis 1000 MeV) bei der Bildung von Schwarzen Löchern zur Darstellung gebracht. Von Frequenzen ist hier keine Rede mehr! Anderseits: Die Abbildung ist rein mathematisch-formal betrachtet fundamental falsch! Denn es wird einem hier eine lineare Funktion vom Typ ca. y= -1,5 x+1000 vorgegaukelt. Eine mathematische Analyse ergab aber, dass es sich hierbei in jedem Falle um eine nichtlineare Funktion handeln muss, wobei hierfür in erster Näherung eine Logarithmusfunktion vom Typ y=-91 ln (x)+430 in Frage kommen könnte. Eine e-Funktion (y=25*e^-0,08x) und eine Potenzfunktion (y=79 x^-1,3) könnten den Zusammenhang ebenfalls sehr gut abbilden bzw. beschreiben. Im Übrigen gibt es keine 0,01 bzw. 0,1 Photonen!!! Wählt man eine logarithmische Transformationsskala, dann ergibt sich tatsächlich eine lineare Funktion vom Typ y=-1,3x+1,9 (z.B. beträgt der Logarithmus von 1000: log 1000 =3 und von 100: log 100=2 u.s.w.). Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Eine(r) von uns

Neueste Beiträge

Top-Themen

Am häufigsten gelesen

Das Aufreger-Thema

Neueste Kommentare

Neuestes Parkplatzschwein

Falsche Behindertenparkplatzfreunde

Falschparker/in: MTK-RF299

Von 9. August 2018
Aufzug