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TV-Tipp: „Anton und ich“

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TV-Tipp: „Anton und ich“

Deutschlands vielleicht bester Dokumentarfilmer begleitete einen Bauern, der trotz hohen Alters und Behinderung seinen Hof alleine bewirtschaftet.

Noch immer lacht Anton, wenn er trotz Krücken auf seinem Hof wieder eine Arbeit geschafft hat.  (Foto: ZDF/Hans-Dieter Grabe)

Noch immer lacht Anton, wenn er trotz Krücken auf seinem Hof wieder eine Arbeit geschafft hat. (Foto: ZDF/Hans-Dieter Grabe)

Über sieben Jahre lang hatte ZDF-Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe regelmäßig seine Kamera dabei, wenn er den Bauern und Pensionswirt Anton im Berchtesgadener Land besuchte. Die filmische Langzeitbeobachtung ist am Mittwoch, 13. Dezember 2017, 1.00 Uhr, unter dem Titel „Anton und ich“ im ZDF zu sehen. ZDFinfo sendet den 60-minütigen Dokumentarfilm am Sonntag, 24. Dezember 2017, 9.00 Uhr. Der Betrag steht außerdem ab 13. Dezember 2017 in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Anton bewirtschaftet seinen alten Bauernhof ganz allein, trotz seines hohen Alters und schwerer Behinderung. Infolge schlecht verheilter Knochenbrüche kann sich der 76-Jährige kaum noch bewegen. Um jeden Preis aber will er am archaischen Leben auf dem Hof mit seinen Kühen festhalten – und bekommt schließlich Hilfe von unerwarteter Seite.

Seit mehr als 50 Jahren verbringt der Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe Urlaube und freie Tage auf diesem Bauernhof. Seit 2009 dokumentiert er, wie Anton die Arbeit immer schwerer fällt und wie der Landwirt auf Krücken darum kämpft, auf seinem Hof und bei seinen Tieren bleiben zu können. Hilfe anzunehmen, fällt ihm dabei schwer – irgendwann liefert er keine Milch mehr an die Molkerei, der Stall genügt nicht mehr den Hygienevorschriften. Doch der alte Bauer gibt nicht auf. Der Film zeigt, wie Antons Schritte immer kürzer und seine Bewegungen immer langsamer werden.

Der genaue Blick

„Das Ende meines Films“, so Hans-Dieter Grabe, „konnte ich mir nicht anders vorstellen als so: Anton wird aus dem Haus getragen. Unverzüglich beginnen Abrissarbeiten und Umbauten. Umso überraschter und erfreuter bin ich, dass unser Film dank Antons Durchhaltewillen mit ganz anderen Bildern endet.“

Der 80-jährige Hans-Dieter Grabe arbeitete von 1962 bis 2002 als Redakteur, Autor und Regisseur für das ZDF. Seine langen Dokumentarfilme sind vielfach ausgezeichnet worden. Er porträtierte Menschen, die Auschwitz überlebten und andere, die Auschwitz möglich machten. Den vietnamesischen Jungen Do Sanh, im Vietnamkrieg schwer verletzt, besuchte er fast dreißig Jahre lang immer wieder mit der Kamera und beschrieb, wie lange Bomben wirken können. „Der genaue Blick“ wurde Grabes filmischem Schaffen attestiert, das in mehr als 60 Werken eine eigene Handschrift zwischen Journalismus und Dokumentarfilm hervorbrachte.

(PM)

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