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„Stop Bombing Civilians“: Tatort Syrien

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„Stop Bombing Civilians“: Tatort Syrien

Auf Einladung von Handicap International ist Schauspielerin Ulrike Folkerts in Jordanien. In einem Appell ruft sie zu Hilfsbereitschaft statt Rechtsruck auf. Von Nehal el-Sherif

Ulrike Folkerts spielt während ihres Besuchs eines Rehabilitationszentrums in Zarqa mit einem Mädchen. (Foto: Ahmad Abdo/dpa)

Ulrike Folkerts spielt während ihres Besuchs eines Rehabilitationszentrums in Zarqa mit einem Mädchen. (Foto: Ahmad Abdo/dpa)

Dem kleinen Walid ist der ganze Rummel nicht geheuer, als der Gast aus Deutschland zu ihm kommt. Der Sechsjährige ist zu schüchtern, um Ulrike Folkerts auch nur die Hand zu geben. Die Schauspielerin lässt bei ihrem Besuch in Jordanien schnell von dem syrischen Kind ab. Schließlich hat der Flüchtling mit der angeborenen Hörbehinderung schon genug erlebt.

Folkerts, bekannt als „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal, ist ins Hilfszentrum nahe der jordanischen Hauptstadt Amman gereist, um auf die Opfer von Kriegen aufmerksam zu machen. Eingeladen wurde die 57-Jährige von der Hilfsorganisation Handicap International (siehe Info-Box)., um für die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ („Stoppt das Bombardement auf Zivilisten“) zu mobilisieren.

Zivilisten besonders gefährdet

Folkerts trifft den kriegsversehrten Syrer Abdul Karim al-Dschabur. Er nimmt seine Prothese vor ihren Augen ab und erzählt, wie er auf der Flucht aus Syrien Wochen warten musste, bis sein Bein in Jordanien schließlich amputiert wurde. Doch der Mann aus Homs in Zentralsyrien verlor nicht nur seine Gliedmaße, sondern auch zwei Söhne.

Es sind Menschen wie Al-Dschabur, zu deren Schutz Handicap International beitragen möchte. Die NGO unterstützt Menschen mit besonderem Schutzbedürfnis, vor allem Personen mit Behinderungen. „Wir wollen Staaten dazu bringen, ihre Kriegsführung zu ändern“, sagt Eva Maria Fischer, die bei der Organisation für Entwicklungs- und Bildungsprogramme zuständig ist.

Durch Bomben oder Granaten seien Zivilisten immer besonders gefährdet, sagt Fischer. Zudem könnten Blindgänger auch noch Jahre später hochgehen und Zivilisten gefährden. In dem Hilfszentrum bei Amman werden dabei nicht nur Syrer, sondern auch Jordanier, Palästinenser oder Iraker – die teils Traumatisches erlebt haben – physiotherapeutisch und psychologisch betreut.

Appell für Willkommenskultur

Angesichts der anhaltenden Eskalation vor allem in Syrien verbindet Folkerts ihren Besuch auch mit einem Appell für eine anhaltende Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen. Trotz Rechtsrucks in Deutschland und Ablehnung gegenüber Ausländern in Teilen der Bevölkerung ist sie sicher: „Die meisten Leute wollen helfen.“

Deutschland sei ein reiches Land und in der Lage, andere Menschen zu unterstützen, sagt Folkerts. „Es ist ziemlich einfach, zu helfen: Sag einfach ,Hallo‘ und ,Ja, du bist willkommen‘“.

Die Welt ändern könne sie allein zwar nicht, aber nichts zu tun sei nun mal auch keine Lösung: „Der Krieg (in Syrien) ist nicht vorbei, Menschen fliehen.“ Auch wenn sie nur einen kleinen Beitrag leiste, sei es wichtig, etwas zu tun. Und genau damit hätten die Helfer in dem Zentrum in Jordanien angefangen.

(RP/dpa)

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Handicap International ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die bei Armut und sozialer Ausgrenzung, bei Konflikten und Katastrophen interveniert. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen, damit ihre grundlegenden Bedürfnisse gedeckt werden, sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre Grundrechte besser respektiert werden. Insgesamt ist die Organisation in ca. 60 Ländern aktiv. Handicap International ist eines der sechs Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat, und aktives Mitglied der internationalen Koalition gegen Streubomben.

Webseite: Handicap International