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Streubomben: 99 Prozent der Opfer sind Zivilisten

Ausland

Streubomben: 99 Prozent der Opfer sind Zivilisten

Der Einsatz ist völkerrechtlich verboten, trotzdem werden diese Waffen immer noch eingesetzt – mit verheerender Wirkung.

Ein Drittel der im Jahr 2017 registrierten Unfälle mit Blindgängern ereignete sich in Laos (hier zu sehen: Muang Xay, Foto: Wikipedia/Luisah, Gemeinfrei)

Ein Drittel der im Jahr 2017 registrierten Unfälle mit Blindgängern ereignete sich in Laos (hier zu sehen: Muang Xay, Foto: Wikipedia/Luisah, Gemeinfrei)

Konferenz in Genf gegen Streubomben
Vom 03. – 05. September 2018 findet in Genf die jährliche Konferenz der Unterzeichnerstaaten des Oslo-Vertrages statt. Ziel ist es, die Umsetzung der Verpflichtungen zu überprüfen.

Der in Genf veröffentlichte Streubombenmonitor 2018 verzeichnet für das Jahr 2017 neue Angriffe mit Streumunition. Mindestens 289 Menschen in insgesamt acht Ländern und zwei Regionen wurden durch diese Waffen getötet oder verletzt. Zwar ist diese Zahl niedriger als im Jahr 2016, bleibt aber dennoch inakzeptabel. 99 Prozent der Opfer waren Zivilisten. Die meisten Toten und Verletzten gab es in Syrien und Jemen. Der Einsatz von Streubomben ist völkerrechtlich verboten. Bisher haben 120 Staaten den sogenannten Oslo-Verbotsvertrag unterzeichnet. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) fordert alle Länder, die weiterhin Streubomben einsetzen, dringend auf, den Einsatz dieser Waffen endgültig zu beenden.

Der Streubombenmonitor, den die Internationale Koalition gegen Streubomben CMC jährlich vorstellt, überprüft die Umsetzung des Oslo-Vertrages, der den Einsatz, die Herstellung, den Transfer und die Lagerung von Streubomben verbietet. Der aktuelle Bericht bezieht sich auf den Zeitraum von Januar bis Dezember 2017 und umfasst – bei verfügbaren Informationen – auch das Jahr 2018 (bis August). Streubomben verteilen kleine Bomben, sogenannte „Submunitionen“, über weite Flächen. Sie können dabei nicht zwischen militärischen Zielen und der zivilen Bevölkerung unterscheiden. Sie töten und verstümmeln wahllos. Bis zu 40 Prozent dieser Submunitionen explodieren nicht beim Aufprall. Dies gefährdet das Leben der Zivilbevölkerung, manchmal noch Jahrzehnte nach Beendigung eines Konflikts, und behindert das wirtschaftliche und soziale Leben.

Streubombenmonitor 2018

Der Monitor verzeichnet insgesamt 289 neue Opfer, die entweder durch den direkten Einsatz von Streubomben oder durch ihre Blindgänger getötet wurden. 99 Prozent der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Diese Zahl ist zwar deutlich niedriger als 2016 (971 Todesopfer), gibt aber nach wie vor Anlass zur Sorge. Zum einen wird die Zahl der Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschätzt. Zum anderen folgt dieser Rückgang auf viele Jahre, die von besonders hohen Opferzahlen durch Streumunition gekennzeichnet waren. Die meisten Opfer stammen aus Syrien und Jemen. Zwar hat auch hier die Zahl der Streubombeneinsätze abgenommen. Doch allein in diesen beiden Ländern gab es noch zahlreiche Einsätze dieser Waffen.

Tödliche Gefahr durch Blindgänger

Da beim Einsatz von Streubomben bis zu 40 Prozent der abgefeuerten Waffen nicht explodieren, bleiben auch lange nach einem Krieg zahlreiche Blindgänger zurück, die für die Bevölkerung eine genauso große Bedrohung darstellen wie Anti-Personen-Minen. 2017 wurden in acht Ländern und zwei Regionen Opfer solcher nicht explodierter Streumunitionsreste registriert: Kambodscha, Irak, Laos, Libanon, Serbien, Syrien, Vietnam und Jemen sowie Berg-Karabach und Westsahara. Ein Drittel der im Jahr 2017 registrierten Unfälle mit Blindgängern ereignete sich in Laos (32 Todesopfer) – dem Land, das weltweit am stärksten durch zurückgebliebene Submunition verseucht ist.

62 Prozent der Opfer von Streumunitionsresten sind Kinder. So wie beispielsweise ein 10-jähriges Mädchen im Norden von Laos. Es fand eine sogenannte „bombie“, also eine Submunition, die wie ein Spielzeug aussah. Das Mädchen nahm diese mit nach Hause, wo sie explodierte. Die 10-Jährige starb, elf weitere Menschen wurden verletzt, darunter viele Kinder.

Unter folgendem Link finden Sie eine deutschsprachige Zusammenfassung der wichtigsten Fakten über Streubomben: http://bit.ly/streubomben-monitor18

(RP/PM)

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