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Warum Stephen Hawking für Menschen mit Behinderung ein Wegbereiter war

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Warum Stephen Hawking für Menschen mit Behinderung ein Wegbereiter war

Lucy Hawking spricht über ihren verstorbenen Vater: „Er war ein Vorbild.“

Stephen Hawking und Lucy Hawking 2008 bei der 50-Jahres-Feier der NASA (Foto: NASA/Paul Alers).

Stephen Hawking und Lucy Hawking 2008 bei der 50-Jahres-Feier der NASA (Foto: NASA/Paul Alers).

Am 14. März starb der Wissenschaftler Stephen Hawking, nun erscheint sein letztes Buch: „Kurze Antworten auf große Fragen“ (ROLLINGPLANET berichtete). Es liest sich wie seine Hinterlassenschaft an die Menschheit, fast wie ein Testament.

Wie lebt es sich als Tochter eines weltberühmten Physik-Genies? Lucy Hawking, 47, Journalistin und Autorin, spricht im aktuellen „stern“ über ihren Vater. Dieser sei ein durch und durch optimistischer Mann gewesen, sagt Lucy Hawking:

„Er glaubte aus tiefer Überzeugung an den Menschen und an den Einfallsreichtum der Menschheit. Seine große Hoffnung lag in der Jugend. Unsere Kinder, das war seine Meinung, werden die Lösungen für die Dinge finden, an denen wir heute noch scheitern.“

Mit viel Humor

Stephen Hawking habe außerdem einen großen Sinn für Humor gehabt. An ihre Kindheit erinnert sich Lucy Hawking gern zurück: „Bei uns ging es zu wie im Taubenschlag. Wir hatten unglaublich viele interessante Gäste. Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller. Ständig wurde Essen auf den Tisch gewuchtet. Ständig wurde diskutiert. Wir sprachen wirklich über alles: unsere Sorgen, Hausaufgaben, Politik, existenzielle Fragen, Kunst und Musik und natürlich Wissenschaft. Es war intellektuell funkelnd.“

Ihr Vater habe auch viel dazu beigetragen, die Wahrnehmung von Behinderten zu verändern. Stephen Hawking saß aufgrund der Nervenerkrankung ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, siehe ROLLINGPLANET Info-Box) seit 1968 im Rollstuhl, seit 1985 konnte er nur noch über einen Sprachcomputer kommunizieren. Seine Tochter sagt: „Er war ein Wegbereiter. Er setzte sich für behindertengerechte Architektur ein, Bürgersteige, Fahrstühle. Vor allem aber dafür, dass behinderte Menschen heute erfolgreich im Beruf sein und ein erfülltes Leben führen können. Er war ein Vorbild.“

(RP/PM)

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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

führt zu zerstörten Nerven und fortschreitender Muskellähmung. Die Betroffenen können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen. Sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen, bleiben in der Regel aber geistig fit. Die Krankheit tritt häufig um das 50. Lebensjahr auf, etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Nur in Ausnahmefällen leben sie länger als ein Jahrzehnt mit der unheilbaren Krankheit. Die Todesursache ist meist Atemlähmung.

In Deutschland gibt es nach Informationen der ALS-Hilfe etwa 8000 ALS-Patienten, rund 2000 Patienten sterben im Jahr. 2014 rückte die Krankheit ins Bewusstsein vieler Menschen: Zahlreiche Prominente schütteten sich bei der „Ice Bucket Challenge“ einen Eimer Eiswasser über den Kopf, um zum Spendensammeln im Kampf gegen ALS aufzurufen.

Berichte zu diesem Thema auf ROLLINGPLANET: Amyotrophe Lateralsklerose