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Brauchen wir eine neue Psychiatrie-Enquête?

Das ROLLINGPLANET-Tagebuch

Brauchen wir eine neue Psychiatrie-Enquête?

Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) hat aufgrund der großen Nachfrage die Dokumentation des ISL-Symposiums auf dem Weltpsychiatrie-Kongress 2017 als Broschüre veröffentlicht.

Die Broschüre mit dem Titel: „Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Psychiatrie: Brauchen wir eine neue Psychiatrie-Enquête?“ enthält Vorträge des Symposiums, Zusammenfassung der Diskussion, Impressionen rund um den Kongress sowie eine Konkretisierung der politischen Forderungen, insbesondere hinsichtlich einer neuen, menschenrechtsorientierten Enquête (einer vom Deutschen Bundestag einzusetzenden unabhängigen Sachverständigenkommission nach § 56 GO-BT) im Bereich der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung in Deutschland.

Ein Exemplar ist für 1,50 Euro zuzüglich Versandkosten erhältlich. Zu bestellen per E-Mail an info@isl-ev.de unter Angabe der Liefer- und Rechnungsadresse. Die digitale Version steht weiterhin als Download zur Verfügung. Weitere Infos: ISL

DONNERSTAG, 19. APRIL 2018

Die Hürden des Alltags

Raúl Krathausen (Foto: Andi Weiland/Sozialhelden e.V., Gesellschaftsbilder.de)

Raúl Krathausen (Foto: Andi Weiland/Sozialhelden e.V., Gesellschaftsbilder.de)

Der Berliner Behindertenaktivist Raúl Krauthausen fordert, dass die Politik die Privatwirtschaft zu Barrierefreiheit zwingt – und räumt mit einem Irrtum auf. In einem Kommentar für „Neues Deutschland“ schreibt er: „Ein entspannter Abend im Restaurant und danach ein Kinobesuch – in vielen deutschen Städten ist das nicht möglich. Noch gravierender: Viele Arztpraxen und Banken sind nicht barrierefrei. Wenn ich mit dem Sachbearbeiter meiner Bank reden muss, bin ich gezwungen, bei meiner Filiale zu klingeln und das Gespräch auf der Straße zu führen. Nicht barrierefreie Geldautomaten lassen mir keine andere Möglichkeit, als wildfremden Menschen meine Geheimnummer zu verraten.

Bei der Forderung nach Verpflichtung der Wirtschaft zur Barrierefreiheit geht es nicht – wie so oft von Barrierefreiheitgegnern*innen vorgetragen – um den kleinen Zeitungsladen, der durch die entstehenden Kosten eines Aufzugeinbaus unweigerlich in den Ruin getrieben würde. Es geht um Banken, Ärzte, große Geschäfte und Restaurants, denen die Verpflichtung zur Barrierefreiheit durchaus zumutbar wäre.“ Neues Deutschland

Asperger-Syndrom: War der Namensgeber ein Nazi-Mörder?

Der Österreicher Hans Asperger gilt als Pionier der Kinderpsychiatrie, von ihm stammen die grundlegenden Erkenntnisse zum Verständnis des Asperger- und des Autismus-Syndroms. Eine neue Studie behauptet, der Arzt sei tief in die NS-Programme zur Ermordung Kranker verstrickt gewesen. Wie viele andere Kinderärzte soll Asperger das berüchtigte „Aktion T4“-Programm unterstützt haben. „T4“ steht für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin: Tiergartenstraße 4. Dort wurde die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1945 koordiniert. Stern

DIENSTAG, 17. APRIL 2018

Von wegen bessere Produkte: Wenn Krankenkassen auf Kosten der Versicherten sparen

SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich erwartet Taten vom neuen Gesundheitsminister Spahn. (Foto: Bundestag/Achim Melde)

SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich erwartet Taten vom neuen Gesundheitsminister Spahn. (Foto: Bundestag/Achim Melde)

Viele Versicherten sind der Meinung, ihre Brillen, Hörgeräte, Gehhilfen oder Inkontinenzhilfsmittel seien von schlechter Qualität. Seit einem Jahr ist das neue Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) in Kraft (ROLLINGPLANET berichtete: Menschen mit Behinderung sollen bessere Heil- und Hilfsmittel bezahlt bekommen und Der Windel-Skandal: Krankenkassen zwingen inkontinente Menschen zu schlechten Produkten). Für die Patienten jedoch lässt eine Verbesserung bei der Versorgung noch immer auf sich warten. Anfang des Jahres griff deshalb das Bundesversicherungsamt ein. Der Verdacht: Einige Kassen würden bei den Produkten noch immer zu sehr auf den Preis achten und nicht auf die Qualität. Muss also das Gesetz nachgebessert werden?

