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Wie problematisch ist für Menschen mit Behinderung die pauschalisierte Einwilligung zur Organspende?

Das Aufreger-Thema

Wie problematisch ist für Menschen mit Behinderung die pauschalisierte Einwilligung zur Organspende?

Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland lehnt Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Spahn vehement ab.

Sogenannte „Widerspruchslösung“ ins Gespräch gebracht:  Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass jeder Deutsche automatisch Organspender sein, sofern er sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Sogenannte „Widerspruchslösung“ ins Gespräch gebracht: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass jeder Deutsche automatisch Organspender sein, sofern er sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL spricht sich vehement gegen eine pauschalisierte Einwilligung für eine Organspende bei Menschen aus. Damit reagiert sie auf die Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wonach jeder Mensch in Deutschland automatisch einer Organspende zustimmt, wenn dem nicht ausdrücklich widersprochen wird.

Die von Spahn angekurbelte Debatte zur automatisierten Einwilligung für eine Organspende berücksichtigt nach Meinung der ISL nicht die Belange von behinderten Menschen, die sich auf Grund ihrer Behinderung nicht frei dazu äußern können.

„Die vom Gesundheitsminister vorgeschlagene Widerspruchslösung verstößt ganz klar gegen Artikel 3 der UN-Behindertenrechtskonvention, weil dadurch die Freiheit des Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen, torpediert und seine Selbstbestimmung unzulässig eingeschränkt wird,“

protestiert Dr. Sigrid Arnade, ISL-Geschäftsführerin.

Auch die bioethische Sprecherin der ISL, Petra Stephan, kritisiert dieses Vorhaben: „Behinderte Menschen, die mit einer Betreuung leben und nicht in der Lage sind, ihren eigenen Wunsch aufgrund von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen mitzuteilen, dürfen keinesfalls dieser automatisierten Einwilligung ausgesetzt werden. Schließlich können sie weder einen Widerspruch noch eine Zustimmung formulieren.“

In ihrem behindertenpolitischen Grundsatzprogramm, dem Hamburger Programm, warnt die ISL davor, dass die Entscheidung für oder gegen eine Organspende nicht als schnell getroffene Standardentscheidung erfolgen darf. Stattdessen sind ausreichend Informationen und Beratung anzubieten.

Das behindertenpolitische Grundsatzprogramm der ISL steht unter folgendem Link als Download zur Verfügung: ISL Hamburger Programm

(RP/PM)

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