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TV für Alle – und ein Tipp für alle, die den Fußballkommentator nicht mögen

Alltag

TV für Alle – und ein Tipp für alle, die den Fußballkommentator nicht mögen

Der elektronische Programmführer soll es seh- und hörbehinderten Menschen einfacher machen, barrierefreie Fernseh-Angebote zu finden.

Sie stellten „TV für Alle“ auf den Medientagen 2018 in München vor (v.l.n.r.): Raul Krauthausen (Sozialhelden e.V.), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Cornelia Holsten (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten DLM), Dr. Harald Flemming (VAUNET), Jürgen Kleinknecht (neue Medien // ZDF) und Niels Rasmussen (NDR). (Foto: Sozialhelden)

Sie stellten „TV für Alle“ auf den Medientagen 2018 in München vor (v.l.n.r.): Raul Krauthausen (Sozialhelden e.V.), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Cornelia Holsten (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten DLM), Dr. Harald Flemming (VAUNET), Jürgen Kleinknecht (neue Medien // ZDF) und Niels Rasmussen (NDR). (Foto: Sozialhelden)

Der gemeinnützige Berliner Verein Sozialhelden startet in Kooperation mit den Medienanstalten, ARD, ZDF und dem VAUNET das Inklusionsprojekt „TV für Alle“. Die neue Website TVfürAlle.de zeigt im elektronischen Programmführer eine Übersicht der barrierefreien TV-Angebote in Deutschland. „TV für Alle“ erleichtert so das Suchen und Finden von TV-Sendungen mit Untertiteln und Audiodeskription. In einem weiteren Ausbauschritt soll zu online verfügbaren TV-Angeboten in Deutscher Gebärdensprache verlinkt werden.

Menschen mit Behinderungen nutzen laut Studie überwiegend das Fernsehen als Mittel der Teilhabe

Menschen mit Behinderungen nutzen für ihre mediale Information und Unterhaltung überwiegend das Fernsehen: Laut einer Studie zum Mediennutzungsverhalten von Menschen mit Behinderungen im Auftrag der Medienanstalten und der Aktion Mensch ist das Fernsehen deren Hauptmedium für die gesellschaftliche Teilhabe. Neben Informationen und Nachrichten werden auch Unterhaltungs- und Service-Sendungen gerne angeschaut, um „mitreden“ und teilhaben zu können.

Bereits heute sind zahlreiche Sendungen des deutschen Fernsehens in barrierefreier Fassung verfügbar. Mit der neuen digitalen und barrierefreien Programmzeitschrift „TV für Alle“ können die Nutzerinnen und Nutzer die Senderübersicht nach barrierefreien TV-Angeboten für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen filtern.

„Aktuelle Fernsehzeitschriften haben zwar oft einen kleinen Hinweis, ob es zu der Sendung Untertitel oder Audiodeskriptionen gibt, aber eine kompakte und filterbare Abbildung zu diesen Angeboten bestand bisher leider nicht“,

erklärt Sozialhelden-Vorstand und „TV für Alle“-Projektleiter Raul Krauthausen.

Unterstützt von den Medienanstalten

„Oft werden Inhalte in Gebärdensprache erst nach Ausstrahlung im Fernsehen in einer Gebärdensprachfassung in die Mediatheken der Sender eingestellt. Eine entsprechende Verlinkung auf diese Inhalte wollen wir in einer weiteren Ausbaustufe von ,TV für Alle’ vornehmen”, erklärt Krauthausen. Besonders stolz ist der Inklusions-Aktivist darauf, dass das Projekt unter der Moderation der Medienanstalten sowohl vom öffentlich-rechtlichen als auch privatem Rundfunk sowie den Medienanstalten unterstützt wird.

Neben dem Service für Menschen mit Behinderungen kann die digitale Programmauskunft „TV für Alle“ auch ohne Filter genutzt werden und eine Übersicht für jede Zuschauerin und jeden Zuschauer geben. Krauthausen hat auch noch einen Tipp parat: „Wem zum Beispiel die Fußballkommentatoren nicht so gefallen, der kann gerne mal auf den Audiodeskriptions-Kanal wechseln und sich somit auch ein Fußballspiel nebenbei angucken oder besser gesagt: hören. Denn diese zusätzlichen Services kommen letztlich allen Menschen zugute.“

Das Projekt „TV für Alle“ wird technisch von der Agentur Henkelhiedl mit der Datenbereitstellung durch Media-Press realisiert. Die Seite ist für Smartphones optimiert, so dass nicht extra eine App installiert werden muss.

(RP/PM)

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