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Wie Microsoft mit Künstlicher Intelligenz Inklusion fördern will

Technik & Technologien

Wie Microsoft mit Künstlicher Intelligenz Inklusion fördern will

Das Unternehmen stellt im Rahmen einer weltweiten Initiative mehr als 25 Millionen USD zur Verfügung.

Seeing AI ist eine kostenlose App von Microsoft für blinde Menschen sowie Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Die App ist Teil eines fortlaufenden Forschungsprojektes, das die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz bei der Unterstützung für Menschen mit Sehschwäche testet. Die Anwendung ist dazu gedacht, die Umgebung zu beschreiben. Dazu zählen Menschen, Texte und Objekte, die sich in der Nähe des Nutzers befinden. (Foto: Microsoft)

Seeing AI ist eine kostenlose App von Microsoft für blinde Menschen sowie Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Die App ist Teil eines fortlaufenden Forschungsprojektes, das die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz bei der Unterstützung für Menschen mit Sehschwäche testet. Die Anwendung ist dazu gedacht, die Umgebung zu beschreiben. Dazu zählen Menschen, Texte und Objekte, die sich in der Nähe des Nutzers befinden. (Foto: Microsoft)

Microsoft hat eine weltweite Initiative gestartet, um das Leben von beeinträchtigen Menschen dank künstlicher Intelligenz einfacher zu gestalten. Das Programm ist mit einem Volumen von mehr als 25 Millionen US-Dollar auf fünf Jahre ausgelegt, teilte das Unternehmen anlässlich der Entwicklerkonferenz Build in Seattle mit. Damit sollen Forscher und Entwickler, aber auch Universitäten und Nichtregierungsorganisationen gefördert werden.

Im Allgemeinen bezeichnet „künstliche Intelligenz“ den Versuch, menschenähnliche Entscheidungsstrukturen nachzubilden, das heißt, einen Computer oder Roboter so zu bauen oder zu programmieren, dass er eigenständig Probleme bearbeiten kann.

Das Software-Unternehmen wolle künftig bei der Entwicklung von Produktivitätswerkzeugen generell die Barrierefreiheit von Beginn an mit berücksichtigen, kündigte Thomas Langkabel von Microsoft Deutschland bereits im Oktober vergangenen Jahres bei einer Konferenz in Berlin an (ROLLINGPLANET berichtete). Von barrierefreier Technologie könnten weltweit mehr als eine Milliarde Menschen profitieren, so Langkabel.

Gehörlose Menschen können bereits heute zum Beispiel mit Microsofts Translator Gespräche in Echtzeit in geschriebenen Text übersetzen lassen. Auf der Build kündigte Microsoft zudem eine Kooperation mit Amazons Sprachassistentin Alexa an. Sie wird künftig mit Microsofts eigener Assistentin Cortana zusammenarbeiten. Nutzer können damit über Befehle an Amazons Lautsprecher Alexa bestimmte Funktionen in Windows steuern.

Aktuelle Microsoft-Projekte

Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland, erläutert aktuelle Microsoft-Projekte, die auch für Menschen mit Handicap nützlich sind:

„,Seeing AI‘“ heißt ein faszinierendes Microsoft Projekt bei dem dank künstlicher Intelligenz Sehbehinderten Menschen maschinell ,vorgelesen‘ werden kann, was in ihrem Sichtfeld passiert. Gleichzeitig können Emotionen von Gesichtern innerhalb der Software identifiziert werden. Mein Kollege Saqib aus London, der sein Augenlicht mit sieben Jahren verloren hat, gehört zum Microsoft-Entwickler-Team.

Eine andere App – Color Binoculars – hilft Menschen mit Farbsinnstörungen, zum Beispiel Rot und Grün zu erkennen. Die App greift auf die Kamera des iPhones, des iPads oder des iPod touch zurück und zeigt das Bild auf dem Display an. Die Farben erscheinen allerdings verfälscht auf dem Bildschirm. Die Nutzer können anschließend zwischen einem ,Rot-Grün Filter‘, einem ,Grün-Rot Filter‘ und einem ,Blau-Gelb Filter‘ wählen – je nachdem an welcher Farbblindheit sie leiden. Bisher steht die App nur im US-Store für die Plattform IoS zu Verfügung, wird aber schon bald auch für den europäischen Markt ausgerollt.

Oft beginnt Barrierefreiheit bereits im Kleinen – zum Beispiel die Schriftgröße ändern, Texte auf Barrierefreiheit überprüfen oder den Bildschirmkontrast ändern. In Windows 10 Mail hilft das sogenannte ,Narrator-Program‘, eine Art ,Erzähler‘, der als Screen-Reader meine Mails vorlesen kann.“

Entwickler-Treffen in Erlangen

Vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 werden in Erlangen (Bayern) auf Einladung von Microsoft in Kooperation mit Aktion Mensch und Medical Valley EMN Entwickler mit und ohne Behinderung zusammenkommen, um digitale Lösungen für mehr Barrierefreiheit und Teilhabe zu entwickeln.

(RP/ag)

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