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Wie Hypnose mein Leben mit Behinderung veränderte

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Wie Hypnose mein Leben mit Behinderung veränderte

Aufgrund eines Geburtsfehlers lebe ich mit einer Spastik und Ataxie. Nach vielen Therapien suchte mein Vater nach einem neuen Weg, um mir den Alltag zu erleichtern. Von Anna-Katharina Polke

Dr. oec. Jürgen Polke und Tochter Anna-Katharina (Foto: Privat)

Dr. oec. Jürgen Polke und Tochter Anna-Katharina (Foto: Privat)

Vor über drei Jahrzehnten sollte der Fehler eines Arztes über mein weiteres Leben und das meiner Eltern entscheiden. Am 16. April 1984 kam meine Mutter mit Wehen ins Krankenhaus, doch der Arzt meinte, sie solle sich noch ein bisschen gedulden und ein wenig die Treppe auf und ab gehen. Dann ließ er sie alleine. Am 18. April war es schließlich soweit und ich – Anna-Katharina Polke – kam auf die Welt.

Leider jedoch nicht ohne Komplikationen: Der Arzt, welcher in der Nacht Bereitschaft hatte, hatte sich daheim noch ein wenig Alkohol genehmigt, bevor er seinen Dienst antrat, um meine Mutter von ihren Wehen zu erlösen. Mein Vater Jürgen merkte, dass etwas nicht stimmte. Der Arzt verrichtete aufgrund seines Alkoholkonsum seine Arbeit nicht ordnungsgemäß, weswegen ich klinisch tot auf die Welt kam und 20 Minuten lang keinen Herzschlag hatte. Die Folge: Aufgrund des Sauerstoffmangels leide ich heute unter einer Spastik und Ataxie. Da ich jedoch von Anfang an einen großen Willen hatte, habe ich es geschafft und überlebt.

Heute bin ich 34 Jahre alt und habe soziale Arbeit studiert. Anschließend absolvierte ich den Master in Management von Sozial- und Gesundheitsbetrieben. Ich lebe in München. Durch meine Ataxie und Spastik liegen meine Handicaps in der Sprache, beim Gehen und in der Feinmotorik. Deshalb bin ich auf einen Rollstuhl sowie auf eine Assistenz im alltäglichen Leben angewiesen. Aufgrund meiner Behinderung habe auch ich zahlreiche Therapien in meinem Leben durchlaufen: Angefangen mit Bobath über Voijta bis hin zu Petö. Um meine Therapien zu ergänzen und der Behinderung auf mehreren Ebenen zu begegnen, erlernte mein Vater die Hypnose und hat diese zu seinem zweiten Beruf gemacht.

In Trance

Mit Hilfe der Trance (sowohl vor Ort als auch per Audio) ist es mir möglich, meinen Körper und dessen Bewegungen besser zu kontrollieren und mich zu entspannen. Hierzu muss man sich vorstellen – einige von Euch werden es selbst kennen –, dass der Körper in einer ständigen Anspannung ist. Zugleich ist es sowohl Menschen mit Lähmungen als auch Spastikern mit und ohne Ataxie selten möglich, sich auszuruhen, um neue Kraft zu schöpfen.

Durch den Trance-Zustand können sich die körperlichen Einschränkungen beruhigen und der Organismus sich erholen. Außerdem ist es möglich, sich diesen Erholungszustand einzuprägen und nach mehrmaligen Anwendungen auch im Alltag ein wenig körperliche Ruhe zu finden. Ich kann es nur jedem Menschen mit Behinderung ans Herz legen, sich mit dem Thema Hypnose und Trance auseinanderzusetzen.

Damit mein Vater mir auch helfen konnte, wenn er nicht in meiner Nähe war, kam er auf die Idee, seine Hypnose als MP3 aufzunehmen. Auf der Webseite www.tranceheal.de bietet mein Vater diese Anwendung kostenlos zum Download für Spastiker und Menschen mit einer Lähmung an.

Über einen Besuch auf unserer Seite freuen wir uns und hoffen, wir können auch Dir weiterhelfen!

Anm.d.Red.: Die im Bericht genannte Webseite enthält kommerzielle Angebote, die wir normalerweise redaktionell nicht bewerben. Die beschriebene „Hypnose bei Spasmen“ ist jedoch kostenlos (scrollen Sie hierfür bis zum Abschnitt „Chancen schaffen und Gutes tun“).

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