Die Diskussion ist auch in Berlin längst im Gang. Der CDU-Gesundheitsexperte Roy Kühne: „Also ich denke, dass wir das HHVG nachbessern müssen, konkretisieren müssen, was genau stellen wir uns unter Qualität vor.“ Die Sozialdemokratin Martina Stamm-Fibich sieht auch den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn in der Pflicht: „Ich sehe schon, dass wir in einigen Feldern klare Worte brauchen. Und jetzt haben wir ja einen neuen Minister. Mal schauen, ob wir ihn dafür begeistern können.“ Deutschlandfunk

Internet-Portal für barrierefreie Arztpraxen in Hamburg

Menschen mit Behinderung stellen sich oft besondere Fragen, wenn sie einen Arzt brauchen: Komme ich mit dem Rollstuhl überhaupt in die Praxis? Darf ich meinen Blindenführhund mitbringen? Versteht dort jemand Gebärdensprache? Wer hilft mir auf den Behandlungsstuhl? Informationsstellen und -portale geben darüber bisher nur sehr lückenhaft Auskunft und sind meist auf die freiwillige Selbstauskunft der Praxen angewiesen.

Der Verein Patienten-Initiative und die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) des Paritätischen bieten jetzt eine Internetseite an, auf der man barrierefreie Arztpraxen in Hamburg nach verschiedenen Kriterien suchen kann. Dafür hat die Patienten-Initiative in den Praxen vor Ort geprüft und vermessen. Rund 100 Praxen hat das System erfasst, 300 sind in Bearbeitung, weitere angefragt. Finanziert wird das Projekt bisher von der AOK. Für die langfristige Pflege der Daten hoffen die Initiatoren aber auch auf Unterstützung der Stadt. www.planb.hamburg

MONTAG, 16. APRIL 2018

Wie Hörgeschädigte von der Politik und Gesellschaft ausgeschlossen werden

Die Grünen und Julia Probst kritisieren einen Mangel an Unterstützung für die rund 300.000 Gehörlosen in Deutschland. „Die Bundestagsdebatten in den Sitzungswochen werden nur donnerstags von 9 Uhr bis 12 Uhr, also in der Kernzeit, barrierefrei mit Untertiteln und Gebärdensprache online übertragen. Auf dieser Basis ist es also für Gehörlose so gut wie nicht möglich, alle wichtigen politischen Entscheidungen jederzeit barrierefrei mitverfolgen zu können,“ so die gehörlose Inklusionsaktivistin Probst.

„Wer von gleichberechtigter Teilhabe redet, sollte sie auch ermöglichen. Das Engagement von hörbeeinträchtigten Menschen ist offensichtlich nicht gewollt. Bisher hat kein einziger stark Hörbeeinträchtigter jemals einen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Das ist auch nicht verwunderlich, denn eine Kostenübernahme für Gebärdedolmetscher/-innen ist nicht vorgesehen“, sagte Corinna Rüffer, Sprecherin für Behindertenpolitik der Grünen.
Frankfurter Rundschau

Google Maps bietet Routenplanung für eine rollstuhlgerechte ÖPNV-Nutzung

Eine neue Funktion in Google Maps soll Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen dabei helfen, barrierefrei mit den öffentliche Verkehrsmittel zu reisen. Aktuell steht diese Funktion schon in einigen Metropolen wie New York, London oder auch Tokyo zur Verfügung, die unter anderem rollstuhlgerechte Verkehrswegen aufzeigen. Nach Angaben von Google sind aber noch weitere Städte mit dieser erweiterten Map-Funktion für dieses Jahr in Planung. Leider findet man diese Funktion nur über umständliche Wege. Bei der Eingabe des Ziels muss zunächst das Transport-Zeichen ausgewählt werden, bei dem die Filteroption „rollstuhlgerecht“ als eine neue Routenalternative zu finden ist. Pocketnavigation


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