Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Was sich eine Rollstuhlfahrerin anhören muss: „Guck mal! Titten auf Rädern!“

Das ROLLINGPLANET-Tagebuch

Was sich eine Rollstuhlfahrerin anhören muss: „Guck mal! Titten auf Rädern!“

Außerdem: Tag der offenen Tür des BMAS +++ Joaquin Phoenix im Rollstuhl +++ Barrierefreiheit in Fernbussen +++ Antidiskriminierungsstelle des Bundes +++ Tischtennis: Deutschland-Pokal-Turnier in Hennef +++

Laura Gehlhaar (Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de)

Laura Gehlhaar (Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de)

Laura Gehlhaar lebt in Berlin. Sie ist Autorin, Sozialpädagogin und Coachin. Außerdem sitzt sie aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl. „Ich erlebe verbale und körperliche Belästigung oder ich werde bedrängt“, erzählt die 35-Jährige. Männer rufen ihr Obszönitäten auf der Straße nach, die klar auf ihre Behinderung abzielen: „Dann höre ich Dinge wie: ‚Guck mal, Titten auf Rädern!’“Für Laura hat es den Anschein, dass Männer sie für leichte Beute halten würden. Oder dass sie glaubten, sie würden ihr sogar einen Gefallen tun, wenn sie sie anmachten oder sogar begrabschten. ze.tt

Tag der offenen Tür des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Am kommenden Wochenende (25. August bis 26. August 2018) findet der Tag der offenen Tür der Bundesregierung statt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beteiligt sich mit einem Straßenfest für Bürgerinnen und Bürger auf dem Zietenplatz in Berlin Mitte. Auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, und sein Team werden mit einem Informationsstand vertreten sein. Interessierte können sich dort zur Arbeit des Beauftragten informieren. Außerdem gibt es am Stand vielfältige Informationen und Aktionen zum Thema Menschen mit Behinderungen.

Besucher haben außerdem die Gelegenheit, Jürgen Dusel bei „zu Gast bei…“ zu treffen und bei einer Hausführung einen Blick in sein Büro zu werfen. Auch die Ausstellung des Künstlers Adi Hoesle „Ich male, also bin ich“ wird geöffnet sein, so dass Interessierte sie im Rahmen der Hausführungen sehen können. Hoesle wird persönlich anwesend sein. Auch die Living Sculpture Performance „I’m still present“ von Angela Jansen findet an beiden Tagen ganztägig statt. Weitere Informationen zum Programm: Internetseite des BMAS (PM)

Wie sich Joaquin Phoenix mit dem Rollstuhl vertraut machte

Hollywoodstar Joaquin Phoenix spielet seinem aktuellen Film „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ den querschnittsgelähmten Comic-Künstler John Callahan. Wie er sich auf die Rolle vorbereitete? In einem Interview mit der „Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung“ erzählt Phoenix: „Ich habe mir schon vor den Dreharbeiten auf eigene Faust einen Rollstuhl geliehen, um zu üben. Der Rollstuhl, den wir für den Film benutzt haben, war aber doppelt so schnell. Ich bin gleich am ersten Drehtag gegen eine Mauer gerast und habe das Ding geschrottet. So oder so muss ich sagen, dass es wirklich nicht bequem ist, den ganzen Tag in so einem Ding sitzen zu müssen. Ich war ganz schön verkrampft und hatte richtige Schmerzen.“ (ag)

Behinderte müssen im Mendener Hallenbad Finanzen offenlegen

Um die Ermäßigung im Mendener Bad am Hünenköpfchen (Nordrhein-Westfalen) zu erhalten, müssen Menschen mit Behinderung mehr als nur ihre Einschränkung nachweisen. Diese Erfahrung hat eine Frau gemacht, die trotz eines Grades der Behinderung von 80 Prozent – erforderlich sind 70 Prozent – der ermäßigte Eintritt im Mendener Hallenbad verwehrt worden war. Zusätzlich zu ihrem Behindertenausweis sei ein Einkommensnachweis verlangt worden. Eine Frechheit, wie nicht nur die Frau meinte, sondern auch ROLLINGPLANET-Leser Ralph, der uns auf den Fall hingewiesen hat. Westfalenpost

Barrierefreiheit in Fernbussen

Die Bundesregierung kann keine Angaben darüber machen, wie viele Busse mit der vom Personenbefördergesetz (PBefG) geforderten technischen Ausstattung – zwei Stellplätze für Rollstuhlfahrer – seit dem 1. Januar 2016 zugelassen wurden. Das geht aus der Antwort (19/3598) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/3372) hervor. „Die Überwachung der Regelungen des Personenbeförderungsgesetzes nehmen die Länder als eigene Angelegenheit wahr“, schreibt die Regierung. (hib/HAU)

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

An die Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind nach Regierungsangaben im Jahr 2016 3.740 Beratungsanfragen herangetragen worden, wovon sich 2.230 Anfragen auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bezogen. Im Jahr 2017 habe es 3.773 Beratungsanfragen gegeben, wovon sich 2.763 Fälle auf das AGG bezogen hätten. Die Beratung habe in den meisten Fällen eine Information über Ansprüche und Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens im Rahmen gesetzlicher Regelungen zum Schutz vor Benachteiligungen gemäß Paragraf 27 Absatz 2 Nummer 1 AGG umfasst, heißt es. (hib/HAU)

Tischtennis: Deutschland-Pokal-Turnier in Hennef

Die Rollstuhltischtennisgruppe des TuS Winterscheid 1923 e.V. richtet am 8. September 2018 erstmals ein Turnier im Rahmen der Deutschland-Pokal-Serie in der Sportschule Hennef (Nordrhein-Westfalen) aus. Zuschauer sind herzlich eingeladen, von 10 bis 18 Uhr vorbeizuschauen.

