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Wir sind Champions

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Wir sind Champions

Am 20. September kommt eine Komödie in die Kinos über einen cholerischen Basketballtrainer, der eine Mannschaft mit geistig Behinderten trainieren soll.

„Wir sind Champions“ entwirft das „Konzept der Inklusion als gesellschaftliches Prinzip auf äußerst lebensbejahende Art und Weise vor“. (Foto: Concorde)

„Wir sind Champions“ entwirft das „Konzept der Inklusion als gesellschaftliches Prinzip auf äußerst lebensbejahende Art und Weise vor“. (Foto: Concorde)

Der spanische Regisseur Javier Fesser kombiniert in seinem Film „Wir sind Champions“, der für Spanien in diesem Jahr ins Oscar-Rennen geht und in seinem Heimatland mit über drei Millionen Kinobesuchern ein voller Erfolg war, Elemente des Sportfilms, des Social Clash und des Außenseiterdramas zu einem insgesamt sehr unterhaltsamen Kinoerlebnis.

Marco Montes hatte schon mal bessere Tage. Erst bekommt er einen Strafzettel fürs Falschparken, dann prügelt er sich als Co-Trainer seiner Basketball-Mannschaft mit seinem Boss und letzten Endes wird er mit Alkohol am Steuer erwischt. Die Strafe: Sozialstunden. In einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen. Seine Aufgabe: die jungen Männer trainieren und ihnen das Gefühl geben, eine richtige Mannschaft zu sein. Erst recht, weil sie gerade in die Nationalliga aufgenommen wurden und wichtige Spiele anstehen.

Keine Chance, sagt Marco. Denn nicht einer von den Jungs kann gut spielen. Und Marco hat absolut keine Lust, es ihnen beizubringen. Kein Wunder, sagt seine Frau. Denn vor Anstrengungen läuft Marco ja immer weg. Auch ein Grund, warum die Beiden gerade getrennt leben. Marco realisiert: Wenn er seine Strafe abbüßen und seine Ehe retten will, dann muss er jetzt alles geben. Und schon bald erkennt er, dass er von den neuen Menschen in seinem Leben noch viel lernen kann.

Mit professionellen und Laiendarstellern

Die Außenseiterkomödie von Javier Fesser sorgt von der ersten Minute an für ein lebensbejahendes Gefühl. Mit viel Humor und Wärme erzählt Fesser die Geschichte eines Mannes, der erst durch die Arbeit mit außergewöhnlichen Menschen spürt, was er selbst für ein Mensch sein möchte. Javier Gutiérrez spielt Marco Montes als charismatischen, aber auch cholerischen Charakter – und doch kann man als Zuschauer seine Ängste und auch seine Wünsche nachvollziehen.

Das Zusammenspiel des Ensembles, vor allem in der Mischung aus professionellen und Laiendarstellern, ist fantastisch und sorgt für viele berührende und heitere Momente. Der Film stellt zu keinem Zeitpunkt seine Protagonisten aus, die mit Liebenswürdigkeit, aber auch Stolz und Würde ihr Leben leben. Die Behinderung wird als Teil des Menschen gezeigt, die ihn eben nicht daran hindert, etwas Besonderes zu sein und Besonderes leisten zu können. Und ganz nebenbei zeigt der Film durch gelungene Alltagsbeobachtungen auch unserer Gesellschaft den Spiegel auf, die immer noch zu viel Scheu und Angst an den Tag legt, um ganz normal und inklusiv mit Menschen umzugehen, die körperlich oder geistig behindert sind.

Prädikat „besonders wertvoll“

Die inspirierende Geschichte eines cholerischen Basketballtrainers, der eine Mannschaft mit geistig Behinderten trainieren soll – und dabei auch zu sich selbst findet: Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat „Wir sind Champions“ das Prädikat „besonders wertvoll“ gegeben. Der Film schlägt, so die FBW, das „Konzept der Inklusion als gesellschaftliches Prinzip auf äußerst lebensbejahende Art und Weise vor“. Die Jury hebt in ihrer Begründung Tempo, Rhythmus und Witz des Films hervor, die „von einer bemerkenswerten Energie angetrieben werden“. Gespeist werde dies „vornehmlich aus dem wunderbaren Zusammenspiel des Ensembles, das die Zuschauer immer wieder bindet“.

Regie: Javier Fesser, Darsteller: Javier Gutiérrez; Jesús Lago Solís; Roberto Sánchez; Julio Fernández; Jesús Vidal; José De Luna; Sergio Olmos, Drehbuch: David Marqués; Javier Fesser, Kamera: Chechu Graf

(RP/PM)

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