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Vier Unternehmen erhalten Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018

Bildung & Berufsleben

Vier Unternehmen erhalten Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018

Was Siemens, Westnetz, Fachhändler Schmaus und die IT-Firma JP-ProteQ besonders gut machen.

Festredner Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales (Foto: zeichensetzen/Franquesa)

Festredner Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales (Foto: zeichensetzen/Franquesa)

Inklusion schafft Mehrwert für Unternehmen. Dafür wirbt der Inklusionspreis für die Wirtschaft, der in Berlin zum sechsten Mal verliehen wurde. Ausgezeichnet wurden die IT-Firma JP-ProteQ, der Fachhändler Schmaus, der Energieversorger Westnetz und der Elektrokonzern Siemens.

„Wir wollen vorbildliches unternehmerisches Handeln auszeichnen, das die Potenziale von Menschen mit Behinderungen sichtbar macht“, erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer für den Initiatorenkreis, zu dem neben der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Bundesagentur für Arbeit, die Charta der Vielfalt und das UnternehmensForum gehören.

In Anwesenheit von Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales und Schirmherr des Preises, wurden die vier Unternehmen ausgezeichnet. In seiner Grußrede würdigte Hubertus Heil das Engagement und die Vorbildfunktion der Preisträger: „Unser gemeinsamer Ehrgeiz muss es sein, dass es selbstverständlich wird, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Ich freue mich, dass die Preisträger mit gutem Beispiel vorangehen. Sie zeigen, dass Unternehmen auch vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels gut beraten sind, die Potenziale aller Menschen in den Blick zu nehmen – ob mit oder ohne Behinderung.“

Und so begründete die Jury ihre Entscheidungen:

Siemens: Recruiting einfach machen

Siemens (Foto: Kathrin Harms)

Siemens (Foto: Kathrin Harms)

In der Kategorie „Konzern“ wurde das Industrieunternehmen Siemens ausgezeichnet: Das Unternehmen legt einen beispielhaften Schwerpunkt auf das Recruiting von Menschen mit Behinderungen. Es hat dafür eine spezielle Landingpage für Bewerbende mit Handicap geschaffen sowie sein Azubi-Auswahlverfahren den Bedürfnissen von Jugendlichen mit Schwerbehinderungen angepasst. Um Inklusion nachhaltig zu verankern, führt der Konzern zudem Schulungen für Führungskräfte durch und Aktionen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Auch Barrierefreiheit ist fest verankert – als verbindlicher Prüfpunkt bei allen Bauangelegenheiten und IT-Systemen.

Westnetz: Konsequent inklusive Ausbildung fördern

Westnetz (Foto: Kathrin Harms)

Westnetz (Foto: Kathrin Harms)

Westnetz aus Nordrhein-Westfalen ist Preisträger der Kategorie „Großes Unternehmen“. Der Energienetzbetreiber überzeugte die Jury mit seinem umfassenden strategischen Ansatz, junge Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dafür hat das Unternehmen eigens individuelle Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche geschaffen und zusätzlich einen Ausbilder mit reha-pädagogischer Zusatzausbildung eingestellt. Zudem hat Westnetz eine spezielle Einstiegsmaßnahme eingeführt, um auch lernbehinderten Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Berufsfeld vertraut zu machen.

Schmaus: Digitalisierung für mehr Inklusion nutzen

Firma Schmaus (Foto: Kathrin Harms)

Firma Schmaus (Foto: Kathrin Harms)

In der Kategorie „Kleines Unternehmen“ überzeugte der Büroartikelhersteller Schmaus aus Sachsen mit einer Beschäftigungsquote von 27 % – jeder dritte Beschäftigte ist hier behindert. Das familiengeführte Fachhandelsunternehmen zeigt mit der innovativen Entwicklung einer Datenbrille, dass die Digitalisierung große Chancen für Menschen mit Behinderungen bietet – und gleichzeitig Prozesse optimiert. Im Bereich der Lagerlogistik beschäftigt Schmaus heute mehrere Menschen mit Hörbehinderung. Die guten Erfahrungen haben bei Schmaus dazu geführt, Inklusion als wesentliches Instrument der Fachkräftesicherung zu nutzen.

JP-ProteQ: Inklusion in Start-ups nutzen

JP-ProteQ (Foto: Kathrin Harms)

JP-ProteQ (Foto: Kathrin Harms)

Das Berliner Start-up-Unternehmen JP-ProteQ gewann den Preis in der Kategorie „Nicht-beschäftigungspflichtes Unternehmen“. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten haben eine Behinderung. Der Inhaber sorgt mit Maßnahmen wie Rückzugsräumen und flexibel Arbeitszeiten dafür, dass seine Mitarbeiter ihre Leistungen im Bereich Softwareentwicklung gut einbringen können. Sein Betrieb zeigt, dass Inklusion auch Innovation ermöglicht.

(RP/PM)

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