Da sich in der Gemeinde Ruppichteroth keine geeignete Sportstätte für diese Veranstaltung befindet, findet dieses Turnier in die Sportschule Hennef statt. Da zudem Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden Ländern erwartet werden, müssen auch entsprechende, rollstuhlgerechte Übernachtungsmöglich- keiten angeboten werden. Diese sind ebenfalls in Hennef und Umgebung vorhanden, berichtet der Verein.

Der Bürgermeister der Stadt Hennef, Herr Pipke, empfängt die Spielerinnen und Spieler am Freitag, dem 07.09.2018, in der Sportschule und ehrt die „Aufsteigerinnen“ des TuS in die 2. Rollstuhltischtennis-Bundesliga. Der Wettkampftag steht unter der Schirmherrschaft des Landrates des Rhein-Sieg-Kreises, Herrn Schuster, der auch einen Sonderpreis ausgelobt hat und am Samstag der Veranstaltung seine Ehre erweisen wird. (PM)

Junge in Rollstuhl soll vor Flug beweisen, dass er behindert ist

Eine Mutter will mit ihrem zehnjährigen behinderten Sohn zurück nach England fliegen. Als sie den E-Rollstuhl des Jungen mit ins Flugzeug nehmen will, wird sie aufgefordert, zu beweisen, dass ihr Kind wirklich eine Behinderung hat.

Beim Hinflug habe es keinerlei Probleme gegeben, vor dem Rückflug habe ihr ein Mitarbeiter der Fluglinie dann gesagt, dass ihr Sohn nicht als behindert angemeldet sei. Um einen elektrischen Rollstuhl mit an Bord zu nehmen, hätte man spätestens zwei Tage vorher einen Hinweis gebraucht. Dann habe sie der Mann direkt vor ihrem Sohn gefragt, ob sie beweisen könne, dass der Junge behindert sei. „Fassungslos“ habe sie ihm den Behindertenausweis gezeigt.

Erst gut zwei Stunden später hätte man dann sie, ihren Sohn Jack und den Rest der Familie ins Flugzeug gelassen. „Jack mag es nicht, wenn seinetwegen Umstände gemacht werden, oder er sich fühlt, als sei er anders“, wird die Mutter zitiert. „Es war ihm so peinlich.“ Am nächsten Tag habe der Sohn einen „totalen Zusammenbruch“ erlitten. „Ich will, dass daraus Lehren gezogen werden und die Mitarbeiter so geschult werden, dass so etwas nie wieder einem behinderten Menschen passiert.“ Die Fluggesellschaft Jet2 hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt. stern

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

2 Comments

  1. Folger Udo

    25. August 2018 um 12:11

    Dumme Menschen gibt es sehr viele und Dumme REDEN MEISTENS NUR DUMMES ZEUG !
    Solche Leute denken nicht daran das sie auch jederzeit im Rollstuhl landen könnten !
    Ich werd oft im Rollstuhl so blöd angeschaut und behandelt wie wenn wir Querschnitts Gelähmden im Rollstuhl alle im Kopf auch krank wären !
    Aber oft gerade von Älteren Menschen werden Rollstuhl Fahrer sau blöd behandelt und für Blöd gehalten!
    Ich kann mir sehr gut vorstellen das hübsche Frauen und Mädchen im Rollstuhl sehr blöd angesprochen werden von gesunden jungen Männern und Jugendlichen Dummköpfen
    Zudem werden wir in Ämtern und Behörden sehr schlecht behandelt und auch für Blöd gehalten !
    Diese Erfahrungen wird schon jeder der im Rollstuhl sitzt schon gemacht haben !
    Nicht Ärgern nur Wundern über die Dumm und Blödheit von manchen Gesunden Leuten !

  2. Dia Reis

    25. August 2018 um 15:14

    Sorry, Folger Udo das kann ich überhaupt nicht bestätigen! Mir begegnen unglaublich viele höfliche und hilfsbereite Menschen, aufgrund meiner großen Kontaktfreudigkeit komme ich auch mit sehr vielen schnell ins Gespräch.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Das ROLLINGPLANET-Tagebuch

Wir machen ROLLINGPLANET:

Neueste Beiträge

Top-Themen

Das Aufreger-Thema

Eine(r) von uns

Gesellschaft & Politik

Bildmotiv der Kampagne

Gesellschaft & Politik

Experten für Rehasport gesucht

Von 23. Oktober 2019

Am häufigsten gelesen

Neueste Kommentare

Aufzug